Arbeitskämpfe

Antiprivatisierungsdemo Karachi am 5.2.2016In den letzten Tagen überschlugen sich die Ereignisse im Streik der 14.000 Beschäftigten der Pakistan International Airlines gegen die Privatisierung des Unternehmens: Die 4 Aktivisten, die tagelang verschwunden waren, tauchten wieder auf (ohne, dass geklärt wurde, was und von wem aus da passiert ist), die entsprechend vorbereitete Demonstration wurde abgesagt – und dann auch gleich der ganze Streik. Weil die Verhandlungen mit der Regierung nunmehr beginnen könnten, so die offizielle Begründung des Gemeinsamen Aktionskomitees der Gewerkschaften. Am 10. Februar 2016 sprachen wir mit Mohammad Ahmed Faroq (Name geändert) am Telefon, einem langjährigen früheren Aktiven der Stahlarbeitergewerkschaft, der in Karachi daran beteiligt war, ein Solidaritätskomitee mit der streikenden PIA-Belegschaft zu organisieren. Siehe das Interview und Übersetzung von Helmut Weiss: (weiterlesen »)

Streikbeginn der 14.000 bei Pakistan International Airlines am 2.2.2016Nachdem zwei streikende Kollegen der 14.000 Beschäftigten der PIA (Pakistan International Airlines) von den Rangers, mit Sondererlaubnis der Regierung, erschossen wurden – und der Streik gegen die geplante Privatisierung des Unternehmens fortgesetzt – wird jetzt einerseits erneut deutlich, wie entschlossen versucht wird, diesen Massenstreik zu brechen: Die Meldung, dass gleich vier Gewerkschaftsfunktionäre des Gemeinsames Aktionskomitees aller PIA Gewerkschaften zuerst festgenommen wurden und seitdem „vermisst“ sind, ist davon Beweis genug. Andererseits ist die große gesellschaftliche Solidarität – die sich trotz aller weltweit üblichen Propaganda über Versagen von Staatsunternehmen und faule Belegschaften massiv entwickelt hat – Grund dafür, dass die Regierung sich nunmehr überhaupt erstmals an den Verhandlungstisch setzen musste (was sie bisher, nachdem die Belegschaft ein Moratorium von sechs Monaten abgelehnt hatte, rundweg verweigerte) und sich eine mögliche Lösung abzuzeichnen beginnt. “Pakistan International Airline employees mobilize against privatization – Four trade union leaders disappeared following arrest by Rangers“ ist eine Pressemitteilung der Asian Human Rights Commission vom 05. Februar 2016 externer Link über das Verschwinden der 4 Funktionäre. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge, inklusive eines Streikberichtes von vor Ort: (weiterlesen »)

Protest der PIA Beschäftigten gegen den Polizeimord an Streikenden in Karachis 3.2.2016Ein relativ genauer Bericht über die Polizeibrutalität gegen die streikende Belegschaft der Pakistan International Airline (PIA) ist der Artikel “Two Die in Airline Anti-Privatization Strike in Pakistan“ am 04. Februar 2016 in der Latin American Herald Tribune externer Link. Darin wird berichtet, dass der Ingenieur Inayat Raza an einem Schuss in die Brust starb und ein Angestellter namens Saleem an mehreren Schusswunden. Daneben gab es 13 Verletzte, wovon zwei Opfer im Jinnah Postgraduate Medical Complex in Lebensgefahr schweben. Die Polizei stritt ab, geschossen zu haben – man habe „nur“ Tränengas und Gummigeschosse abgefeuert. Im weiteren wird hervorgehoben, dass das übergewerkschaftliche Streik-Komitee Joint Action Committee of the Pakistan Airlines Cabin Crew Association nach dem Polizeiüberfall ein Statement abgab, das einerseits diesen Angriff verurteilte, andererseits betonte, der Streik gehe trotz aller Repression weiter. Siehe dazu auch weitere Beiträge zum Streik und seinen Hintergründen: (weiterlesen »)

