Newsletter am Donnerstag, 14. September 2017

Liebe KollegInnen,

heute wenden wir uns an unsere LeserInnen ausnahmsweise ausschließlich in eigener Sache.

Broschüre im pad-Verlag „Best of LabourNet Internationalrd (2016)“Anlass ist das Erscheinen unserer ersten eigenen Broschüre im pad-Verlag „Best of LabourNet Internationales (2016)“ (als Gemeinschaftsprojekt von LabourNet und pad im Rahmen unseres „Ökonomischen Alphabetisierungsprogrammes“) – siehe den Flyer zur Broschüre pdf

  • Die Broschüre (5,00 €, 71 Seiten) kann ab sofort bezogen werden beim pad-Verlag, Am Schlehdorn 6, 59192 Bergkamen, E-Mail: pad-verlag@gmx.net).
  • An unsere Fördermitglieder jedoch wird sie in diesen Tagen versandt (sofern wir die Postadresse haben, bitte ggf. nachliefern!) – übrigens auch einen Monat lang an neue Fördermitglieder!

Zur neuen Broschüre folgt hier unser Vorwort daraus, anschließend wollen wir aber auch die Gelegenheit nutzen, um unsere aktuelle personelle und finanzielle Situation zu erläutern – wie auch die absehbaren Perspektiven darzustellen und den Aufruf zu weiterer Förderung durch unsere LeserInnen zu begründen.

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1. Vorwort zu „Best of LabourNet International 2016“

Seit Jahrzehnten fühlen sich die DGB-Gewerkschaften wohl als vermeintliche Vorreiter der Gewerkschaftsbewegung. Sie sind es gewohnt, den Vorsitz in internationalen Gewerkschaftsorganisationen wie selbstverständlich einzunehmen und zusammen mit ihnen nahestehenden Stiftungen die vermeintlichen Errungenschaften des deutschen Mitbestimmungsmodells erzieherisch in die Welt zu tragen.

Doch seit Jahrzehnten bereits zeigen unzählige Beispiele aus aller Welt, dass es – wenn auch oft nur punktuell und kurzfristig – Organisations- und Kampfformen gibt, die erfolgreicher in der Lage waren und sind, sich z.B. gegen Privatisierungen, Lohndumping oder Sozialabbau zu wehren. Diese Bewegungen zu dokumentieren ist eine der wichtigsten Aufgaben des LabourNet Germany.

Seit nun 20 Jahren dokumentieren wir – u.a. – internationale betriebliche und emanzipatorische Kämpfe, mit dem Ziel, voreinander zu lernen, und nicht zuletzt, Argumente gegen die teilweise deutsche Ignoranz gegenüber angeblichen „nachholenden Entwicklungen“ zu liefern.

In dieser Broschüre stellen wir diejenigen Kämpfe und Bewegungen aus dem Jahr 2016 vor, von denen wir meinen, dass sie einerseits von längerfristigem Interesse sind und andererseits über ihre thematische und regionale Begrenzung hinaus wichtige Lehren beinhalten.

Die vorliegende Broschüre ist zudem ein erster Testballon, inwieweit unsere Dokumentationen auch in einer Print-Form von Interesse sind. Es ist der erste Versuch, was nicht bedeutet, dass wir nicht schon länger diese Idee gehabt hätten, doch die Prekarität auch unserer Arbeit hat dies bisher behindert… Aber dank dem pad-Verlag und der finanziellen Unterstützung durch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt erhalten wir nun die Gelegenheit, diesen Test zu starten, den wir im Erfolgsfalle vorhaben, zu verschiedenen Themen aus unserem breiten Themenspektrum, regelmässig zu wiederholen!

Diese erste Broschüre aus einer hoffentlich hiermit begonnenen Reihe (ein Heft zum Arbeitsthema „Sklavenhandel im LabourNet Germany“ ist bereits in Planung) ist uns zumindest ein willkommener Anlass, uns durch einen Gratisversand bei unseren Fördermitgliedern für die bisherige Unterstützung zu bedanken!

Wir wünschen angenehme Lektüre und hoffen auf Rückmeldungen!
Mag Wompel und Helmut Weiss (
redaktion@labournet.de) im August 2017

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2. Zum aktuellen Stand von LabourNet Germany

Als erstes müssen wir uns entschuldigen, dass wir jetzt erst über den Stand nach unserem Hilfeschrei im Sondernewsletter am Donnerstag, 8. Dezember 2016: „Über uns: Wer das LabourNet Germany braucht – die/den braucht das LabourNet Germany!“ berichten. Vieles war in verschiedenen Gremien zu klären und zu entscheiden…

Viele BesucherInnen unserer Homepage lesen „Gefördert durch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt” und glauben, dass wir keiner Unterstützung bedürfen. Nicht zuletzt dank der Größe und Professionalität der Seite (auf die wir natürlich stolz sind), gehen die meisten auch von einer Redaktion aus, deren Größe mindestens derjenigen der Homepages der DGB-Gewerkschaften entspricht.

