Transportwesen: Post- und Paketdienste

stop inhuman working conditions in road transport“Der staatliche Arbeitsschutz in Nordrhein-Westfalen hat seine Aktion „Fairer Versandhandel“ gestartet. Diese soll ganz bewusst in der Vorweihnachtszeit gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen bei Paketzustellern unterstützen. Hierzu finden landesweite Kontrollen von Paketdienstleistern statt. „Faire Arbeitsbedingungen im Versandhandel sind gerade im Weihnachtsgeschäft unverzichtbar“, erklärte Arbeitsminister Laumann zum Start der Aktion. Der Boom im Versandhandel hat in den letzten Jahren gerade in der Vorweihnachtszeit immer wieder zu Berichten über prekäre Arbeitsbedingungen bei Paketdienstleistern geführt“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Bereits im letzten Jahr habe man auf entsprechende Presse-berichte durch Sofortkontrollen des Arbeitsschutzes reagiert. Basierend auf den dabei gewonnenen Erkenntnissen führe man nun die Arbeitsschutzaktion „Fairer Versandhandel“ durch…“ Meldung vom 21.11.2018 bei NRW. Land der fairen Arbeit externer Link

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Der Paktetdienst soll die Wohnungslosen gezielt eingesetzt haben, um ihnen weniger als den Mindestlohn zu zahlen. Die Obdachlosen-Hilfe Fifty-Fifty wirft unter anderem dem Paketdienst Hermes vor, Obdachlose als Billig-Zusteller zu missbrauchen. Das berichtet der WDR. Demnach soll der Zustell-Dienst die Wohnungslosen gezielt anwerben, um sie zu schlechten Konditionen einzusetzen: Es werde weniger gezahlt als der gesetzliche Mindestlohn, heißt es in dem Bericht. Auch bei anderen Zustell-Dienste gebe es derartige Praktiken. Die Obdachlosen könnten von den Einnahmen aus dieser Berufstätigkeit nicht leben – und müssten weiter von der Obdachlosenhilfe versorgt werden, zitiert der öffentlich-rechtliche Sender Funktionäre von Fifty-Fifty. In Düsseldorf sei es teils so, dass die betroffenen Zusteller in Kleinlastern lebten, die sie auch für die Arbeit benutzen…” Meldung vom 15.11.2018 in Westdeutsche Zeitung online externer Link, siehe dazu Fifty-Fifty selbst und den WDR-Beitrag: (weiterlesen »)

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Angesichts der fortschreitend katastrophalen Situation der Beschäftigten in der Paketbranche fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Politik und Unternehmen zum Handeln auf. „Die Ausbreitung dramatisch schlechter Arbeitsbedingungen muss gestoppt werden. Wir brauchen ein Maßnahmenpaket, um die sozialen Verwerfungen in der von Subunternehmen geprägten Branche zurückzudrängen und tariflich geschützte Arbeitsplätze zu stabilisieren“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. „Für die Paketbranche ist eine umfassende Nachunternehmerhaftung für die Sozialversicherungsbeiträge notwendig. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, eine analoge Regelung zu der Regelung zu schaffen, die bereits für die Baubranche und die Fleischindustrie gilt“, so Kocsis weiter. Außerdem müssten die Kontrollen der zuständigen Behörden flächendeckend intensiviert werden, um Verstöße gegen das Mindestlohngesetz und das Arbeitszeitgesetz sowie Steuerhinterziehung wegen unzulässig im Ausland angemeldeter Fahrzeuge und Delikte von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit konsequent aufdecken und ahnden zu können. Zudem müsse die Tarifbindung in der Branche erhöht werden.(…) Die Kommunen sieht Kocsis ebenfalls in der Verantwortung. In etlichen Städten würden derzeit Logistikkonzepte für eine ökologische Zustellung erprobt. Die Teilnahme von Paketdiensten an solch öffentlich geförderten Projekten müsse an die Verpflichtung geknüpft werden, die Beschäftigten nach Tarif zu bezahlen. (…) Seit einiger Zeit wird über Personalvermittlungen verstärkt mit Beschäftigten aus Osteuropa gearbeitet. Diese Beschäftigten kennen oft ihre Recht nicht oder fordern sie aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust nicht ein. Zuletzt haben Zoll und Staatsanwaltschaft in mehreren Bundesländern kriminelle Machenschaften bei Subunternehmen aufgedeckt.“ Pressemitteilung von ver.di vom 14.11.2018 externer Link

