PSA Peugeot Citroën

Dossier

Grafik von Joachim Römer zum Artikel "Schlachtfest. Die Übernahme von Opel durch PSA wird zu einer brutalen Rationalisierungswelle in der gesamten Autobranche beitragen" in der Lunapark21, Heft 37Labournet Germany mag keine Fusionen. Schon allein, weil sie unsere Rubriken durcheinander bringen. Vor allem aber, weil sie die jeweiligen Belegschaften gegeneinander aufbringen – was wohl u.a. ihr Zweck ist. Deshalb erinnern wir in der Überschrift an das Wesentliche, worauf die damalige Standorte-Gruppe bei Opel Bochum (ab 2000 als “Gegenwehr ohne Grenzen”, GoG bekannt) anlässlich der Allianz von GM und Fiat hinwies. In ihrem Diskussionspapier “Auslagerung (Outsourcing)” vom November 1999 schrieb die “Standorte-Gruppe” zudem: “… “Wir wollen Opelaner bleiben!” Was drückt die Forderung aus? Von Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Regel nichts mehr wünschen als 6 Richtige im Lotto, damit sie auf Opel und die ganze Arbeitssuche pfeifen können? (…) Also heißt die eigentliche Forderung der Kolleginnen und Kollegen zunächst nur: “Wir wollen unseren jetzigen Lebensstandard mindestens halten, unsere jetzigen Arbeitsbedingungen nicht noch verschlechtern!”...” Die im Dossier seit der Bekanntgabe der Kaufabsichten von Opel durch PSA gesammelten Informationen mögen vor diesem Hintergrund betrachtet werden! Und dazu:

Opel Protest Saragossa gegen Lohnverzichtsvertrag - nur Minderheitsgewerkschaften riefen Ende Januar 2018 dazu aufVon einem Verzichtsvertrag zum nächsten – das ist die Wirklichkeit der Automobilindustrie (nicht nur) in Spanien. Nicht etwa, dass darauf verzichtet würde, Autos zu bauen – im Gegenteil. Es sollen ja mehr werden, mit weniger Personal, das länger arbeitet und weniger verdient. Und die untermauernde Drohung kam weder verblümt, noch diplomatisch, sondern offen, direkt und zynisch: Wird der Verzichtstarif nicht unterschrieben, wird anderswo produziert. (In Vigo beispielsweise, wo die Produktionskosten – laut Unternehmen UND Gewerkschaften – 17% niedriger ausfallen). Die 5.400 Vollzeit-Beschäftigten des Werkes in Saragossa waren am 30. Januar 2018 aufgerufen, über einen entsprechenden Verzichtsvertrag, den die beiden Mehrheitsgewerkschaften CCOO und UGT unterzeichnet hatten, abzustimmen. Die beiden Gewerkschaften und das Unternehmen erhielten exakt 2.897 Ja-Stimmen, 2008 Gegenstimmen wurden verzeichnet, weitaus mehr, als jemals in der Vergangenheit. Und die beiden Mehrheitsgewerkschaften, die bei der letzten Gewerkschaftswahl im Betrieb rund 3.300 Stimmen erhalten hatten, kamen erst recht angesichts des Verlustes unter der eigenen Anhängerschaft mächtig ins Schwitzen: PSA-Opel habe, so die auch anderswo nicht unbekannte Behauptung, nicht bekommen, was es gewollt habe, natürlich Dank ihres eigenen gewerkschaftlichen Einsatzes. Peinlich, dass das Unternehmen das gerade andersherum sieht und ihnen für ihren Einsatz dankte. Die Minderheitsgewerkschaften CGT (700 Stimmen bei der Gewerkschaftswahl) und OSTA (Regionalgewerkschaft Aragon, 400 Stimmen) hatten ihre Ablehnung des Vertrages erklärt und zum Nein aufgerufen – und eine betriebliche Vollversammlung gefordert, die mit allen Mitteln verhindert wurde. Siehe in der Materialsammlung zum „Musterfall“ Opel Saragossa zwei Medienberichte und 4 gewerkschaftliche Beiträge unterschiedlicher Ausrichtung, einen Hintergrundbeitrag zur Entwicklung der Autoindustrie in Spanien – sowie den Hinweis auf unseren Beitrag zum letzten mehrjährigen Verzicht in Saragossa im Jahr 2013: (weiterlesen »)

