Automobilindustrie

Quelle:  Artikel von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 19.10.2012 externer Link

Autoabsatz in Europa bricht erneut ein. Unternehmensberatung spricht von düsteren Aussichten für das gesamte Jahrzehnt. Insolvenzen und Werksschließungen erwartet.

Dossier

  • Gemeinsame Erklärung der Werkleitung und des Betriebsrates: Vereinbarung zur S-Klasse Produktion im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen getroffen
    Die Leitung des Mercedes-Benz Werkes Sindelfingen und der Betriebsrat haben eine Vereinbarung zum weiteren Produktionsprogramm der S-Klasse getroffen. Grundlage für die Vereinbarung ist eine optimierte Anpassung der Produktion an die Nachfrage. Bis zum Anlauf der neuen S-Klasse im neuen Jahr wird die S-Klasse einschichtig produziert. Mitarbeiter der S-Klasse Montage werden in dieser Zeit in der C-Klasse Montage eingesetzt. Gleichzeitig bleibt in der S-Klasse der gewohnte Wechselschicht-Rhythmus erhalten…Die Presseerklärung bei Daimler vom 17.10.2012 externer Link

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Quelle:  Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 12.10.2012 

„Am 11.10.2012 legten gut 2.500 Kolleginnen und Kollegen die Arbeit bei Mercedes für eineinhalb Stunden nieder, um über die geplante Fremdvergabe von Teilen der Logistik und von Dienstleistungstätigkeiten zu protestieren. Die Gespräche zwischen Betriebsausschuss und Werkleitung wurden unterbrochen. Trotz – oder besser wegen – massiver Drohungen der Werkleitung, dass die Aktion “illegal” sei, standen alle Bänder still, weil der Belegschaft klar war, dass dies ein Thema ist, das alle angeht. Der Aktion voraus gegangen waren eine Unterschriftensammlung vor den Toren (5.000 Unterschriften in kürzester Zeit), sowie drei recht turbulente Betriebsversammlungen der drei Schichten im September. Klare Ansage der KollegInnen gestern: Wir kommen wieder.“ . Siehe dazu:

  • „Man muß auch mal loslassen können“
    “Wir können loslassen: die Akkuschrauber, den Schraubenschlüssel, die Spritzpistole, den Kugelschreiber und vieles mehr. Am kommenden Donnerstag will die Werkleitung über die Fremdvergabe verhandeln. Über unsere Arbeitsplätze gibt es nichts zu verhandelnFlugblatt externer Link
  • Gegen Fremdvergabe: Daimler KollegInnen legen Arbeit nieder
    „(…) Nach dem Festhalten der Werkleitung an der Fremdvergabe wird es weitere Runden und hoffentlich auch Aktionen der Belegschaft geben. Dazu braucht es vor allem Entschlossenheit und Solidarität in den Fachbereichen, denn es ist auch zu erwähnen, dass fast überall Gerüchte gestreut wurden, die Aktion sei illegal. In einer Halle soll sich sogar ein Meister vor den Notaus Knopf des Fließbandes gestellt und den KollegInnen Angst gemacht haben, sie würden beim Verlassen des Arbeitsplatzes Schadensersatz für “verbrannte Karossen” zahlen müssen. Es ist an solchen Aktionen zu merken, dass der Handlungsspielraum der Geschäftsführung extrem gering zu sein scheint, daher dürfte die herkömmliche “Sozialpartnerschaft” in Verhandlungsrunden alleine schon von der marktwirtschaftlichen Lage her keine Umkehr in den Entscheidungen bringen, sondern nur die Möglichkeit eines konsequenten Widerstands in der Belegschaft!Artikel auf Bremen macht Feierabend vom 11.10.2012 externer Link

