Kurzarbeit

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IG Metall bei Volkswagen: „Ein Team – Eine Familie“Welche Folgen hat der VW-Skandal für die Belegschaft? Ein Verlust von Arbeitsplätzen droht laut Betriebsratschef Osterloh derzeit nicht. Doch Mitarbeiter müssten sich auf geringere Boni einstellen – auch die Vorstände…” Solche Spekulationen stellt derzeit nicht nur der Spiegel an (hier am 6.10.2015, s.u.). Für uns steht fest: Wie alle Katastrophen wird auch diese gegen die Lohnabhängigen benutzt – und ziemlich sicher nicht nur diejenigen bei VW… Siehe hier erste Aussichten darauf (zu Dieselgate selbst verweisen wir auf unsere Materialsammlung “Keineswegs nur VW” vom 25. September 2015 und weitere Beiträge in der Rubrik Branchen » Automobilindustrie » VW, wie das VW-Co-Management auch in dieser Krise funktioniert kann bei der “IG Metall bei Volkswagen” externer Link beobachtet werden!):

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Just-in-Time-Produktion: Stramme Ketten können brechen... Fotomontage: LabourNet Germany“… „Ein Lieferant von Volkswagen hat die vertraglich vereinbarte Belieferung mit Bauteilen ausgesetzt. Dies führt zu einem Engpass in der Produktion. In der vergangenen Woche wurde daraufhin gerichtlich eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Lieferanten zur Wiederaufnahme der Belieferung verpflichtet. Dieser Verpflichtung ist er bisher nicht nachgekommen. Da die weitere Entwicklung derzeit nicht absehbar ist, prüfen wir für Teilbereiche der Produktion am Standort Wolfsburg Flexibilisierungen der Arbeitszeit.“  Vom Betriebsrat kommt folgende Stellungnahme: Betriebsrat Guido Mehlhop: „Der Engpass beim Material ist mehr als ärgerlich. Vor allem, wenn man weiß, dass das Landgericht Braunschweig den Zulieferer bereits in der vergangenen Woche mit einer einstweiligen Verfügung dazu verpflichtet hat, die Teile vertragsgemäß zu liefern. Aus Sicht des Betriebsrates ist es völlig unverständlich, dass sich ein Unternehmen dem einfach widersetzt. Offenbar wird so versucht, auf dem Rücken der Belegschaft einen Wirtschaftskrimi zu inszenieren. Unsere Kolleginnen und Kollegen hoffen, dass es doch noch schnellstmöglich zu einer Lösung kommt. Das wäre übrigens auch im Interesse der Beschäftigten des Zulieferers. Die sind letztlich ebenso von dem fragwürdigen Geschäftsgebaren der Firma betroffen wie die Kolleginnen und Kollegen bei Volkswagen. Unsere klare Forderung: Am Ende dürfen die Belegschaften nicht im Regen stehen.“” Meldung vom 17.8.2016 bei der IG Metall bei Volkswagen externer Link. Es handelt sich um die sächsischen Zulieferer Car Trim (Plauen) und ES Automobil Guss (Schönheide). Siehe dazu weitere Beiträge zu den Hintergründen, aber auch den Tücken von Just-in-Time-Lieferungen, auf die wir schon vor vielen Jahren so grosse Hoffnungen setzten…

Das Verhältnis zwischen Volkswagen und Gewerkschaften ist traditionell gut – zuweilen zu gut. Die Vier-Tage-Woche schuf das Unternehmen gemeinsam mit der IG Metall, der Betrieb hat einen großzügigen Haustarifvertrag und das Miteinander war einst so gut, dass eine riesige Affäre rund um Lustreisen des Betriebsrats auf Firmenkosten die Schlagzeilen beherrschte. Mit dem spektakulären Rücktritt von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch am Samstagabend erreicht die Kooperation einen neuen Höhepunkt. Berthold Huber, bis November 2013 Chef der größten Industriegewerkschaft IG Metall, wird kommissarisch den Aufsichtsrat führen…” Artikel von Martin Dowideit vom 26.04.2 015 im Handelsblatt online externer Link. Siehe Zitat und Kommentar: (weiterlesen »)

Eine neue Studie bestätigt die Position des LabourNet seit vielen Jahren (abgesehen vom hier unterstellten positiven “Hartz-Mythos”), auch wenn sie es ganz ganz anders meint: (weiterlesen »)

DGB heute. Ordnungsfaktor, Gegenmacht, Auslaufmodell?Artikel von Mag Wompel aus “DGB heute. Ordnungsfaktor, Gegenmacht, Auslaufmodell?” (Siehe Infos zum Buch)

Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.” (Tschechow)

