Frankreich

Artikel von Bernard Schmid vom 6.3.2013

Mobilisierung gegen das zukünftige „Gesetz zum Arbeitsmarkt“ – auf der Grundlage des Abkommens der sog. „Sozialpartner“ vom 11. Januar 13 -, das HEUTE vorgestellt wird. Gestern demonstrierten rund 200.000 Menschen in Frankreich und circa 30.000 in Paris dagegen. LETZTE MINUTE: Unterdessen unterstützen FO und die Angestelltengewerkschaft CGC das Abkommen bei Renault, das im Kontext des künftigen Gesetzes steht…

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Artikel von Bernard Schmid vom 6.3.2013

Hinter dem freundlich-modernen Gesicht kommt die alte Fratze zum Vorschein. Auch wenn die 44jährige Marine Le Pen eine junge Frau ist und in gewisser Weise an der Feminisierung der politischen Landschaft Anteil hat – es hieße einem Mythos aufzusitzen, würde man glauben, sie würde mit „weicheren Werten“ oder auf humanere Weise Politik betreiben. Bisherige ideologische Grundlagen ihrer Partei bleiben ebenso unverändert wie die Polarisierungsstrategie, die dann eingeschlagen wird, wenn die extreme Rechte es für taktisch oder strategisch vorteilhaft erachtet. (weiterlesen »)

Artikel von Bernard Schmid vom 1.3.2013

Die Arbeitgeberpräsidentin Laurence Parisot tobte: Dies sei eine Einladung an Chaoten, ein „Aufruf zum Chaotentum“ (vgl. http://www.lepoint.fr/economie/amnistie-sociale-parisot-c-est-un-veritable-appel-au-cassage-28-02-2013-1634096_28.php externer Link). Und die radikal-wirtschaftsliberalen Spinner von der Kleinpartei Parti Libéral-démocrate, die z.T. aus der Anti-Streik-Bewegung von 2003 (gegen den Ausstand in den öffentlichen Diensten zur vorletzten „Rentenreform“) hervorging, wettern gegen einen „skandalösen Vorschlag“ zum „Kaputtschlagen des Rechtsstaats“. (Vgl. http://us5.campaign-archive1.com/?u=7f97d07cb00b07ec3c1b4d4be&id=b2cedd2f99&e=d084c5feb8 externer Link) Gar so schlecht konnte er also im Kern nicht sein, jener Gesetzesvorschlag, über den der französische Senat am vorgestrigen Mittwoch abzustimmen hatte. Denn wenn solche Figuren sich aufregen, dann muss ein positiver Ansatz vorhanden sein. (weiterlesen »)

Willi Hajek über Kathedralen, Baumhütten und Nester des Widerstands – diesseits und jenseits des Rheins, erschienen in express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 1-2/2013

»Paris und Berlin sind eine Schicksalsgemeinschaft«, tönt die Internetseite des Deutschen Bundestages im Rückblick auf die Feierstunde vom 22. Januar, mit der das deutsche und französische Parlament den 50. Jahrestag des »deutsch-französischen Freundschaftsvertrages« von 1963 begingen. »Aus unterschiedlichen Traditionen heraus«, so Angela Merkel zu diesem Anlass, arbeiteten die beiden Länder an einer EU, die geprägt sei von »Einigkeit, Brüderlichkeit und von der Würde des einzelnen Menschen«. Einigkeit, Brüderlichkeit, Würde? Ein Blick auf soziale Konflikte in beiden Ländern macht schnell deutlich, dass die Interpretation dieser Leitideen besser nicht den Regierungen überlassen werden sollte. Konkret fassbar werden sie eher in jenen Bewegungen gegen Betriebsschließungen oder gegen »unsinnige Projekte«, in denen die Frage: »In welcher Welt leben wir? Und welche Gesellschaft wollen wir?« aufkommen, wie der folgende Streifzug durch die deutsch-französischen Verhältnisse zeigt. (weiterlesen »)

„So arbeiten die internationalen Konzerne: Weil der US-Reifenhersteller von der französischen Regierung keine Subventionen für ein Werk in Amiens erhalten hat, beschimpft er nun öffentlich die Franzosen: Die Arbeiter in dem Land seien faul und überbezahlt…“ Artikel in Deutsche Wirtschafts Nachrichten  vom 21.02.13 externer Link (weiterlesen »)

Artikel von Bernard Schmid vom 22.2.2013

Muss man auf hohe Baukräne klettern, um heute noch für soziale Anliegen Gehör zu finden? Die libertär-kommunistische Gruppe Alternative Libertaire jedenfalls forderte am vergangenen Wochenende (16./17. Februar 13) in einer Erklärung ironisch dazu auf, überall die Baukräne zu entern. Der sarkastische Aktionsvorschlag spielte darauf an, dass gleichzeitig mehrere geschiedene Väter im westfranzösischen Nantes auf vierzig Meter hohe Kräne gestiegen waren, um ihre Forderung nach einem Sorgerecht für ihre Kinder, das zuvor gerichtlich den Müttern zugesprochen worden war, in die Öffentlichkeit zu bringen. Justizministerin Christine Taubira trat am Montag, den 18. Februar 13 in Verhandlungen mit Vertretern der Väterrechtsbewegung ein, deren allgemeine Forderungen umstritten und zum Teil mit reaktionärer Ideologie vermischt sind.