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Hallo, wenn man den Aussagen meiner Bosse glaubt, ist mein Arbeitgeber nach vielen fetten Jahren plötzlich und von jetzt auf gleich derart zahlungsunfähig, das die Röhm-Gruppe als der  Anteilseigner, der die (Lohn)Zahlungen organisiert, aussteigen muss! Und es kommt noch besser: Herr Liborio Pecora, Betriebsleiter bei Röhm, der angeblich aus unserer Bude ausgestiegen ist. regiert unseren Laden trotzdem! Da ist doch etwas absolut oberfaul! Das sieht mir doch eher so aus, als ob Röhm sich eine kräftige Gewinnabschöpfung geleistet hat und nun der staat nun nun den Staat die Löhne bezahlen lassen soll! Es  ist etwas faul im Hause Röhm! Das alles riecht nach einem betrügerischen Konkurs, von dem Röhm profitiert. Weiterhin muss man wissen, dass Röhm/QL immer darauf pochten, dass es sich bei den Standorten, für die nun ein Insolvenzantrag besteht, sich nicht um Tochtergesellschaften, sondern um “regionale Marken”  einer einzigen großen Gesellschaft handele. Könnte z.B. Nestle´für Nesquick Konkurs anmelden und sich damit allen Zahlungsverpflichtungen entziehen? Könnte Microsoft eine Insolvenz von MS Office einreichen? Etwas ratlos über so viel unternehmerische Chuzpe, Fellinismus” Beitrag auf chefduzen vom 18.07.2018 externer Link – wir haben ähnliche Informationen eines nun “freigesetzten” Zustellers erhalten und recherchieren bereits. Siehe eine weitere Meldung dazu: (weiterlesen »)

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt gegen einen Subunternehmer des Frachtpost-Unternehmens Hermes in Harrislee. Bei einer Razzia vor sechs Wochen wurde festgestellt: Als Fahrer soll er – so die Ermittler – Billig-Kräfte aus Moldau mit gefälschten EU-Pässen beschäftigt haben. Der Soziologe Prof. Tim Engartner von der Uni Frankfurt hat herausgefunden: Stärker noch als andere Wirtschaftsbereiche gibt es im Frachtpost-Bereich eine Grauzone von fragwürdigen Subunternehmern und prekären Beschäftigungsverhältnissen…” Interview von Patrik Baab mit Tim Engartner vom 20.07.2018 auf NDR externer Link und die NDR-Sendung vom 20.07.2018 externer Link von Frederike Buhse, Julia Schumacher und Sofia Tchernomordik: Paketfahrer: “Zum Teil mafiöse Strukturen” (Text und Video). Siehe dazu: (weiterlesen »)

Amazon: Konsument*innen, auf in den Solidaritätsstreik!Man sollte glauben, dass der Erfolg des Onlinehandels den Zustellern das Geld in die Tasche spült. Das Gegenteil ist der Fall. Die Post hat nicht nur in Deutschland kein Glück mit dem Marktriesen Amazon. (…) Amazon betreibt nicht nur einen eigenen Onlinehandel, sondern bietet mit seinem Marketplace auch eine Marktplattform für andere Onlinehändler an – von der Lagerhaltung in Zollfreilagern innerhalb der EU umfasst das auch den Zoll- und MwSt.-freien Versand in ganz Deutschland. Mit diesen Dienstleistungen kann Amazon neben dem Kundenverhalten der direkten Amazonkunden auch das Einkaufsverhalten seiner Marketplace-Partner auswerten und in direkte Konkurrenz zu diesen treten. Dass Amazon die Situation seiner Geschäftspartner sehr genau analysiert und dabei erkannte Optionen auch gnadenlos ausnutzt, musste inzwischen auch die Deutsche Post erfahren. Deren Bereich DHL befindet sich im Falle der Auslieferung von Amazon-Paketen nicht nur im Wettbewerb mit der Otto-Versand-Tochter Hermes, sondern verstärkt auch mit der Amazon-eigenen Versandorganisation externer Link. Da Amazon nicht nur weiß, wo seine eigenen Kunden sitzen, sondern auch auf die entsprechenden Informationen seiner Marketplace-Partner zugreifen kann, denen man einen direkten Kontakt zu ihren Kunden weitgehend verwehrt, weiß man bei Amazon natürlich auch, wo sich die Kunden bündeln und wo sich ein eigener Zustellservice lohnen kann. Bis 2022 dürfte der Amazon-eigene Zustelldienst einen Umfang von etwa 50 Prozent der DHL-Zustellungen ausmachen und sich dabei auf Regionen konzentrieren, wo viele Kunden leben und die Zustellwege kürzer sind, als in den via DHL belieferten Regionen.(…) Wie sehr die Deutsche Post von Amazon unter Druck gesetzt wird, zeigt sich auch daran, dass man auf eine Preiserhöhung seiner Versanddienstleitungen für Amazon verzichtete. Dass Amazon deutlich weniger für ein Paket bezahlen muss als der private Postkunde oder der kleine Händler versteht sich dabei von selbst…“ Artikel von Christophe Jehle vom 07.07.2018 in telepolis externer Link

