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Latein- und Zentralamerika

„Bio-opportunistisches“ Agrobusiness: Die neue Gier der multinationalen Agrochemiekonzerne

Fian: Food first! Menschen statt KonzerneIn jüngster Zeit haben die großen internationalen Agrochemieunternehmen ihren Schwerpunkt auf die Herstellung biologischer Betriebsmittel für die Agrarwirtschaft verlagert. Während noch vor 20 Jahren die Zahl der Unternehmen, die auf dem globalen „Bio“-Insektizidmarkt tätig waren, an einer Hand abzuzählen war, sind es heute mehr als 1.200. Alles deutet darauf hin, dass es sich hierbei nicht nur um eine ökologische Umstellung handelt, sondern um die Entdeckung einer neuen und bedeutenden Ader, mit der sie ihre ohnehin schon millionenschweren Gewinne weiter ausbauen können. In einer in der zweiten Augusthälfte veröffentlichten Studie bestätigt die in Barcelona ansässige internationale Nichtregierungsorganisation Grain (Grano), dass alle großen Agrochemiekonzerne – wie Bayer, BASF, Corteva, FMC, The Mosaic Group, Syngenta, UPL und Yara, um nur einige zu nennen – bereits in diesem Bereich tätig sind. Unter dem Titel Corporate Bio-Inputs: The New Toxic Business of Agribusiness heißt es in der Studie, dass dieses „Eindringen in diesen Markt aufgrund seiner typischen Vorgehensweise durch Käufe, Lizenzvereinbarungen und Fusionen aggressiv erfolgt„…“ port. Artikel von Sergio Ferrari vom 30.8.2024 bei MST externer Link (Landlosenbewegung in Brasilien, maschinenübersetzt) und dazu:

  • Bauern auf globalem Schachbrett. Landwirte werden weltweit zunehmend zum Spielball von Großkonzernen der Agrarindustrie New
    „… Die Gewinnmargen haben sich denn auch deutlich verschoben – weg von der Landwirtschaft, hin zu Industrie und Handel. Und die Schere zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen geht immer weiter auseinander. Kritisch sieht Fakhri auch die Agrarpolitik der Europäischen Union. Deren Subventionssystem begünstige größere Betriebe und fördere dadurch das Höfesterben.
    UN-Sonderberichterstatter Fakhri sieht in dieser Zentralisierung von Marktmacht eine Hauptursache für Hunger und Mangelernährung. Der 22-seitige UN-Bericht »Right to Food« erwähnt namentlich auch die deutschen Konzerne Bayer und BASF, die gemeinsam mit Syngenta (China) und Corteva (USA) den Saatgut- und Pestizid-Sektor dominieren. Die große Marktmacht des deutschen Geflügel-Multis EW kritisiert Fakhri ebenso wie die der hiesigen Supermärkte. Die nichtstaatliche Organisation Public Eye schreibt in Bezug auf die Konzentration im Saatgutmarkt: »Die Industrie hat alles in ihrer Macht Stehende getan, um die Landwirte zu ermutigen, keine neuen Sorten mehr zu züchten. Zuerst mit Hybridsaatgut, dann mit Patenten auf Saatgut.« Dabei seien es gerade die Bauern, die die landwirtschaftliche Biodiversität entwickelt hätten.
    Das kürzlich veröffentlichte Sondergutachten der Monopolkommission prangert die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und in Teilen der Nahrungsmittelindustrie in Deutschland an
    …“ Artikel von Hermannus Pfeiffer vom 15.12.2025 in ND online externer Link

Siehe u.a. auch Die Macht des Agrobusiness in Lateinamerika

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=223249
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