Landwirtschaft und Gartenbau

„Ostern boomt der Blumenhandel. Doch während sich die Beschenkten über herrlich gebundene Sträuße freuen, haben die Beschäftigten in der Floristik nicht viel von dem Ansturm auf die Blumenläden. „Es ist beschämend wie wenig gut ausgebildete Fachkräfte verdienen“, sagte der Stellvertretende Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Harald Schaum. In West-Deutschland erhalten Floristen und Floristinnen zwischen acht und 13 Euro pro Stunde. Im Osten ist die Lage schlimmer. Dort ist der Begriff Hungerlohn wörtlich zu nehmen…“ Beitrag auf der Seite der IG BAU vom 15.04.2014 externer Link

Bei diesem Konzept, bei dem Konsumenten Bauernhöfe mitfinanzieren, lernen auch Städter etwas über saisonales Essen, Kuhaktien, Feldarbeit und alte Lagertechniken
Eine fehlgeleitete EU-Agrarpolitik mit ihrer einseitigen Subventionierung treibt kleinbäuerliche Vollerwerbsbetriebe in den wirtschaftlichen Ruin. Dagegen setzen sich immer mehr Menschen mit einem neuen Modell zur Wehr: Gemeinschaftlich finanzieren sie die Produktion eines Landwirtschaftsbetriebes und teilen sich alle Erzeugnisse, die er im Laufe eines Jahres produziert
…” Artikel von Susanne Aigner in telepolis vom 05.04.2014 externer Link (weiterlesen »)

Video: Das Gütesiegel

Video: Das GütesiegelDie Dokumentation geht der sozialen Unternehmensverantwortung am Beispiel der Arbeitsbedingungen in der südspanischen Gemüseproduktion nach und zeigt, wie es um Anspruch und Wirklichkeit bestellt sein kann. „Das Gütesiegel“ begleitet die andalusische Landarbeitergewerkschaft SOC, die sich seit Jahren für die migrantischen Arbeiter_innen im „Plastikmeer“ einsetzt, und lässt dabei Arbeiter_innen, Produzenten, Zertifizierer, Regierungsmitarbeiter, Wissenschaftler und Juristen zu Wort kommen.” Video bei labournet.tv externer Link (trailer! |  deutsch | 3 min | 2014), gefördert von: Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

„Wer in den letzten Jahren im Gartenbau beschäftigt war weiß, dass die glücklichen Tage unseres Berufszweiges – sollte es sie je gegeben haben – lange vorbei sind. Oftmals lange unbezahlte An- und Abfahrtszeiten zur Baustelle, mangelhafter oder gleich ganz fehlender Arbeitsschutz (Sicherheitsschuhe, Gehörschutz, Schnittschutzkleidung, Handschuhe), die Hälfte des Jahres in Kälte, Regen und Schlamm schuften, gesteigerte Arbeitshetze und das alles immer öfter zu Niedriglöhnen. Im Winter wird ein Teil der Belegschaft mangels Arbeit ganz entlassen und ist nach erlittener Arbeitsamtsschikane froh, ab April wieder ran zu dürfen. An Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ist nicht zu denken und Bildungsurlaub wird aus Angst vorm Chef schon gar nicht beantragt. So sieht`s für die meisten von uns aus – Besserung nicht in Sicht. Im Gegenteil! (…)  Deshalb: Offener Gärtner_innentreff am Donnerstag, den 16. Januar 2014 um 19 Uhr in den Räumen des AKU (Arbeitskreis Umwelt) Wiesbaden; Rüdesheimer Straße 19 im Rheingauviertel. Und ab dann jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat (13.02./27.02./13.03./27.03.)…“ Die vollständige Meldung bei der FAU Frankfurt  externer Link

„Es geht um Millionen. Millionen von Euro und Millionen von Küken. Seit über einem Jahr müssen sich zwei Brüder aus Uslar vor der Wirtschaftskammer des Göttinger Landgerichts wegen Betruges und Untreue verantworten. Die 56 und 51 Jahre alten Angeklagten sollen über Jahre hinweg insgesamt etwa 300 »Chick Sexer« (Kükensortierer) aus China und Korea beschäftigt und dabei den Sozialkassen Abgaben von rund fünf Millionen Euro vorenthalten haben…“ Artikel von Reimar Paul im Neues Deutschland vom 07.08.2013  externer Link

