VW

„Mercedes meets Volkswagen“

Warum fahren IG Metall-Vertrauensleute und Betriebsräte von Mercedes in Bremen nach Wolfsburg? Ganz einfach: Weil wir Werkverträge / Leiharbeit für einen gesellschaftlichen Skandal halten und weil den Testfahrern und Getriebetechnikern, die bei VW / Audi auf Festübernahme klagen, unsere volle Solidarität gehört.
Wir selbst haben im vergangenen Jahr 4 kleine Streiks geführt gegen Fremdvergabe und Leiharbeit. Der Konkurrenzschlacht der Automobil-Konzerne setzen wir den Schulterschluss mit den Arbeitern bei VW, Audi oder BMW entgegen, der Spaltung von Belegschaften den Schulterschluss zwischen Leih- und Stammarbeitern.
Der Leiharbeiter bei VW ist uns näher, als der Vorstandsvorsitzende von Daimler. Deshalb beteiligen wir uns an der Informations- und Diskussionsveranstaltung am 24.3.2014, um 18.00 Uhr, in Wolfsburg-Vorsfelde, im Schützenhaus
.” Pressemitteilung vom 12. März 2014 im   Namen von 35 Vertrauensleuten und Betriebsräten bei Mercedes, Werk Bremen

mini_expressArtikel von Mike Elk, zuerst erschienen in der Zeitung »Working in These Times« am 15.02.2014, in einer Übersetzung von Stefan Schoppengerd, erschienen in express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 02/2014

Will eine Gewerkschaft in den USA in einem Betrieb Fuß fassen, gelten andere Regeln als in Deutschland: Es müssen sogenannte Anerkennungswahlen abgehalten werden, bei denen die Belegschaft mehrheitlich dafür stimmen muss, sich gewerkschaftlich vertreten zu lassen. Stimmt die Belegschaft dagegen, solche Wahlen überhaupt zuzulassen, heißt es auf absehbare Zeit: Dieser Betrieb bleibt gewerkschaftsfrei. So geschehen im VW-Werk Chattanooga im Bundesstaat Tennessee: Eine knappe Mehrheit der Stimmberechtigten lehnte es ab, sich potenziell von den United Auto Workers (UAW) vertreten zu lassen. Diese hatte in dem Betrieb damit geworben, einen Betriebsrat nach deutschem Vorbild anzustreben. Die Abstimmung kann auch als Niederlage des IG Metall-geführten Gesamtbetriebsrates von VW gelten, der mit darauf hingewirkt hatte, einen der letzten weißen Flecken auf der Mitbestimmungs-Landkarte in »seinem« Konzern zu tilgen. Was aber waren die Ursachen für die Niederlage? UAW & Co. verweisen vor allem auf die Propaganda rechter Politiker, die Horrormeldungen verbreiten ließen – die UAW habe schon Detroit wirtschaftlich zerstört, UAW habe Obama unterstützt, und das sei immerhin der Typ mit den restriktiven Vorstellungen zum Waffenrecht… Tatsächlich zeigte diese Gegenoffensive offenbar die gewünschte Wirkung. Wie Mike Elk in dem folgenden Text für die Zeitung In These Times aus Chattanooga berichtet, haben jedoch auch Vorbehalte gegenüber der Konzessionspolitik der UAW und strategische Fehler in der Wahlkampagne eine Rolle gespielt. (weiterlesen »)

Gastbeitrag von Andreas Skowronek

Volkswagen Workers Vote on Union, Works Council SchemeIn einem am 11. Februar 2014 bei Labornotes.org erschienenen Beitrag externer Link hält  Jane Slaughter es noch für wahrscheinlich, dass das VW-Werk im us-amerikanischen Chattanooga (Tennessee) künftig einen Betriebsrat haben wird. Inzwischen ist klar, dass diese Hoffnung unbegründet war. Denn letztlich hat sich die Mehrheit der in Chattanooga tätigen VW-Beschäftigten gegen die Wahl eines Betriebsrats ausgesprochen.

