Angriffe auf Gewerkschaften

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Gewerkschaftsfeinde und Betriebsratsfresser störenDiese unsere Rubrik “Angriffe auf Gewerkschaften” ist reserviert für die – eher seltenen – Berichte, die länderübergreifend Bekämpfungsstrategien des Kapitals und/oder der Politik von gewerkschaftlichen Organisierungsbemühungen zum Thema haben. Die meisten dier leider unendlich vielen Fälle befinden sich in den einzelnen Ländern in unserem Bereich Internationales, dort meist in der jeweiligen Unterrubrik “Gewerkschaften”. In Deutschland leben Kapital und Politik eigentlich ganz gut mit den Gewerkschaften – dank ihrer meist sozialpartnerschaftlichen Politik. Ausnahmen bilden allerdings christliche Gewerkschaften bzw. Fachgewerkschaften und hier helfen die DGB-Gewerkschaften teilweise mit – siehe die Auseiandersetzung um die “Tarifeinheit als Selbstzweck?“. Nicht wirklich neu, aber neu im publizistischen und aktivistischen Fokus sind Angriffe auf bzw. Abwehr von Betriebsräten – nun “Union Busting” genannt…

16. November: Globaler Aktionstag gegen Gewerkschafts-Repression / Global Day of Action against trade union repressionIn vielen Ländern können Arbeiter*innen nicht auf das Recht zählen, sich für ihre Rechte zu organisieren. Gewerkschaftsführer wie  -mitglieder werden bedroht, ohne rechtliche Grundlage entlassen, oder sogar gefoltert und getötet. Der 16. November markiert den Internationalen Aktionstag gegen die Repression gegen Gewerkschaften: Ein Tag der Solidarität mit all jenen Arbeiter*innen, die für gewerkschaftliche Organisierung kämpfen, ohne die alle Arbeiter*innen-Rechte bedroht wären. Ein Tag auch der Erinnerung an all jene, die diesen Kampf mit ihrem Leben bezahlt haben. Siehe dazu den Aufruf bei Sigtur externer Link: “Stop trade union repression! Justice for the all victims of trade union repression! Fight for the right to organize!” Siehe für Hintergründe und Soli-Vorschläge: (weiterlesen »)

Fight Union Busters!“In immer mehr Ländern weltweit sind Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Gewalt ausgesetzt – und in mindestens elf Ländern wurden gewerkschaftlich Aktive im vergangenen Jahr ermordet. Das zeigt der aktuelle “Global Rights Index” des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB). (…) Die Situation für Beschäftigte sowie aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wird in vielen Regionen der Welt schlechter statt besser: Die Zahl der Länder, in denen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Gewalt ausgesetzt waren, ist innerhalb eines Jahres um mehr als 44% gestiegen. Auch die Zahl der Länder, in denen Demonstrationen und freie Meinungsäußerung von Beschäftigten unterbunden wurden, stieg um mehr als 24%. Mehr als zwei Drittel aller Staaten verweigern Streikrecht. Der IGB-Index zeigt außerdem: Drei wesentliche Arbeitnehmerrechte werden in der Mehrzahl aller Staaten weltweit gebrochen oder komplett ignoriert…” DGB-Mitteilung vom 10. Juni 2016 externer Link – mit Download-Möglichkeit des kompletten “Global Rights Index” des IGB auf Deutsch

Verhaftungen, Massenentlassungen, Unternehmerwillkür: Tagtäglich werden auf der Welt Lohnabhängige drangsaliert. Nur ein Onlinemedium berichtet ständig darüber. Und unternimmt auch was. Artikel von Pit Wuhrer, London, in der WOZ vom 04.04.2013 externer Link (weiterlesen »)

Quelle:  Eigener Bericht vom 06.12.2012 von und bei german-foreign-policy externer Link

„Bundesdeutsche Großkonzerne gehen massiv gegen die Gewerkschaftsarbeit in ihren ausländischen Niederlassungen vor. Sie kündigen aktiven Gewerkschaftern, bespitzeln die Belegschaften und arbeiten mit Einschüchterungen und Drohungen, um den Aufbau gewerkschaftlicher Organisationen zu sabotieren. Unter anderem bedienen sich DHL, Bayer, Daimler, T-Mobile, Bosch, ThyssenKrupp und Siemens solcher Praktiken. Manche der Unternehmen greifen dabei auch auf die Dienste von Firmen zurück, die auf die Abwehr von Beschäftigten-Vertretungen spezialisiert sind. Die Konzerne selbst streiten die Existenz entsprechender Strategien zur Schwächung von Arbeitnehmer-Rechten ab. So bezeichnet etwa die Telekom dokumentierte Fälle von “Union Busting” in ihren US-amerikanischen T-Mobile-Niederlassungen als “unglückliche Einzelbeispiele” oder “Ausrutscher”…“