Sand im Getriebe: Autoprofite stoppen – Klima schützen! IAA blockieren: 13. – 15.9.2019 in Frankfurt/M.

Dossier

Sand im Getriebe: Autoprofite stoppen – Klima schützen! IAA blockieren: 13. – 15.9.2019 in Frankfurt/M.Die Klimakrise verschärft sich mit enormer Geschwindigkeit: Aber die Auto-Konzerne rasen weiter mit Vollgas Richtung Heißzeit. Das Überleben der Menschheit wird durch den Klimakollaps in Frage gestellt. Doch die Auto-Industrie will weiterhin fette Spritschlucker verscheuern. Sie macht weiter, als gäbe es kein Morgen: Unterstützt von der Bundesregierung stellt sie im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) ihr klima- und umwelt-zerstörerisches Verkehrssystem von Gestern aus. Auf der IAA in Frankfurt werden das deutsche Autoverkaufsministerium und die Spitzen von VW, Daimler, BMW & Co. sich und ihre zerstörerischen Blechkisten feiern. Kein Wunder: Die Auto-Industrie gehört zu den mächtigsten Fraktionen der deutschen Wirtschaft und bildet das Fundament des deutschen Export-Modells – mit seinen verheerenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen weltweit. Diese Show wollen wir als das entlarven, was sie wirklich ist: Profitgier auf dem Rücken der Ärmsten und zukünftiger Generationen. Es ist höchste Zeit, dem Automobilismus Sand ins Getriebe zu streuen! (…) Wir wollen die Wende – jetzt! Es reicht nicht mehr, selbst Fahrrad und Bahn zu fahren. Wenn Regierung und Konzerne blockieren, müssen wir uns selbst dem Verkehrswahnsinn in den Weg stellen. (…) Bis hierhin und nicht weiter! Während der Aktionstage vom 12.-15 September 2019 wollen wir mit einer öffentlich angekündigten Aktion zivilen Ungehorsams die IAA blockieren: Wir setzen uns vor die Eingänge und blockieren die Klima- und Umweltzerstörer da, wo sie uns als Statussymbole präsentiert werden sollen. (…) Nicht legal, aber legitim. Unsere geplante Aktion ist ein Regelübertritt – doch hiermit kündigen wir ihn offen an. Wir stellen uns damit in die Tradition der sozialen Bewegungen, die für den Atom- und Kohleausstieg oder gegen Gentechnik kämpfen…“ Der Aufruf auf der Aktionsseite vom Bündnis „Sand im Getriebe“ externer Link, dem auch LabourNet Germany angehört – siehe auch Infos zur IAA-Demo am 14.9. externer Link und weitere Termine am Protestwochenende. Neu dazu:

  • „Sand im Getriebe“: IAA: Die Messe ist gesungen / 1000 Klimaaktivist*innen blockieren erfolgreich Autoshow / Radikale Verkehrswende jetzt angehen New
    1000 Klimaaktivist*innen des Bündnisses „Sand im Getriebe“ haben am heutigen Sonntag erfolgreich die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) blockiert. Der Haupteingang und der Portalhaus-Eingang im Westen des Messegeländes sind seit dem frühen Morgen für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich. Auch der Eingang am Congress Center wird derzeit blockiert. Eine „Critical Mass“-Gruppe blockiert immer wieder den Busverkehr zur IAA. Bei einer Kletteraktion hängten Aktivist*innen zudem ein Banner von einem Übergang beim Autobahnzubringer zum Frankfurter Westkreuz. Das Bündnis „Sand im Getriebe“ äußerte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Die Messe ist gesungen. Eine IAA in dieser Form wird es sicher nicht mehr geben. Die Zeiten, in denen VW, Daimler, BMW und Co. sich und ihre zerstörerischen Blechkisten ungestört feiern, sind vorbei.“, sagt „Sand im Getriebe“-Sprecherin Marie Klee. „Dass 1000 Menschen bereit sind, sich an einer Aktion Zivilen Ungehorsams zu beteiligen und mit ihren Körpern der mächtigen Autoindustrie in den Weg zu stellen, hat alle unsere Erwartungen übertroffen.“…“ Pressemitteilung vom 15. September 2019 auf der Aktionsseite externer Link, dort laufende Berichterstattung, auch bei Twitter unter @Sand_imGetriebe

