Landwirtschaft und Gartenbau

Stop Glyphosate! (Pesticide Action Network)Widerstand seitens Mitgliedstaaten und mobilisierter Bürger hat dazu geführt, dass die erneute Zulassung des toxischen Herbizids Glyphosat, der Wirkstoff in Monsantos Roundup und das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, in der Europäischen Union verschoben worden ist. Am 8. März verschob der Ständige Ausschuss der EU für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel eine Entscheidung, als nach Frankreich, den Niederlanden und Schweden auch Italien Widerstand gegen eine Erneuerung der Zulassung anmeldete. Im Mai wird es aber in dem Ausschuss zu einer Abstimmung kommen, und es bedarf zusätzlichen Drucks, um sicherzustellen, dass die Europäische Union nicht einen Deal mit den grossen Agrochemiekonzernen macht, der zur Folge hätte, dass Europa weitere fünfzehn Jahre in der tödlichen Spirale zunehmender Pestizideinsätze gefangen bliebe. Die IUL und das Pestizidaktionsnetzwerk (PAN) International rufen zu Botschaften an die Europäische Kommission und ihre zuständigen Organe auf mit der dringenden Aufforderung, Glyphosat in der EU zu verbieten und sich nachdrücklich für ein sichereres, gesünderes Ernährungssystem einzusetzen, das landwirtschaftliche Arbeitskräfte nicht einer Exposition an vorderster Front aussetzt und das nicht grosse Mengen von giftigen Chemikalien in die Umwelt entlässt.  Act Now der IUL externer Link (Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Catering-, Tabak- und anverwandter Arbeitnehmerverbände). Und dazu:

  • Die Glyphosat-Zulassung könnte zu einer Nagelprobe für die Europäische Union werden
    “Wenn sich Mitte nächster Woche der zuständige Fachausschuss der Europäischen Kommission trifft, um über die Wiederzulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für weitere neun Jahre zu entscheiden, könnte dies ein politisches Erdbeben auslösen. Bereits jetzt kündigt sich – auch dank der SPD – an, dass es im zuständigen Fachausschuss der EU-Kommission keine qualifizierte Mehrheit für die Wiederzulassung geben wird. Die Kommission selbst ist jedoch nicht an das Votum des eigenen Fachausschusses gebunden. So droht aus dem Wiederzulassungsverfahren des laut WHO möglicherweise krebserregenden Glyphosats eine Posse deutscher Lobbyhörigkeit und ein Fanal antidemokratischer Prozesse auf EU-Ebene zu werden…” Beitrag Jens Berger vom 13. Mai 2016 bei den NachDenkSeiten externer Link

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Dossier

Ausgepresst: Hinter den Kulissen der OrangensaftproduktionAusgepresst! – Studie und Aktionen zu den Missständen in der Orangensaft-Produktion: “Unter dem Motto MAKE SUPERMARKET FAIR hat sich die Christliche Initiative Romero (CIR) zusammen mit Partnern aus 29 Ländern zur Aufgabe gemacht, europäische Supermärkte zur Verantwortung zu ziehen für Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung – und zwar entlang ihrer gesamten Lieferkette…” Beitrag zur Kampagne bei Portal Globales Lernen externer Link (ohne Datumsangabe) mit Online-Petition für die Unterstützung der Kampagne. Siehe dazu die Studie und weitere Informationen und Petitionen:

  • Druck auf das Saftkartell: Ver.di, brasilianische Gewerkschafter und NGOs kämpfen international für anständige Arbeitsbedingungen in Orangenanbau und -verarbeitung New (weiterlesen »)