Dossier

BR-Wahl UPS Hannover: Neuwahlen am 18. und 19.09.2017, Liste ver.di-Frischer Wind„Schlimmer als kein Betriebsrat ist für Beschäftigte ein »gelber« Betriebsrat – eine Belegschaftsvertretung also, die eher die Interessen des Unternehmers im Blick hat als die der Arbeiter. Die Hannoveraner Umschlagbasis des Paketdienstleisters UPS, wo etwa 750 Menschen arbeiten, ist bislang ein solcher Betrieb. Nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsversammlungen wurden hier in den vergangenen Jahren abgehalten. Eine Gruppe von ver.di-Mitgliedern hat sich vorgenommen, das zu ändern, und eine eigene Liste zur Wahl eingereicht. Doch der aus amtierenden Betriebsräten bestehende Wahlvorstand hat diese nicht zugelassen – unter fadenscheinigen Vorwänden, wie ver.di meint…“ Aus dem Artikel von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 25.02.2014 (s.u.) zum Beginn einer langen Auseinandersetzung, die wir hier dokumentieren:

stop inhuman working conditions in road transportCamion Pro warnt seit seiner Undercoverrecherche 2016 vor hoch kriminellen Strukturen in der Transportbranche in Mittel- und Osteuropa. Offenbar haben diese Tätergruppen auch verstärkt die Transportbranche in Deutschland im Visier. Ende 2017 gelang es Camion Pro zusammen mit dem WDR, Menschenhändler-ähnliche Strukturen bei Hermes aufzudecken. 300 Polizeibeamte durchsuchten damals über 20 Objekte und nahmen zahlreiche Personen fest. Die Täter waren als „Subunternehmer“ für den Paketdienst tätig. Der ermittelnde Staatsanwalt sprach schon damals davon, „dass es sich hierbei nur um die Spitze des Eisbergs handle“. Ob und in welcher Verbindung die aktuelle Polizeiaktion mit den Enthüllungen von Camion Pro von 2017 stehen, ist derzeit noch unklar.“ Aus den Newsletter von Camion Pro vom 11.06.2018 externer Link, dort weitere Informationen zu der aktuellen Polizeiaktion. Siehe zum angesprochenen Hintergrund unser Dossier [TV] Moderne Sklaven im Führerhaus. Organisierte Kriminalität in Osteuropa – und wie deutsche Großspediteure davon profitieren – und weitere Recherchen von Camion Pro

