Dossier

Charite Kampagne „Berlin für mehr Krankenhauspersonal!“Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat in den letzten Tagen in sieben Bundesländern, in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, ausgewählte Krankenhäuser in privater und öffentlicher Trägerschaft zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. (…) Die Aufforderung zu Tarifverhandlungen sind eingebettet in die bundesweite Bewegung der Gewerkschaft ver.di für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Bundesweit fehlen 162.000 Stellen, 70.000 allein in der Pflege. 64 Prozent der Pflegekräfte müssen nachts allein durchschnittlich 26 Patientinnen und Patienten pflegen und versorgen. Auch in anderen Bereichen des Krankenhauses ist die Belastung enorm. Die Arbeitgeber haben die Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen, die durch entsprechende Tarifverträge zu regeln sind. In weiteren 100 Kliniken wird ver.di den betrieblichen Druck erhöhen…” Pressemitteilung vom 28.07.2017 externer Link und die Aktionsseite von ver.di externer Link. Siehe zu den Kämpfen im Saarland auch unser Dossier: [Kampagne zunächst im Saarland] Tarifvertrag Entlastung: “Damit Arbeit im Krankenhaus wieder Freude macht” und hier neben den übrigen Ländern zudem dazu auch eine Organisierungsdebatte:

  • Mustervorlagen für Solidaritätserklärungen und Briefe an Vorstände der Unikliniken Essen und Düsseldorf von ver.di-Bundesverwaltung, FB 3, Bereich Tarifpolitik New

    • Solidarität im Kampf für mehr Personal und Entlastung
      Zeig deine Solidarität. Persönlich, mit deinem Team, deiner Interessenvertretung oder deinem ver.di-Gremium. Hier ein Muster für eine Soli-Adresse als rtf-Datei. Über persönliche Ergänzungen freuen sich die streikenden Kolleginnen und Kollegen. Die Solidaritätserklärungen bitte senden an schwabedissen@verdi.de
    • Verhandlungen mit ver.di zur Entlastung – jetzt!
      Auch die Arbeitgeber sollen Post von euch bekommen, eine E-Mail oder einen Brief, in dem wir sie auffordern, Verhandlungen mit ver.di über Entlastung zu führen. Eine Vorlage dazu als rtf-Datei
  • Dienstag, 21.08. in Essen: Solidaritätsdemonstration mit und für die Streikenden an den Unikliniken Essen und Düsseldorf / Donnerstag, 23.8. in Düsseldorf: Abensolidaritätsdemo für und mit den Streikenden von UKD und UKE New
    • Dienstag, 21.08. in Essen: Solidaritätsdemonstration mit und für die Streikenden an den Unikliniken Essen und Düsseldorf
      Liebe Kolleg*innen, seit 10 Wochen streiken die Beschäftigten der Unikliniken Essen und Düsseldorf für einen Tarifvertrag Entlastung. Für Eure zahlreichen Solidaritätsbekundungen danke ich Euch im Namen der Streikenden ganz herzlich. Leider sind bisher alle Verhandlungen und Gespräche mit der TdL und auch mit den Vorständen der Unikliniken erfolglos verlaufen bzw. gescheitert. Wir müssen nun weiter die Solidarität in der Öffentlichkeit verstärken. Aus diesem Grund führen wir am Dienstag, 21.08.2018 die nächste Solidaritätsdemonstration in Essen durch und bitten um Eure Unterstützung und Beteiligung. Bis 10.00 Uhr reisen die streikenden Kolleg*innen aus Düsseldorf nach Essen an. Um 10.00 Uhr findet eine Demonstration durch das Gelände der Uniklinik Essen statt. Ab 10.30 Uhr startet dann die Demonstration durch die Essener Innenstadt zur Universität Essen. Folgende Demoroute ist geplant: Haupteingang Uniklinikum Essen über Hufelandstr., Zweigertstr., Rüttenscheider Str.,Hyssenallee, Freiheit, Willy-Brandt Platz- Kettwiger  Str., Viehofer Str., Viehofer Platz, Gladbeckerstr., Universitätsstr. Dort empfängt uns der Personalrat der Uni Essen. Das genaue Programm wird am Montag noch abgestimmt. Für Verpflegung ist gesorgt. 13.00 Uhr Ende der Veranstaltung. Wir würden uns sehr  freuen, wenn Ihr Euch zahlreich an der Demonstration beteiligen könntet und für die Teilnahme werben würdet. Herzlichen Dank. Viele Grüße, Henrike Eickholt, Kommissarische Bezirksgeschäftsführerin ver.di Bezirk Ruhr-West
    • Donnerstag, 23.8. in Düsseldorf: Abensolidaritätsdemo für und mit den Streikenden von UKD und UKE
      Am nächsten Donnerstag, dem 23.08. findet in Düsseldorf vom Moorenplatz vor dem UKD aus eine Soli-Demo durch Düsseldorf statt. Ab 16 Uhr ist das Streikzelt offen für Austausch und Soli-Bekundungen. Ab 17 Uhr soll dann der Demonstrationszug losgehen.
      Die Bedeutung dieses Streiks ist für so viele Branchen immens wichtig und die Bedeutung des Tarifabschlusses wird hoffentlich wie ein Ruck durch Deutschlands Krankenhauslandschaft gehen und spürbare Verbesserungen in der Versorgung aller Patienten in Krankenhäusern mit sich bringen.
      Jedoch sind im Moment alle Gespräche vom Arbeitgeber nach über 30 Streiktagen abgebrochen. Der Arbeitgeber lügt in der Presse und ist noch immer zu keinerlei Bewegung auf unsere Forderungen bereit. Der Arbeitgeber provoziert in dem er ankündigt nur Verhandlung mit dem Personalrat über eine Dienstvereinbarung eingehen zu wollen. Ein Ende unserer Streiks ist noch lange nicht in Sicht! Die Haltung der Politik uns gegenüber als passiv zu bezeichnen ist ein purer Euphemismus. Die, für die Unikliniken Düsseldorf und Essen, zuständige Ministerin Frau Pfeiffer-Poensgen (parteilos) hat zwei Demonstrationen in ihrem direkten Umfeld, zum Wissenschaftsministerium und zum Landtag, umgangen und ist in keinster Weise mit uns ins Gespräch gekommen und der Gesundheitsminister Herr Laumann (CDU) hat sich auf die Fahne geschrieben, alle Betriebe in NRW tarifieren zu lassen, doch lässt er die seit anderthalb Jahren für einen Tarifvertrag streikenden Tochtergesellschaften des UKDs (UKM&UKD) ohne Unterstützung hängen.
      Nichts desto trotz ist wegen der Bedeutung der Forderung von Personalregelungen durch die Beschäftigten und die mangelnde Versorgung der Bevölkerung im mittleren Ruhrgebiet und in Düsseldorf, ist dieser Streik ein Politikum und muss auf die Straße gebracht werden! Deshalb brauchen wir jede Unterstützung aus der Bevölkerung für unseren Kampf und für unsere Demonstration am kommenden Donnerstag! Bitte helft uns zu mobilisieren und am kommenden Donnerstag ein Zeichen zu setzen, dass die  Gesundheitsversorgung jeden einzelnen Bürger etwas angeht! Vielen Dank im vorraus
      ” Ein streikender Krankenpfleger
  • Streik in Uniklinik: So wirkt sich der Personalmangel auf die Arbeit aus
    Es sei „ein grausamer Streik“, hat die Leitung der Düsseldorfer Uniklinik in dieser Woche verlauten lassen. Ein Streik, der auf Kosten der Patienten gehe. Manuela Filzing (Name geändert) kann darüber nur den Kopf schütteln. „Hier geht es nicht um Geld oder um uns“, sagt die Krankenschwester. „Uns geht es gerade um die Patientensicherheit.“ Und die könne sie nicht mehr gewährleisten, wenn der Streik keinen Erfolg hat. Filzing kann sich nicht mit ihrem richtigen Namen äußern – das ist ihr per Vertrag verboten. Aber nachdem die Klinikleitung über die Presse die Landesregierung um Unterstützung gebeten hat, ging der Pflegekraft die Hutschnur hoch. Sie will sich nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen…” Artikel von Juliane Kinast vom 16.08.2018 in der Westdeutschen Zeitung online externer Link
  • Künstlerinnen und Künstler solidarisch mit den Streikenden – nach Gerburg Jahnke besucht am Freitag Frank Goosen die Streikenden an der Uniklinik Essen
    Der Streik für mehr Personal an der Uniklinik Essen bekommt Unterstützung aus dem Kulturbereich. Während die Arbeitgeberseite offenbar darauf setzt, die Streiks auszusitzen, wächst die Solidarität. Nach Gerburg Jahnkes Besuch am Mittwoch (15.8.) ist am Freitag (17.8.) um 10.30 Uhr Frank Goosen zu Besuch bei den Streikenden. Weitere Kulturschaffende aus dem Ruhrgebiet sind angefragt…” Pressemitteilung vom 16.08.2018 von und bei ver.di Ruhr-West externer Link
  • Unikliniken Düsseldorf und Essen: Arbeitgeber verweigern Entlastung 
    „Die heutige Ankündigung der Unikliniken Düsseldorf und Essen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) keine Vereinbarung über Entlastungsmaßnahmen für Pflegekräfte an den beiden Unikliniken mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vereinbaren zu wollen, stößt auf heftige Kritik. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper: „Nach anfänglicher Hoffnung auf Entlastung für die Beschäftigten der Kliniken, wird diese nun von den Klinikvorständen verweigert: Die Arbeitgeberseite ist nicht bereit, eine nachhaltige Entlastung der Pflegerinnen und Pfleger mit uns zu vereinbaren und sie wollen auch keine Vereinbarung mit ver.di.“ Gegenstand der vorbereitenden Gespräche in den letzten Tagen zwischen den beiden Uniklinikleitungen und ver.di mit der TdL waren insbesondere Sofortmaßnahmen, nachhaltige Entlastungsmaßnahmen, Vereinbarung von Personalbedarfsermittlungsverfahren sowie ein Ausfallmanagement, wenn Pflegepersonal fehlt. Noch am Freitag hatte ver.di begrüßt, dass 100 zusätzliche Pflegekräfte in drei Schritten von den Arbeitgebern avisiert worden sind. Vereinbart waren noch weitere Unterlagen zur Vorbereitung des Gesprächs, die am Montag auch noch geliefert wurden. „Heute kam es überraschend nicht mehr zu inhaltlichen Gesprächen, da die Arbeitgeber plötzlich eine Vereinbarung mit ver.di über Entlastung der Beschäftigten ablehnten“, führte Pieper aus. (…) „Wir halten den Druck auf die Arbeitgeber daher aufrecht und werden unter diesen Umständen die unbefristeten Streiks fortsetzen“, so Pieper…“ Pressemitteilung vom 14.08.2018 von ver.di externer Link
  • Uniklinikum Düsseldorf: Offener Brief an Landesvater als Druckmittel 
    „Im lange andauernden Streik des Pflegepersonals am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) haben mehr als 40 Direktorinnen und Direktoren von Kliniken und Instituten zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen: In einem offenen Brief bitten sie den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) um Vermittlung. Fast die komplette Klinik ist von dem Arbeitskampf für mehr Personal und zur Entlastung der Mitarbeiter betroffen. Zurzeit werden dort statt über 1100 Menschen nur noch 750 versorgt, Stationen wurden zusammengelegt. “Es berührt uns zutiefst, seit Wochen die gravierenden Folgen des Streiks für unsere Patienten hilflos erleben zu müssen”, schreiben die Ärzte jetzt in dem offenen Brief. Die Notaufnahme sei zeitweise von der Notfallversorgung abgemeldet, wodurch Einschränkungen für Patienten entstehen könnten. “Es steht unmittelbar bevor, dass dringlich notwendige Operationen nicht mehr zeitnah durchgeführt werden können und zeitkritische Krebstherapien nur verzögert stattfinden”, lautet die drastische Warnung. Die Gewerkschaft begrüßt das von den Ärzten ausgesandte Alarmsignal, dass es so nicht weitergehen könne, sagt Jan von Hagen, der bei Verdi NRW für Krankenhäuser zuständig ist. “Wir sind allerdings enttäuscht, dass es so ein Signal im Alltag nicht gibt, wenn die Pflegenden Überlastungen melden…” Beitrag vom 14.08.2018 in der Ärzte Zeitung online externer Link, dort auch ein Link zu einem guten Kommentar dazu
  • Uni-Klinik Düsseldorf: Patienten solidarisieren sich mit streikendem Pflegepersonal – Offener Brief von PatientInnen zur Unterstützung der Streikenden 
    „Im Streit um bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) solidarisieren sich nun auch einige Patienten mit den Pflegern. In einem offenen Brief kritisiert der ehemalige Patient Axel Köhler-Schnura die Arbeitsbedingungen an Düsseldorfer Krankenhäusern, darunter auch die beim UKD: „Wir sind empört über die skandalöse Überlastung und Überforderung des Personals, über extrem mangelnde Entlohnung, über unhaltbare Arbeitsbedingungen“, schreibt der Düsseldorfer. „Wir“ – damit seien die 118 anderen Patienten gemeint, die den Brief an die Uniklinik unterstützen. „Ich habe selbst miterlebt, was es heißt, wenn das Personal keine Zeit mehr für die Patienten findet“, sagt Köhler-Schnura. 2017 habe er wegen eines schweren Unfalls acht Monate im Krankenhaus verbracht, davon zwei Monate im UKD. „Teilweise hatten die Pfleger dort keine Zeit, die Verbände zu wechseln, wenn geklingelt wurde kam, niemand vorbei, auch das Bettzeug wurde kaum gewechselt. Patienten, die nicht selbstständig essen konnten, wurden nicht gefüttert, das Essen stand einfach den ganzen Tag lang herum“, so der ehemalige Patient. Die Zustände seien auch in anderen Düsseldorfer Kliniken nicht zwingend besser gewesen: „Als meine Tochter dieses Jahr im Marienhospital war und wir sie besuchten, war einer der Pfleger dort für insgesamt 40 Zimmer zuständig“, so der Düsseldorfer. Nach den Erlebnissen habe er den Aufruf für einen gemeinsamen Brief gestartet und prompt viel Unterstützung erhalten. Die Unterzeichner des Briefes fordern einstimmig auch das, was Verdi im Verhandlungsstreit mit der UKD fordert: „Wir unterstützen einen Tarifvertrag, der die Mindestpersonalausstattung regelt und im Notfall einen Belastungsausgleich vorsieht. Zudem fordern wir eine bessere Ausbildungsqualität, die dafür sorgt, dass Auszubildende nicht einfach für Personallücken genutzt werden“, so Köhler-Schnura…“ Artikel von Philipp Rose vom 11.08.2018 in der Neuen Rheinischen Zeitung online externer Link, siehe dazu den Offenen Brief von PatientInnen zur Unterstützung der Streikenden  – 136 PatientInnen sowie weitere 67 UnterstützerInnen haben sich mit einem “Offenen Brief” an die Leitungen der Uni Klinik und aller ihr angegliederten GmbHs in Düsseldorf gewandt, er wird am Montag, den 13. August 2018 allen Vorständen und GeschäftsführerInnen der Uni Klinik Düsseldorf und ihrer Tochtergesellschaften per Fax und per eMail zugehen. Die Anzeigen in den Düsseldorfer Zeitungen Rheinischer Post, NRZ, WZ und Express werden am Di und am Mi erscheinen. Diese Aktion ist zugleich ein Akt der Solidarität für alle Kämpfenden im Gesundheitswesen in ganz Deutschland. Axel Köhler-Schnura bittet um Spenden für die Anzeigen an GLS-Bank, DE96 4306 0967 8016 5314 01
  • Aufruf zur Solidaritätsdemo mit den Streikenden am Uniklinikum Essen am Do, 9. August 
    Das Essener Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus externer Link, das den Streik am Uniklinikum Essen unterstützt, hat für Donnerstag eine Solidaritätsdemo ab dem Hauptgebäude des Uniklinikums Essen (Hufelandstr. 55) organisiert, die um 17:00 beginnt. Bereits ab 16:00 findet am Streikzelt eine Kundgebung statt. Aus der Einladung der Streikenden am Uniklinikum Essen: “… Bringt auch eure Familien und Freunde mit! Ab 16 Uhr haben alle Unterstützerinnen und Unterstützer im Streikzelt die Möglichkeit ihre Solidaritätsbotschaften vorzustellen. Wir schlagen vor, dass jede Organisation, Partei, Gruppe, usw. drei Minuten Redezeit hat. Wir brauchen eure Unterstützung, denn unser Streik für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus bedeutet, dass sich einige Hundert Streikende am Uniklinikum Essen und Düsseldorf gegen die Vorstände der Kliniken, die Landesregierung und die Politik der Bundesregierung stellen. Wir stellen uns einer jahrzehntelangen Sparpolitik entgegen, die nicht nur uns Beschäftigte in den Krankenhäusern trifft, sondern auch jede Patientin und jeden Patienten. (…) Im Moment ist die schlimme Arbeitssituation in den Krankenhäusern in aller Munde: Die Regierung redet davon, die Presse. Doch das sind alles nur Worte. Wenn es konkret wird, ist von ihren Versprechen nichts übrig. Genau das erleben wir zurzeit. Nach über 20 Tagen Streik wollen sie uns immer noch mit Trostpflastern abspeisen. (…) Immer mehr Arbeit in immer kürzerer Zeit schaffen zu sollen, ist natürlich kein Phänomen, das es nur in Krankenhäusern gibt. Viele von euch, egal wo ihr arbeitet, werden das auch kennen. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die diese Entwicklung nicht mehr länger hinnehmen wollen, zusammen stehen und anfangen, gemeinsam etwas dagegen zu unternehmen…”

  • Solidarität mit den streikenden Kolleg*innen an der Uniklinik Düsseldorf 
    Der Gewerkschaftliche Aktionsausschuss „Keine prekäre Arbeit und tariffreie Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin“ hat auf seinem Treffen am 1.8.2018 über den aktuellen Streik an der Universität Düsseldorf und an weiteren Krankenhäusern (Essen, Brandenburg, Saarland, u.a.) diskutiert. Als Ergebnis haben wir eine Solidaritätsadresse verabredet: “ Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, mit vollem Respekt verfolgen wir euren Erzwingungsstreik für mehr Personal an der Uniklinik Düsseldorf. Dafür habt ihr unsere entschiedene Solidarität. Ihr setzt mit euren Forderungen nach mehr Personal erneut ein Zeichen gegen die systematische bundesweite Kaputtsparpolitik der öffentlichen Hand. (…) Da das fehlende Personal, wie auch die Entscheidung zu Ausgründungen, ihre gleiche Ursache in der Politik der Kostensenkung und des Personaldumping-Wettbewerbs haben, sind wir davon überzeugt, dass wir eine politische Entscheidung für zusätzliches Personal brauchen, was zusätzliche Finanzmittel verlangt. Vor diesem Hintergrund wollen wir die Frage aufwerfen, ob wir nicht einen flächendeckenden Erzwingungsstreik für mehr Personal brauchen? Die Basis dafür ist nicht nur in den Belegschaften da, sondern auch in der Bevölkerung. Über 50.000 Berliner*innen haben ein entsprechendes Volksbegehren für mehr Personal unterstützt. Wir brauchen die politische Entscheidung für mehr Personal, definiert durch die vor Ort arbeitenden Kolleg*innen. Für diese zusätzlichen Stellen brauchen wir die zusätzliche Finanzierung durch die Bundesregierung, damit sie nicht auf Kosten der notwendigen Investitionen, sowie durch Ausweitung der prekären Arbeit erfolgt. (…) Es ist z.B. eine Frage, ob es nicht sinnvoll ist, in Nordrhein Westfalen die Delegierten aller Krankenhäuser zusammenzurufen, um eine Diskussion über die Vorbereitung von Tarifverhandlungen mit der Landesregie-rung für mehr Personal zu führen, die sich stützen kann auf den Kampf, den ihr und die Essener Kolleg*innen schon jetzt führten. Ein Erzwingungsstreik der Uni-Kliniken in NRW für mehr Personal könnte ein entscheidender Stützpunkt sein, um endlich eine bundesweite gesetzliche Personalbemessung zu erzwingen, die vom tatsächlichen Bedarf ausgeht. Wir erinnern an die bundesweit 162.000 fehlenden Stellen, die es zusätzlich von der Bundesregierung zu finanzieren gilt. In eurem Streik sehen wir ebenfalls einen Stützpunkt, um auch flächendeckend dem TVöD bzw. TV-L bundesweit Respekt zu verschaffen…” Solidaritätsschreiben GA an Streikende Uniklinik Düsseldorf  vom 1.8.2018 externer Link veröffentlicht am 6. August 2018 von Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht externer Link
  • Uniklinik Essen: 96,9 Prozent stimmen für Erzwingungsstreik 
    Die überwältigende Mehrheit der ver.di-Mitglieder am Uniklinikum Essen hat sich für einen Erzwingungsstreik ausgesprochen. Bei der zwischen Dienstag und Freitag laufenden Urabstimmung stimmten 96,9 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder, bei einer hohen Beteiligung, für einen unbefristeten Streik, um einen Tarifvertrag für Entlastung und mehr Personal durchzusetzen. „Das ist ein weiteres klares Signal an die Arbeitgeber: Sie sollten zur Vernunft kommen und endlich für Entlastung sorgen“, erklärte Jan von Hagen, der bei ver.di Nordrhein-Westfalen für Krankenhäuser zuständig ist. Der Arbeitskampf werde am Montag nahtlos an den Warnstreik in dieser Woche anknüpfen. Auch an der Düsseldorfer Uniklinik werde der Ausstand unbefristet fortgesetzt. An beiden Kliniken hatten die Arbeitsniederlegungen bereits spürbare Auswirkungen. (…) Am Uniklinikum Düsseldorf sind inzwischen drei Stationen wegen des Streiks geschlossen, eine vierte kommt am Montag voraussichtlich hinzu „Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit, um eine Gefährdung von Patientinnen und Patienten auszuschließen“, betonte der Gewerkschafter. „Da die Klinikleitung bislang nicht an uns herangetreten ist, gehen wir davon aus, dass es in dieser Hinsicht keine Probleme gibt.“ Neben Normalstationen sind Operationen, Anästhesie, Krankentransport, Küche, Ambulanzen und nun auch der Dialyse-Bereich vom Ausstand betroffen. Am Essener Uniklinikum haben die Arbeitsniederlegungen ebenfalls massive Auswirkungen. Hier sind derzeit sieben Stationen geschlossen, über 200 Betten werden auf Grundlage der Notdienstvereinbarung zwischen Vorstand und ver.di nicht belegt…” ver.di-Meldung vom 3. August 2018 externer Link
  • Unikliniken Essen und Düsseldorf: Beschäftigte streiken für Entlastung
    Nach ergebnislosen Verhandlungen über eine Entlastung der Beschäftigten an den Unikliniken Düsseldorf und Essen werden die Streiks seit Montag fortgesetzt. Darüber hinaus entscheiden die Beschäftigten der Uniklinik Essen diese Woche in einer Urabstimmung, ob sie wie am Klinikum in Düsseldorf in einen unbefristeten Streik gehen. Am Streikauftakt am Montag beteiligten sich mehr als 400 Beschäftigte in Düsseldorf und diskutierten am Moorenplatz, wie es weitergehen soll. Parallel kamen 300 Streikende in Essen im Streikzelt an der Hutelandstraße 55 zusammen. Die Beschäftigten erwarten Regelungen, die spürbar, verbindlich und direkt Entlastung bringen. Davon aber könne bei den Vorschlägen der Arbeitgeber keine Rede sein, sagte Jan von Hagen, der bei ver.di Nordrhein-Westfalen für Krankenhäuser zuständig ist…” ver.di-Meldung vom 2. August 2018 externer Link
  • Verhandlungsgrundlage: Streik. Die Gespräche um Entlastung des Personals vorerst gescheitert. Der Streik an den Unikliniken in Düsseldorf und Essen geht weiter 
    Die Verhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und den Vorständen der Universitätskliniken (UK) Düsseldorf und Essen werden vorerst nicht fortgesetzt. Das entschieden die Tarifkommissionen der beiden Krankenhäuser am Donnerstag nach Beratung mit den Teilnehmern der Streiks. (…) Wie aus der Presseerklärung des Vorstands des UK Düsseldorf von Freitag hervorgeht, zogen die Kliniken als Vorbild Vereinbarungen heran, welche in dem Tarifvertrag zur Entlastung für Baden-Württemberg vorgesehen sind. Dort hatten sich Verdi und der Arbeitgeberverband der Unikliniken Baden-Württemberg auf insgesamt 120 zusätzliche Stellen für die vier Unikliniken Heidelberg, Tübingen, Ulm und Freiburg verständigt. Körbel-Landwehr zufolge sei das Krankenhaus in Düsseldorf aber noch schlechter ausgestattet als beispielsweise die Heidelberger Klinik. (…) Einer der weiteren großen Streitpunkte bleibt nach wie vor die Frage des Konsequenzenmanagements. Das bedeutet, was passiert, wenn die Personaluntergrenze auf einer Station nicht eingehalten werden kann. Für die Streikenden steht fest, dann müssten Betten oder gar Stationen geschlossen bzw. die Zahl der nicht notwendigen Operationen »heruntergefahren« werden, so der Gewerkschafter. Diese Konsequenzen müssen ohne Verzögerung umgesetzt werden, um eine Entlastung für die Beschäftigten zu gewährleisten. Auch in den bereits existierenden Entlastungstarifverträgen für die Charité in Berlin und die Unikliniken in Baden-Württemberg konnten dahingehend bisher keine verbindlichen und umgehend durchsetzbaren Regelungen festgeschrieben werden…” Artikel von Susanne Knütter in der jungen Welt vom 28.07.2018 externer Link
  • Was bedeutet Entlastung? Im Streikzelt vor der Uniklinik Essen 
    „… Die Streikenden aus den einzelnen Berufsgruppen setzen sich nacheinander um die Tische im Streikzelt vor der Essener Uniklinik, um zu besprechen, welche Forderungen ihre Vertreter in den kommenden Verhandlungen über einen Tarif für Entlastung in den Mittelpunkt stellen sollen. 14 Gruppen, acht Stunden, drei Kolleginnen aus der Verhandlungskommission, eine Frage: Was heißt Entlastung in den einzelnen Arbeitsfeldern? Die Reinigungskräfte brauchen Arbeitszeiten, bei denen sie nicht zwölf Tage am Stück arbeiten müssen. Die Mitarbeiter der Sterilisation fordern, dass die Metallsiebe mit OP-Instrumenten, die sie sterilisieren müssen, nicht so voll geladen werden, dass sie mehr als fünf Kilo wiegen. Der Physiker will, dass ein Feinmechaniker angestellt wird, damit er nicht selbst mit heißem Blei für Geräte in der Strahlentherapie hantieren muss. In fast allen Bereichen brauchen sie mehr Personal: Kräfte, die Intensivpatienten am Beatmungsgerät so betreuen, wie es vorgeschrieben ist. Kräfte, die die Geräte auf der Station reinigen, damit die Pflegerin nicht auch das noch erledigen muss. Kräfte, die die krankgeschriebenen Kollegen ersetzen – „Arbeiten an der Uniklinik macht zurzeit krank“, sagt ein Lagerarbeiter, niemand wundert sich, dass manche Kollegen nicht mehr zur Arbeit kommen können. Ihr Ausfall verschärft die Belastung der anderen. (…) Im Streikzelt fragt sie: „Wie viele Kräfte müssen auf wie viele Patienten kommen?“ Für 25 Patienten kann eine Serviceassistentin das Essen, das Material und die Wäsche vorbereiten. Um sechs Patienten kann sich ein Krankenpfleger auf der Normalstation kümmern, drei Kinder kann eine Kinderkrankenpflegerin versorgen, eine Intensivpflegerin muss sich auf zwei Patienten konzentrieren können. Das sind die entscheidenden Forderungen, die die Belegschaft an den Vorstand der Klinik stellt. Und sie fordern, dass der neue Tarif auch die Konsequenz festlegt, wenn dieses nötige Personal fehlt: Dann müssen Betten geschlossen, Patienten verlegt werden. Eine Kollegin berichtet von ihrer Arbeit an einem Hamburger Klinikum vor zwanzig Jahren: Zum Schichtende hat der Teamleiter geklärt, wie viele Kräfte in der nächsten Schicht da sind – und wenn nötig dafür gesorgt, dass die Patienten auf einer anderen Station unterkommen können. „Was wir fordern, ist ja nicht aus der Luft gegriffen, es gibt ja Beispiele dafür, dass es geht“, sagt ein anderer…“ Artikel von Olaf Matthes in der unsere Zeit vom 20.07.2018 externer Link
  • Unikliniken Essen und Düsseldorf: Streikende zwingen Unikliniken zu Verhandlungen
    „Ein Erfolg der Streiks – hatten sich doch bislang die Unikliniken geweigert, überhaupt zu verhandeln. Die Verhandlungen sollen jetzt diese Woche mit Beteiligung von Vertretern der Bundesebene von ver.di und der TdL. Die Beschäftigten an den Unikliniken in Essen und Düsseldorf setzen ihren Streik von Mittwoch 18.7. bis Freitag 20.7. aus. Als Vorbild sollen Vereinbarungen von Baden-Württemberg gelten, die Verfahren zur Ermittlung des Personalbedarfs vorsehen. An dem Abschluss gab es allerdings heftige Kritik der ver.di-Mitglieder, weil der Abschluss viel zu weit von ihren Forderungen entfernt war.“ Meldung vom 19.07.2018 bei Rote-Fahne-News externer Link
  • Bewegung im Tarifstreit zu „Entlastung an den Unikliniken Essen und Düsseldorf“: Streikende beschließen Streikunterbrechung. Verhandlungen beginnen noch diese Woche
    Heute fand in Duisburg eine gemeinsame Streikversammlung mit 650 Streikenden der Unikliniken Essen und Düsseldorf und der Tochtergesellschaften UKM und GKD statt. Die Belegschaften diskutierten dort über das Verhandlungsergebnis des Spitzengesprächs zwischen Arbeitgebern und ver.di, das in der vergangenen Woche in Berlin stattgefunden hatte. Bedingung der Arbeitgeberseite für die Aufnahme von Verhandlungen war, dass die Beschäftigten der Unikliniken während der Verhandlungen den Streik aussetzen. Die Gespräche sollen noch in dieser Woche aufgenommen werden. (…) Gegenstand der Gespräche werden insbesondere Entlastungsmaßnahmen, Personalbemessungsverfahren, ein Konsequenzenmanagement und Sofortmaßnahmen sein. Regelungen zur Ausbildungsqualität sollen ebenfalls verhandelt und erste Schritte zur Verbesserung geregelt werden. Am Freitag werden in beiden Betrieben Informationsveranstaltungen zum Verhandlungsstand stattfinden. Auf großes Unverständnis stößt bei den Streikenden, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) laufende Verhandlungen für andere Bereiche für die Dauer der Streiks an den Unikliniken Essen und Düsseldorf ausgesetzt hat. Vom Abbruch der Verhandlungen der TdL sind z.B. die Auszubildenden in den schulischen Ausbildungen (z. B. Physiotherapeuten, Diätassistenten) betroffen, die bisher keine Vergütung in der Ausbildung bekommen.” Pressemitteilung vom 16.07.2018 von und bei ver.di NRW externer Link
  • [Interview] »Täglich organisieren sich neue Kollegen«. An den Unikliniken Düsseldorf und Essen streiken Beschäftigte für mehr Personal 
    “… Da die Belastung in den Pflegebereichen sehr hoch ist, sind es bei uns sehr viele Pflegekräfte. Aber auch andere Berufsgruppen, z. B. Erzieherinnen aus der Betriebskindertagesstätte, Kollegen aus dem Einkauf, aus der Zentralsterilisation und Physiotherapeuten. Das sind Bereiche, die teilweise gar nicht in der direkten Patientenversorgung sind, aber in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Taktzahl erhöht sich überall, wenn mehr Patienten mit immer kürzerer Verweildauer, aber immer komplizierteren Erkrankungen behandelt werden müssen, während gleichzeitig Personal abgebaut wurde. Sehr viele Auszubildende beteiligen sich am Streik. Zum einen sind es sowohl in Düsseldorf als auch in Essen diejenigen, die Pflegeberufe erlernen und jetzt schon wissen, was auf sie zukommt, obwohl sie noch in der Ausbildung sind. Zum anderen sind Azubis im Streik, die keine Ausbildungsvergütung kriegen. Dabei handelt es sich um die sogenannten schulischen Ausbildungsberufe. Deren Verhandlungen wurden von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, in der die Universitätskliniken Mitglied sind, auf Eis gelegt, weil wir anderen in den Unikliniken streiken. Und trotzdem machen Azubis aus diesen Berufen beim Streik mit. Sie wollen klarmachen, dass sie sich von diesem Spaltungsversuch nicht beeindrucken lassen. Das ist zukunftsweisend, dass wir alle so an einem Strang ziehen. (…) Das Universitätsklinikum Düsseldorf ist ja schon im unbefristeten Streik. Wir werden von Montag bis einschließlich Freitag weiter streiken. Ende der Woche entscheiden wir dann, wie wir unseren Kampf fortsetzen und ob wir gegebenenfalls eine Urabstimmung einleiten und auch in den Erzwingungsstreik treten. Das alles hängt sicherlich auch davon ab, ob Verhandlungen um das eigentliche Thema, nämlich mehr Personal, jetzt wirklich beginnen. Eins steht fest: Die Beteiligung wächst. Täglich streiken und organisieren sich neue Kolleginnen und Kollegen.” Ein Gespräch mit Alexandra Willer von Susanne Knütter in der jungen Welt vom 09.07.2018 externer Link, Alexandra Willer ist Mitglied der Streikleitung am Uniklinikum Essen
  • Solidaritätserklärung mit den streikenden Beschäftigten der Unikliniken Düsseldorf und Essen 
    “… Liebe Kolleg*innen, wir sollten so ein Bewusstsein der Stärke und des Stolzes entwickeln, dass die Arbeitgeber und die politischen Entscheidungsträger uns nicht mehr wie bisher abkanzeln können. Ohne uns läuft im Krankenhaus rein gar nichts. Wir erarbeiten die Kohle, die andere aufsaugen. Wenn wir wollen stehen alle Räder still. Wir arbeiten gerne im Krankenhaus, wir pflegen gerne die Patient*innen, aber nur noch unter den Bedingungen, die wir mit unserem Gewissen vereinbaren können. Wir sind keine Sklaven, wir sind keine Schachfiguren, die Ausbeutung unserer Arbeitskraft muss endlich ein Ende haben. Wir wünschen euch nun alles Gute im Streik. Viel Erfolg für euren Kampf für mehr Personal und Entlastung. Gesundheit ist ein Menschenrecht, keine Ware! Solidarität ist unsere Stärke und Kraft!” Eine offene Solidaritätserklärung des Bremer Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus vom 4. Juli 2018 , siehe auch die Homepage des Bremer Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus externer Link
  • Streik am Universitätsklinikum Essen: Soliadresse der ISO: Euer Kampf ist unser Kampf 
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, in eurem Kampf für einen „Tarifvertrag Entlastung“ wollen wir euch auch von Mannheim aus unterstützen. Es ist wichtig, dass sich noch mehr Menschen für eure berechtigten Anliegen engagieren. Schließlich betrifft euer Kampf nicht nur die Beschäftigten in der Pflege selbst sondern jede/jeden der/die irgendwann auf Pflege angewiesen ist. Die schlecht bezahlte Arbeit in der Pflege und das damit verbundene schlechte Image ist nicht zuletzt Grundlage des verbreiteten Personalnotstandes. Während auf der einen Seite massiv Gelder für z. B. Rüstung, unnötige Bauprojekte usw. verschwendet werden, wird bei der Gesundheit und Pflege nur noch über zu hohe Kosten gejammert und gespart. Die Gesundheit ist zum Geschäft geworden…” Solierklärung von ISO Rhein-Neckar vom 5. Juli 2018 externer Link
  • ver.di-Mitglieder am Uniklinikum Düsseldorf stimmen mit klarer Mehrheit für unbefristeten Streik für Entlastung
    Das Ergebnis der einwöchigen Urabstimmung an der Uniklinik Düsseldorf ist eindeutig: 96 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich für einen unbefristeten Streik aus, um einen Tarifvertrag für Entlastung und mehr Personal durchzusetzen. „Das ist ein sehr eindeutiges Signal an den Arbeitgeber“, kommentiert Wolfgang Cremer, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen bei ver.di NRW. Anlass für diesen nächsten Schritt in der Tarifauseinandersetzung war die beharrliche Weigerung des Vorstandes der Uniklinik, mit ver.di in Verhandlungen zu treten. „Nach etlichen Warnstreiks und vielen Appellen, die ungehört verhallt sind, war diese Entscheidung unvermeidbar“, erläutert Cremer und führt weiter aus: „Die Arbeitsbedingungen sind unerträglich geworden. Die Bereitschaft, in einen unbefristeten Streik zu treten, beweist das. Beschäftigte in Krankenhäusern wollen nicht streiken, sie wollen Patientinnen und Patienten gut versorgen und pflegen. Das können sie aber nicht mehr. Die Zustände sind nicht mehr verantwortbar.“ Nach der Urabstimmung kann der Streik unmittelbar fortgesetzt werden...” Pressemitteilung vom 29.06.2018 von und bei ver.di NRW externer Link
  • Gewerkschaften üben scharfe Kritik am Verhandlungsabbruch der Länder: Da ver.di, Beschäftigte an zwei Universitätskliniken in NRW zu Streiks für Entlastungsvereinbarungen aufgerufen hat
    „In einem gemeinsamen Brief an den Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), den Berliner Finanzsenator Dr. Kollatz-Ahnen, haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der dbbbeamtenbund und tarifunion und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) scharfe Kritik an dem Abbruch aller laufenden Tarifverhandlungen durch die TdL reagiert. Die TdL hatte kurzfristig die bereits vereinbarten Verhandlungstermine zur Weiterentwicklung der Entgeltordnung für Lehrkräfte und zur Tarifierung der betrieblich-schulischen Ausbildungsverhältnisse in Gesundheitsberufen abgesagt. Begründet hatte die TdL die Absage damit, dass ver.di in zwei Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen im Rahmen von Haustarifverhandlungen über die Entlastung der Beschäftigten zum Streik aufgerufen hat. Dies kritisieren die Gewerkschaften als unverhältnismäßig und schädlich. In dem gemeinsamen Brief weisen die Gewerkschaften darauf hin, dass es keinen sachlichen Zusammenhang zwischen den Verhandlungsgegenständen gebe. Die Verhandlungsverpflichtung zur Tarifierung der betrieblich-schulischen Ausbildung und zur Entgeltordnung sei die TdL in der Tarifeinigung vom Februar 2017 eingegangen, wobei die Verhandlungen über die Tarifierung der Ausbildungsverhältnisse bereits im Herbst 2017 abgeschlossen sein sollten. Es sei nicht akzeptabel, dass die TdL diese Verpflichtungen nicht einhalte. Die Absage stelle die bisherige vertrauensvolle Tarifpartnerschaft in Frage und habe negative Folgen sowohl für die Beschäftigten als auch für die Länder. Die Nachwuchsgewinnung bei den Ländern sei schon jetzt problematisch, weil das dortige Tarifniveau hinter dem Niveau der Kommunen und des Bundes zurückbleibe.  Die Vorsitzenden von ver.di, dbb und GEW fragen Kollatz-Ahnen in ihrem Brief, wie er den Beschäftigten in Krankenhäusern, Schulen, Straßenmeistereien, Verwaltungen und anderen Landeseinrichtungen erklären wolle, dass sich die Arbeitgeber um ihre tariflichen Belange nicht mehr kümmern wollen, weil in zwei Kliniken die Beschäftigten für ihre berechtigte Forderung nach Entlastung kämpfen.“
    Pressemitteilung vom 28.06.2018 bei der GEW externer Link
  • Streiks um Entlastung in den Krankenhäusern – Tarifgemeinschaft deutscher Länder dagegen 
    „Ver.di ruft zu neuen Streiks für Entlastung in den Krankenhäusern auf. Dafür hat die Bundestarifkommission für den Öffentlichen Dienst am 11. Juni den Weg frei gemacht. Zuvor hatten die Arbeitgeber, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), versucht, die Gewerkschaft zu erpressen, um die Klinikbelegschaften ruhigzustellen. Die Streiks für Entlastung reizen den Spielraum, den das restriktive deutsche Streikrecht bietet, weit aus. Die Verhandlungen darüber finden nicht im Rahmen der üblichen Tarifverhandlungen statt. Denn dabei werden Fragen der Personalausstattung nicht geregelt. Die Klinikkonzerne sagen: Selbstverständlich nicht – denn wie viele Leute auf welcher Station arbeiten, ist eine unternehmerische Entscheidung. Seit einigen Jahren fordert nun aber ver.di die Geschäftsleitungen verschiedener Kliniken auf, über Tarife für Entlastung zu verhandeln. Das ist legal. Das hat ein Berliner Arbeitsgericht im Fall des Streiks der Charité-Kollegen entschieden. Die „Arbeitgeber“ empfinden das als Zumutung – nicht nur, weil sie Profit damit machen, den Druck auf die Mitarbeiter zu erhöhen. Sie sehen den größten Vorteil in Gefahr, den ihnen das deutsche Streikrecht bietet – geregelt im Betriebsverfassungsgesetz: Ruhe. In Deutschland ist es nur erlaubt, im Rahmen klar geregelter Tarifverhandlungen zu streiken. Zwischen Tarifverhandlungen garantiert das Gesetz den Beschäftigten, dass die Tarife gelten. Den Unternehmern garantiert es einen „Verbandsfrieden“ – weil die Verbände der „Arbeitgeber“ und der „Arbeitnehmer“ sich auf einen Tarif mit einer bestimmten Laufzeit geeinigt haben. Darauf hat sich die TdL berufen, als ver.di zum Beispiel die Uniklinik Düsseldorf zu Verhandlungen über einen Entlastungstarif aufgefordert hat. Das war der Hintergrund für die Erpressung: Die TdL hat der Gewerkschaft damit gedroht, alle anderen laufenden Tarifverhandlungen zu blockieren, wenn sie die Klinikbelegschaften nicht zurückpfeift. Vor allem könnte das die Verhandlung über die Entgeltordnung für zwei Mio. Kollegen im Öffentlichen Dienst der Länder betreffen. (…) Und: Beim Kampf um Entlastung geht es um Politik. Das Streikrecht tut so, als könne man die Verhältnisse am Arbeitsplatz von der Politik trennen. Der Kampf um Entlastung zeigt: Wenn der Staat die Interessen der Konzerne vertritt, können nur Streiks wirkliche Verbesserungen für die arbeitenden Menschen erreichen…“ Artikel von Olaf Matthes in der unsere Zeit vom 15.06.2018 externer Link: Streiken gegen Spahn. Warum es beim Kampf um Entlastung um mehr als bessere Arbeitsbedingungen geht
  • Bildet Bündnisse, ob Ver.di das will oder nicht 
    „Nach den Streiks an der Charité, im Saarland und anderen Orten wurden in Berlin, Bremen und Hamburg Initiativen für Volksentscheide ergriffen. Das Beispiel Hamburg zeigt: Das kann auch zu Auseinandersetzungen vor Gericht führen. Obwohl die Aktiven ganz bewusst Ver.di unterstützen und unter den Beschäftigten eine Bewegung für einen neuen Tarifvertrag aufbauen, gibt es dabei Konflikte mit bestimmten Ver.di-Instanzen. (…) Es gibt seit geraumer Zeit eine Bewegung für mehr Personal in den Krankenhäusern und die Beschäftigten verlangen durch einen Tarifvertrag Entlastung. In Hamburg haben wir eine Besonderheit: Ein kleiner, sehr mächtiger Teil des Ver.di-Fachbereich 03 für die Gesundheit will nicht so richtig – vor allem Berufsbetriebsräte einiger großer Krankenhäuser und Hauptamtliche im Gewerkschaftshaus. Das hat damit zu tun, dass sie seit jeher eine enge Beziehung zur SPD haben, die in Hamburg seit Jahren mit kleinen Unterbrechungen an der Regierung ist. Jetzt gab es aber vor eineinhalb, zwei Jahren eine Beschlusslage bei Ver.di, dass das Thema Entlastung angegangen wird, wofür breite Bündnisse zur Unterstützung gebildet werden sollten. (…) Ver.di rief bundesweit zu Aktionen zum Tarifvertrag Entlastung auf. In Hamburg gab es keine Streikaktionen, sondern nur Unterstützungskrankenhäuser. Unterstützung hieß konkret, dass sich alle vorschriftsgemäß die Hände desinfizieren. Das dauert jeweils 30 Sekunden, bei 150 Patientenkontakten pro Schicht pro Pflegekraft hat das eine streikähnliche Wirkung. In einem großen Krankenhaus verteilten wir Kärtchen an Patienten, Angehörige und Pflegekräfte mit der Bitte, dass sie die Aktion unterstützen und verteilten Blumen an die Pflegekräfte. Das war an einem Nachmittag, von der Leitung war niemand mehr da, weshalb wir uns ziemlich frei bewegen konnten. Dann organisierten wir eine Demo. (…) Genau, die Tarifberaterstruktur an der Berliner Charité ist unser Vorbild, weil das durch mehr Beteiligung den Arbeitskampf anders gestaltet, nicht wie oft üblich: Man wird aufgerufen, geht zu einer Kundgebung, friert sich die Füße ab, und geht wieder heim. Diese Tarifberaterstruktur ist ein Beteiligungsmodell, das in eine Kontrollstruktur überführt werden kann. Ob das gelingt, wissen wir nicht, wir brauchen aber eine solche Struktur. Das zweite, was daran charmant ist: Die Personalbemessung ist ein unmittelbarer Eingriff in die unternehmerische Freiheit, weshalb die Krankenhausträger immer dagegen protestieren, da sie das für einen Eingriff ins Eigentumsrecht halten. Da würde ich sagen: Ja, ist es, und eben deswegen machen wir’s. Und wenn man einen Eingriff ins Eigentumsrecht im Krankenhaus wirklich durchsetzt, wäre das ein Vorbild für andere Branchen. Wir haben also einige interessante Zutaten: Etwas, was die Verfügungsgewalt der Eigentümer auf die Firma in Frage stellt, die Notwendigkeit Kontrollstrukturen der Beschäftigten einzuführen, mit der Möglichkeit, dass diese irgendwann mal eine Gegenmacht entwickeln. Strategisch können wir im Prinzip antikapitalistische Politik machen im Zusammenhang mit einem super konkreten Sachverhalt, den man unmittelbar einsieht. Die Bedürfnisse des Menschen müssen über dem Profitinteresse stehen, da muss man nicht lange diskutieren. Jeder hört da sofort zu, weshalb es eine Bewegung mit viel Potenzial ist.“ Violetta Bock sprach mit Axel Hopfmann, Sprecher des Hamburger Pflegebündnis für mehr Personal in den Krankenhäusern inder Soz Nr. 06/2018 externer Link
  • Rückblick auf Arbeitskampf an Uniklinik Freiburg: “Gewerkschaft kein Hebel um politisch soziale Bewegung aufzubauen” 
    “Die ver.di Tarifkommission hat an diesem Mittwoch entscheiden. An den Unikliniken in Baden-Württemberg wird es einen Tarifvertrag auf Probe, der nach 6 Monaten wieder kündbar ist, geben. Man hat sich bei den Themen Personal-Mindestbesetzungen und Konsequenzenmanagement auf ein Vorgehen geeinigt, das den Uniklinikleitungen die Verantwortung für Konsequenzen bei schlechter Personallage überlässt. Über die Entscheidung der Tarifkommission, das Kräfteverhältnis und den Stand der Organisierung am Uniklinikum haben wir mit Alex gesprochen – mit einer Unterbrechung – seit 30 Jahren Krankenpfleger an der Uniklinik, langjähriger Beobachter der Entwicklungen in der weißen Fabrik und aktiv in der Freiburger worker center Initiative…” Interview von Radio Dreyeckland vom 13. April 2018 mit dem Krankenpfleger Alex externer Link Audio Datei (Audiolänge: 15:38 Min.)

