Dossier

IG Metall bei Volkswagen: „Ein Team – Eine Familie“Welche Folgen hat der VW-Skandal für die Belegschaft? Ein Verlust von Arbeitsplätzen droht laut Betriebsratschef Osterloh derzeit nicht. Doch Mitarbeiter müssten sich auf geringere Boni einstellen – auch die Vorstände…” Solche Spekulationen stellt derzeit nicht nur der Spiegel an (hier am 6.10.2015, s.u.). Für uns steht fest: Wie alle Katastrophen wird auch diese gegen die Lohnabhängigen benutzt – und ziemlich sicher nicht nur diejenigen bei VW… Siehe hier erste Aussichten darauf (zu Dieselgate selbst verweisen wir auf unsere Materialsammlung “Keineswegs nur VW” vom 25. September 2015 und weitere Beiträge in der Rubrik Branchen » Automobilindustrie » VW, wie das VW-Co-Management auch in dieser Krise funktioniert kann bei der “IG Metall bei Volkswagen” externer Link beobachtet werden!):

  • Weltkonzern im Abseits – Trügerische Ruhe bei Volkswagen: Der Abgasbetrug, die Verschwörung gegen US-Behörden und die Folgen für die BeschäftigtenNew
    “… Fast 30 Milliarden Euro kostet das Unternehmen dieser gigantische Betrug. Im kapitalistischen System werden die Beschäftigten von VW und der Zulieferbetriebe die Zeche zu zahlen haben, teils mit Verlust ihres Arbeitsplatzes, teils mit enormer Leistungsverdichtung, teils durch verschärften Lohnraub, immer mit außerordentlichen gesundheitlichen Belastungen. Einen Eindruck von dem, was die Piëchs, Porsches und die Scheichs machen würden, wenn sie könnten, wie sie wollten, bekommt man im VW-Werk in Chattanooga, US-Bundesstaat Tennessee: Keine Anerkennung der Gewerkschaft, keine Belegschaftsvertretung, kein Tarifvertrag, keine Regelung zur Arbeitszeit. Die Beschäftigten klagen über fehlenden Respekt und mangelnde Zuverlässigkeit. Nicht einmal eine demokratisch durchgeführte Wahl wird von diesem deutschen Mustermitbestimmungsbetrieb anerkannt, die eigenen Sozialstandards werden missachtet. Im Konzern geht es indes weiter nach der Devise »Augen zu und durch«. Die dominierenden Aktionäre, der Porsche-Piëch-Clan und die Herrscherfamilie des Terrorstaats Katar, haben die Betrugsdividende eingestrichen und setzen jetzt wieder auf maximalen Profit durch Lohn- und Personalabbau, durch Verschärfung der Konkurrenz und durch Eroberung neuer Märkte. (…) VW braucht einen Neustart (…) Doch nichts von dem steht auf dem Programm bei VW. Die niedersächsische Landesregierung als dritter großer Anteilseigner könnte im Schulterschluss mit den Beschäftigtenvertretern im Aufsichtsrat eine solche Transformation vorantreiben. Aber es wird anders kommen, wenn nicht die Kollegen, die Gewerkschaft und andere gesellschaftliche Organisationen und Initiativen Druck aufbauen: auf den Konzern sowie auf die Industrie- und Verkehrspolitik in unserem Land.” Beitrag von Stephan Krull bei der jungen Welt vom 29. April 2017 externer Link
  • Betriebsrat stellt VW Ultimatum
    “Bei VW droht ein Streit zwischen Betriebsrat und Vorstand zu eskalieren. Es geht um den erst kürzlich geschlossenen Zukunftspakt. Die Arbeitnehmervertreter werfen VW vor, sich nicht an zentrale Bedingungen aus dem Pakt halten zu wollen. Unter anderem sollen mehr Zeitarbeiter und befristet Beschäftigte das Unternehmen verlassen als vereinbart. (…) Der Betriebsrat am Konzernsitz in Wolfsburg hat VW-Markenvorstand Diess und Personalvorstand Karlheinz Blessing einen Brief geschickt, der ein zerrüttetes Verhältnis beschreibt. Die Arbeitgeberseite unterlaufe den erst vor knapp drei Monaten vereinbarten Zukunftspakt, der Arbeitsplätze retten soll. Das sei Konfrontation statt Konsens. (…) Nun beklagen die Betriebsräte des weltgrößten Autoherstellers, dass mehr Zeitarbeiter und befristete Beschäftigte das Unternehmen verlassen sollen als vereinbart. In einer Auto-Montagelinie am Standort Wolfsburg solle eine ganze Schicht gestrichen werden. Das werde dazu führen, dass noch mehr Zeitarbeiter ihre Stelle verlören. Und von den versprochenen neuen Jobs in Zukunftsbereichen sei praktisch nichts zu spüren. (…) Die Konsequenz daraus: Der Betriebsrat stellt quasi die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber ein. Gespräche wurden abgesagt, etwa zur geplanten 40-Stunden-Woche. Anträge auf Mehrarbeit, die der Arbeitgeber dem Betriebsrat vorlegen muss, werden bis auf weiteres nicht mehr befürwortet, heißt es in dem Schreiben auch. (…) Doch das Arbeitnehmerlager von Volkswagen ist offenbar fest entschlossen, auf den Rauswurf von Diess hinzuarbeiten, falls dieser nicht einlenkt…” Artikel von Max Hägler und Klaus Ott vom 8. Februar 2017 bei der SZ online externer Link
  • Osterloh attackiert VW-Markenvorstand: “Unsoziales Vorgehen”
    “VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh kritisiert den VW-Markenvorstand heftig. Dieser wolle offenbar mit aller Gewalt die Zahl der Beschäftigten drücken. Ein unsozialer Umgang mit Leiharbeitern, ein ungeschickter Zeitplan für die Einführung des neuen Golf, ein Marketing, das sein Ziel verfehlt: VW-Betriebsratschef hat derzeit viel zu bemängeln an der Entwicklung des Autobauers…” Andreas Schweiger im Gespräch mit Bernd Osterloh am 2. Februar 2017 bei der Braunschweiger Zeitung online, dokumentiert bei der IG Metall bei Volkswagen externer Link

    • Aus dem Interview: “… Im Zukunftspakt haben wir schon im November die Schaffung eines internen Arbeitsmarktes im Firmen-Intranet festgezurrt. Jetzt ist es Februar, und wir erfahren, dass es für die Marke VW noch bis Mai dauern soll – für den gesamten Konzern sogar noch länger. Die Umsetzung dauert einfach viel zu lang. Ich glaube, dem Markenvorstand geht es nur darum, den Aktionären kurzfristig auf Biegen und Brechen gute Zahlen zu zeigen – die Belegschaft spielt bei diesem Vorgehen entgegen aller Vernunft keine Rolle. Ein Beispiel für dieses kurzsichtige Verhalten ist, dass wir deutliche Anzeichen haben, dass der Markenvorstand am liebsten alle Leiharbeitnehmer abmelden würde. Koste es, was es wolle…” Siehe dazu:
  • Fracksausen oder Neustart bei VW?  VW nähert sich dem Point of no return. Wer zieht die Notbremse?