„Am 31. August umzingeln wir mit tausenden Menschen Europas größten Schlachthof in Wietze bei Celle/Niedersachsen. Gemeinsam demonstrieren wir gegen Massentierhaltung und Gentechnik, für eine ökologischere, bäuerliche Landwirtschaft. Protestieren Sie mit!…“ Alle Infos auf der Kampagnenseite bei campact externer Link

„Eigentlich ist Johann Wann ein Winzer, der sein Geld auch mit Erdbeeren und Spargelanbau verdient. Doch seit wenigen Jahren ist auf seinem Weingut in Kostheim ein weiterer florierender Geschäftszweig entstanden. Nun berät er auch noch seine Kollegen, empfiehlt Winzern und Landwirten die Kooperation mit der Agricultura SRL im rumänischen Barlad. Denn die hat rumänische Saisonarbeiter unter Vertrag, bringt sie bei Bedarf nach Deutschland. Und auf Werbezetteln, die Wann bei den Rheinhessischen Agrartagen in Nieder-Olm etwa verteilt hat, wirbt er mit dem Argument: Die Saisonarbeiter würden „innerhalb kürzester Zeit“ wieder ausgetauscht, wenn sie krank oder zum Erdbeerpflücken untauglich seien. Wann hat Erfolg mit seinem Geschäftsmodell. Er sagt, zu seinem Kundenstamm gehörten mittlerweile 120 Betriebe in Österreich, Luxemburg und Deutschland…“ Artikel von on Christoph Cuntz in der Allgemeinen Zeitung vom 29.06.2013 externer Link

labournet.tv

Aktuell gibt es viele Skandale in der Bio-Branche. In Mittelpunkt stehen große Biobetriebe und die Frage, ob Bioprodukte tatsächlich gesünder oder besser für die Umwelt sind. Nie erwähnt werden dagegen die Arbeitsbedingungen in der Bio-Branche. Gibt es allgemein die  Erwartung, dass sie besser sind als in der traditionellen Landwirtschaft? Ist das überhaupt möglich? Dieser Film ist eine kurze Dokumentation über den Fall der Auszubildenden Conchita L.: Sie arbeitet in einem Gartenbaubetrieb in Brandenburg für 1,30 Euro netto in der Stunde. Als ihr Chef, ein  Bezirkspolitiker der Grünen, ihr anbietet, sie in Naturalien zu bezahlen, geht sie zur Rechtsberatung der Gewerkschaft FAU, die sie in der Folge bei einem Arbeitskampf unterstützt. Das Video bei labournet.tv (deutsch | 13 min | 2013) externer Link

Dioxin, EHEC, Pferdefleisch in Lasagne und Köttbullar, falsch deklarierte Bio-Eier: In den vergangenen Jahren jagte ein Lebensmittelskandal den anderen. Kein Wunder also, dass immer mehr Bürger die Schaffung eines Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fordern. Das Foto zeigt, wie eine Ministerin aussehen könnte, deren Aufgabe es wäre, derartige Skandale durch geeignete Maßnahmen zu verhindern…“  Der Postillon vom 26.02.2013 externer Link

Ein frischer Blumenstrauß gehört für viele zum Valentinstag dazu. Was viele nicht wissen ist, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter der Blumenindustrie vor dem „Tag der Liebe“ besonders ausbeuterischen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Darauf weist die Menschenrechtsorganisation FIAN heute hin. Regierungen müssen die Einhaltung international anerkannter Arbeitsnormen besser kontrollieren, fordert FIAN daher. Der Valentinstag bedeutet für Blumenarbeiterinnen in Ostafrika und Lateinamerika Akkordarbeit: 16 Stunden und mehr müssen sie vielerorts arbeiten, um die Bestellungen aus Europa und Nordamerika zu bedienen. Die vorgesehenen Wartezeiten nach dem Sprühen von zum Teil hochgefährlichen Pestiziden werden in den Wochen vor dem 14. Februar oft nicht eingehalten…” Fian-Pressemitteilung vom 14. Februar 2013 externer Link. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Kampagnen-Film “agraprofit”