Das Aufsehen, das Serge Charnay – der erste der Kranbesteiger in Nantes – mit seinem dreitägigen Aufenthalt in luftiger Höhe erregen konnte, verdrängte in den Medien erfolgreich eine andere, spektakulär wirkende Protestform. Denn die Medien interessiert in diesen Zeiten eher die Aufsehen erregende Form, als die gesellschaftlichen Beweggründe von Protesten oder auch Verzweiflungstaten. (weiterlesen »)

Artikel von Bernard Schmid vom 22.2.2013

Alljährlich seit nunmehr dreißig Jahren – also seit 1983, dem Jahr der ersten rechtsextremen Wahlerfolge bei den Kommunalwahlen (im März 83 in Paris und im September 83 in Dreux) –  erhebt das Meinungsforschungsinstitut TNS Sofres Daten zur Sichtweise der Franzosen auf den Front National. Vor kurzem, am 06. Februar 13, wurden die Ergebnisse der Untersuchung für das Jahr 2013 bekannt. Diese beruhen auf einer repräsentativen Umfrage, die zwischen dem 24. und dem 28. Januar dieses Jahres durchgeführt wurde. (weiterlesen »)

In der bestreikten und von der Schließung bedrohten Fabrik Aulnay herrscht Hochspannung. Ein STANDARD-Lokalaugenschein. Reportage von Stefan Brändle aus Aulnay-sous-Bois in Der Standard vom 13. Februar 2013 externer Link

Video zum Streik bei PSA AulnayVideo tract réalisé en soutien à la grève des ouvriers et des ouvrières de PSA Aulnay, qui a été montré et approuvé par des grevistes. 

Video der Streikenden bei der SUD  Saint-Denis externer Link

Im westfranzösischen Nantes hat sich ein Arbeitsloser mit Benzin übergossen und verbrannt. Der 43-Jährige protestierte gegen die Entscheidung des Arbeitsamtes, ihm künftig kein Arbeitslosengeld mehr zu zahlen. Außerdem war er zu Rückzahlungen aufgefordert worden…” Meldung bei euronews vom 14.2.2013 externer Link

Weniger arbeiten ohne Lohnverlust, wie geht das? Gehen da nicht Arbeitsplätze verloren? Ein Blick nach Frankreich liefert Erklärungen. Artikel von Eva Völpel in der taz online vom 13.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

Unternehmen sollen profitable Standorte in Frankreich nicht mehr schließen dürfen. So jedenfalls will es die Regierung in Paris und plant ein entsprechendes Gesetz. Artikel von Richard Rother in der TAZ vom 13.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

Ganz Frankreich schaut gespannt auf den Streik im Peugeot-Werk in Aulnay. Die Produktion dort soll eingestellt werden. Artikel von Stefan Brändle in der Frankfurter Rundschau vom 13.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

Arbeitskampf bei Goodyear in Frankreich„Nachdem Titan International als möglicher Investor in Amiens abgesprungen ist, wird die Schließung des Goodyear-Werkes immer wahrscheinlicher. US-Reifenhersteller Goodyear will den Standort in Nordfrankreich mit knapp 1.200 Mitarbeitern schließen. Die Mitarbeiter reagieren mit Protesten und vermuten Betrug. Ein Gewerkschafter meint: “Die haben uns doch falsche Zahlen geliefert! Alles nach unten manipuliert, damit sie das Werk dichtmachen können, dabei haben sie 700 Millionen Euro Gewinn gemacht. Goodyear war doch nie in der Krise! Die einzige Variable, die von den Unternehmen immer zur Disposition gestellt wird, das sind die Mitarbeiter!”…“ Video bei Euronews vom 12.02.2013 externer Link

Der gemeinsame Protest von Arcelor-Mittal Beschäftigten aus Belgien, Luxemburg und Frankreich vor dem Europaparlament in Strasbourg war verschiedenen Meldungen zufolge von grösseren Teilen der Belegschaften nicht eben als die kämpferische Variante des Protests und Widerstands verstanden worden. Sondern eher als Dampf ablassen – dahingestellt. Und immer noch macht niemand eine Strichliste, wo mehr Arbeiterprotesten mit Polizeirepression begegnet wird – in der EU oder in China oder sonstwo… Jedenfalls in Strasbourg war einmal mehr die Polizei im Einsatz, wird in dem Bericht “Affrontements entre les ArcelorMittal et les forces de l’ordre à Strasbourgexterner Link am 06. Februar 2013 in Le Monde deutlich. (weiterlesen »)

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)

Neues »Tarifinstrument« Sprengung

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