„Die Bevollmächtigte der IG Metall Bochum-Herne Ulrike Kleinebrahm und der Betriebsratsvorsitzende von Opel Bochum Rainer Einenkel informieren in einem Flugblatt über die aktuellen Verhandlungen bei Opel: »Gestern haben die IG Metall und die Betriebsratsvorsitzenden der deutschen Standorte mit dem Vorstand der Adam Opel AG über ihre Forderung nach einem langfristigen Wachstumskonzept für Opel verhandelt. Ziel ist es, die Zukunft der Kolleginnen und Kollegen und ihrer Familien zu sichern. Das Konzept muss Folgendes enthalten: Ein Wachstumskonzept für Opel bis 2022 – mit konkreten Eckpunkten wie ein erweitertes Produkt Portfolio, die Öffnung von Exportmärkten, eine Neupositionierung der Marken Opel und Chevrolet; Zusagen für die langfristige Zukunft der Standorte und Beschäftigung nach 2016; Eine Beschäftigungsbrücke mit Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen, die über 2016 hinaus reicht…Der Text des Flugblattes bei bo-alternativ vom 12.10.2012 externer Link

Quelle:  Dpa-Meldung auf FinanzNachrichten.de vom 01.10.2012 externer Link

„Die über 8.000 Mitarbeiter von Volkswagen Slovakia sind am Montag in eine sogenannte „Streikbereitschaft“ getreten. Sollte es in den seit Wochen stockenden Tarifverhandlungen mit der Firmenleitung keine Einigung geben, sei auch eine tatsächliche Arbeitsniederlegung möglich, erklärte Betriebsratschef Zoroslav Smolinsky der staatlichen Nachrichtenagentur TASR. Die slowakischen VW-Mitarbeiter fordern mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen…”

Artikel von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in der jungen Welt vom 04.10.2012

Düstere Aussichten für Europas Autohersteller. Produktionsstillstände, Verhandlungen über Kurzarbeit und Stellenabbau sind Vorboten der herannahenden Krise

Die sprichwörtlichen dunklen Wolken am Himmel der Automobilkonjunktur verdichten sich. Nach den sogenannten Volumenherstellern geraten nun auch die Anbieter großer Luxuskarossen wie Daimler und Audi in Schwierigkeiten. In den vergangenen Tagen vermeldete eine Reihe von Automobilunternehmen Produktionskürzungen oder gar Kurzarbeit. Mit der Innovative Components Technologies GmbH (ITC) kündigte am Montag ein erster Autozulieferer Insolvenz an. (weiterlesen »)

Quelle:  Meldung in der Frankfurter Rundschau vom 26.09.2012 externer Link

“Der US-Autobauer Ford streicht hunderte Stellen in Europa, darunter in Deutschland. Das Geschäft läuft schlecht für Ford. Das Unternehmen rechnet mit einem Verlust von mehr als einer Milliarde US-Dollar. (…) Zusätzlich zum geplanten Abfindungsprogramm denkt Ford als weitere Kostenbremse über Werksschließungen nach. So hat das Unternehmen unlängst erklärt, dass die mit Schließungen, Neuverhandlungen von Tarifverträgen sowie tausendfachen Entlassungen in Nordamerika auch als Modell für Europa dienen könnten…

Quelle:  Agenturmeldung auf Die Welt vom 24.09.12 externer Link

„Die Gewerkschaft der kanadischen Automobilarbeiter hat einem neuen Tarifvertrag mit dem US-Autobauer Ford zugestimmt. Die Einigung habe einen größeren Streik verhindert, teilte ein Vertreter der Gewerkschaft Canadian Auto Workers (CAW) am Sonntag mit. Durch die Zustimmung von CAW haben rund 82 Prozent der 4500 Angestellten von Ford in Kanada dem neuen Vertrag zugestimmt. Die Einigung war am vergangenen Montag erreicht worden und diente als Vorlage für einen Vertrag, den General Motors (GM) kurz darauf mit CAW abschloss.