KaroshiSeit mehreren Monaten arbeite ich als Nebentätigkeit nun schon in einem großen Verteilzentrum des Paketdienstleisters Hermes. In diesem kommen, aus fast ganz Deutschland, gefüllte Wagen an, werden entleert und deren Inhalt in die entsprechenden anderen Wagen umverteilt, die wiederum in kleinere Verteilzentren nahe des eigentlichen Zielorts fahren. Diese Station ist also für jedes Paket nur eine Zwischenstation. (…) Es gibt unter den Kolleginnen und Kollegen in der Halle im großen und ganzen nur drei verschiedene Rollen bzw. Ränge. Die eigentlichen Bandaufleger, die schwere körperliche Arbeit leisten, sind zu gut 90 Prozent Leiharbeiter und haben zu mindestens 80 Prozent einen Migrationshintergrund. Dies zeigt auch gleich die größte Barriere auf, wenn es darum geht, die Arbeitsverhältnisse zu verbessern: Viele sprechen gar kein oder nur sehr schlecht Deutsch und einige auch kein Englisch, was die Kommunikation allgemein sehr problematisch gestaltet. Die Agentur für Arbeit scheint insbesondere Flüchtlinge gerne auf diese Arbeitsplätze zu schicken, dabei ignorierend, dass manche nicht einmal wissen, was sie da mit dem Arbeitsvertrag eigentlich unterschreiben. Unsere «Chefs», die sog. Teamleiter, sind für die einzelnen Bereiche zuständig, kontrollieren die Kolleginnen und Kollegen und versuchen den Überblick zu behalten. Zusätzlich gibt es einen Hallenchef, dem alle untergeordnet sind. Die Teamleiter, mit einer Ausnahme, vollständig aus weißen, deutschen Männern. Ein Aufstieg von den Bandauflegerinnen scheint somit fast gar nicht möglich zu sein. Die Bandauflegerinnen verdienen, je nach Zeitarbeitsfirma, zwischen 9 und 10 Euro die Stunde. Nach Gesprächen mit den Kollegen zu urteilen, verdienen diese bei einer 40-Stunden-Woche um die 950 Euro netto. So ist die schlechte Bezahlung für die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen das Hauptproblem und ein ständiges Ärgernis. Die Bezahlung wird häufig durch die typischen Probleme der Leiharbeit verschlechtert. Bei Feiertagen und Krankheit erfolgt prinzipiell keine Bezahlung.“…“ Erfahrungsbericht eines Hermes-Beschäftigten in der Soz Nr. 06/2018 externer Link

Dossier

Immer noch in Japan: Zu Tode arbeiten.... Foto von Coal Miki/Flikr.Bevor die Deutsche Post AG befristete Mitarbeiter fest anstellt, zählt sie deren Krankheitstage. Aus einem vertraulichen “Entfristungskonzept” der Post, das die Bild am Sonntag veröffentlichte, geht hervor, dass Brief- und Paketboten binnen zwei Jahren nicht mehr als 20 Tage krank gewesen sein dürfen, wenn sie einen Festvertrag möchten. Insgesamt dürfen sich die Zusteller demnach nur sechsmal abgemeldet haben. Das “Entfristungskonzept” macht den Leitern der Post-Niederlassungen außerdem Vorgaben zur Leistung der Postboten. In drei Monaten dürfen diese nicht mehr als 30 Stunden länger für ihre Touren gebraucht haben als vorgesehen. Auch Mitarbeiter, die mehr als zwei Autounfälle verursacht oder einen Schaden von über 5000 Euro verursacht haben, sollen demnach keine Festanstellung bekommen. Ein Post-Sprecher bestätigte den Kriterienkatalog und nannte die Vorgaben eine “Orientierung” für die Zweigstellen der Post….” Beitrag von Kristiana Ludwig vom 6. Mai 2018 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link, siehe dazu auch:

  • Die Post bleibt stur: Wir brauchen körperlich fitte Mitarbeiter New (weiterlesen »)

