Fehlzeiten-Report 2025 zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt und dem Krankenstand 2025: Weiter auf hohem Niveau, nicht nur wegen besserer Erfassung

Ausgebrannt. Betriebsräte als Lotsen für Burnout-Betroffene„… Der Fehlzeiten-Report 2025 zeigt, dass sich die erkrankungsbedingten Fehlzeiten auch 2024 auf einem anhaltend hohen Niveau bewegt haben. So ist jeder bei der AOK versicherte Beschäftigte im vergangenen Jahr im Schnitt 2,3-mal krankheitsbedingt ausgefallen. Mit 228 AU-Fällen je 100 Mitglieder ist bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2023 von 225 Fällen je 100 Mitglieder noch einmal übertroffen worden. Auch im bisherigen Verlauf des Jahre 2025 zeichnet sich wieder ein ähnlich hoher Krankenstand bei den Beschäftigten ab. Haupt-Treiber dieser Entwicklung sind nach wie vor die Atemwegserkrankungen. (…) Ein weiterer Einflussfaktor für die hohen Krankenstände sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Einführung der elektronischen Krankmeldung, die laut aktuellen Analysen zu einer vollständigeren Erfassung der Fehlzeiten geführt hat. Zudem sei nach wie vor ein „stetiger Anstieg der psychisch bedingten AU-Fälle“ zu verzeichnen…“ Aus der AOK-Pressemitteilung vom 14. Oktober 2025 externer Link und dazu:

  • Analyse von Daten der Betriebskrankenkassen (BKK): Wie krank ist Deutschland? New
    Beschäftigte in Deutschland sind immer häufiger krankgeschrieben. Eine exklusive BR-Analyse von Daten der Betriebskrankenkassen (BKK) zeigt, welche Erkrankungen den Krankenstand prägen – und in welchen Regionen sich besonders viele Menschen krankmelden. (…) Seit 2021 haben sich die Krankschreibungen, die bei den BKK-Krankenkassen eingegangen sind, deutlich erhöht. Das zeigt eine exklusive Auswertung der BR-Datenjournalistinnen von Daten des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) für Report München in Zusammenarbeit mit der Augsburger Allgemeinen. Ausgewertet wurden die Daten von fünf Millionen Versicherten, der Einfluss von Alter und Geschlecht der Beschäftigten wurde zur besseren Vergleichbarkeit herausgerechnet.
    Einen sehr hohen Anteil bei den Arbeitsunfähigkeitstagen machen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen oder Arthrose aus. Die Werte bleiben allerdings – trotz alternder Belegschaften – seit Jahren stabil. Auch psychische Störungen spielen eine große Rolle. Sie nehmen kontinuierlich zu und sorgen im Einzelfall für besonders lange Ausfallzeiten. Einen besonderen Sprung – und anschließend anhaltend höhere Zahlen – gab es 2022 bei den Krankheiten des Atmungssystems, hierzu zählen sowohl Corona- und Influenza-Infektionen wie auch der klassische Schnupfen.
    Erkrankungen des Atmungssystems als Treiber
    Der Anstieg hat mehrere Ursachen. In diesem Zeitraum wurde zum Beispiel die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) für Arztpraxen verpflichtend eingeführt. Das heißt, Krankschreibungen müssen seitdem nicht mehr extra bei der Krankenkasse abgeben werden, sondern werden automatisch übermittelt. Die Vollständigkeit der Daten nimmt also zu.
    Und: „Es gibt einen sogenannten Nachholeffekt“, sagt Leif Erik Sander, Klinikdirektor der Infektiologie an der Charité. Einfach gesagt: Wenn sich Krankheiten einige Jahre nicht stark verbreitet konnten – weil Menschen zum Beispiel zu Hause blieben oder Masken trugen – gebe es in den Folgejahren höhere Infektionswellen. Außerdem seien viele Arbeitnehmer nun sensibler: „Menschen bleiben jetzt mit einem Atemwegsinfekt eher zu Hause, weil sie die Kolleginnen und Kollegen nicht anstecken wollen, wenn sie kein Homeoffice machen können oder ohnehin zu krank zum Arbeiten sind“, so Sander. (…)
    Deutliche regionale Unterschiede
    Regional gibt es große Unterschiede bei der Anzahl der Tage bei BKK-Versicherten, die 2024 krankgeschrieben waren. Zwischen dem Bundesland mit den meisten und den wenigsten Fehltagen im Schnitt liegen fast zehn Krankheitstage. In Baden-Württemberg waren BKK-versicherte Beschäftigte 2024 im Schnitt 18,5 Tage krankgeschrieben, im Saarland und in Sachsen-Anhalt rund 28 Tage. (…)
    Manager am wenigsten krankgeschrieben
    Besonders Menschen, die in Reinigungs-, Verkehrs- und Logistik- oder Fertigungsberufen arbeiten, melden sich jährlich viele Tage arbeitsunfähig – Reinigungskräfte durchschnittlich sogar mehr als einen Monat pro Jahr. Das liegt auch daran, dass die Ursache für eine Krankschreibung bei ihnen besonders häufig Muskel-Skelett-Erkrankungen sind, die zu langen Ausfällen führen. Im Vergleich deutlich seltener melden sich Menschen in der Unternehmensführung und in IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen krank, also beispielsweise (Wirtschafts-)Informatiker, Biologen oder Geologen. Krankheiten könnten sich auch gegenseitig verstärken, sagt Leif Erik Sander. Studien bestätigten: „Wenn es vielleicht ohnehin eine höhere psychische Belastung gibt und ein Atemwegsinfekt hinzukommt, dann kann man auch schneller arbeitsunfähig werden„…“ Beitrag von Julia Barthel, Sophie Menner und  Kirsten Girschick, BR, vom 25.11.2025 auf tagesschau.de externer Link

Siehe auch: DAK-Gesundheitsreport 2025: Generation Z in der Arbeitswelt – öfter krankgeschrieben, aber kürzer

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=231359
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