Dem ist in beiden Fällen leider nicht so!

  • Die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt (ohne die das LabourNet Germany kaum denkbar ist) trägt lediglich den Großteil der Personalkosten der Redaktion, und das bedeutet übrigens schon seit 20 Jahren unseres Bestehens, dass die SpenderInnen und Fördermitglieder den Rest der Betriebskosten von Homepage und Verein finanzieren. Dies sind Gehälter und Sozialabgaben für Zuarbeiten im technischen Support wie der Verwaltung des Vereins, Provider- und Netz-/Telefonkosten, technische Ausstattung wie Büromaterial, Steuerberater und (leider immer wieder) Anwaltskosten sowie Reisekosten und Verpflegung…
  • Die Zuwendung der Stiftung ist begrenzt und das Ende der bewilligten Mittel zeichnet sich ab! Daher musste im letzten halben Jahr, nach langen Vorüberlegungen, die Entscheidung getroffen werden zwischen dem mittelfristig planbaren Bestand des Projektes LabourNet Germany einerseits und der Erweiterung samt gewünschter Verjüngung der Redaktion andererseits. Wir haben uns für die Streckung (und damit monatliche Reduktion) dieser Mittel entschieden, wodurch die wichtigste und größte Kostenstelle des LabourNet Germany für ungefähr weitere 10 Jahre gesichert ist, um zumindest an dieser Stelle mittelfristige Planungssicherheit zu haben. So kommt es, dass nun die Redaktion nur noch aus Mag Wompel und Helmut Weiss besteht.
  • Das heißt noch lange nicht, dass die gesamte Existenz für 10 Jahre gesichert ist! Und: Die Redaktion allein ist noch nicht das LabourNet Germany!

Warum sind wir – dennoch – mehr denn je auf Spenden und Fördermitglieder angewiesen?

Die o.g. Betriebskosten bemühen wir uns weiterhin zu reduzieren. Dies geht allerdings zu Lasten unserer Präsenz in der reellen Welt, z.B. bei wichtigen Kooperationstreffen, um Reisekosten zu sparen.

Es ist insofern momentan verkraftbar, als dass die Mini-Redaktion ohnehin mehr als ausgelastet ist, was manche aktuell z.B. daran merken, dass Mag ihre e-mail-Wiedervorlage kaum noch bewältigen kann und auf Antworten oft länger als gewohnt gewartet werden muss… Wir bitten an dieser Stelle um Verständnis und Geduld! Korrespondenz macht einen sehr großen, aber unsichtbaren Teil unserer Arbeit aus…

Die wichtigsten Pakete unserer täglichen Arbeit haben wir bereits im Sondernewsletter am Donnerstag, 8. Dezember 2016 genannt:

  • Sichtung von (weltweiter) Presse wie Gewerkschaftspages
  • Auswahl der besten Quellen für unsere Meldungen
  • Lektüre zugesandter Beiträge und Korrespondenz mit den Zusendern/Autoren
  • Recherche nach Originaldokumenten
  • Kontakte und Vorgespräche zu exklusiven Telefoninterviews mit AktivistInnen aus aller Welt
  • Übersetzungen
  • Zusammenstellung des Newsletters, technische Erstellung der Beiträge
  • Bildersuche und -bearbeitung
  • Dokumentation der Belegschaftszeitungen und Flugblätter
  • Buchbesprechungen
  • Aktualisierung und Pflege der Homepage
  • Freigabe der Termine
  • Beantwortung diversester Anfragen (Vernetzung, Beratung, unternehmerische Abmahnungen…)
  • Mitarbeit in Netzwerken und Zusammenschlüssen

um nur die regelmäßigen Arbeitspakete zu nennen, denn hinzu kommen gelegentliche Veranstaltungen, Kampagnen, wie aktuell für Klagen gegen die Leiharbeit zusammen mit Die Anstalt und Prof. Däubler und nicht zuletzt das twittern (@labournet_de) als zusätzliche aktuelle Publikationsform…

Im Frühjahr 2016 (und damals noch zu Dritt) hatten wir Euch bereits um Hilfe gebeten bei der Auswahl derjenigen Themengebiete, auf die wir – wegen Überlastung und zugleich zu langer Newsletter – künftig verzichten könnten. Nicht überraschend war jeder Leserin und jedem Leser ein anderes Thema wichtig, aber wir werden dennoch mehr denn je daran erinnern müssen, dass wir weder die Presselektüre ersetzen können – noch wollen! Im Zeitalter der Smartphones und Nachrichtenüberflutung können und müssen wir unsere auch ausgeübte – vielfach gelobte – Filterfunktion auf unsere Kernthemen begrenzen und wir „arbeiten“ weiterhin daran, uns möglichst auf unsere Kernkompetenzen zu beschränken. Oft tut es uns selbst in der Seele weh, noch öfter unseren LeserInnen, deren Interessen so vielfältig sind, wie auch unser Themenspektrum…

Nun stimmt unserer Hilfeschrei vom Dezember „dass unsere Existenz und vielfach geschätzte “Dienstleistung” keinesfalls selbstverständlich und gesichert ist“ dank der dargestellten Sparmaßnahmen in der ganz extremen und aktuellen Form nicht mehr.