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Die jährlichen Leistungsbeurteilungen mit ihren oftmals nicht nachvollziehbaren und willkürlich anmutenden Benotungen werden abgeschafft. Das ist zweifelsohne ein erfreuliches Resultat der aktuellen Tarifauseinandersetzungen beim Gelben Riesen. Trotzdem muss das Ergebnis der gewerkschaftlichen Mitgliederbefragung überraschen: Über 50.000 bei ver.di organisierte Postlerinnen und Postler beteiligten sich. Gut zwei Drittel von ihnen akzeptierten das Tarifangebot der Unternehmensseite. Dabei sieht es nur bescheidene Lohnerhöhungen vor. Konkret: Die Entgelte der Tarifbeschäftigten steigen im Oktober 2018 um drei und ein Jahr danach um weitere 2,1 Prozent. Die Laufzeit des neuen Vertrags beträgt 28 Monate. Die Lohnforderung, mit der ver.di Anfang des Jahres die Verhandlungen eröffnet hatte, klang deutlich sympathischer: Sechs Prozent für zwölf Monate. Das Tarifergebnis vermag weder „makroökonomisch“ noch „mikroökonomisch“ zu überzeugen. (…) Außerdem dürfte das magere Lohnplus wohl nicht ausreichen, um zu entschädigen für das steigende „Arbeitsleid“, d. h. für den steigenden Leistungsdruck beim Sortieren und Zustellen von Paketen und Briefen. Warum stimmten trotzdem über zwei Drittel zu? Vermutlich wegen des „Wahlmodells“. (…) Vor allzu viel Optimismus sei mit Blick auf das Wahlmodell aber gewarnt. Es wird das Arbeiten bei der Post nicht radikal demokratisieren und humanisieren. Ein Grund: Die Ergebnisse der diesjährigen Tarifrunde gelten nicht für die wachsende Zahl der Postlerinnen und Postler, die bei der 2015 gegründeten DHL Delivery arbeitet…” Kommentar von Geert Naber (Oldenburg) vom April 2018 – wir danken! (weiterlesen »)

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Laut einem Zeitungsbericht strebt die Deutschen Post einen weitreichenden Umbau des Konzerns an. Mitarbeiter und Gewerkschafter fürchten, es gehe vor allem darum, die Niveaus von Löhnen und Arbeitsbedingungen zu drücken. Und das mitten in der Tarifrunde. Bei einem Konzern, an dem die Bundesrepublik fast ein Viertel der Aktien hält. Wie die »Welt« unter Berufung auf interne Unterlagen schreibt, soll ein neuer Gesamtbetrieb für die Zustellung von Briefen und Paketen geschaffen werden, in diesem sollen dann die nach Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post AG mit den Beschäftigten der vor zwei Jahren gegründeten Billig-Tochter DHL Delivery GmbH zusammenarbeiten. Deren 36 Regionalgesellschaften sollen zum Mai 2018 in die Niederlassungen der Deutschen Post integriert werden. Der Punkt ist: Bei Delivery liegen die Einkommen im Schnitt »um etwa ein Viertel niedriger – ein typischer Stundenlohn sind etwa zwölf Euro. Zudem ist die Wochenarbeitszeit um eineinhalb Stunden länger, auch sind die Pausen kürzer und die Zuschläge für Überstunden geringer«, so schreibt es die »Welt«...” OXI-Überblick vom 12.03.2018 externer Link, siehe dazu ver.di und weitere Infos:

  • Der erfolgreiche Weg der Post AG zur unmittelbaren Konkurrenz ihrer Beschäftigten – Rückblick auf die Auseinandersetzungen 2015 New (weiterlesen »)

[DGB-Kampagne] Stop Union Busting“… PostNL schluckte zahlreiche kleine private Postzusteller in ganz Europa, darunter 2008 die City Briefservice GmbH in Mönchengladbach, die rund 70 Mitarbeiter-innen beschäftigte. Nun herrsche ein anderer Wind, erklärte die neue Geschäftsleitung auf einer Betriebsversammlung. Die Kolleg-innen befürchteten statt acht, täglich nur noch sechs Stunden arbeiten zu können und weniger Geld zu verdienen. Daraufhin beschlossen einige Kollegen, sich zu organisieren und einen Betriebsrat zu gründen. Prompt kündigte die Geschäftsleitung dem ersten Vorsitzenden des Wahlvorstands und verweigerte sich acht Jahre lang, die Mitarbeiterliste herauszugeben. Der Rechtsstreit um die Wählerliste ging durch alle Instanzen, bis zum Bundesarbeitsgericht, BAG. (…) Im Sommer 2016 war es endlich so weit. Die Belegschaft in Mönchengladbach wählte ihre Interessenvertretung, Nils H. wurde einstimmig Betriebsratsvorsitzender. Trotz der höchstrichterlichen Entscheidung zweifelte Postcon jedoch weiterhin die Rechtmäßigkeit des Betriebsrats in Mönchengladbach an. Die Christliche Gewerkschaft Post und Telekommunikation (CGPT) sprang dem Arbeitgeber bei und gründete zwei Monate nach der erfolgreichen Wahl in Mönchengladbach einen Betriebsrat, der für die Zusteller in allen Filialen in NRW zuständig sein sollte. Das ließ der Betriebsrat in Mönchengladbach nicht auf sich sitzen und klagte gegen das arbeitgeberfreundliche Gremium in Ratingen. (…) Die jahrelange Zermürbungstaktik blieb auf Dauer nicht ohne Folgen, einzelne Betriebsräte wurden gekauft. Im Februar 2018 setzte das Unternehmen den Betriebsratsvorsitzenden Nils H. vor die Tür, mit der absurden Begründung, er habe einen Brief nicht korrekt zugestellt und geöffnet. Ende letzten Jahres hatte der Betriebsrat Mönchengladbach die Tariffähigkeit der gelben Gewerkschaft CGPT gerichtlich angezweifelt. Anfang März schob Postcon die fristlose Kündigung nach…” Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung am Dienstag, 13. März, 12 Uhr, Arbeitsgericht Mönchengladbach vom 7. März 2018 von und bei work-watch externer Link