    Zwei Ereignisse prägen die Stimmung bei Volkswagen: das Fracksausen nach der Verhaftung des Managers Oliver Schmidt während einer Urlaubsreise am 8. Januar in Florida und die angeblich brillanten Verkaufszahlen des Jahres 2016. (…) Bevor der Point of no return für Volkswagen erreicht ist, sollten die niedersächsische Landesregierung als weiterer Großaktionär und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mit ihrer Mehrheit von zwölf Stimmen die Notbremse ziehen und diesen Neustart durchsetzen – gepaart mit einem neuen Konzept von Wirtschaftsdemokratie unter Einbeziehung der Beschäftigten, der Kommunen und Regionen als Mobilitätsnachfrager, der Umweltbehörden und weiterer gesellschaftlicher Gruppen. Die politischen, ökonomischen und die technisch-kommunikativen Voraussetzungen für einen solchen Neustart sind gegeben und müssen ergriffen werden. Dem amtierenden Management ist die Betriebserlaubnis und den Hauptaktionären die Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu entziehen!…” Artikel von Stephan Krull in Ossietzky 2/2017 externer Link
  • Bericht: BRV von VW-Braunschweig Uwe Fritsch zum “Abgasskandal und den Auswirkungen auf die Belegschaft”
    Bei einer Veranstaltung in Hannover am 18.1.2017 hat der Betriebsratsvorsitzende von VW-Braunschweig Uwe Fritsch zum “Abgasskandal und den Auswirkungen auf die Belegschaft” ca. 15 Minuten gesprochen. Uwe Fritsch ist Mitglied im Aufsichtsrat von Volkswagen sowie Mitglied im Parteivorstand der DKP. Den Widerspruch zwischen der Schweigepflicht nach § 116 Aktiengesetz einerseits und dem Anspruch der Arbeitnehmer auf Information und Mitbestimmung andererseits hat er bei diesem Vortrag nicht aufgelöst, sondern bereits mit seiner Eingangsbemerkung überheblich gepflegt. Es ginge um wichtigeres als nur “wer hat was gewusst”, stellte er gewichtig fest. (…) Die Anwesenden bat er um Solidarität. Bei Volkswagen würde die Arbeit solidarisch verteilt – und es kam ihm kein Wort zu den Leiharbeitern über die Lippen, schließlich gelte bei VW seit über 30 Jahren ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Ein wohlfeiles Plädoyer für Arbeitszeitverkürzung und anschließend die Erklärung, weshalb bei VW die Arbeitszeit verlängert werden musste (…) Es bleibt Aufgabe linker Gewerkschaftspolitik, eine grundsätzlich andere Sicht auf diesen Skandal und auf die Zukunft der Automobilindustrie zu werfen. Es bleibt Aufgabe linker Gewerkschaftspolitik, die Klassenfrage, den antagonistischen Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit zu benennen…” Bericht vom 19.1.2017 von Stephan Krull (IG Metaller und langjähriges Betriebsratsmitglied bei VW in Wolfsburg) – wir danken!
  • VW-Neuausrichtung: Was im Zukunftspakt steht
    Der Zukunftspakt bringt einschneidende Veränderungen für die VW-Standorte in Deutschland. 23.000 Stellen sollen bis 2025 wegfallen. Manches Werk muss bluten, andere werden als Schwerpunkte für E-Mobilität aufgewertet…” Übersicht vom 28. November 2016 bei der WirtschafsWoche online externer Link
  • Die Lüge, dass es bei VW keine Kündigungen geben wird
    “… Was Osterloh nicht sagt: Tausende Leiharbeiter*innen werden ihren Job verlieren. Tausende weitere Arbeiter*innen werden vorzeitig in die Rente gedrängt, und vor allem soll die Arbeitsintensität durch „effizientere Arbeitsabläufe“ erhöht werden. VW-Marken-Vorstand Herbert Diess kommentierte: „Wir bauen die gesamte Marke um, wir machen sie fit für den großen Wandel in unserer Branche.“ Mit anderen Worten: Das Ergebnis der „Zukunft“, die die sozialpartnerschaftlichen Betriebsratsfürsten mit dem Unternehmen ausgehandelt haben, bedeutet mehr Stress für die Stammbelegschaft und zerstörte Existenzen für tausende Leiharbeiteŗ*innen und ihre Familien. Und nicht nur die Beschäftigten des Mutterkonzerns sind betroffen. Dutzende Tochterfirmen und Zulieferer werden die Auswirkungen dieser „Zukunft“ zu spüren bekommen. Beispielsweise beim in Berlin ansässigen Werk MAN Diesel & Turbo, wo in den nächsten Jahren 300 der rund 570 Beschäftigten ihren Job verlieren sollen. Mittelfristig soll das ganze Werk geschlossen werden. Weltweit will die MAN-Tochter für Diesel-Motoren und Turbinen sogar jede zehnte Stelle streichen. (…) Die Lakaien des Kapitals freuen sich. Umso mehr, als dass die Krise, die der VW-Konzern durch den Abgasskandal und die Strafzahlungen aus den USA durchläuft, unter der Komplizenschaft der IG Metall nun auf dem Rücken der Arbeiter*innen ausgebadet wird…” Kommentar von Stefan Schneider vom 22.11.2016 bei Klasse gegen Klasse externer Link
  • “Jobkahlschlag bei Volkswagen: 30.000 Mitarbeiter büßen für VW-Chefs”
    Sparen und Schrumpfen, das ist Volkswagens Masterplan für die Zeit nach dem Diesel-Skandal. Die Mitarbeiter zahlen nun die Zeche für die Fehler der Chefetage. Damit der Plan aufgeht, muss VW aber noch einige Hürden nehmen…” Übersicht von Hannes Vogel vom 18. November 2016 bei n-tv externer Link. Eine erstaunlich korrekte Überschrift – doch – natürlich – die IG Metall bei VW stellt es anders dar, sonst wäre sie ja überflüssig…:
    “Zukunftspakt Volkswagen: Arbeitsplätze bis 2025 sicher! Erfolgreich verhandelt: Der Umbau kommt sozialverträglich”
    “… Niemand im Stamm muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben. (…) „Mit dem Zukunftspakt schaffen wir bei Volkswagen außerdem den Einstieg in die E-Mobilität der nächsten Generation. Mit diesen Autos werden wir uns an die Spitze der Industrie setzen. (…)Viele Grausamkeiten abgewehrt (…) Das alles haben wir verhindert. Heute spricht bei Volkswagen niemand mehr von betriebsbedingten Kündigungen“, so Osterloh. Die Anpassung der Belegschaft läuft über Altersteilzeit und vor allem entlang der demografischen Kurve. Allerdings will das Unternehmen die Zahl der Leiharbeiter deutlich senken…” Flyer zum Zukunftspakt des Betriebsrates vom November 2016 externer Link – Es ist ja leider nichts neues, dass “Sozialverträglichkeit” nur für die Stammbelegschaft definiert wird und nichts mit Gesellschaftsverträglichkeit gemein hat…
  • Auf dem Weg zu neuen Boni. Die VW-Spitze will den Abgasskandal nutzen, um Personalkosten zu drücken. Geht ihr Plan auf, erhalten die Manager weiter Millionenzahlungen