Der französische Autokonzern PSA will sich in diesem Jahr von 1300 Beschäftigten in Frankreich trennen, aber gleichzeitig neue Mitarbeiter einstellen. Das Unternehmen nutzt dazu eine Regelung aus der Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron, die das Arbeitsrecht gelockert hatte. (…) Er braucht dafür aber die Zustimmung von Gewerkschaften, die mindestens 50 Prozent der Belegschaft vertreten. Zudem sind für bis zu 900 ältere Mitarbeiter Vorruhestandsregelungen vorgesehen, wie eine Sprecherin erklärte. (…) Die Gewerkschaft CGT kritisierte die Pläne deutlich, andere Gewerkschaften wie die CFDT äusserten sich positiver: Es sei wichtig, Veränderungen des Unternehmens vorausschauend zu begleiten. Ähnliche Regelungen habe es auch schon in den vergangenen Jahren unter der alten Rechtslage gegeben, so die CFDT. Auch sie kritisierte aber, dass PSA nicht mehr neue Festanstellungen in der Produktion plane – dort arbeiteten derzeit rund 8000 Leiharbeiter…” Artikel vom 11.1.2018 bei der NZZ online externer Link

festgenommen wg autostreikKaluga ist eine Stadt mit etwas über 300.000 EinwohnerInnen ungefähr 200 Kilometer im Südwesten Moskaus gelegen – und ein Zentrum der Automobilindustrie. Dort kurisert die Nachricht, dass in verschiedenen Autofabriken etwa 750 Jobs gestrichen werden sollen – woraufhin Aktivisten der ITUWA (Interregionale Gewerkschaft der Arbeiter) – einer autonomen Gewerkschaftsorganisation sich versammelten, um über Gegenwehr zu diskutieren. Nicht eingeladen, aber massiv da: Abteilung “E” der regionalen Polizei – “E” wie Extremismus… 15 Aktivisten wurden festgenommen und von dieser Spezialeinheit verhört. Die Entlassungen – falsch, es sind keine Entlassungen nötig, denn es handelt sich ja “nur” um Zeitarbeitsverträge (allesamt) – die lediglich nicht verlängert werden – betreffen etwa 600 KollegInnen bei Peugeot und 150 bei VW, wobei VW das bereits offiziell angekündigt hat, Peugeot noch nicht – Stichdatum ist der 31. März. Der Bericht ” “Anti-Extremist” Police Crack Down on Unionized Autoworkers in Kaluga” von Anatoly Karavayev und Daniil Lomakin ist ursorünglich am 23. März in der Gazeta erschienen und am 25. März 2015 bei The Russian Reader in englischer Übersetzung externer Link veröffentlicht worden und lässt Aktivisten der unabhängigen Gewerkschaft ausführlich zu Wort kommen (die unter anderem auch darauf verweisen, dass bereits im Februar 2015 die LKW Fabrik von Volvo komplett dichtgemacht wurde – auch da gab es “lediglich” Vertragsende für Alle). Siehe dazu auch eine weitere Meldung und Hintergründe: (weiterlesen »)

„Frankreich und China sollen dem Autobauer PSA Peugeot Citroen mit einer milliardenschweren Anschubhilfe aus der Krise helfen. Insiderinformationen zufolge gab der Verwaltungsrat des zweitgrößten europäischen Automobilproduzenten grünes Licht für große Beteiligungen der Regierung in Paris sowie des chinesischen Partners Dongfeng. Wie dringend der französische Hersteller die Unterstützung braucht, zeigten am Montag vorgelegte Absatzzahlen. Demnach brachen die Verkäufe auf dem wichtigen europäischen Markt 2013 um 7,3 Prozent auf 1,63 Millionen Wagen ein – den schwächsten Wert seit 20 Jahren…“ Meldung in der jungen Welt vom 21.01.2014 externer Link

„Bisher arbeiten die beiden Automobilhersteller Opel und Peugeot in Einkauf, Logistik und Modellentwicklung zusammen. Der größte Schritt kommt aber erst jetzt: Die gemeinsame Produktion…“  Artikel von Christoph Ruhkamp in der FAZ vom 27.09.2013 externer Link

Im Kampf gegen die Schließung eines Werkes haben die streikenden Mitarbeiter des französischen Autobauers aufgegeben. Ab Montag nehmen sie ihre Arbeit wieder auf. Peugeot macht dafür Zugeständnisse bei der Bezahlung. Agenturmeldung beim Handelsblatt vom 17.05.2013 externer Link

Etwas ausführlicher heißt es im Artikel „PSA Peugeot Citroën Management and CGT Union Sign Agreement to End Strike at Aulnay Plantexterner Link von Buisiness Wire vom 17.05.2013: „(…) Among the key provisions of the agreement are the following: A return to work for all employees.  An end to all challenges to the redundancy plan raised by the CGT and the employees concerned. On this point, the CGT has agreed to drop the appeal lodged against the Group’s restructuring plan. By end-May, 130 strike participants will benefit from outplacement assistance measures provided under the plan. PSA Peugeot Citroën will not compensate employees for days spent on strike. This rule applies to the strike’s full duration, i.e. more than 17 weeks. The agreement sets the strike end date as end of the evening Friday, 17 May….”