“Ein Bauernverband stimmt die Deutschen auf 20 Prozent höhere Erdbeerpreise ein. Als Grund nennt er den gestiegenen Mindestlohn. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Verbraucherschützer sind empört…” Artikel von Florian Schmidt vom 6. April 2016 bei der Welt online externer Link. Darin heißt es zum angeblich durch den Mindestlohn verursachten Preisanstieg für Erdbeeren: “… Es bedarf nur wenig Recherche, um zu erkennen, dass dies nicht zutrifft. Prozentual nämlich ist der Mindestlohn in Westdeutschland lediglich um 8,1 Prozent gestiegen (2014: 7,40 Euro), im Osten der Republik um 9,7 Prozent (2014: 7,20 Euro) – weniger als die Hälfte der von Schumacher angesprochenen 20 Prozent. Zudem fließen in den Verkaufspreis natürlich auch noch andere Kosten als der Lohn ein – selbst ein um 20 Prozent gestiegener Mindestlohn würde daher keinen 20 Prozent höheren Verkaufspreis rechtfertigen…”

„Zum Ende der Spargelsaison sprachen Vertreter der IG BAU die Saisonkräfte direkt auf dem Feld beziehungsweise an den Verkaufsständen. Angetroffen wurden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Polen, Kroatien, Ungarn und Rumänien, welche sich vor allem als Erntehelfer verdingen. Mit großem Interesse lasen sie die in der jeweiligen Landessprache überreichten Flyer „Neue Regeln in der Landwirtschaft“, welcher das Mindestentgelt aufzeigt und einige arbeitsrechtliche Informationen beinhaltet. Es wurde festgestellt, dass für den größten Teil der angetroffenen Saisonkräfte das Mindestentgelt von zurzeit 7,40 Euro pro Stunde gezahlt wird. Für manche ist das Mindestentgelt ein höherer Lohn im Vergleich zum Vorjahr, manche bekamen sogar einen Stundenlohn über dem Mindestentgelt. Leider gab es aber auch Aussagen von landwirtschaftlichen Saisonkräften, welche nicht das Mindestentgelt erhalten. Zum Beispiel wurde mitgeteilt, dass Verkäuferinnen an den landwirtschaftlichen Verkaufsständen Fahrzeiten nicht bezahlt bekommen, und von ihren Stunden Zeit für nicht genommene Pausen abgezogen werden. Auch erhalten manche Erntehelfer, wenn sie Akkord arbeiten, Verdienste, die unter dem Mindestentgelt liegen…“ Beitrag von Ralf Helwerth bei der IG BAU vom 23.06.2015 externer Link

„Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IGBAU) warnt davor, den Arbeitsschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau auszuhöhlen. Forderungen der Arbeitgeber nach längeren Arbeitszeiten in der Branche gehen zu Lasten der Gesundheit, insbesondere steigern sie das ohnehin besonders hohe Unfallrisiko der Arbeitnehmer in der Branche aufgrund von Erschöpfung.-tödliche Unfälle Forstwirtschaft…“ Mitteilung der IG BAU vom 15.06.2015 externer Link (weiterlesen »)

„Die Milch im Supermarkt wird immer billiger. Für die Milchbauern heißt das: wachse oder weiche! Im letzten Jahrzehnt hat ein Drittel der deutschen Milchbauern aufgeben müssen – gleichzeitig hat die Zahl der Megabetriebe zugenommen. In XXL-Ställen stehen Hunderte von Kühen dicht nebeneinander. Damit sie Höchstleistungen erbringen, kommen die Tiere auch im Sommer nicht mehr auf die Weide. Auch die Molkereien werden immer größer: Multinationale Konzerne wie Arla oder Friesland-Campina haben die kleinen regionalen Molkereien übernommen und exportieren Milch bis nach China…“ Artikel und Video-Stream von der Redaktion „Mut gegen Macht“ des WDR am 07.01.2015 externer Link . Außerdem