  • 1:0 gegen die Autoindustrie. In Frankfurt haben am Samstag tausende Menschen für eine radikale Verkehrswende demonstriert. Anlass der Demonstration war die Automesse IAA New
    Sie kamen mit ihren Fahrrädern aus allen Himmelsrichtungen, in einer Sternfahrt aus Städten wie Aschaffenburg, Gießen oder Mannheim, wo es schon um 5:40 Uhr losging. Unter dem Motto »aussteigen« hatten zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und Fahrradverbände zu einer großen Protestaktion für mehr Radwege und fahrradfreundliche Innenstädte aufgerufen. Am Ende folgten diesem Aufruf 25.000 Menschen. Die Art zu demonstrieren, war in diesem Fall selbst ein Statement. Fahrräder als Symbol für eine andere Mobilität. Lasten-, Liege und Tandemräder, darüber hinaus die unterschiedlichsten Anhängerkonstruktionen waren zu sehen. Viele Menschen kamen mit ihren Kindern und auch Fahrradfahrer*innen im fortgeschrittenen Alter waren dabei. Ein deutlicher Kontrast zu den auf der IAA präsentierten Autos, bei denen es vor allem um Größe und Geschwindigkeit geht. Protest gegen die IAA ist nicht neu. Umwelt- und Verkehrsaktivist*innen engagieren sich seit Jahren gegen die Leistungsschau der Autoindustrie. Doch noch nie war der Protest so groß und breit wie in diesem Jahr. Beim Herstellerverband VDA sorgt das offensichtlich für Frust. (…) Am Samstag konnten die Teilnehmer*innen allerdings ungewohnt viel Platz genießen: Die Autobahn A661 wurde für die Fahrraddemo gesperrt und von mehr als 2000 Fahrradfahrer*innen erobert. Auch in Frankfurts Innenstadt wurden viele Straßen in beiden Fahrtrichtungen gesperrt…“ Bericht von Katharina Schwirkus und Sebastian Weiermann vom 14.09.2019 beim ND online externer Link
  • IAA: Probleme mit Kritik und demokratischem Diskurs 
    Wie sehr die zur Zeit in Frankfurt stattfindende Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in der Krise steckt, lässt sich vielleicht auch daran ermessen, dass die Veranstalter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ausgeladen haben. Von ihm wollte man sich lieber nicht begrüßen lassen, offenbar, weil man kritische Worte erwartete. (…) Feldmann hat unterdessen seine nicht gehaltene Rede auf Facebook veröffentlicht. (…) Wir dürfen die Verantwortung für die Produkte nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern abladen, sondern wir brauchen eine Automobilindustrie, die sich gesetzeskonform verhält. (…) Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs. Es kann nicht sein, dass gefordert wird, Parkhäuser neu zu bauen, weil immer mehr Autos für die bestehenden Stellplätze zu groß geworden sind. Wir brauchen eine Mobilitätswende, um den Klimawandel aufzuhalten…“ Artikel von Wolfgang Pomrehn vom 12. September 2019 bei telepolis externer Link
  • Umweltverbände fordern Ausstieg vom Verbrennungsmotor. Verbändebündnis »Aussteigen« rechnet mit mehreren tausend Teilnehmern / Aktionsbündnis will Messe blockieren 
    Das Verbändebündnis »Aussteigen« hat von den deutschen Autobauern die sofortige Abkehr vom Verbrennungsmotor gefordert. Die Hersteller müssten sich »umgehend« auf Elektrofahrzeuge konzentrieren und »laufende Entwicklungen angekündigter weiterer SUVs oder sonstiger Verbrenner-Modelle beenden«, erklärte das Bündnis am Montag vor dem Start der Automesse IAA. Die Mitgliedsorganisationen rechnen demnach mit tausenden Teilnehmern an ihrer für Samstag geplanten Demonstration. Ein weiteres Aktionsbündnis will die Messe tags darauf blockieren. (…) Auch an die Politik richteten sich die Mitgliedsorganisationen am Montag: Hiksch forderte von der Bundesregierung »noch in diesem Jahr ein Klimaschutzgesetz, mit dem Deutschland das 1,5-Grad-Ziel einhalten kann«. Der Verkehrsclub Deutschland betonte neben der Bepreisung von CO2 auch den von vielen Organisationen geforderten Ausbau des Nahverkehrs. (…) Der Verband der Automobilhersteller (VDA) signalisierte angesichts der Proteste gegen die IAA Gesprächsbereitschaft. Für VDA-Präsident Bernhard Mattes seien friedliche Demonstrationen etwas, »das in unserer Demokratie üblich ist und auch gelebt werden soll«, hieß es. Hersteller und Kritiker sollten aber »nicht übereinander, sondern miteinander reden«. Am Freitag will der VDA bei einem offenen Bürgerdialog auch mit Vertretern kritischer Organisationen sprechen. Tina Velo sprach am Montag von einer »Umarmungsstrategie«, der VDA sei »sehr stark eingeschüchtert«. Anstatt auf das Gesprächsangebot des Verbands einzugehen, wollte sie am Abend jedoch lieber VW-Chef Herbert Diess zu einem Streitgespräch treffen.“ Agenturmeldung vom 09.09.2019 beim ND online externer Link