    “… Zusätzlich zum ohnehin geplanten Sparprogramm von jährlich fünf Milliarden Euro ab 2017 sollen weitere Milliarden gekürzt werden. Das geht zum einen durch die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Wie viele Jobs in den VW-Fabriken und Entwicklungsabteilungen gestrichen werden sollen, ist offiziell noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass Leiharbeiter, Befristete und Werkvertragsbeschäftigte als erste dran glauben müssen. Von Betriebsrat und IG Metall ist hierzu – wie schon in der Branchenkrise 2008/2009 – kein lautstarker Protest zu vernehmen. Statt dessen betont Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh, bei den Stammkräften dürfe es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. (…) Erkaufen sollen sich die Belegschaften das mit einem »Zukunftspakt«, der bis Mitte November ausgehandelt sein soll. Dieser lege »das Fundament dafür, die Wettbewerbsfähigkeit der Marke Volkswagen deutlich zu steigern«, so Diess. Die Produktivität solle »nachhaltig« erhöht werden. Das heißt im Klartext: Arbeitsverdichtung. Und Outsourcing. Denn die »Wettbewerbsfähigkeit« wird in der Branche gemeinhin in »Hours per vehicle« gemessen, also in Arbeitsstunden pro Fahrzeug. Wegen unterschiedlicher Autotypen und Fertigungstiefen ist das zwar reichlich unsinnig. Für Anteilseigner und Finanzmärkte ist diese Kennziffer dennoch das Nonplusultra…” Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 24.10.2016 externer Link – siehe zum Hintergrund:
    • Zukunft von Volkswagen: Gesamtbetriebsrat wendet sich an die Belegschaft
      Der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen hat sich mit einem Brief an die Beschäftigten aller deutschen VW-Standorte gewendet. Die Arbeitnehmervertreter informieren darin über den aktuellen Stand der Verhandlungen zum Zukunftspakt, den der Gesamtbetriebsrat derzeit mit dem Unternehmen verhandelt…” In diesem Brief heißt es u.a.: “… Wir haben den Zukunftspakt im Sommer diesen Jahres vorgeschlagen, weil wir ohne ihn nicht in der Lage sein werden, wichtige Zukunftsprodukte für unsere Standorte in der Planungsrunde 65 des Aufsichtsrates positiv zu entscheiden. Denn Fakt ist: derzeit reicht die Ertragskraft der Marke Volkswagen nicht aus, um in wichtige Zukunftsfelder zu investieren, von denen die Sicherheit unserer Arbeitsplätze abhängt. Der Zukunftspakt ist dabei mehr als ein reines Effizienzprogramm. Wir werden mit ihm als erstes Unternehmen der Automobilindustrie konkret den Weg in die Elektromobilität beschreiben und Kompetenzen und Produkte an unseren Standorten verankern. Dies ist jedenfalls das Ziel des Gesamtbetriebsrats. Klar ist für uns im Zukunftspakt aber auch: wir wollen nicht nur Antworten für E-Mobilität und Digitalisierung. Wir wollen auch konkrete Produktzusagen für Fahrzeuge und herkömmliche Komponenten in unseren Werken haben. (…) Wir haben deshalb als Gesamtbetriebsrat in einer aktuellen Klausur unsere roten Linien definiert: 1. Keine betriebsbedingten Kündigungen bei Volkswagen. 2. Die Transformation der Belegschaft darf ausschließlich entlang der demographischen Kurve stattfinden. Die Altersteilzeit, die wir als IG Metall in der letzten Tarifrunde geregelt haben, ist dabei ein wesentliches Instrument. Die Regelungen des Volkswagen-Weges müssen in diesem Prozess gelten. 3. Bestehende Tarifverträge werden nicht zur Diskussion gestellt. 4. Standortgrößen (Beschäftigtenzahl) müssen im Rahmen des Zukunftspaktes festgelegt und garantiert werden…” Brief des VW-Gesamtbetriebsrats vom 20. Oktober 2016 externer Link dokumentiert bei IG Metall bei VW
    • Markenchef Diess minutenlang ausgebuht: Ingenieure sollen 40 Stunden arbeiten – Tumulte bei VW
      “Turbulente Zeiten für die VW -Belegschaft: Der Autobauer will die kriselnde Pkw-Kernmarke mit milliardenschweren Sparprogrammen, Jobabbau und womöglich auch mit Einschnitten im Tarif auf Zukunftsfähigkeit trimmen. So hat VW-Markenchef Herbert Diess für Tausende VW-Fachkräfte fünf Stunden mehr Arbeitszeit pro Woche ins Spiel gebracht. Diess sprach am Donnerstag im Wolfsburger Stammwerk bei der Betriebsversammlung von einer 40-Stunden-Woche für die Mitarbeiter in der Technischen Entwicklung (TE). Bisher gilt für sie laut VW-Haustarif in aller Regel eine 35-Stunden-Woche. Generell will Volkswagen mit einem “Zukunftspakt” bis Ende 2020 bei der Pkw-Kernmarke rund 3,7 Milliarden Euro Sparvolumen freischaufeln. Teile dieser Zielsumme resultierten bereits aus Ansätzen aus dem 2014 gestarteten Effizienzprogramm, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa). (…) Das neue Ziel von 3,7 Milliarden Euro aus dem Zukunftspakt, den Betriebsrat und Unternehmen derzeit verhandeln, könne nicht auf die fünf Milliarden aus dem Effizienzprogramm addiert werden, hieß es aus Konzernkreisen. Teils überschnitten die Programme. Der Zukunftspakt soll in den nächsten Wochen stehen. Mit ihm wollen Betriebsrat und Unternehmen Reformen in der gewinnschwachen Kernmarke VW-Pkw mit Sicherheiten für die Belegschaft vereinen. Dabei geht es um die Aufgaben der Standorte, etwa im VW-Motorenwerk Salzgitter, das wegen der Elektromobilität absehbar Arbeit verliert. Der VW-Betriebsrat hat in den Gesprächen für den Zukunftspakt laut dpa-Informationen einige Punkte als nicht verhandelbar erklärt. (…) Laut dem Nachrichtenportal “Bild.de” ging es bei der Betriebsversammlung hoch her. Markenchef Diess sei teils minutenlang ausgebuht worden…” Beitrag vom 20. Oktober 2016 bei manager magazin online externer Link
    • Kommt bald die 40-Stunden-Woche bei VW?
      “… Bei den Verhandlungen über Einsparungen und die Neuausrichtung der heimischen VW-Standorte rücken offenbar auch die Zeitarbeiter wieder stärker ins Visier. Es werde „in der aktuellen Phase“ immer schwieriger werden, alle Verträge fortzuschreiben, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies am Donnerstag. „Darauf müssen wir uns leider einstellen.“ VW hatte bereits Verträge mit auslaufen lassen, gleichzeitig sind aber immer noch Tausende an den Standorten in Niedersachsen und dem Rest der Republik beschäftigt – allein 800 davon in Hannover. (…) Diess machte allerdings auch deutlich, dass Stellen gestrichen werden: „Wir müssen die Mannschaft verkleinern, aber es wird keine Entlassungen geben.“ Konzern und Betriebsrat setzen hier auf den Altersteilzeit-Tarifvertrag, den sie erst im Frühjahr verlängert haben. Er böte das Potenzial, eine fünfstellige Zahl von Jobs abzubauen, ohne Kündigungen auszusprechen – da vor allem die geburtenstarken „Baby-Boomer“-Jahrgänge gehen könnten. Diese „Transformation entlang der demografischen Kurve“ hat der Betriebsrat zur Bedingung für das Zustandekommen des Paktes gemacht. Gleichzeitig fordert er, in der Vereinbarung müssten konkrete Standortgrößen mit genauen Beschäftigtenzahlen „festgelegt und garantiert werden“, wie es am Donnerstag in einem Brief an die Belegschaft hieß…” Beitrag von Lars Ruzic vom 20. Oktober 2016 bei der Hannoversche Allgemeine online externer Link
  • Dieselgate – Deutsche Autokonzerne in der Sackgasse: Welche Zukunft, welche Alternative?
