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Auch nach dem Putsch in Mali: Das Militär (samt ausländischen Truppen) bleibt Motor der zwangsweisen Modernisierung

Militärputsch in Mali: Für eine demokratische Zukunft?„… Der neuen Junta wurde in Bamako viel Sympathie entgegengebracht. Die Selbstbereicherung der alten Regierung und die Verweigerung einer aktiven Friedenspolitik hatten eine Oppositionsbewegung auf der Straße hervorgerufen – in Bamako, aber nicht auf dem Land. Es ist in Afrika nicht ungewöhnlich, dass eine Protestbewegung militärisch vereinnahmt wird. Das neue Regime ist dann zumeist erst progressiv und verfällt nach 2 Jahren der Korruption und dem Nepotismus. Eine der ersten Verlautbarungen der Junta war, dass sie die Zusammenarbeit mit den ausländischen Truppen fortsetzen wolle. Ohne Barkhane, MINUSMA und AFRICOM wäre das malische Militär nicht überlebensfähig. Aber das ist nicht der einzige Grund. Das Entwicklungskonzept für Mali, die Modernisierungen, die einen westlich-demokratischen Staat überhaupt erst ermöglichen würden, beruhen im Kern darauf, dass die Landbevölkerung modernisiert wird – und das heißt: enteignet und vertrieben wird. Der Krieg gegen die eigene Bevölkerung ist noch lange nicht zu Ende, und die Djihadisten spielen dabei, so lange sie nicht übermächtig werden, eine wichtige Rolle. Barkhane, MINUSMA und AFRICOM sind Moderatoren dieses Konflikts. Insofern leistet MINUSMA durchaus „Entwicklungshilfe“. Ohne Barkhane und MINUSMA könnten außerhalb Bamakos sehr bald auch keine NGOs mehr tätig sein und es gäbe kaum mehr staatliche Einrichtungen in der Fläche. Modell Somalia. Es ist kein Wunder, dass auch die Progressiven in Bamako Fürsprecher dieser Militärinterventionen sind. Aber es ist noch nicht ausgemacht, ob es nicht ein einen ganz anderen Weg der „Entwicklung“ geben könnte, dessen materielles Substrat die Mobilität der jugendlichen Afrikaner*innen wäre...“ – aus dem ausgesprochen lesenswerten Artikel „Mali: Der Terror der Modernisierung“ am 03. September 2020 bei FFM-Online externer Link – eine Passage vor dem Hintergrund einer relativ ausführlichen und konkreten Beschreibung des Alltagslebens vor allem junger Männer in Mali – die nicht völlig Mali-Exklusiv sein dürfte… Siehe dazu auch den Verweis auf den letzten unserer zahlreichen Beiträge zum Militärputsch in Mali und der Demokratiebewegung:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=177616
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