Das fiktive Unternehmen „Agraprofit“, neu auf dem Markt, präsentiert ein innovatives Verkaufskonzept: Billige Produkte und gleichzeitig volle Transparenz der Produktionskette. Es konfrontiert die Kundschaft mit den Produktions- und Handelsbedingungen der angebotenen Billiglebensmittel. Schilder zeigen, was hinter den Produkten steckt: Zum Beispiel “Kinderarbeit? – Dann sind sie wenigstens weg von der Straße!”. Wie aufgewühlt, beunruhigt oder auch unbeeindruckt reagieren die Menschen, wenn sie hören, welche Zustände andernorts mit ihrem Einkauf verbunden sind? Der Film dokumentiert die verschiedenen Reaktionen und stellt die Frage, wie man selbst reagiert hätte. Was die Käufer nicht wissen: Alle  Erzeugnisse an diesem Marktstand kamen aus Öko-Landbau und Fairem Handel! Denn die Aktion fand im Rahmen der Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr!“ von Naturland und dem Weltladen-Dachverband statt. Konzipiert und produziert wurden die Aktion und der Film von YOOL. Der fünfminütige Film, eine satirische Kurzdokumentation, wurde auf einem Wochenmarkt einer deutschen Großstadt gedreht. Siehe den Film bei youtube externer Link und Informationen über den Kampagnen-Film bei Ökoplusfair externer Link

„Die Löhne und Gehälter der 120 000 Beschäftigten der Landwirtschaft sollen deutlich steigen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) empfehlen ein Plus von 3,7 Prozent ab dem 1. März 2013 und weiteren 2,8 Prozent ab dem 1. Juli 2014. Das legten die Verhandlungspartner in der ab heute gültigen Bundesempfehlung Landwirtschaft fest. Auch sollen die Arbeitnehmer für November 2012 bis Februar 2013 im April 2013 eine Einmalzahlung von 230 Euro erhalten. Um die landwirtschaftlichen Berufe weiterhin für den Nachwuchs attraktiv zu gestalten, empfehlen die Verhandlungspartner zudem eine überproportionale Anhebung der Löhne für Auszubildende. Die Bundesempfehlung hat eine Laufzeit von November 2012 bis zum 30. Juni 2015. Ursprünglich hatte die IG BAU 5,9 Prozent mehr gefordert…Pressemitteilung der IG BAU vom 31.01.2013 externer Link

Quelle:Pressemitteilung der IG BAU vom 31.08.2011 externer Link

„Im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) gilt ab dem morgigen Donnerstag (für die Red. 1. September 2011) ein neuer Tarifvertrag. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat für die rund 90 000 Beschäftigten ein sattes Lohnplus ausgehandelt. Für die knapp 7000 Auszubildenden gibt es sogar eine überproportionale Steigerung. Gleichzeitig konnte ein weiterer Schritt zur Angleichung der Ost- an die Westlöhne erzielt werden. „Auf dem Weg zur Anpassung der Löhne in Ost und West kommen wir mit dem Abschluss ein gutes Stück weiter“, stellte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers fest. Der Tarifvertrag sieht Lohnsteigerungen in zwei Stufen vor. Zum 1. Oktober 2011 werden die Löhne in Ost und West um 3,2 Prozent angehoben. Ab dem 1. November 2012 folgt im Westen ein Plus von 2,4 Prozent und im Osten von 2,9 Prozent. Ein Landschaftsgärtner mit erster Berufserfahrung (Ecklohn) verdient im Westen ab diesem Oktober 13,33 Euro pro Stunde. Das ist ein Plus von 41 Cent. Ab November 2012 kommen noch einmal 32 Cent hinzu. Im Osten beträgt das Plus für den Ecklohn in der ersten Stufe 39 Cent auf dann 12,60 Euro. In der zweiten Stufe erhöht sich der Stundenlohn um weitere 37 Cent auf 12,97 Euro.“