    “Seit über einem Jahr sind die Medien voll von immer neuen Enthüllungen über den Skandal der Automobilkonzerne: Wie sie beim Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge betrügen, wie sie Fahrzeugtests manipulieren oder dass sie die Stickoxidgrenzwerte um ein Vielfaches überschreiten. Die Frage stellt sich, warum die Autokonzerne so tricksen. Haben sie das wirklich nötig? Offensichtlich stehen die Konzerne unter dem Druck steigender Umweltauflagen. So bei den Abgasgrenzwerten oder beim CO2-Ausstoß. Die zunehmenden Auflagen sind nicht zuletzt eine Folge der wachsenden Motorisierung und der damit zunehmenden Abgas- und Partikelemission der Autos. (…) Klar ist, dass in den heutigen Automobilschmieden das technische Know­how und die Fähigkeiten vorhanden sind, um eine Produktkonversion zu vollziehen. Es ist aber unmittelbar einsichtig, dass zukünftig in einer neuen Mobilitätsindustrie weniger Arbeitszeit anfällt, als in der heutigen Automassenproduktion. Die Antwort ist einfach: Alle Beschäftigten behalten ihren Job, aber die Arbeitszeit wird deutlich gesenkt. Eine entsprechende Logik gilt auch für andere Bereiche der Gesellschaft, sodass es notwendig sein wird, die gesamtgesellschaftliche Arbeitszeit in diesem Sinn neu zu justieren.” Artikel von Klaus Meier in Soz Nr. 10/2016 externer Link (dieser Artikel erschien bereits in der Schriftenreihe «Ökosozialismus: Analyse + Perspektiven» Nr.26 2015)
  • Abgasskandal: Erster VW-Ingenieur legt Geständnis ab
    Erstmals hat der Skandal um manipulierte Abgaswerte persönliche strafrechtliche Konsequenzen für einen Verantwortlichen in den USA. Ein langjähriger VW-Mitarbeiter gab am Freitag ein Schuldgeständnis bei einem Bezirksgericht in Detroit ab und erklärte sich zur Zusammenarbeit mit den US-Behörden bereit. Der 62-jährige Angeklagte aus Kalifornien gab zu, am Konzernsitz in Wolfsburg und später in den USA Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei die Entwicklung spezieller Software zur Manipulation von Emissionstests gewesen, mit der in den USA Behörden und Kunden getäuscht worden seien. (…) Der Ingenieur ist den Gerichtsunterlagen nach von 1983 bis Mai 2008 bei der Volkswagen AG in Wolfsburg angestellt gewesen. Danach habe er in den USA bei der Einführung der unter dem Slogan “Clean Diesel” vermarkteten Fahrzeuge mit illegaler Abgastechnik geholfen. Im VW-Testlabor in Oxnard, Kalifornien, habe er bis zur Anklage einen gehobenen Posten (“Leader of Diesel Competence”) bekleidet. Nach Angaben seines Anwalts ist der Mann noch immer bei VW angestellt…” Artikel vom 10.9.2016 beim Manager Magazin online externer Link – erster Sündenbock gefunden, der Vorstand atmet auf…
  • Der Skandal und die Folgen: Wie unser Leben wegen VW teurer wird
    Nach dem Dieselskandal brechen die Steuereinnahmen weg. Weil VW nicht mehr zahlt, werden wir alle stärker belastet. Kinderbetreuung, Hunde und Wohnen werden in VW-Städten durchweg teurer. Den VW-Konzern nimmt sich wohl jede Stadt gerne zum Steuerzahler. In guten Zeiten zumindest. Schlechte Zeiten zählen aber auch dazu. Und die beginnen nun. (…) Der “tatsächliche Steueraufwand Inland” der Wolfsburger, zu dem mehrere Abgabenarten gehören, sackte von 2014 auf 2015 von mehr als zwei Milliarden Euro auf rund 800 Millionen Euro. (…) Die Folgen sind drastisch. Haushaltslöcher tun sich auf, mancherorts sind es wahre Krater. Die VW-Städte setzen daher Gebühren herauf und bitten die Bürger stärker zu Kasse. Für Familien kann es bei den Mehrkosten um vierstellige Summen pro Jahr gehen. Früher profitierten die Konzernstandorte, schöpften aus dem Vollen, subventionierten und förderten, was das Zeug hielt. Nun folgt die VW-Vollbremsung. Die Krise um die manipulierten Diesel-Fahrzeuge bei Volkswagen – sie wächst sich auch aus zur Last für die Bürger an den VW-Standorten. Dutzende gibt es davon in Deutschland. Viele erhöhen als Ausgleich gegen die schlechten Zeiten die Abgabe…” Bericht von H. Lossie, S. Rothe und C. Raatz vom 29. August 2016 bei Stern online externer Link – wie (billig) prophetisch war doch unsere Namensnennung für das Dossier… Siehe dazu auch:

    • VW-Skandal: Städtebund fordert Hilfe für Kommunen
      Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat zusätzliche Finanzhilfen für die Kommunen gefordert, bei denen die Gewerbesteuer-Einnahmen wegen der VW-Abgas-Krise eingebrochen sind. Viele Standorte des Autobauers sind davon betroffen…” Meldung vom 30.08.2016 bei NDR.de externer Link
  • Schwerer Schlag für Region Zwickau: 700 Volkswagen-Beschäftigte müssen gehen
    Volkswagen in Zwickau trennt sich mit dem heutigen Tag von 700 Beschäftigten. Unternehmenssprecher Gunter Sandmann sagte MDR SACHSEN, es handele sich um Mitarbeiter mit befristeten Verträgen. Ein Grund sei unbestritten die Dieselaffäre, die sich auf die Produktion auswirke. Zudem habe VW Sachsen das Auslaufen des Phaeton-Modells beim Karosseriebau in Zwickau und bei der Montage in Dresden getroffen, erklärte Sandmann. Deshalb habe die Beschäftigungssicherung für das Stammpersonal im Vordergrund gestanden. (…) Gewerkschaft bedauert Stellenabbau. Im Gespräch mit MDR SACHSEN bedauerte der Geschäftsführer der IG Metall Zwickau, Stefan Kademann, den Abbau der Stellen. Für ihn gibt es aber noch einen anderen Schuldigen an der jetzigen Situation: “An der Stelle sollte sich auch die Politik Gedanken darüber machen, ob die Regelung für Zeitarbeitskräfte überhaupt noch zeitgemäß ist, dass sie schutzlos dem An- und Abmelden auf dem Arbeitsmarkt ausgeliefert sind.” Stefan Kademann Geschäftsführer der IG Metall Zwickau.” Meldung vom 30. Juni 2016 bei MDR Sachsen externer Link
  • VW-Strategie nach dem Dieselgate: Volkswagen muss umbauen – auch in der Belegschaft
    “VW-Chef Matthias Müller präsentiert dem Aufsichtsrat die Strategie mit Elektrifizierung und Mobilitätskonzepten. Zudem wird ein Jobabbau unvermeidlich. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch es geht um sehr viele Stellen. (…) VW-Markenchef Herbert Diess drängt darauf, dass der Umbau des Konzern möglichst zügig von statten geht. „Dabei dürfen wir keine Zeit verlieren, denn die Veränderungen in unserer Branche kommen jetzt sehr schnell – und sie sind von großer Tragweite“, sagt er. Bis zu diesem Punkt herrscht mit dem mächtigen Betriebsrat Einigkeit. „Wir müssen jetzt beherzt zupacken, damit Volkswagen den Schritt in das neue automobile Zeitalter schaffen kann“, fordert auch Betriebsratschef Bernd Osterloh…” Artikel von Stefan Menzel vom 14. Juni 2016 beim Handelsblatt online externer Link
  • Ein totaler Sieg des Finanzkapitalismus: Realwirtschaft mit VW im Sog der Zockerei der Finanzwirtschaft?
    Kein Unterschied mehr zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft beim die Allgemeinheit schädigenden Zocken um höchstmögliche Gewinne – Finanzkrise und die Gier der Finanzinvestoren – jedoch in der Realwirtschaft ging es noch “ordentlich” – eben “real” zu…” Kommentierte Presseschau von Volker Bahl vom 26.4.2016
  • Beim Geld hört die Freundschaft auf. VW: Präsidium des Aufsichtsrates kann Streit um Boni für das Management nicht lösen
    “… Das sechsköpfige Präsidium des Aufsichtsrates der Volkswagen AG konnte sich am Montag nicht auf eine Regelung über die millionenschweren Vergütungen einigen. Grundsätzlich stoßen die möglichen Bonuszahlungen überall auf Unverständnis. Auch die Zeit drängt, denn am 28. April muss der Autobauer seine Bilanz für 2015 vorstellen. (…) Grund für die ergebnislose Präsidiumssitzung dürften auch die kontroversen Meinungen der Kontrolleure sein. Nach dpa-Informationen befürworten der Betriebsrat, das Land Niedersachsen und die IG Metall wegen des Abgasskandals eine spürbare Senkung der millionenschweren Sonderzahlungen. (…) Auf die Idee, gemeinsam Verzicht zu leisten, kommt offenbar in Wolfsburg niemand.”Beitrag bei der jungen Welt vom 12. April 2016 externer Link
  • Krise bei Volkswagen: VW entschärft Konflikt mit dem Betriebsrat
    Bei VW bleibt weiter offen, ob Vorstände auf einen Teil ihrer Boni verzichten. Der Konflikt zwischen dem Betriebsrat und VW-Markenchef Diess ist jedoch zunächst einmal entschärft. (…) Konzernchef Müller einigte sich mit Osterloh nun am Montag darauf, dass gemeinsam mit Markenchef Diess Eckpunkte für die künftige Ausrichtung der Marke und Vereinbarungen zur Sicherung der deutschen Standorte erarbeitet werden sollen. Osterloh wertete es „starkes Signal in die gesamte Mannschaft von Volkswagen“, dass der Konzernchef diese Gespräche mit dem Markenvorstand begleiten werde…” Artikel von Harry Pretzlaff vom 11. April 2016 bei den Stuttgarter Nachrichten online externer Link
  • Wer regiert Volkswagen? Warum sich Vorstand und Betriebsrat bei VW auf offener Bühne zoffen
    “Bei Volkswagen, so das Bonmot von Patriarch Ferdinand Piëch, geht nichts ohne das Plazet des mächtigen Betriebsrats. Aktuell bekommt das VW-Markenchef Herbert Diess zu spüren. Sein Auftrag: Rendite und Ruf des Volkswagen-Kerngeschäfts aufpolieren. (…) Die VW-Mehrheitseigentümer, die Familien Porsche und Piëch, sollen gegen Diess Abberufung sein – und wollen Betriebsrat und Diess dazu auffordern, im Stillen über einen möglichen Abbau von Arbeitsplätzen zu verhandeln…” Beitrag von Wilfried Eckl-Dorna vom 8. April 2016 bei manager magazin online externer Link
  • Brief an die Belegschaft: VW-Betriebsrat fordert Verhandlungen über Zukunftsprodukte
    Der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen hat den Markenvorstand der Marke Volkswagen zu konkreten Verhandlungen über den Wandel an den deutschen Volkswagen-Standorten aufgefordert. “Wir wollen ein Ende der Spekulationen über die Zukunft von Menschen und Standorten von Volkswagen! Für die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit unserer Arbeitsplätze waren wir als Belegschaft schon immer bereit, unseren Beitrag zu bringen. Wir wollen einen verbindlichen Zukunftspakt verhandeln – für alle deutschen Standorte und die Marke Volkswagen als Ganzes”, heißt es in einem Brief von Betriebsratschef Bernd Osterloh und den anderen Betriebsratsvorsitzenden an die Belegschaft. Die Betriebsratsvorsitzenden fordern vom Vorstand der Marke Volkswagen verlässliche Aussagen über den künftigen Weg des Unternehmens. Gleichzeitig werfen sie der Unternehmensleitung Unzuverlässigkeit vor. “So haben wir den Eindruck, dass der Diesel-Skandal hinterrücks dazu genutzt werden soll, personelle Einschnitte vorzunehmen, die bis vor wenigen Monaten kein Thema waren”, heißt es im Brief…” Meldung vom 07.04.2016 bei “IG Metall bei Volkswagen” externer Link, darin auch ein Interview des Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh zum «Zukunftspakt». Siehe weitere Beiträge, auch zu den neuen Boni für Vorstände bei Volkswagen:

    • Jetzt eskaliert der Machtkampf bei VW
      In einem Brief der VW-Betriebsräte ist von einem “gravierenden Vertrauensproblem” zwischen Vorstand und Betriebsrat die Rede. Die Vorstände wollen wohl nicht auf Millionen-Boni verzichten. Und der Betriebsrat fürchtet Stellenstreichungen. Eine schwierige Mischung. (…) Nun aber bricht die sorgfältig aufgebaute interne Krisenkommunikation von VW auseinander. Denn die Vorstände sind offenbar nicht bereit, auf die Auszahlung ihrer Millionen-Boni zu verzichten. Und Pötsch, der Mann, der den Konzern noch vor Kurzem in seiner Existenz bedroht sah, soll sich seinen Wechsel vom lukrativen Finanzressort in den weniger lukrativen Aufsichtsrat im vergangenen Jahr mit einer Millionenzahlung kompensieren lassen. Das alles kommt in Zeiten, in denen der Belegschaft Schmerzen verordnet und Gürtel enger geschnallt werden, gar nicht gut an…” Artikel von Thomas Fromm vom 7. April 2016 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link
    • Abgas-Skandal: VW-Betriebsrat schaltet auf Angriff
      Seit Monaten muss der VW-Betriebsrat auf Hiobsbotschaften reagieren. Tausende Jobs sollen wegfallen, hunderten Leiharbeitern fehlt schon die Perspektive, über die Zukunft ganzer Fabriken wird gemunkelt. Nun dreht die Arbeitnehmerseite den Spieß um. (…) Osterlohs Leute klagen, sie müssten ihren verunsicherten Leuten erklären, was VW-Markenchef Herbert Diess wohl für Einschnitte plane. Weit mehr als 1000 Leiharbeitern fehle schon heute die Perspektive. Das Aus für das Flaggschiff VW Phaeton hat die Gläserne Manufaktur in Dresden zumindest vorerst in eine Fabrik ohne Produktion verwandelt. Seit kurzem ist bekannt, dass Diess über 3000 Jobs in der Verwaltung für überflüssig hält. Die sollen weg – es ist jede zehnte Stelle des Bereichs. Die Produktivität soll generell um zehn Prozent steigen. Inzwischen wird hinter vorgehaltener Hand längst über die Zukunft ganzer Standorte gemunkelt, wie etwa das Motorenwerk Salzgitter. (…) In Emden, wo schon 250 Leiharbeiter gehen müssen, empfing diese Woche ein Plakat den Bernhard-Nachfolger Diess bei dessen Werksbesuch. “Wir haben DIESS nicht verdient”, stand darauf.Artikel von Heiko Lossie und Andreas Hoenig vom 07.04.2016 bei heise online externer Link