Die von Jane Slaughter geleistete Analyse indes verliert hierdurch nicht an Wert. Denn neben der Beschreibung der im US-Bundesstaat Tennessee herrschenden gewerkschaftsfeindlichen Stimmung und ihrer Ursachen veranschaulicht Slaughter Zweierlei. Erstens, inwieweit dem amerikanischen Arbeitsrecht eine Interessensvertretung namens Betriebsrat weitgehend als ein Fremdkörper erscheint. Und zweitens, welche strategischen und kommunikativen Herausforderungen eine amerikanische Gewerkschaft und deren Mitglieder zu bewältigen haben, wenn sie wie im Fall VW-Chattanooga mit Billigung der Unternehmensleitung eine Interessensvertretung nach dem Vorbild der deutschen Betriebsverfassung einrichten wollen. (weiterlesen »)

nunca mais nie wieder„In Sommer 2014 wird das größte Sportereignis der Welt, die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien stattfinden. Nicht nur die Freude am Fußball rückt Brasilien in den Fokus. Am 31. März 2014 jährt sich zum 50. Mal der Militärputsch in Brasilien, jener Putsch, der den Zyklus der vom Westen unterstützten Militärregierungen eröffnete, dessen traurige Höhepunkte die Ergreifung der Macht durch die Militärs 1973 in Chile und 1976 in Argentinien waren. In Brasilien wird durch die Errichtung einer Wahrheitskommision im Auftrag der Präsidentin Dilma Rousseff endlich die Geschichte von Repression, Folter und Unterdrückung, insbesondere in den anos de chumbo, den bleiernen Jahren, verarbeitet werden. Und just in diesen Jahren blüht die Wirtschaftskooperation Brasiliens mit Deutschland, die mit dem größten Technologiepakt dieser Jahre, den deutsch-brasilianischen Atomvertrag von 1975 besiegelt wird. Im Rahmen der Nunca Mais Brasilientage 2014 sollen die deutsch-brasilianischen Beziehungen zur Zeit der Militärs thematisiert werden…Siehe dazu die Seite Nunca Mais externer Link (weiterlesen »)

Es gab eine Zeit, in der die abstrakte Diskussion darüber, was den Werkvertrag vom Dienstvertrag oder vom Arbeitsvertrag unterscheide, eigentlich nur Jurastudenten interessierte oder sagen wir eher: beschäftigte. Denn „begeistert“ wurden solche Diskussionen nicht geführt. Das hat sich in den letzten Jahren erheblich geändert. Inzwischen findet diese Diskussion nicht mehr auf den Fluren der juristischen Fakultäten sondern quasi auf der Straße statt: Sie ist in aller Munde. Doch da es trotz allen politischen Interesses eine juristische Diskussion ist und bleibt, scheint es notwendig den rechtlichen Kern dieser in höchstem Masse relevanten Debatte offenzulegen. Nur so wird nachvollziehbar, was juristisch „vertreten“ werden kann und was politisch gefordert werden sollte. Beides steht in einem komplizierten unauflöslichem Zusammenhang. Dabei wird auf die Hintergründe des wohl spektakulärsten Grundsatzprozesses dieser Tage, nämlich das Verfahren von Testfahrern und Getriebetechnikern der Firmen Audi AG und VW AG genauer eingegangen…” Grundsatzbeitrag zum Thema Scheinwerkverträge von Dr. Rolf Geffken vom Januar 2014 

vw_urumqiVolkswagen hat in Chinas Norden ein Werk eröffnet, Uiguren hofften auf Arbeit. Doch der Konzern stellt sie nicht ein. Steckt Erpressung dahinter? Artikel von Ruth Fend in der TAZ vom 07.12.2013 externer Link Aus dem Text: „(…)  Dabei präsentiert sich der Wolfsburger Konzern als Pionier. Als die damalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon vergangenen Herbst das entstehende Werk in Urumqi besucht, schwärmte sie anschließend, dass VW sich zu einer Beschäftigungsquote von 35 Prozent für ethnische Minderheiten verpflichten wolle. Auf die Quote hat Volkswagen dann verzichtet – einem VW-Insider zufolge, weil der chinesische Joint-Venture-Partner Widerstand leistete. Und der ist auch für die Personalauswahl zuständig. Übrig geblieben ist eine bloße Absichtserklärung. Es ist unter Branchenkennern ein offenes Geheimnis, dass die chinesische Zentralregierung den Wolfsburger Konzern erpresst hat. „VW wurde klar vor die Wahl gestellt: Wollt ihr die Genehmigung für die anderen geplanten Werke, ja oder nein?“, urteilt Jochen Siebert von der Branchenberatung JSC Automotives in Schanghai. „Wenn ja, dann baut auch eines in Urumqi.“…“