Was 2008 als Finanzkrise begann, hat sich schnell zu einer EU- und Weltwirtschaftskrise gemausert. Nicht nur Banken brachen zusammen, auch die Bänder der Automobilindustrie standen wochenlang still. Kapitalistischer Albtraum oder der Traum aller Antikapitalisten? Katastrophe oder ökologischer Durchbruch? Albtraum und Katastrophe, schallte es unisono und zwar auch aus den Gewerkschaftshäusern. Es ging die Angst um. Angst um das angeblich alternativlose Mittel zur Existenzsicherung: Angst um den Lohnarbeitsplatz. Eine allerdings vielfach verdrängte Angst, denn nicht nur Banken und Konzerne, auch jede/jeder Lohnabhängige hoffte und hofft immer noch, in diesem verschärften Verdrängungswettbewerb zu den Gewinnern der Krise zu zählen. Und einem großen Teil der Lohnabhängigen in Deutschland scheint das bislang auch zu gelingen! (weiterlesen »)

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„Eine tiefgreifende Krise ist nicht in Sicht. Doch angesichts steigender Kurzarbeiterzahlen fordert die IG Metall einen vorsorglichen Krisenschutz. “Die Bundesregierung muss endlich begreifen, dass Handlungsbedarf besteht”, sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall…

  • Drohende Konjunkturflaute: Regierung verlängert Kurzarbeitergeld
    Die Bundesregierung hat eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf zwölf Monate beschlossen – damit es schon in Kraft ist, falls Firmen es in der Konjunkturflaute in Anspruch nehmen wollen…“ Meldung in der FaZ online vom 05.12.2012 externer Link  Siehe dazu:

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Quelle:  Artikel von Thomas Fromm und Anna Matt in der Süddeutschen Zeitung vom 27.10.2012 externer Link

Die schwache Konjunktur erreicht einen der größten Lkw-Hersteller Europas: MAN schaltet nach SZ-Informationen für vier Wochen an den Standorten München und Salzgitter die Bänder ab – in Teilen der Verwaltung wird in dieser Zeit nur noch ein Notbetrieb aufrecht erhalten. Betroffen sind mehr als 15.000 Mitarbeiter.  (weiterlesen »)

Quelle: Zusammenfassung des Interviews in der Süddeutschen Zeitung online vom 14.09.2012 externer Link

In der Wirtschaft kann es nicht immer nur aufwärts gehen, meint IG-Metall-Chef Berthold Huber mit Blick auf die Krisen der Vergangenheit. Im Gespräch mit der “Süddeutschen Zeitung” warnt er davor, dass viele deutsche Unternehmen und die Bundesregierung auf eine mögliche Wirtschaftskrise nicht eingestellt seien…“   Aus dem Text:

„…Man brauche für den nächsten Abschwung ähnliche Instrumente wie 2008 als Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit oder die Abwrackprämie für Erleichterung sorgten. “Ähnliche Regelungen brauchen wir auch für das nächste Mal”. Das Kurzarbeitergeld dürfe nicht nur –  wie inzwischen vorgesehen  – für nur noch sechs, sondern für 24 Monate gezahlt werden. “Und wir brauchen Kurzarbeit für Leiharbeiter”. Bisher sei er mit diesen Forderungen bei der Bundesregierung aber “ins Leere gelaufen”. Huber warnte davor, dass die Arbeitszeitkonten, mit denen in der letzten Krise aufgelaufene Überstunden und Kurzarbeit gegeneinander verrechnet werden konnten, derzeit “im Schnitt nicht annähernd so voll sind wie 2008″. Es werde dieses Mal nicht reichen, einfach diese Konten abzuräumen. Das werde “nicht flächendeckend gehen”. Es gehe darum, der drohenden Arbeitslosigkeit pragmatische Lösungen entgegenzusetzen…“       Siehe dazu

das Interview in der Printausgabe: „Ich bin nicht der Böse aus Deutschland“. IG-Metall-Chef Berthold Huber über seine Gespräche mit Gewerkschaftern in Südeuropa, den Staat sowie Firmen, die sich nicht auf eine Krise vorbereiten. Und darüber, ob er 2013 wirklich aufhört. Interview von Karl-Heinz Büschemann und Detlef Esslinger in der Süddeutschen Zeitung vom 17.9.2012 (nur print).   Aus dem Text:

„… Der Sozialstaat hat seine Bewährungsprobe in der Krise mit Glanz und Gloria bestanden. Dank Instrumenten wie Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit oder der Abwrackprämie. Ähnliche Regelungen brauchen wir auch für das nächste Mal. (…) Das Problem des spanischen Arbeitsmarkts ist, dass er so verriegelt ist. Diejenigen, die seit Langem drin sind, waren bisher geschützt, die anderen kommen nicht hinein. Das ist noch aus der Franco-Zeit. Die Arbeitnehmer schienen dem Diktator einst die stärksten Gegner zu sein. Also wollte er sie gewinnen und schuf einen rigiden Kündigungsschutz. Natürlich sehen die Gewerkschaften darin heute auch eine Errungenschaft. Man kann denen doch nicht einfach sagen: Gebt das auf. Man muss doch zumindest Verständnis zeigen…“

Quelle: IGM im Betriebsrat informiert vom 23.08.2012 

„In der Produktion und in den Verwaltungsbereichen wird Kurzarbeit eingeführt. Damit will die Geschäftsleitung in der schwierigen wirtschaftlichen Situation kurzfristig Kosten sparen und auf das Marktumfeld reagieren. Eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich ist vom Tisch. Tarifbeschäftigte fallen monatlich nicht unter 94% ihres normalen Nettoeinkommens. Betriebsrat und IG Metall haben damit die Beschäftigung in Rüsselsheim sozialverträglich gesichert. (weiterlesen »)

Quelle:  dpa-Meldung in kfz-betrieb Online vom 24.08.2012 externer Link

„Auch Opel in Eisenach will im September seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Zunächst gehe es in der lokalen Vereinbarung um zehn Schichten im kommenden Monat, sagte am Freitag Betriebsratsvorsitzender Harald Lieske auf Anfrage. Für die Mitarbeiter werde der Verdienstausfall maximal sechs Prozent betragen. Betroffen seien die Früh- und die Spätschicht. Für die Nachtschicht sei die Arbeitszeit bereits seit Frühjahr auf vier Tage die Woche verkürzt. Über die Pläne zur Kurzarbeit bei Opel Eisenach hatte zuvor der MDR Thüringen berichtet…“

Quelle:  Meldung auf der Seite von Rainer Einenkel vom 21. August 2012 externer Link

Es ist geplant, dass in der 39. KW europaweit in allen Opel-Werken nicht produziert wird. Teilweise soll dafür Kurzarbeit genutzt werden. Der Bochumer Betriebsrat hat es abgelehnt, dass für die vom Unternehmen geforderte Betriebsruhe Kurzarbeit eingesetzt wird. Bochum hat als einziges Werk eine hohe Auslastung und braucht diese Betriebsruhe nicht. Welche Auswirkungen die Produktionsruhe in den anderen Werken auf Bochum hat, muss sorgfältig geprüft werden. Wir werden gemeinsam an Lösungen arbeiten, damit die vom Konzern verordnete Betriebsruhe keinen finanziellen Nachteil für die Bochumer Belegschaft bringt.

Opel läßt wegen Absatzflaute fast 10000 Beschäftigte kürzer arbeiten. Auch Ford, Thyssen-Krupp, Alstom und Bosch verringern Arbeitszeiten. Einzelfälle oder Rezessionsbeginn?…” Artikel von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 24.08.2012 externer Link  (weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Ralf Heidenreich in der Allgemeinen Zeitung vom 15.08.2012 externer Link

„Die Nachfrageflaute auf dem schwierigen europäischen Markt setzt Opel schwer zu. Bislang konnte der Autobauer die rückläufige Produktion noch durch die flexiblen Arbeitszeitkonten auffangen. Doch am Sitz in Rüsselsheim, wo der Insignia vom Band läuft, und im Motoren- und Komponentenwerk Kaiserslautern reicht der Arbeitszeitkorridor nun offenbar nicht mehr aus. Wie ein Firmensprecher Informationen dieser Zeitung bestätigte, haben Management und Arbeitnehmervertretung Verhandlungen über die Einführung von Kurzarbeit gestartet. (weiterlesen »)

Quelle:  Meldung auf der Seite von Rainer Einenkel vom 12. August 2012 externer Link

„Bochum ist sehr gut ausgelastet. Darum gibt es in Bochum derzeit keinen Antrag auf Kurzarbeit. In diesem Zusammenhang darf man natürlich nicht verschweigen, dass sich der Automarkt in Europa nicht erholt sondern sogar weiter einbricht. Auch das Bochumer Werk könnte wie die anderen Opel-Werke bald vor großen Auslastungsproblemen stehen. Ob es dann Kurzarbeit geben wird oder wir über andere Massnahmen die Belegschaft und die Schichten absichern, werden wir rechtzeitig mit der Belegschaft diskutieren.

Quelle:  Meldung auf der Seite von Rainer Einenkel vom 12. August 2012 externer Link

„Der Opel-Vorstand hat am 30. Juli 2012 dem Betriebsrat die außerordentliche Kündigung der GBR-Vereinbarung zur Arbeitszeitverkürzung mitgeteilt. Damit wäre auch die zusätzliche Zahlung von 12.5% zum Kurzarbeitergeld betroffen. Diese Zahlung würde entfallen oder müßte neu verhandelt werden. (weiterlesen »)