2.2.2016 -der tödliche Polizeiangriff auf die Streikenden bei Pakistan airlines beginntDie Pakistan International Airlines (PIA) soll privatisiert werden. Dagegen wehren sich die 14.000 Beschäftigten mit Kundgebungen und Streikaktionen. Nachdem die Regierung diese Aktionen faktisch verboten hat, indem sie die Beschäftigten dazu zwingen wollte, Mindestversorgung zu garantieren (Essential Services Act) eskalierte die Auseinandersetzung bis hin zum Einsatz von Spezialtruppen (Rangers) gegen die Streikenden – die das Feuer eröffneten und zwei Streikende töteten, zahlreiche weitere wurden verletzt. „Striking Pakistani airline workers beaten and killed while fighting for their rights“ am 02. Februar 2016 bei der AAWL externer Link ist eine Dokumentation der Erklärung der Awami Party zum Tod der Streikenden. Darin wird nicht nur die Polizeibrutalität kritisiert, wie auch die Zwangsverpflichtung gegen das Streikrecht, sondern auch kurz die Geschichte der verschiedenen Versuche aller jeweils amtierenden Regierungen zusammengefasst, seit den 90er Jahren die PIA zu privatisieren, was sowohl stets von Korruption begleitet war – als auch am Widerstand der Belegschaft und weiter Teile der Bevölkerung scheiterte. Siehe dazu vier weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Pakistan-Beschäftigte werden bedroht, schikaniert und bestraft „In Pakistan stellen 53 festangestellte Beschäftigte, aber über 350 Vertragsarbeitskräfte, viele von ihnen in “Kern”produktionsbereichen, Cadbury-Markenprodukte für Mondelez her, das “globale Snack-Kraftwerk”, das vor einem Jahr aus dem ehemaligen Kraft Foods herausgelöst worden ist. Das Management bezeichnet diese Arbeitskräfte als “Außenseiter” und lehnt die Forderung der Gewerkschaft nach Verhandlungen über ihren Beschäftigungsstatus ab. Obschon viele dieser Arbeitskräfte schon seit langem ununterbrochen in der Fabrik beschäftigt sind, werden ihnen ihre obligatorischen Renten- und Sozialleistungen verwehrt. Die Leiharbeitskräfte müssen enorme Überstunden leisten, sonst wird ihnen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes gedroht. Während Mondelez von “Nachhaltigkeit” schwafelt, leben diese Arbeiter und Arbeiterinnen in ständiger Unsicherheit. Das Management hat erklärt, dass die Gelegenheitskräfte NIEMALS eine feste Anstellung erhalten werden und mit der Schließung der Fabrik gedroht. Gegen aktive Gewerkschaftsmitglieder sind Entlassungsverfahren eingeleitet worden, andere haben Warnschreiben erhalten. Am 13. September starteten die Mondelez-Gewerkschaft und der nationale Verband der Lebensmittelarbeiter/innen eine landesweite Protestkampagne zur Unterstützung ihrer Forderungen, die mit einer Kundgebung vor dem Sitz des Unternehmens in Karachi begann und mit abwechselnden Protestaktionen vor der Fabrik und in Städten des Landes fortgesetzt wurde.“ Siehe dazu die Act-Now Kampagne der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Catering-, Tabak- und anverwandter Arbeitnehmerverbände (IUL) externer Link

Im Bezirk Lasbella in Baluchistan streiken seit dem 5. April rund 400 Bergarbeiter der MMC Duddar Mineral Development Company Limited, die dort vor allem Kupferbergbau betreibt. Die Auseinandersetzung ist eine grundsätzliche und weltweit bekannt: Es geht umd as Recht auf gewerkschaftliche Organisierung. Die neugebildete Betriebsgewerkschaft wurde nicht anerkannt, den gewählten Vorstandsmitgliedern der weitere Zutritt zur Mine verwehrt und bei Protesten staatliche Repressionskräfte gerufen – die auch aktiv wurden. Das besondere an der Auseinandersetzung ist lediglich, dass es sich um ein Unternehmen aus China handelt – dessen Regierung und Partei stets betonen, man wolle andere wirtschaftliche Beziehungen aufbauen, als die üblichen europäischen und amerikanischen Unternehmen. Nichts davon zu sehen, wird aus der Stellungnahme “Statement on mine workers strike against Chinese Company and deteriorated situation in Duddar (Balochistan)externer Link der National Trade Union Federation Pakistan (NTUF) vom 13. April 2013 (hier bei europe solidaire dokumentiert) deutlich

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)

Gewerkschaftsaktivisten in Pakistan
siehe dazu: