Latein- und Zentralamerika

In Lateinamerika arbeiten über 50 Millionen Menschen im landwirtschaftlichen Sektor unter prekären Bedingungen. Auf diese alarmierende Situation weist die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) in ihrem aktuellen Bericht zu “Arbeiten auf dem Land im 21. Jahrhundert” hin. Darin bekräftigt das ILO-Regionalbüro für Lateinamerika und die Karibik mit Sitz in Perus Hauptstadt Lima: “In Lateinamerika und der Karibik leben 20 Prozent der Arbeiter auf dem Land. Sie gehören zu einem ländlichen Arbeitsmarkt, der sich durch prekäre Beschäftigungsbedingungen und geringen Lohn auszeichnet. Die Armutsrate ist doppelt so hoch wie in den städtischen Zonen.” (…) Laut José Manuel Salazar, Leiter des Regionalbüros, sind 52 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter auf dem Land verzeichnet, davon befinden sich 27 Millionen in einer gefährdeten Beschäftigungssituation…” Meldung von Noticias Aliadas/Poonal vom 14.11.2016 bei amerika21 externer Link (weiterlesen »)

ila 400 - Wirtschaft, Handel. MenschenrechteIn der Jubiläumsausgabe ila 400, die bei unserer jährlich zehnmaligen Erscheinungsweise gleichzeitig auch den 40. Geburtstag der ila bedeutet, greifen wir ein Thema auf, das für uns von Anfang an eine besondere Bedeutung hatte, nämlich die (Mit-) Verantwortung von Unternehmen, speziell deutschen Unternehmen, für die Verletzung von Menschenrechten. Die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte sei das höchste Ziel deutscher Politik, ist immer wieder von unseren PolitikerInnen zu hören. Schaut man sich jedoch die politische Praxis an, etwa die Handelsabkommen, die dieselben Regierungsmitglieder aushandeln und die Abgeordneten ratifizieren, fällt auf, dass diese zwar seit einigen Jahren Menschenrechtsklauseln enthalten, die aber sehr allgemein formuliert sind. Vor allem beziehen sie sich nicht auf die menschenrechtlichen Konsequenzen der Verträge. Unlängst brachte das der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einer Studie bemerkenswert klar zum Ausdruck. Darin heißt es: „Menschenrecht bricht nicht Handelsrecht.“ Das heißt, handelsrechtliche Vereinbarungen bilden den Kern der Abkommen und gelten auch dann, wenn in den Handel treibenden Ländern die Menschenrechte verletzt werden. Daran hat sich seit den Anfängen der ila wenig geändert…” Aus dem Editorial der ila 400 externer Link – wir gratulieren! (weiterlesen »)

LabourNet Germany-LogoUnter diesem Titel organisieren am Montag, den 23. Mai 2016 in Dortmund der Rosa Luxemburg Club Dortmund/Bochum und LabourNet Germany eine gemeinsame Veranstaltung mit einem Vortrag von und Diksussion mit Helmut Weiss (LabourNet Germany). Dass es einen Vormarsch der Rechten in Lateinamerika gibt, zeigen spätestens die jüngsten Entwicklungen und Wahlergebnisse in Argentinien, Brasilien und Venezuela. Was in Honduras begann und in Paraguay fortgesetzt wurde, die Beseitigung (links)sozialdemokratischer Regierungen, wird heute weiter geführt. Warum und wie das geschieht, und wie eine Gegenwehr aussehen kann ist Gegenstand der Debatte. Ort: Taranta Babu, Humboldtstraße 44 ab 19 Uhr.

Ila 393 vom März 2016Mindestens genauso stark wie die Repression traf die gewerkschaftlich organisierten KollegInnen das Wirtschaftsmodell der Militärdiktaturen, die fast überall auf eine Öffnung der internen Märkte setzten und damit große Teile der nationalen Industrie zerstörten (Brasilien war eine gewichtige Ausnahme, hier trieb die Militärregierung die Industrialisierung voran). Die Deindustrialisierung in Ländern wie Argentinien, Chile oder Uruguay bedeutete das Ende vieler einst mächtiger Gewerkschaften, denen schlichtweg die Basis wegbrach. Nach dem Ende der Militärregierungen wurden zwar die Gewerkschaftsverbote aufgehoben, viele von den Diktaturen erlassene repressive Gesetze, etwa zur Einschränkung des Streikrechts, blieben jedoch in Kraft. Zudem verfolgten fast alle Zivilregierungen der neunziger Jahre eine mehr oder weniger neoliberale Politik. Sie privatisierten öffentliche Unternehmen und verkleinerten massiv den öffentlichen Dienst, in Lateinamerika immer eine Bastion der Gewerkschaftsbewegung. Um internationale Investitionen anzulocken, wurden Arbeitsschutzbestimmungen gelockert, Kündigungen erleichtert und Beschäftigungsverhältnisse dereguliert. In neu geschaffenen „Freien Produktionszonen“ wurde gewerkschaftliche Betätigung massiv eingeschränkt, wenn nicht ganz verboten. Die neuen Wirtschaftszweige sollten im internationalen Wettbewerb nach neoliberaler Logik ihre „komparativen Kostenvorteile“ nutzen, und die bestanden in Lateinamerika neben Naturressourcen vor allem in einem niedrigen Lohnniveau“ – aus dem Editorial der ila 393 vom März 2016 externer Link, die Berichte über die Entwicklung der Gewerkschaften, meist an Fallbeispielen, über eine ganze Reihe lateinamerikanischer Länder gibt

DHL Beschäftigte in Delhi - Soliaktion mit lateinamerikanischen KollegInnen am 6.3.2016In allen drei Ländern, die Gegenstand dieses Berichts sind, wurden Verletzungen von Arbeitnehmer/innenrechten festgestellt: Kolumbien wurde bereits mehrfach von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) wegen der Missachtung von Rechten verurteilt, das restriktive Arbeitssystem Chiles wurde von einem bekanntermaßen repressiven Regime ins Leben gerufen und Panama steht sein kurzem auf der schwarzen Liste der IAO. In diesem Kontext müsste jedes transnationale Unternehmen, das ernsthaft an der Einhaltung internationaler Übereinkommen, einschließlich des UN-Grundsatzpakets für Wirtschaft und Menschenrechte, interessiert ist, die lokalen Gesetze über das erforderliche Maß hinaus erfüllen, wenn es Arbeitnehmer/innenrechte einhalten und die IAO-Übereinkommen über Vereinigungsfreiheit respektieren will. Diese Untersuchung hat ergeben, dass DHL in Panama, Kolumbien und Chile das Gegenteil tut. Anstatt Arbeitsrechte zu achten, hat das Unternehmen ohne jeden Zweifel eine Negativbilanz in Sachen Arbeitsbeziehungen vorzuweisen, und seine Beschäftigungsbedingungen und Bezahlung liegen, wenn überhaupt, nur unwesentlich über dem Durchschnitt. In allen drei Ländern bedienen sich Unternehmensleitung und Vorgesetzte unlauterer und potenziell rechtswidriger Methoden, um die gewerkschaftliche Organisierung der Beschäftigten zu verhindern bzw. Gewerkschaften, wo sie existieren, zu unterminieren und zu sabotieren. Diese Praktiken folgen einem Muster der massiven Unterdrückung von Gewerkschaften in der Phase, wo ihre Existenz sich erstmals manifestiert, auf die später subtilere gewerkschaftsfeindliche Taktiken folgen“ – aus der Einleitung zu dem „Bericht Breaking the Code – über die Beschäftigungspraktiken von DHL in Panama, Kolumbien und Chile“ externer Link , den die ITF am 04. März 2016 veröffentlichte und worin die Transportinternationale massive Verstöße gegen gewerkschaftliche Grundrechte ausführlich für jedes der drei Länder dokumentiert. Siehe dazu auch: Bericht und Video über Solidaritätsaktionen von DHL Beschäftigten in Indien: (weiterlesen »)

Rosa-Luxemburg-StiftungDieser politische Service, Ergebnis eines – von der Rosa Luxemburg-Stiftung finanzierten (wir danken!) – Projektes, soll dazu dienen, all jenen, die sich aus unterschiedlichsten Gründen näher für die Entwicklungen in einem bestimmten Land interessieren, eine erste kompakte Orientierung zu bieten, die über die Webadressen großer Gewerkschaftsverbände hinaus geht, wie sie auch anderswo zu finden sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit (die künftig, nach und nach, auch für andere Regionen dieser Welt geleistet werden wird) sind verfügbar für: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Suriname, Uruguay und Venezuela

LN-Dossier "Gewerkschaften in Lateinamerika"“”Kämpferisch“, „korrupt“, „kriminalisiert“ – mit solch widersprüchlichen Attributen wurden und werden Gewerkschaften in Lateinamerika beschrieben. Gewerkschaften sind kämpferisch, sie vertreten die Interessen lohnabhängiger Arbeiter*innen. Jedoch nehmen gewerkschaftliche Organisationsformen nicht immer eine progressive Rolle ein. Insbesondere in der Geschichte Lateinamerikas versuch(t)en links- und rechtspopulistische autoritäre Regierungen, Gewerkschaften für ihre eigenen Herrschaftsprojekte zu instrumentalisieren. Zur Zeit der Militärdiktaturen wurden sie aber auch verboten und Gewerkschafter*innen brutal verfolgt. Gewerkschaften werden oft auch bewusst als „korrupt”, „mafiös” oder gar „terroristisch” verunglimpft, um sie zu kriminalisieren. Wie sich Gewerkschaften in diesem Spannungsfeld bewegen, beleuchtet das beiliegende Dossier. Es geht den Fragen nach, wie viel gesellschaftlichen Wandel die Gewerkschaften beim Thema Arbeit erreicht haben und wofür sie aktuell kämpfen müssen. Anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Ländern sollen die Vielfalt und Konflikte gewerkschaftlicher Realität in Lateinamerika aufgezeigt werden. Dabei kommen viele mutige Gewerkschafter*innen zu Wort, die von ihren Kämpfen berichten.” LN-Dossier 12 vom September/Oktober 2015 , in der Ausgabe 495/496 der LN erschienen – wir danken der Redaktion! Die LN sind eine Monatszeitschrift, die 1973 (zuerst unter dem Namen Chile-Nachrichten) gegründet wurde. Die ehrenamtliche Redaktion sitzt in Berlin, darüber hinaus verfügt die Redaktion über ein dichtes Korrespondenten-Netz in ganz Lateinamerika. Wir empfehlen die Homepage der Zeitschrift externer Link

Eduardo Galeano unvergessenEduardo Germán María Hughes Galeano begann in den 60er-Jahren als Journalist und Herausgeber der Zeitschrift “Marcha” zu arbeiten. Nach dem Putsch in Uruguay 1973 wurde er verhaftet und musste das Land verlassen. Zunächst lebte er in Argentinien, wo er ein Kulturmagazin namens “Crisis” herausbrachte. Als sich die Militärs um General Rafael Videla 1976 an die Macht putschten und er auf der “schwarzen Liste” der Todesschwadronen stand, floh Galeano weiter nach Spanien. Nach dem Ende der Diktatur kehrte er 1985 nach Uruguay zurück und gründete gemeinsam mit Mario Benedetti, Hugo Alvaro und anderen Kollegen die Wochenzeitung “Brecha”, wo er zuletzt noch im Beraterkreis mitarbeitete” – aus dem Nachruf “Lateinamerika trauert um Eduardo Galeano” von Eva Haule und Harald Neuber am 14. April 2015 bei amerika21.de externer Link worin Galeano als Journalist, Poet, Schriftsteller und Fußballfan vorgestellt wird. Siehe auch weitere Nachrufe, darunter auch ein kleiner von LabourNet Germany: (weiterlesen »)

Wir danken der Rosa-Luxemburg-StiftungEs ist ein kleines Projekt des LabourNet Germany (gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der wir hiermit danken!) angesichts der nun schon länger andauernden und komplex geführten Auseinandersetzungen und Debatten um Neo-Extraktivismus, vor allem, aber längst nicht nur in Lateinamerika. Drei Beiträge von Helmut Weiss zur Thematik sollten diese Debatte vertiefen, in die breitere Debatte um Entwicklungspolitik einordnen und vor allem die Betroffenen selbst zu Wort kommen lassen. (weiterlesen »)

Kolumbien, Chile, Mexiko und Peru einigen sich auf ein Freihandelsabkommen. 92 Prozent der Produkte sollen ab dem kommenden Jahr zollfrei sein. Agenturmeldung in der TAZ vom 11.02.2014 externer Link

Die Kritischen Aktionäre haben anlässlich der Hauptversammlung auf dubiose Praktiken von Siemens in Lateinamerika hingewiesen. Artikel von Rudolf Stumberger im Neues Deutschland vom 29.01.2014 externer Link (weiterlesen »)

Die Zeitschrift Osal des lateinamerikanischen Rates der Sozialwissenschaften befasst sich in ihrer Ausgabe 34 externer Link schwerpunktmäßig mit den jüngsten Entwicklungen in Brasilien und Mexiko

Laut Weltbank-Studie wächst Mittelschicht auf 153 Millionen. Ungleichheit und Bildungssystem verhindern gesellschaftliche Gerechtigkeit. Artikel von Benjamin Beutler auf amerika21.de vom 27.10.2013 externer Link

Die vom Parteiausschluss bedrohten – sogenannten Radikalen – Abgeordneten der PT haben zusammen mit einigen prominenten Linken und Gewerkschaftern Lateinamerikas ein Manifest veröffentlicht, worin sie nicht nur abermals die Rentenreform kritisieren, sondern auch eine Volksabstimmung über den Beitritt zur panamerikanischen Freihandelszone ALCA, eine Beschleunigung der Landreform und manches andere mehr fordern, was die PT im Programm hat. Das Manifest (portugiesisch) externer Link, dessen Kern wir hiermit zusammengefasst haben, beim Magazin “Clajadep-LaHaine”

Wir danken der Rosa-Luxemburg-StiftungDie Überarbeitung dieser Seite wird durch die freundliche Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung ermöglicht.
Wir danken!

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)