Artikel von Bernard Schmid vom 8.3.2013Lohnabhängige von PSA gegen die Schliessung

Lohnabhängige von PSA besetzen heute den Metall-Arbeitgeberverband UIMM. Gestern rappelte es tüchtig vor dem Unternehmenssitz von Goodyear Frankreich. Hingegen stimmen bei Renault nunmehr drei Gewerkschaften (CGC, FO und CFDT) einem Abkommen zwecks „Verzicht zugunsten der Arbeitsplätze“ zu …

„Es chlöpft“, würde der oder die Schwyzerdütsch Sprechende sagen, wo Andere es so ausdrücken würden, dass es „rappelt“ oder „knallt“. Solches geschah gestern vor dem Unternehmenssitz von Goodyear in Frankreich. Am heutigen Freitag früh kam es unterdessen bereits zu neuen Ereignissen: Lohnabhängige des Automobilherstellers PSA besetzen am heutigen Tag den Sitz des Metall-Arbeitgeberverbands UIMM in Paris. (weiterlesen »)

In der bestreikten und von der Schließung bedrohten Fabrik Aulnay herrscht Hochspannung. Ein STANDARD-Lokalaugenschein. Reportage von Stefan Brändle aus Aulnay-sous-Bois in Der Standard vom 13. Februar 2013 externer Link

Video zum Streik bei PSA AulnayVideo tract réalisé en soutien à la grève des ouvriers et des ouvrières de PSA Aulnay, qui a été montré et approuvé par des grevistes. 

Video der Streikenden bei der SUD  Saint-Denis externer Link

Ganz Frankreich schaut gespannt auf den Streik im Peugeot-Werk in Aulnay. Die Produktion dort soll eingestellt werden. Artikel von Stefan Brändle in der Frankfurter Rundschau vom 13.02.2013 externer Link (weiterlesen »)

psagreveWährend seit dem 16. Januar gegen Entlassungspläne streikende PSA-Beschäftigte sich sowohl einem Aufmarsch privater Sicherheitsdienste gegenübersehen, als auch zur Vernehmung von der Surête Nationale geladen werden, was mit passenden Pressekampagnen begleitet wird, hat die Antistreikfront in Amiens einen gewerkschaftlichen Vorredner gefunden: Der neue CFDT Vorsitzende Laurent Berger (nicht: Huber) meinte öffentlich, eine Strategie des Klassenkampfes sei verantwortlich für den Plan das Goodyear Werk in Amiens mit seinen 1250 Beschäftigten zu schliessen. Ein Plan, der seit 5 Jahren nicht verwirklicht werden kann, weil die Belegschaft heftig dagegen hält – weswegen auch in den Propagandaorganen stets darauf verwiesen wird, von dieser Belegschaft seien eben besonders viele bei der CGT, der PCF und der LO organisiert. So sieht goodyearlaut dem Text “De PSA à Goodyear : Odieuses campagnes contre les travailleurs en lutteexterner Link der Initiative Communiste-Ouvrière vom 03. Februar 2013 auf der eigenen Webseite die allgemeine Kampagne gegen kämpfende Belegschaften im konkreten aus…

Siehe dazu auch:

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„Der Streik in der Peugeot-Citroën-Fabrik (PSA) in Aulnay gegen den Plan, das Werk zu schließen, dauert an und gewinnt sogar an Kraft. Der unbefristete Streik hatte am 16. Januar begonnen. Nach drei Tagen hatte die Leitung von PSA die Arbeiter eine Woche lang ausgesperrt und ihnen Beschädigung der Anlagen, Bedrohung der Direktion vorgeworfen und sie als “Terroristen” bezeichnet. Das Streikkomitee antwortete: “Wer sind hier die Terroristen? WIR wollen nicht das Werk schließen und alles den Bach runter gehen lassen!” Während der Aussperrung organisierte PSA hunderte Leute, Sicherheitskräfte und Personal anderer Fabriken, um die Produktion am Montag, 28. Januar, wieder in Gang zu bringen. Dieser Plan ging vollständig daneben…“ Eine Korrespondentin berichtet bei den Rote Fahne News vom 30.01.2013 externer Link

„Rund 8000 Stellen will PSA Peugeot Citroen abbauen. Ein Berufungsgericht in Paris ließ die Sparpläne des Autobauers allerdings nun bis auf weiteres stoppen. Nun müssen Gespräche mit den Beschäftigten nachgeholt werden…Agenturmeldung auf Handelsblatt-Online vom 29.01.2013 externer Link

“A few hundred French striking autoworkers are disrupting production at a key Peugeot Citroen plant north of Paris, protesting layoffs linked to its pending closure. France’s largest automaker, struggling to compete in Europe’s stagnant car market, is cutting 8,000 jobs and closing the Aulnay-sous-Bois factory. Workers from the vocal and far-left CGT union marched into the plant early Monday, just as the company was trying to resume production after a similar disruption earlier this month. Some workers who wanted to work Monday were resting inside half-built cars, because the striking workers were blocking the production line…” AP Meldung auf Yahoo-Finance vom 28.01.2013 externer Link (weiterlesen »)