    • IG-Metall-Chef Hofmann beklagt fehlende VW-Vorstandslinie
      Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann fordert im Ringen um den Sparkurs bei Volkswagen klare Bekenntnisse und eindeutige Ansagen des Managements. «Wir brauchen konkrete Zusagen zur Zukunft der Standorte, zu Arbeitsplätzen und Produkten», sagte der Chef der größten deutschen Einzelgewerkschaft am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Am Vortag war bekanntgeworden, dass Betriebsrat und Arbeitgeber einen Zukunftspakt verhandeln werden. Hofmann ist VW-Aufsichtsrat und betonte, dass der VW-Betriebsrat und die IG Metall «unverändert» die bei dem Autobauer besondere Balance aus Rendite und Beschäftigung verteidigten…” Beitrag vom 8.4.2016 bei der Welt online (Regionales) externer Link
    • VW-Manager sollten freiwillig auf Boni verzichten
      Die Boni für Vorstände bei Volkswagen wurden auch von Gewerkschaftern und der SPD-Landesregierung gebilligt. Die Verträge gelten. Deshalb ließe sich allenfalls an die Moral der Nutznießer appellieren…” Komentar von Nikolaus Doll vom 07.04.16 bei der Welt online externer Link
  • „Dieselgate“ bei Volkswagen: Eine Schönheit kapitalistischen Wirtschaftens auf Weltniveau: Schadensfall Image-Ruinierung
    „…Aber den Bestellungen bei Volkswagen schadet das – Umwelt hin, Skandal her – mitnichten, vermelden die besorgten journalistischen Beobachter erleichtert. Auf die PS-starken schnellen Autos aus der Heimat lässt der deutsche König Kunde offenbar nichts kommen. Die Treue des deutschen Autofahrers wird allerdings noch grandios übertroffen von den 600000 Arbeitern, die bei Volkswagen am Band stehen, glaubt man deren gewerkschaftlichen Vertretern. Die nichtsahnende Belegschaft hat demnach alles Recht, total beleidigt zu sein: „Mit krimineller Energie haben einige Wenige den guten Ruf des Unternehmens und damit der Belegschaft stark beschädigt.“ (Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall) Die VW-Arbeiter identifizieren sich demnach so vollständig mit dem Unternehmen, von dem sie profitbringend ausgebeutet werden, dass sie keinen Unterschied, geschweige denn Gegensatz mehr sehen mögen zwischen dem Autoproduzenten und seinen gewinnbringenden Produkten einerseits und sich als darin arbeitenden und bezahlten Dienstkräften andererseits – und so das Produkt der VW-Profitmaschinerie heiligsprechen…” Artikel in GEGENSTANDPUNKT 4-15 externer Link
  • Volkswagen: Betriebsversammlung zwischen Mut und Angst
    Wegen der Diesel-Affäre wachsen bei VW die Job-Sorgen. Vor allem bei den Leiharbeitern geht die Angst um, dass auslaufende Verträge nicht verlängert werden. Eine Betriebsversammlung sollte nun Mut machen. (…) Vor allem Leiharbeiter mit Zeitverträgen fürchten um ihre Zukunft bei VW. Auch die Ankündigung, dass die rund 120 000 festen Beschäftigten im VW-Haustarif auf die sonst üblichen üppigen Bonuszahlungen verzichten müssen, belastet die Stimmung – ebenso wie der Beschluss verlängerter Weihnachtsferien mit längeren Produktionspausen. (…) Die Solidarität mit den Leiharbeits-Kollegen sei groß: „Das ist menschlich nicht schön.“…” Artikel von Marco Hadem und Jan-Henrik Petermann/dpa vom 02.12.2015 bei Hannoversche Allgemeine Zeitung online externer Link. Siehe dazu:

    • Propaganda im Abgasskandal: VW-T-Shirts sind der blanke Hohn
      In schlechten Zeiten sollen Familien zusammenstehen. Bollwerke gegen Angriffe von außen sein. Wenn Volkswagen das Motto “Ein Team. Eine Familie” vor sich herträgt, ist das nicht nur heuchlerisch, die Bosse wollen sich drücken. Höhepunkt der nicht-öffentlichen Betriebsversammlung bei VW, auf der die Konzernführung gestern den Schulterschluss mit der Belegschaft probte, war der Auftritt von Betriebsratschef Bernd Osterloh. Nach seiner Rede vor rund 20.000 Mitarbeitern verteilte er T-Shirts mit der Aufschrift “Ein Team. Eine Familie”. Nicht an alle, aber an die VW-Aufsichtsratsmitglieder Wolfgang Porsche, Louise Kiesling und Hans Michel Piech. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der anwesend war, soll eins abbekommen haben. Die Geste wundert. Was soll das heißen? Die Belegschaft steht nun für den jahrelangen Betrug der Konzernführung gerade?...” Ein Kommentar von Diana Dittmer vom 03. Dezember 2015 bei N-tv externer Link. Darin interessant: “… Die Sorge der Beschäftigten vor dem Jobverlust und die Kluft zwischen Belegschaft und Management waren nie größer als heute. Die jahrzehntelange autokratische Herrschaft der Familien Porsche und Piëch über ihre Mitarbeiter – darunter rund 7000 Leiharbeiter, die wahrhaftig nie zur VW-Familie gehörten – hat sich schlimm gerächt. (…) Auch Sätze wie: “Die Familien Porsche und Piech stehen zur Beschäftigungssicherung bei Volkswagen durch ein stabiles und erfolgreiches Unternehmen”, sind der reinste Spott. Osterloh kündigte selbst auf der Betriebsversammlung bereits die Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb des Konzerns für Leiharbeiter an, deren Jobs jetzt in Gefahr sind. Der Wegfall üppiger Boni vor Weihnachten, verlängerte Werksferien und Produktionspausen, das alles schürt Existenzängste. (…) Von einem Betriebsratschef mit jahrelanger Erfahrung wie Osterloh hätte man mehr Sensibilität erwarten können. Diese T-Shirts sind das Sinnbild einer verlogenen Vergangenheit.”
  • Produktion in Hannover heruntergefahren: VWN schickt 300 Leiharbeiter nach Hause
    Volkswagen streicht die Zahl seiner Leiharbeiter am Standort Hannover zusammen. Nach HAZ-Informationen sollen die Verträge von rund 300 Beschäftigten Ende Januar auslaufen. Der Standort Hannover ist damit der erste im Konzern, der nach dem VW-Abgas-Skandal seine Personalzahlen herunterfährt…” Artikel von Lars Ruzic vom Dienstag, 01.12.2015 bei Hannoversche Allgemeine Zeitung online externer Link
  • Folge des Abgas-Skandals: Volkswagen verlängert Werksferien
    Volkswagen dehnt in seinen deutschen Pkw-Werken die Ferien zu Weihnachten auf dreieinhalb Wochen aus. Die Produktion werde vom 17. Dezember an ruhen und erst am 11. Januar wieder aufgenommen, teilte der Konzern am Donnerstag mit…” Meldung vom 27.11.2015 bei Hannoversche Allgemeine Zeitung online externer Link
  • Wir zahlen nicht für euren Abgasskandal!