Glücklicherweise wurde dieser unser Hilfeschrei vom Dezember mehrfach erhört und bescherte uns einige Sonderspenden, für die wir an dieser Stelle nochmals herzlichst danken!

Allerdings war der symbolische Nutzen der vielfachen Anerkennung in der Bilanz größer als der pekuniäre: Nach Ausfällen durch nichtzahlende bzw. uns durch Tod oder Altersarmut verlassende Fördermitglieder allein im Jahr 2016 betrug der Gewinn dieser Spendenkampagne ca. 350,00 Euro.

Warum immer noch: „Wer das LabourNet Germany braucht – die/den braucht das LabourNet Germany!“?

Wie ausgeführt, deckt die Zuwendung durch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt lediglich den Großteil der sog. „Personalkosten“. Für den Bestand und Betrieb der Homepage sind wir von Beginn an, also seit nun ziemlich exakt 20 Jahren, auf die Unterstützung durch Spenden und Fördermitglieder angewiesen. Allein hierfür brauchen wir jährlich so viele neue Fördermitglieder, wie uns – meist aus Altersgründen – verlassen.

Fördermitglieder werden daher bevorzugt, weil wir mit ihnen – gegenüber meist einmaligen Spenden, über die wir uns nicht minder freuen – etwas sicherer kalkulieren können. „Etwas“, weil auch die Erklärung der Fördermitgliedschaft zu nichts verpflichtet: Sie kann jederzeit aufgehoben werden.

Einigermaßen sicher kalkulieren möchten wir auch deshalb, weil das jetzige Leistungsspektrum auf Dauer von uns beiden, zumal älteren, auf Dauer nicht aufrechterhalten werden kann, selbst wenn es besser gelänge, unser Themenspektrum einzugrenzen.

Das LabourNet Germany will und muss die Redaktion erweitern und verjüngen! Dies können wir nicht sofort, schon allein weil es nicht so einfach ist, Team-Verstärkung zu finden, die nicht nur für die vielfältigen Aufgaben geeignet ist, sondern auch politisch zu unserer „ungehorsamen“, emanzipatorischen Ausrichtung passt.

Es geht ohnehin nicht sofort, weil wir für derart verantwortungsvolle Entscheidungen ausreichende finanzielle Planungssicherheit brauchen. Daher werden derzeit alle eingesparten und gespendeten Mittel als Rücklage für eine hoffentlich baldige Entlastung und Bereicherung der aktuellen Redaktion „gelagert“.

Daher erinnern wir daran: „Wer das LabourNet Germany braucht – die/den braucht das LabourNet Germany!“ – auch wenn wir des Öfteren geschmeichelt mitbekommen, dass unsere Arbeit als die eines viel größeren Teams von Außen wahrgenommen wird. Doch hat diese Effizienz auf Dauer einen gewerkschaftspolitisch unvertretbaren Preis… Die Unterstützung, die wir brauchen, muss allerdings nicht unbedingt Geld kosten, wir freuen uns auch, wenn zufriedene LeserInnen und Fördermitglieder selbst für Fördermitglieder und Spenden werben!

Nun danken wir für die bisherige Unterstützung und wünschen viel Spaß mit der Lektüre der Broschüre* – Eure LabourNet-Redaktion – Mag und Helmut – auch im Namen des Vereinsvorstandes

P.S. Die Broschüre kann zum Preis von 5,00 € bestellt werden bei pad-Verlag, Am Schlehdorn 6, 59192 Bergkamen, E-Mail: pad-verlag@gmx.net

P.P.S. Fördermitglieder erhalten sie gratis zugesandt, sofern wir ihre Adresse für Spendenquittungen haben, sonst bitte melden! Und die Frist für den Einstandsbezug durch neue Fördermitglieder läuft am 15. Oktober 2017 ab!

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Streiks in Frankreich gegen Macrons Arbeitsmarktreform

Video über die geplante Reform des Arbeitsrechtes durch die Regierung Macron im September 2017. Die Reformen sollen als Verordnungen durchgesetzt werden, ohne Debatte in der Nationalversammlung. Sie sehen u.a. vor, dass in Unternehmen mit weniger als 20 Angestellten der Chef mit jedem einzeln verhandeln und so den Tarifvertrag umgehen kann. “Ein beispielloser sozialer Rückschritt mit dem Beifall des Arbeitgeberverbandes”, urteilt ein Aktivist in dem Film.” Video bei labournet.tv externer Link (französisch mit dt. UT | 2 min | 2017)
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LabourNet Germany:  http://www.labournet.de/
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes,  qu`ils aient ou non un emploi
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