„Dass die Bremer Belegschaft mit jedem Jahr älter und kränker wird, hat auch endlich die Werkleitung kapiert. Aber wer glaubt, dass die Werkleitung endlich auf Forderungen nach ergonomi-schen Arbeitsplätzen oder mehr Band-Pausen eingeht, wird ei-nes Besseren belehrt. Mit einem Eckpunktepapier (auf der Rück-seite dokumentiert) hat die Werkleitung dem Betriebsrat ihre Forderungen präsentiert, die schon auf den ersten Blick auf eine einseitige Belastung der Belegschaft hindeuteten. Frei nach dem Motto: Schuld dass sich die Kollegen hier kaputt gearbeitet ha-ben, sind die Kollegen selber und für „Entlastungen“ sollen sie auch noch selber zahlen…Das Flugblatt vom September 2012 wurde geschrieben, verteilt und finanziert von Vertrauensleuten und Betriebsräten des Daimler-Werkes Bremen pdf-Datei

Vor zweieinhalb Jahren hatte Fiat Milliardeninvestitionen in der Heimat angekündigt. Von dem Plan rückte Chef Sergio Marchionne schrittweise ab. Nachdem er ihn nun ganz für hinfällig erklärt hat, fühlen sich Gewerkschaften und die Politik hintergangen…” Artikel von Tobias Bayer in der FTD vom 14.09.2012 externer Link   (weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Tobias Schwab in der Frankfurter Rundschau vom 14.09.2012 externer Link

In deutschen Autos stecken jede Menge Rohstoffe. Diese werden laut einer neuen Studie unter miserablen Bedingungen abgebaut. Hilfswerke beklagen Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung. Von der nötigen Kontrolle und Transparenz sind die Unternehmen weit entfernt…“  Siehe dazu:

Quelle:  Kommentar von Jonas Fröberg in der TAZ vom 29.08.2012 externer Link

„Auf Youtube gibt es einen Videoclip aus der US-Satiresendung „Saturday Night Live“ von 2008. Der Sketch macht sich über Rick Wagoner, den damaligen Chef von General Motors (GM), lustig. Nachgespielt wird eine Anhörung im Kongress, die sich mit den Milliardenkrediten befasste, die GM bei der US-Regierung beantragt hatte. Walter Jones, Abgeordneter aus North Carolina: „Sie sagten vorhin, dass Sie 2.500 Dollar pro verkauftem Auto verlieren. Wie wollen Sie da Ihre Firma profitabel machen?“ Wagoner antwortete prompt: „Wir werden mehr Autos verkaufen. Äh, nein … Das geht ja gar nicht, vergessen Sie’s. Ich weiß es nicht.“…“  Aus dem Text: (weiterlesen »)

Quelle:  Meldung auf RIA Novosti vom 29.08.2012 externer Link

„Der US-Autohersteller General Motors wird bis 2018 rund eine Milliarde Dollar in die Produktion in Russland investieren. Das teilte Jim Bovensi, Chef der GM-Vertretung in Russland, am Mittwoch beim Moskauer internationalen Autosalon mit. Nach dem jetzigen Stand habe GM bereits rund 600 Millionen Dollar in Russland-Projekte investiert…“

Quelle: IGM im Betriebsrat informiert vom 23.08.2012 

„In der Produktion und in den Verwaltungsbereichen wird Kurzarbeit eingeführt. Damit will die Geschäftsleitung in der schwierigen wirtschaftlichen Situation kurzfristig Kosten sparen und auf das Marktumfeld reagieren. Eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich ist vom Tisch. Tarifbeschäftigte fallen monatlich nicht unter 94% ihres normalen Nettoeinkommens. Betriebsrat und IG Metall haben damit die Beschäftigung in Rüsselsheim sozialverträglich gesichert. (weiterlesen »)

Quelle:  dpa-Meldung in kfz-betrieb Online vom 24.08.2012 externer Link

„Auch Opel in Eisenach will im September seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Zunächst gehe es in der lokalen Vereinbarung um zehn Schichten im kommenden Monat, sagte am Freitag Betriebsratsvorsitzender Harald Lieske auf Anfrage. Für die Mitarbeiter werde der Verdienstausfall maximal sechs Prozent betragen. Betroffen seien die Früh- und die Spätschicht. Für die Nachtschicht sei die Arbeitszeit bereits seit Frühjahr auf vier Tage die Woche verkürzt. Über die Pläne zur Kurzarbeit bei Opel Eisenach hatte zuvor der MDR Thüringen berichtet…“