  • Ausstrahlung des Filmes am 15. Januar 2015 (22.30 – 23.15 Uhr) im WDR

Hunger ernten. Plantagenarbeiter und das Recht auf NahrungEs gibt kaum Studien zur Situation von Plantagenarbeiterinnen und – Arbeitern. Schätzungen gehen aber davon aus, dass rund 200 Millionen Landarbeiterinnen  und -Arbeiter unter chronischer Unterernährung leiden. Obwohl sie Teil der globalen Nahrungsmittelketten und vielfach als Arbeitnehmer registriert sind, gehören auch Plantagenarbeiter zu dieser Gruppe der von Hunger betroffenen Landarbeiter. Ihre Lebens- und Arbeitssituation beleuchtet vorliegende Studie. Armut und Hunger sind nicht nur ein Problem des Einkommensniveaus, sondern auch das Ergebnis eines in höchstem Maße diskriminierenden Arbeitsregimes, das auf den Plantagen vorherrscht…” Misereor-Meldung vom 14.10.14 samt Link zur Studie externer Link (gemeinsam mit der NGG). Siehe dazu auch:

  • Welternährungstag: »Auftraggeber zahlen oft Hungerlöhne«
    Plantagenarbeiter in vielen Ländern müssen hungern. Die NGG hat ihre Lage in einer Studie untersucht. Gespräch mit Karin Vladimirov, Pressesprecherin der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Interview von Gitta Düperthal in junge Welt vom 16.10.2014 externer Link

In Frankreich betonen Regierungen und Repräsentanten der Agrarindustrie die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Landwirtschaft und besonders der Fleischindustrie. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland ungefähr 58 Millionen Schweine, mehr als drei Millionen Rinder und 628 Millionen Hühner geschlachtet. Die deutsche Fleischindustrie ist so effizient, dass Deutschland Europas Schlachthaus ist und auf dem Weg, der größte Fleischexporteur der Welt zu werden. Den Preis dafür zahlen viele ArbeitnehmerInnen, vor allem aus Osteuropa, denn das lockere europäische Arbeitnehmer-Entsendegesetz erlaubt Missbrauch durch dubiose Subunternehmer…” Artikel von Cindy Thommerel vom 4.6.2014 externer Link im Blog “Bauerliche Landwirtschaft und migrantische SaisonarbeiterInnen”

tabakstudie laura graenUnfairtobacco.org hat eine neue Studie zu Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der Tabakproduktion in Afrika herausgebracht. Die Studie wurde von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt gefördert. Tabakanbau und Menschenrechtsverletzungen sind eng mit einander verknüpft. Kinder- und Zwangsarbeit sind weit verbreitet und internationale Tabakfirmen locken Bäuerinnen und Bauern in Knebelverträge. Deutschland ist einer der größten Importeure von Tabak aus Malawi, wo mehr als 78.000 Kinder auf den Feldern schuften. Und so haben deutsche Raucher_innen eine enge Beziehung zu Kinderarbeiter_innen auf afrikanischen Tabakplantagen, ohne sich darüber bewusst zu sein. Die Zigaretten, mit denen sie täglich eine intime Verbindung eingehen, die sie mit ihren Lippen berühren und deren zerstörerischen Rauch sie tief in sich hineinsaugen, – diese Zigaretten enthalten Tabak, der von Kinderhänden gepflückt wurde. Die Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung. Siehe dazu die Studie von Laura Graen, herausgegeben von Unfairtobacco.org vom April 2014 externer Link

„Ostern boomt der Blumenhandel. Doch während sich die Beschenkten über herrlich gebundene Sträuße freuen, haben die Beschäftigten in der Floristik nicht viel von dem Ansturm auf die Blumenläden. „Es ist beschämend wie wenig gut ausgebildete Fachkräfte verdienen“, sagte der Stellvertretende Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Harald Schaum. In West-Deutschland erhalten Floristen und Floristinnen zwischen acht und 13 Euro pro Stunde. Im Osten ist die Lage schlimmer. Dort ist der Begriff Hungerlohn wörtlich zu nehmen…“ Beitrag auf der Seite der IG BAU vom 15.04.2014 externer Link