Dossier

Servicepartner von DHLDie Post beschäftigt osteuropäische Speditionen, um Briefe und Pakete in Deutschland zu transportieren. Die Angestellten bekommen oft weniger als den Mindestlohn. Ein tschechischer Fahrer wehrt sich jetzt juristisch gegen die Bezahlung. Seine Klage könnte einen Präzedenzfall für Tausende Mitarbeiter  schaffen. Denn nach Schätzungen sind rund die Hälfte Fahrer bei sogenannten “Servicepartnern” der Post beschäftigt. (…) Bislang weist die Deutsche Post die Verantwortung für solche Niedriglöhne von sich. Sie überlässt es offenbar den ausländischen Subunternehmen, ihre Fahrer ordentlich zu bezahlen. (…) Die Löhne der Fahrer aus Osteuropa bewegten sich meist zwischen 400 und 600 Euro im Monat, sagt die Stuttgarter Beraterin Stanislava Rupp-Bulling vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Polnische Firmen zahlten etwas mehr, bulgarische etwas weniger. An den deutschen Mindestlohn hielten sich die wenigsten…” Artikel von Kristiana Ludwig vom 11. November 2017 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link und darin zur Sonder-Entsenderichtlinie sowie neu:

Immer noch in Japan: Zu Tode arbeiten.... Foto von Coal Miki/Flikr.… Sein Tod wurde zum Politikum: Anfang Januar starb der 53-jährige Paketzusteller Don Lane in einem Krankenhaus in Südengland. Er litt an Diabetes und hatte zuvor einen Zusammenbruch erlitten – nachdem er tagelang durchgearbeitet hatte, obwohl es ihm gesundheitlich schlecht ging. Seine Frau wendet sich nun mit dem Todesfall an die Öffentlichkeit, denn sie ist der festen Überzeugung: Ihr Mann musste nicht wegen eigenen fahrlässigen Verhaltens sterben, sondern wegen des unablässigen Drucks und den unmenschlichen Arbeitsbedingungen seines Arbeitgebers. Lane arbeitete 19 Jahre lang als Kurier für den Paketdienst DPD. Fest angestellt war er dort allerdings nicht. Er wurde wie die anderen Kuriere pro ausgestelltem Paket bezahlt, war selbstständig ohne Ansprüche auf Bezahlung im Urlaubs- oder Krankheitsfall. Doch nicht nur wurde Lane nicht bezahlt, wenn er sich zu schlecht fühlte, um zu arbeiten: Der Paketdienst habe ihm auch immer wieder Strafen von 150 Pfund (rund 170 Euro) angedroht, sollte er keine Ersatz für seinen Touren finden, wie seine Frau Ruth Lane nun dem englischen „Guardian“ berichtet. (…) In England beschäftigt DPD rund 5000 Zusteller. In Deutschland sind es doppelt so viele. Hierzulande rühmt sich das Unternehmen auf seiner Website damit, 350 Millionen Pakete im Jahr zuzustellen und die Nummer zwei des Paketmarktes zu sein.” Meldung vom 5. Februar 2018 bei der Welt online externer Link