    VOLKSWAGEN: Schadensersatzklagen, Absatzeinbußen und mögliche Entlassungen – der VW-Abgasskandal zieht immer weitere Kreise. Die Kapitalist*innen wollen jetzt die Arbeiter*innen die Zeche zahlen lassen. Beitrag von Timsel Sommer bei RIO vom 16. November 2015 externer Link. Aus dem Text: “… Die Konzernspitze strebt an, die Kosten des Skandals auf die Beschäftigten abzuladen, um die eigenen Gewinne hochzuhalten. In zahlreichen Ländern wie in Mexiko, Argentinien und Brasilien fanden schon Entlassungen an VW-Standorten statt. In Deutschland wurde neben einem Einstellungsstopp in einigen Werken die Produktion gedrosselt. Auch die Haushaltssperren in zahlreichen „Autostädten“ wie Wolfsburg, Braunschweig oder Ingolstadt (Audi) bedeuten Einschnitte für die Bevölkerung dieser Städte. Doch eine Beschäftigungsgruppe soll am meisten bluten: die Leiharbeiter*innen. Diese Arbeiter*innen, die zwar bei VW arbeiten, aber nicht von VW ihren Lohn bekommen, sollen nicht mehr übernommen werden. Außerdem prüft die Bundesregierung, ob auch für Leiharbeiter*innen Kurzarbeiter*innengeld gezahlt werden kann. Bisher ist das nicht möglich. Das Kurzarbeiter*innengeld ist ein Mittel der Kapitalist*innen, ihre Gewinne auf Kosten der Arbeiter*innen hochzuhalten. So wird die Arbeitszeit der verringerten Produktion angepasst und das Gehalt dementsprechend heruntergefahren. Die Differenz zwischen gewöhnlichem und dem geringeren Gehalt zahlt die Bundesagentur für Arbeit. Dieses Mittel wurde schon in der Weltwirtschaftskrise 2009 eingesetzt. Damit subventioniert der Staat direkt jene Unternehmen, die Lohnkürzungen gegen ihre Arbeiter*innen durchsetzen…
  • Folge des Abgasskandals: Freitag ruht die Arbeit im VW-Werk Kassel. Weitere Schließtage um Weihnachten geplant
    Baunatal. Die 17.000 Beschäftigten im VW-Werk Kassel in Baunatal müssen sich als Folge des Abgasskandals auf einzelne Schließtage einstellen. Der erste ist für Freitag geplant. Das bestätigte Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage der HNA. (…)„Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, betont der Vorsitzende. Die Arbeitnehmer könnten ihre durch Mehrarbeit gefüllten Freizeitkonten abbauen und bekämen gleichzeitig eine Phase des Durchschnaufens…” Artikel von Sven Kühling vom 28.10.15 in der HNA online, Ausgabe Kassel externer Link. Durchschnaufen wäre doch nicht nur im Baunataler Werk und nicht nur bei VW eine …
  • Leiharbeiter bei VW müssen zittern: Vorstand denkt über Reduzierung nach
    Im Abgas-Skandal bei Volkswagen sind nun erstmals Jobs in Gefahr. Der Vorstand diskutiere über eine Reduzierung der Leiharbeit, teilte der VW-Betriebsrat am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover mit. (…) Ein Sprecher der einflussreichen Arbeitnehmervertretung sagte der dpa: „Als Betriebsrat werden wir alle Möglichkeiten unterstützen, um die Arbeitsplätze unserer Kolleginnen und Kollegen mit Leiharbeitsverträgen zu sichern…” Artikel vom 17.10.15 im Merkur online externer Link. Und die Rettung des status quo des Sklavenhandels (und der Spaltung der Belegschaft) durch beitragsfinanzierte Kurzarbeit schreitet offenbar voran, ao weiter in dem Artikel: “… Bereits Anfang Oktober hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bei einem Besuch im Wolfsburger Stammwerk angekündigt, dass im Zuge des Abgas-Skandals eine Ausweitung der Kurzarbeiterregel auch auf Leiharbeiter geprüft werde. Die Union lehnte den Vorstoß ab. Die „Bild-Zeitung“ hatte am Samstag erneut über das Thema berichtet. Der Betriebsratssprecher sagte dazu: „Generell halten wir es für eine gute Initiative, wenn auch Kolleginnen und Kollegen mit Leiharbeitsverträgen zur Überbrückung schwieriger Situationen einbezogen werden. Wir sind der Bundesregierung dankbar, dass sie die Arbeitnehmer bei Volkswagen im Auge behält, die diese Krise nicht verursacht haben. Wir hoffen, der VW-Vorstand ist sich dessen auch bewusst.“…” Die Frage ist nun, ob der BR die ZeitarbeiterInnen zu den “Arbeitnehmern bei Volkswagenzählt, oder als Puffer für die Stammbelegschaft betrachtet, das es zu erhalten gilt…
  • Stellenkürzung geplant: Bei VW geht’s jetzt um die Leiharbeiter
    Die Diesel-Affäre bedroht die ersten Stellen bei Volkswagen. Der Vorstand denkt darüber nach, weniger Zeitarbeiter zu beschäftigen. Die Bundesregierung sucht schon Geld für die Betroffenen. (…) Bisher ist Leiharbeit vom Kurzarbeitergeld ausgeschlossen – entsprechend skeptisch ist die Bundesagentur für Arbeit. Auch die Union wies den Vorstoß zurück. Einem Zeitungsbericht zufolge hat sich jetzt aber das Bundeskanzleramt eingeschaltet. Das Amt prüfe, wie den 6000 Leiharbeitern des Konzerns Kurzarbeitergeld gezahlt werden könne, berichteten „Bild“ und „B.Z.“ unter Berufung auf Regierungskreise…” Artikel vom 17.10.2015 bei der FAZ online externer Link
  • Nach Abgas-Skandal: Bundesregierung plant Kurzarbeit für VW-Leiharbeiter
    Dem Wirtschaftsminister geht es in Wolfsburg vor allem um den Schutz der Arbeitnehmer. Auch von einer Grundsatzdiskussion über den Diesel hält der SPD-Politiker nichts. (…) Wegen der Abgas-Krise bei Volkswagen prüft die Bundesregierung die Ausweitung der Kurzarbeiterregel auch auf Leiharbeiter. „Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bereitet gerade Vorschläge vor“, sagte der Wirtschaftsminister am Donnerstag in Wolfsburg nach dem. Ziel der Politik und des Konzerns müsse die Beschäftigungssicherung sein. „Jetzt in erster Situation werden die Leiharbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen sein.“ (…) Gabriel betonte, am Ende dürfe es nicht dazu kommen, „dass die Beschäftigten, die Arbeitnehmer, den Preis zahlen sollen, dafür dass es massives und strafbares Verhalten der Manager gegeben hat“. Es gehe auch darum, die Ehre der Arbeitnehmer zu verteidigen. „Ich kann nur dazu raten, sehr schnell zu sein mit dem Aufklärungsprozess.“…” Agenturmeldung vom 08.10.2015 bei der FAZ online externer Link – so schnell zahlen sogar alle Steuerzahler, um den Sklavenhandel bei VW zu unterstützen!
  • Arbeiter zahlen die Zeche: Volkswagen will »sparen«
    Seit Bekanntwerden der Manipulationen bei Abgasdaten in VW-Dieselfahrzeugen jagt in Wolfsburg eine Krisensitzung die nächste. Gestern tagte der Aufsichtsrat am Sitz des einstigen Vorzeigekonzerns. Am Vortag hatte der neue Vorstandsvorsitzende Matthias Müller am gleichen Ort rund 20.000 Beschäftigte bei einer Betriebsversammlung auf drastische »Sparrunden« eingeschworen und damit klargemacht: Die Belegschaften sollen für die Verfehlungen der Spitzenmanager bezahlen. Und: Die Rationalisierung wird verschärft. Dabei ist der ohnehin bestehende Renditedruck selbst eine Ursache des Skandals…” Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 08.10.2015 externer Link

    • Darin: “… Bezahlen sollen dafür jetzt die Malocher in den Fabriken und die Angestellten in den Büros. Das bereits aufgelegte Kürzungsprogramm von zehn Milliarden Euro soll nochmals verschärft werden. Alle Investitionen werden auf den Prüfstand gestellt. »Was jetzt nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder verschoben«, kündigte Müller an. Das heißt: Der neue Boss bremst und tritt zugleich aufs Gas. Das Rationalisierungstempo wird an allen Stellen erhöht. Weitere »Fehler« à la »Dieselgate« sind vor diesem Hintergrund nur eine Frage der Zeit. (…) Und was macht die IG Metall? Sie verteilt T-Shirts mit der Aufschrift »Ein Team. Eine Familie«. Gemeinsam durch die Krise – so lautet auch dieses Mal die Parole. Obwohl vor allem die Beschäftigten die Zeche zahlen sollen, nicht die Manager und Eigentümer. Es sieht nicht so aus, als wollten die Gewerkschafts- und Betriebsratsspitzen das unbedingt verhindern.”