  • »SUVs sind die Spitze des Eisbergs eines kranken Verkehrssystems«. Tina Velo, Sprecherin von »Sand im Getriebe«, im Interview mit »nd« über die geplanten Proteste auf der Frankfurter Automesse
    Am Sonntag den 15. September wollen Klimaaktivist*innen die Internationale Automesse in Frankfurt am Main blockieren und ihren Ablauf stören. Das Bündnis, das zu Protestaktionen des zivilen Ungehorsams mobilisiert, nennt sich »Sand im Getriebe«. Im Interview spricht »nd« mit der Sprecherin des Bündnisses, Tina Velo, über die Motivation des Protests, die Forderungen von »Sand im Getriebe« und wie sich die Aktivist*innen auf strafrechtliche Konsequenzen der Demonstrationen vorbereiten. (…) Grundsätzlich sagen wir schon: SUVs könnte man von heute auf morgen verbieten. Aber wir fordern vor allem autofreie Städte. Wir sagen: Das ist technisch möglich, aber eben eine Frage des politischen Willens. SUVs sind besonders krasse Klimakiller, aber sicherlich nicht der einzige Grund unseres Protestes. [Ihr plant am Sonntag Aktionen des zivilen Ungehorsams auf der IAA in Frankfurt. Warum?] Wir sagen, dass die Aktionsform des zivilen Ungehorsams notwendig ist, weil wir es wirklich mit einem massiven Problem zu tun haben. Wir haben es mit einem sehr kranken Verkehrssystem zu tun. Wir haben es mit Spitzen aus Politik und Industrie zu tun, die sich weigern, eine Verkehrswende einzuleiten, die keine Lösungen haben, die die Klimakrise abwenden kann. Weil das Problem so groß und so drastisch ist, sagen wir, braucht es auch drastische Mittel des politischen Protestes. Wir finden es toll, dass es auch Demonstrationen gibt, und sagen, dass die Bewegung vielfältig sein muss, aber dazu gehört eben auch, besonderen Druck aufzubauen, über zivilen Ungehorsam…“ Interview von Katharina Schwirkus vom 09.09.2019 beim ND online externer Link
  • „Sand im Getriebe“ zur IAA: Wir reden nicht mit Profiteuren der Klimakrise! Die Verkehrswende wird nicht von der kriminellen Autoindustrie gemacht! 
    Das klimaaktivistische Bündnis „Sand im Getriebe“ lehnt ein Gesprächsangebot des „Verband der Deutschen Automobilindustrie“ (VDA) über „emissionsfreie Mobilität“ ab. Im Juli hatte das Bündnis angekündigt, die Internationale Automobilausstellung, die größte Automesse der Welt, am 15. September zu blockieren. Der VDA reagierte wenig später auf dem sozialen Nachrichtendienst Twitter mit einem Gesprächsangebot an „Sand im Getriebe“ sowie das Demo-Bündnis #aussteigen und die Bewegung „Fridays for Future“. Vor einigen Tagen konkretisierte der Verband seine Einladung mit einer Rundmail an die verschiedenen Gruppen. „Wir können nicht auf ein Gesprächsangebot eingehen, bei dem nicht konkret der schnelle Wandel hin zu klima- und menschenfreundlichem Verkehr im Mittelpunkt steht. Autos müssen Platz machen für Straßenbahnen, Fahrradfahrerinnen und Fußgänger in unseren Städten. Das heißt: Die Autoindustrie muss schrumpfen. Stattdessen rollen auch in diesem Jahr immer mehr SUVs vom Band. Wenn die Automobilindustrie also bereit ist, ihre Produktion von Autos auf Bahnen oder Fahrräder umzustellen, sprechen wir gerne darüber, wie eine solche Konversion sozial und ökologisch organisiert werden kann.“, kommentiert Tina Velo, Pressesprecherin von „Sand im Getriebe“…“ Pressemitteilung vom 12. August 2019 von und bei „Sand im Getriebe“ externer Link
  • Bündnis „Sand im Getriebe“ kündigt Aktion zivilen Ungehorsams während der IAA in Frankfurt an +++ „Wir bringen die Verkehrsrevolution selbst auf die Straße!“ 
    Das klimaaktivistische Bündnis „Sand im Getriebe“ kündigt für den 15. September eine Blockade der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt an. Mit der Aktion zivilen Ungehorsams fordern die Aktivistinnen und Aktivisten die sofortige Wende für den klimafreundlichen Verkehr ein. (…) Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) findet vom 12. bis 22. September 2019 in Frankfurt/ Main statt. Während sich auf dem Messegelände die großen Autokonzerne präsentieren, kündigt „Sand im Getriebe“ kreative Blockaden vor den Eingängen an. Dafür hat sich das Bündnis auf einen Aktionskonsens festgelegt: Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen friedlich, entschlossen und bunt gegen das Auto als zentrales Verkehrsmittel protestieren. „Wir fordern autofreie Städte, mehr Raum für Fußgänger und Radfahrerinnen und flächendeckenden kostenlosen Nahverkehr. Die Politik schläft, obwohl unsere Zeit immer knapper wird. Daher werden wir am 15. September unseren Protest dort äußern, wo es ihr wirklich weh tut!“, so Tina Velo. Bereits am Vortag der Blockade wird es eine Fahrrad-Sternfahrt und Demo mit tausenden Teilnehmenden geben. Die Aktion ist damit Teil eines bunten Protestwochenendes für klimafreundlichen Verkehr vom 13. bis 15. September 2019.“ Pressemitteilung vom 22. Juli 2019 auf der Aktionsseite externer Link
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