Bei diesem Konzept, bei dem Konsumenten Bauernhöfe mitfinanzieren, lernen auch Städter etwas über saisonales Essen, Kuhaktien, Feldarbeit und alte Lagertechniken
Eine fehlgeleitete EU-Agrarpolitik mit ihrer einseitigen Subventionierung treibt kleinbäuerliche Vollerwerbsbetriebe in den wirtschaftlichen Ruin. Dagegen setzen sich immer mehr Menschen mit einem neuen Modell zur Wehr: Gemeinschaftlich finanzieren sie die Produktion eines Landwirtschaftsbetriebes und teilen sich alle Erzeugnisse, die er im Laufe eines Jahres produziert
…” Artikel von Susanne Aigner in telepolis vom 05.04.2014 externer Link (weiterlesen »)

Video: Das Gütesiegel

Video: Das GütesiegelDie Dokumentation geht der sozialen Unternehmensverantwortung am Beispiel der Arbeitsbedingungen in der südspanischen Gemüseproduktion nach und zeigt, wie es um Anspruch und Wirklichkeit bestellt sein kann. „Das Gütesiegel“ begleitet die andalusische Landarbeitergewerkschaft SOC, die sich seit Jahren für die migrantischen Arbeiter_innen im „Plastikmeer“ einsetzt, und lässt dabei Arbeiter_innen, Produzenten, Zertifizierer, Regierungsmitarbeiter, Wissenschaftler und Juristen zu Wort kommen.” Video bei labournet.tv externer Link (trailer! |  deutsch | 3 min | 2014), gefördert von: Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

„Wer in den letzten Jahren im Gartenbau beschäftigt war weiß, dass die glücklichen Tage unseres Berufszweiges – sollte es sie je gegeben haben – lange vorbei sind. Oftmals lange unbezahlte An- und Abfahrtszeiten zur Baustelle, mangelhafter oder gleich ganz fehlender Arbeitsschutz (Sicherheitsschuhe, Gehörschutz, Schnittschutzkleidung, Handschuhe), die Hälfte des Jahres in Kälte, Regen und Schlamm schuften, gesteigerte Arbeitshetze und das alles immer öfter zu Niedriglöhnen. Im Winter wird ein Teil der Belegschaft mangels Arbeit ganz entlassen und ist nach erlittener Arbeitsamtsschikane froh, ab April wieder ran zu dürfen. An Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ist nicht zu denken und Bildungsurlaub wird aus Angst vorm Chef schon gar nicht beantragt. So sieht`s für die meisten von uns aus – Besserung nicht in Sicht. Im Gegenteil! (…)  Deshalb: Offener Gärtner_innentreff am Donnerstag, den 16. Januar 2014 um 19 Uhr in den Räumen des AKU (Arbeitskreis Umwelt) Wiesbaden; Rüdesheimer Straße 19 im Rheingauviertel. Und ab dann jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat (13.02./27.02./13.03./27.03.)…“ Die vollständige Meldung bei der FAU Frankfurt  externer Link

„Es geht um Millionen. Millionen von Euro und Millionen von Küken. Seit über einem Jahr müssen sich zwei Brüder aus Uslar vor der Wirtschaftskammer des Göttinger Landgerichts wegen Betruges und Untreue verantworten. Die 56 und 51 Jahre alten Angeklagten sollen über Jahre hinweg insgesamt etwa 300 »Chick Sexer« (Kükensortierer) aus China und Korea beschäftigt und dabei den Sozialkassen Abgaben von rund fünf Millionen Euro vorenthalten haben…“ Artikel von Reimar Paul im Neues Deutschland vom 07.08.2013  externer Link

„Am 31. August umzingeln wir mit tausenden Menschen Europas größten Schlachthof in Wietze bei Celle/Niedersachsen. Gemeinsam demonstrieren wir gegen Massentierhaltung und Gentechnik, für eine ökologischere, bäuerliche Landwirtschaft. Protestieren Sie mit!…“ Alle Infos auf der Kampagnenseite bei campact externer Link