Das Ende der Illusionen: Der Markt will keine mündigen Bürger und Schulen sowie Universitäten haben verwertbares Wissen zu vermitteln
„… Universitäten haben verwertbares Wissen zu vermitteln und ihre Absolventen zu profitablen Mitarbeitern herzurichten. Einst sollte das Studium an der Universität nicht bloß bessere wirtschaftliche und gesellschaftliche Möglichkeiten erschließen, nicht bloß eine Karriere innerhalb des Bestehenden versprechen, sondern zur reicheren Entfaltung der menschlichen Anlagen, zu einer angemessenen Erfüllung der eigenen Bestimmung Gelegenheit bieten. Der Begriff, der einmal dafür stand, war der der Bildung…“ Beitrag von Götz Eisenberg am 14. Januar 2026 in Telepolis
(„Das Ende der Illusionen: Der Markt will keine mündigen Bürger“) und mehr daraus:
- Weiter aus dem Beitrag von Götz Eisenberg am 14. Januar 2026 in Telepolis
(„Das Ende der Illusionen: Der Markt will keine mündigen Bürger“):
„… Wenn Bildung zur Verwertungsfrage wird
Solange die industrielle Produktion eine kapitalistische ist, die Entscheidungen unter dem Aspekt der Profitrate trifft, soll Wissen und die an Schulen und Universitäten vermittelte Wahrheit bedeutungsgleich werden mit Verwertbarkeit.
Die Kommandostruktur des Kapitals verlangt weiterhin, dass sich die Arbeitskräfte seiner Herrschaft bedingungslos unterwerfen, sich das Kommando über Muskeln, Gehirn und Lebenszeit gefallen lassen, und das verlangt, dass das erworbene Wissen zur Konformität anhält.
Warum Wissen immer subversiv bleibt
Bildungsprozesse beinhalten aber einen wie immer geringen, so doch wirksamen, subversiven Anteil. Dieser kann zur Quelle des Bedürfnisses nach Aneignung der eigenen Lebensbedingungen werden und zur Kritik der herrschenden Verhältnisse motivieren. (…)
Demokratie nur bis zum Werkstor
Anders gesagt: An den Werkstoren ist Schluss mit Demokratie. In Schönwetterperioden findet sich der Kapitalismus mit der Demokratie ab oder freundet sich gar mit ihr an, weil er entdeckt, dass sie eigentlich die der Geldmacherei günstigste Regierungsform ist, wenn’s krisenhaft wird, das heißt die Profite schrumpfen, neigt er dazu sie einzuschränken oder gar zugunsten autoritärer oder faschistischer Formen der Herrschaft zu beseitigen.
Wenn seine Herrschaft durch Krisen oder revolutionäre Bestrebungen gefährdet ist, setzt sich der Kapitalismus die Maske des Faschismus auf, mit der er die Arbeiter täuscht, die Herausgefallenen und Abgehängten fasziniert und das Kleinbürgertum einlullt…“