VW übernimmt 1500 Leiharbeiter

„Der VW-Konzern stellt 1500 Leiharbeiter fest ein. Unterdessen teilte der Autobauer Daimler mit, 1400 Mitarbeiter in Werkverträgen zukünftig als Leiharbeiter zu beschäftigen. Dank guter Auslastung in seinen deutschen Werken übernimmt der Volkswagen-Konzern zum Jahreswechsel rund 1500 Leiharbeiter. 912 Zeitarbeitskräfte im Wolfsburger Stammwerk und 572 Zeitarbeitskollegen aus den anderen deutschen VW-Fabriken würden fest angestellt, heißt es in der am Donnerstag erschienenen VW-Betriebsratszeitung…Meldung in der Autogazette vom 28.11.2013 externer Link

VW: Alles beim alten

Niedersachsens Autolobby feiert Sieg über Brüssel. Europäischer Gerichtshof weist Klage der EU-Kommission gegen Vetorecht des Landes ab. Artikel von Dieter Schubert in der jungen Welt vom 23.10.2013 externer Link. Aus dem Text: „(…) Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats von Volkswagen, Bernd Osterloh, begrüßte die Entscheidung und dankte unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich uneingeschränkt für das Gesetz eingesetzt habe. Oberflächlich gesehen ist es eine durchaus ungewöhnliche Entscheidung. Immerhin hatte Brüssel seinem größten Beitragszahler den womöglich allerschlimmsten denkbaren Vorwurf gemacht: Das Gesetz verstoße gegen die Freiheit des Kapitalverkehrs – eine Art Gottseibeiuns der EU-Verfaßtheit und eigentlicher Kern der Existenz Konzerneuropas…“

„VW-Betriebsratschef Osterloh verlangt von dem Autobauer Festverträge für Hunderte Zeitarbeiter. Bis 2014 sei der Konzern ausgelastet. In der Diskussion um Scheinwerkverträge stellt er sich hinter die Unternehmensführung…Meldung im Handelsblatt vom 02.09.2013 externer Link

In der Nacht zum Dienstag einigen sich die IG Metall und Volkswagen auf ein Verhandlungsergebnis. Die Beschäftigten erhalten mehr Geld in zwei Stufen. Zusätzlich gibt es einen Rentenbaustein, der auch in einen Einmalbetrag umgewandelt werden kann. “Fläche plus bessere Betriebsrente,” so fasst Hartmut Meine, Bezirksleiter und IG Metall-Verhandlungsführer das Verhandlungsergebnis zusammen. Er sagte: “Neben der tariflichen Entgelterhöhung erhalten die Beschäftigten einen Einmalbetrag von 300 Euro für die Altersvorsorge. Wer das Geld jetzt benötigt, bekommt 275 Euro.”
Die rund 102 000 Beschäftigten von Volkswagen und der Financial Services erhalten mehr Geld in zwei Stufen: Ab 1. September 2013 gibt es 3,4 Prozent mehr für zehn Monate. Ab 1. Juli 2014 erhöhen sich die Entgelte um weitere 2,2 Prozent für dann weitere acht Monate
…” IG Metall-Meldung vom 28.05.2013 externer Link. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

„Europas größter Autobauer Volkswagen überdenkt im Sog der europäischen Absatzkrise seine Personalstärke. In einem Fernsehinterview mit dem Österreichischen Rundfunk räumte VW-Chef Martin Winterkorn am Freitagabend entsprechende Überlegungen ein, schloss davon aber die Kernbelegschaft des Konzerns aus. „Stammpersonal ist sicher ein Thema, wo wir festhalten werden. Über die Leihkräfte werden wir nachdenken müssen“, sagte der Manager dem ORF. (…)  Wie seit kurzem bekannt, müssen bei VW in den USA 500 Leiharbeiter aus der Passat-Produktion im Werk Chattanooga (Tennessee) gehen. Auch hierzulande hatten sich schon erste Krisenzeichen bemerkbar gemacht: In Emden fuhr VW zuletzt die Passat-Produktion zurück. Dort wurden der Weihnachtsurlaub und die Osterpause verlängert. Am Mittwoch hatte der DAX-Konzern in Eckzahlen zum ersten Quartal 2013 einräumen…“ Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 27.04.2013 externer Link