    • Siehe dazu: IG Metall-Aktion bei VW: Ein Team. Eine Familie.
      Ein Team – Eine Familie“ – mit diesem Slogan zeigen die IG Metall Wolfsburg, der IG Metall-Betriebsrat und die Belegschaft von Volkswagen, dass sie zusammen stehen. 10 000 T-Shirts, 10 000 Aufkleber und 5000 Buttons verteilte die IG Metall während der Betriebsversammlung von Volkswagen. (…) „Wir werden noch mehr T-Shirts in nächster Zeit bestellen, auch IG Metaller in anderen Unternehmen wollen ihre Solidarität zeigen“, sagte Lothar Ewald, Zweiter Bevollmächtigter.” Meldung vom 05.10.2015 bei der IG Metall bei Volkswagen externer Link
  • Mit VW ist ein deutsches Modell in der Krise
    Dass bei der Betriebsversammlung von Volkswagen zumindest eine kleine Minderheit von Arbeitern mit ihren Chefs “französisch reden”, war nicht zu erwarten…” Artikel von Peter Nowakin telepolis vom 07.10.2015 externer Link
  • Betriebsversammlung: Was den VW-Mitarbeitern jetzt droht
    Bei der Betriebsversammlung von VW macht sich die Belegschaft Mut. Der neue Chef Matthias Müller stimmt die Mitarbeiter auf eine Zeit voller Entbehrungen ein…” Artikel von Frank-Thomas Wenzel vom 06. Oktober 2015 in der FR online externer Link. Aus dem Text: “… Zur Betriebsversammlung kamen viele in T-Shirts mit der Aufschrift „Ein Team – Eine Familie“. (…) Auch das sogenannte Effizienzprogramm werde nachjustiert. „Das wird nicht ohne Schmerzen gehen“, fügte er [Vorstandschef  Matthias Müller] hinzu.  Details nannte er nicht. Beobachter werten dies als Ansage, dass die Belegschaft nun auch auf mögliche Stellenstreichungen vorbereitet werden soll. Betriebsratschef  Bernd Osterloh will davon indes nichts wissen. Es gebe den festen Willen, alles zu tun, um die Beschäftigung zu sichern.  Allerdings könne es bei den Boni für die Mitarbeiter Abstriche geben, sagte er während der Betriebsversammlung. Sonderzahlungen für gesamte Belegschaften sind seit einigen Jahren zum Standard geworden. Gleichwohl kursiert unter Gewerkschaftern die Befürchtung, dass es insbesondere in den Komponentenwerken massive Einschnitte beim Personal geben könnte. Vor allem für die Kernmarke VW stellt der Konzern hierzulande erheblich mehr Bauteile als die Konkurrenten selbst her – teils liegt das Lohnniveau in den Fabriken um ein Drittel über dem bei Zulieferbetrieben. Volkswagen hat hierzulande insgesamt 28 Produktionsstandorte...”
  • Wer zahlt die Zeche bei VW? 20.000 Mitarbeiter zu Betriebsversammlung in Wolfsburg erwartet / Acht Millionen Fahrzeuge in Europa betroffen / Kommunen verhängen Haushaltssperren
    “»Der Informationsbedarf der Mitarbeiter ist sehr groß.« VW-Betriebsratschef Osterloh spricht nicht nur den verunsicherten Mitarbeitern aus dem Herzen. Die VW-Krise betrifft auch viele Kommunen, einige haben Haushaltssperren verhängt. (…) Unter den Mitarbeitern hat der Skandal aber nicht nur das Vertrauen in das Management ins Wanken gebracht. Viele bangen nach zahlreichen erfolgreichen Jahren nun um ihre Jobs. Sie erwarten von ihrem neuen Konzernchef klare Aussagen zum Ausmaß der Krise, zu möglichen Lösungen und auch darüber, ob Arbeitsplätze in Gefahr sind. Vor allem Zeitarbeiter und Beschäftigte von Fremdfirmen um ihre Anstellungen. Allein am Standort Wolfsburg sind rund 5000 von ihnen angestellt. Mehrere Konzerntöchter haben bereits Einstellungsstopps verhängt…” Artikel vom 06.10.2015 bei ND online externer Link
  • Abgasskandal: VW-Betriebsrat stimmt Mitarbeiter auf Einschnitte ein
    Welche Folgen hat der VW-Skandal für die Belegschaft? Ein Verlust von Arbeitsplätzen droht laut Betriebsratschef Osterloh derzeit nicht. Doch Mitarbeiter müssten sich auf geringere Boni einstellen – auch die Vorstände. (…) Dem Betriebsratschef zufolge könnte der Skandal auch Einfluss auf den Bonus für die Mitarbeiter haben. Und: “Wir werden genau hinschauen, wie der Bonus für den Vorstand aussehen soll”, sagte Osterloh vor mehr als 20.000 Beschäftigten in einer Halle auf dem Werksgelände. Klar sei, dass die Beschäftigten nicht die Zeche für das Fehlverhalten einer Gruppe von Managern zahlen dürften. Osterloh forderte einer Mitteilung des Betriebsrats zufolge zudem, alle Projekte und Investitionen wegen des Abgasskandals auf den Prüfstand zu stellen. “Wir werden mit großer Konsequenz alles infrage stellen müssen, was nicht wirtschaftlich ist.”...” Artikel vom 6.10.2015 bei Spiegel online externer Link
  • Die VW-Arbeiter in der Krise: „Das Lebenswerk vieler Menschen ist bedroht“
    “Die Abgas-Affäre war für VW bislang eine Managementkrise. Doch der Skandal trifft auch die einfachen Mitarbeiter: Die Belegschaft ist wütend auf die Führung – ebenso die Zulieferer. Ein Stimmungsbericht aus Wolfsburg…” Artikel von Christian Wermke vom 02.10.2015 beim Handelsblatt online externer Link Darin: “… „Als erstes wird es uns treffen, die externen Firmen“, sagt ein Mann in den Mittvierzigern. Er schüttelt ungläubig den Kopf, umklammert die Bierflasche mit seinen aufgeschlissenen Fingern. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet er als Handwerker für eine Fremdfirma im Werk – so wie auch 5000 andere Männer und Frauen. „VW nimmt keine Rücksicht auf die kleinen Firmen“, sagt er. „Bei den nächsten Aufträgen werden die ordentlich am Preis drücken.“ Das Stammpersonal bekomme hingegen einen goldenen Handschlag. „Bei denen wird schon jetzt über Abfindungszahlungen diskutiert“, sagt der Mann. Bei einigen Zulieferern und Dienstleistern spürt man die Konsequenzen der Krise schon jetzt. Das Speditionsunternehmen Schnellecke etwa hat einen Einstellungsstopp verhängt…” Nach uns vorliegenden Informationen gibt es auch bei VW direkt längst einen Einstellungsstopp!