„Bei Volkswagen macht Betriebsratschef Bernd Osterloh selbst Chefaufseher Piëch Beine – und mischt auch mal im Tagesgeschäft kräftig mit. Die obersten Arbeitnehmervertreter der Republik sind längst zu Co-Managern mutiert…“  Artikel von Tobias Döring im Handelsblatt vom 25.04.2013 externer Link

Präambel: Die Konzernleitung, der Europäische Konzernbetriebsrat und der Weltkonzernbetriebsrat des Volkswagen Konzerns verständigen sich in dieser Charta auf Grundsätze zur Zeitarbeit im Volkswagen Konzern. Diese dienen zur Sicherstellung angemessener Beschäftigungs- und Entlohnungsbedingungen von Zeitarbeitnehmern bei Volkswagen sowie zur einheiltliehen Handhabung des Instruments Zeitarbeit im gesamten Volkswagen Konzern…Die Charta der Zeitarbeit bei VW vom 30.11.2012   Anmerkung: In Deutschland sind also über 11.000 Leiharbeiter bei VW beschäftigt sind und die vereinbarte Quote von 5% damit um mehr als das doppelte im produktionsbereich überschritten.

„Nachdem VW bereits die erste Abmahnung im Kammertermin am 21. August 2012 gegen Jörn zurückgezogen hat, um eine Verurteilung zu vermeiden, zog VW die Notbremse. Im Gütetermin am 13. Dezember 2012 erklärte VW, auch die zwei gültigen Abmahnungen zurückzunehmen und rückwirkend aus der Personalakte zu entfernen! Die Solidarität hat auf voller Linie gesiegt!..“ Pressemitteilung des Solidaritätskreises „Rücknahme der Abmahnung gegen Jörn Kleffel“ vom April 2013

„Solidarität mit dem von Mobbing und Kündigung betroffenen VW-Kollegen ist weiterhin erforderlich. Inzwischen ist der Kollege von VW erneut krankheitsbedingt gekündigt worden. Seine Kündigungsschutzklage wird am Donnerstag, den 31. Januar um 9.00 Uhr vom Kasseler Arbeitsgericht (Raum 305) verhandelt. Seine Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld wegen unerlaubter Handlungen von Mitarbeitern, die nur mit Mobbing umschrieben werden können, wurde inzwischen abgewiesen. Wie wird man ein „verbrannter“ Mitarbeiter, den VW unbedingt loswerden will? Und wie sieht der Arbeitsalltag eines Schwerbehinderten bei VW in Baunatal aus, der darum kämpft, an einem „leidensgerechten“, seinen gesundheitlichen Einschränkungen entsprechenden Arbeitsplatz und entsprechend seinen Fähigkeiten eingesetzt zu werden? Auf diese und andere Fragen bekamen die am 14. Januar im Kasseler Arbeitsgericht Anwesenden keine Antworten. Denn die Kammer unter der Leitung von Richter M. Eichler entschied nach einer kurzen Nachfrage zu den Anträgen der Parteien ohne weitere Anhörung oder Kommentierung der Rechtslage zur Verblüffung der am Verfahren beteiligten Parteien, die mit einer ausführlichen Erörterung gerechnet hatten. So wurde den im Verhandlungsraum Anwesenden ein Einblick in die in den Klageschriften vorgetragenen Sichtweisen und Positionen verwehrt. Die zahlreich aufgeführten Zeugen wurden gar nicht gehört. Die Kammer hat entschieden, die Klage des VW-Kollegen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld abzuweisen. Die Begründung liegt noch nicht vor.“ Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 28.01.2013

Siehe auch im LabourNet Germany

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)

Unzitate

  • Unzitat des Tages 15.7.05: Auf den Belegen, die Gebauer abgezeichnet hat stand: "Im Interesse des Unternehmens vom Gesamtbetriebsrat ausgegeben."
  • Unzitat des Tages 13.7.05:"Dennoch würde ich nicht von »Co-Management« sprechen, sondern von qualifizierter Mitbestimmung" Uwe Fritsch, Betriebsratsvorsitzender im Volkswagen-Werk Braunschweig, im Interview von Daniel Behruzi in junge Welt vom 13.7.05