  • Wie soll der Personalmangel im Krankenhaus behoben werden? 
    Der Personalmangel im Krankenhaus wird nur behoben, wenn auch das Budget für die Krankenhäuser durch die Krankenkassen angehoben wird.Anschließend an diese Maßnahme müssen zum zweiten müssen vielmehr Krankenschwerstern und Pfleger ausgebildet werden. Zum Dritten ist eine erhebliche Steigerung der Gehälter notwendig, um diesen Beruf auch attraktiv zu machen. Das muss Bestandteil der aktuellen Tarifauseinandersetzung sein Zur Attraktivität gehört auch, dass die Arbeitszeit der Krankenschwerstern/-pfleger gesenkt wird, um genügend Erholzeit zu haben…” Kommentar vom 12.04.2018 bei Rote-Fahne-News externer Link
  • Tarifvertrag auf Bewährung. Fortschritte bei Verhandlungen über Entlastung an baden-württembergischen Unikliniken. Gewerkschaft erhält Sonderkündigungsrecht 
    Der Kampf um mehr Personal in den Krankenhäusern geht weiter. Seit Monaten mobilisiert die Gewerkschaft Verdi mit betrieblichen Aktionen und mit Streiks für die Entlastung der Beschäftigten. Aktuell hat sie damit an den vier baden-württembergischen Unikliniken offenbar für Bewegung gesorgt. Eine Tarifeinigung sei »erstmals in Sichtweite«, hieß es vergangene Woche bei Verdi. Wenig verheißungsvoll sind hingegen die Entwicklungen auf politischer Ebene. Insbesondere die Krankenhausträger wehren sich weiter mit Händen und Füßen gegen verbindliche Vorgaben. Eigentlich wollte Verdi die Pflegekräfte in den Unikliniken Heidelberg, Freiburg und Tübingen Ende vergangener Woche zu einem zweitägigen Warnstreik aufrufen. Zuvor hatten bereits die Beschäftigten des Uniklinikums Ulm zwei Tage lang die Arbeit niedergelegt. Doch zu der geplanten Fortsetzung kommt es zunächst nicht, denn der Unternehmerverband der vier baden-württembergischen Unikliniken hat ein Angebot vorgelegt, über das die Verdi-Tarifkommission bis Mitte April entscheiden will. Es hat offensichtlich soviel Substanz, dass die Gewerkschaft die für Donnerstag und Freitag geplanten Arbeitsniederlegungen absagte. (…) An den Unikliniken Baden-Württembergs haben die Arbeitsniederlegungen und weiteren Streikankündigungen nun dazu geführt, dass die Klinikleitungen in diesem Punkt Zugeständnisse machen mussten. Die Gewerkschaft erhält bereits nach sechs Monaten ein Sonderkündigungsrecht. Ein verbindliches Ausfallmanagement soll unmittelbar nach Unterzeichnung des Tarifvertrags an allen Standorten veröffentlicht und in Kraft gesetzt werden. »Damit wäre ein Weiterwurschteln wie bisher vom Tisch«, erklärte die Verdi-Verhandlungsführerin Irene Gölz in einer Pressemitteilung…” Artikel von Herbert Wulff in der jungen Welt vom 27.03.2018  externer Link. Siehe dazu auch:

    • Baden-Württemberg: ver.di Tarifkommission für die Unikliniken stimmt Tarifvertrag für Entlastung zu 
      Die große ver.di-Tarifkommission der vier baden-württembergischen Unikliniken Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg hat heute dem Tarifvertrag für Personal-Mindestbesetzungen und ein Konsequenzenmanagement zugestimmt. Damit kann das Vertragswerk in Kraft treten, allerdings zunächst „auf Bewährung“, wie die ver.di Verhandlungsführerin Irene Gölz mitteilte. „Ohne ein Sonderkündigungsrecht nach einem halben Jahr hätte die Tarifkommission heute nicht zugestimmt. Das spiegelt auch die Stimmung in den vier Kliniken wider. Sehr groß ist die Skepsis bei den Beschäftigten, dass ihre Arbeitgeber jetzt wirklich ernst machen und sie entlasten. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug. Wir werden sie dabei sehr im Auge behalten“, sagte Irene Gölz. Kern des Tarifvertrages sind Personalbedarfsermittlungsverfahren, die in erst einmal 10 bis 20 Pflegebereichen pro Standort zu festgelegten Regelbesetzungen führen. Zudem darf niemand mehr in der Nacht alleine auf Station arbeiten. Mindestens 120 neue Stellen über alle Standorte sind zugesagt. Ein Ausfallmanagement soll dafür sorgen, dass bei Personalausfällen umgehend Abhilfe geschaffen wird. Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika, von dem rund 27.000 Beschäftigten an den vier Kliniken betroffen sind. Die Ärzte fallen unter den TV Ärzte, das wissenschaftliche Personal als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.” ver.di-Mitteilung vom 11. April 2018 externer Link
    • [Audio] Vertrauensvorschuss für die Leitungen im Kampf für Entlastung an den Unikliniken: “Der Erfolg des Tarifvertrags ist, dass man ihn schnell wieder kündigen kann.”
      “Am Mittwoch den 21. März hatte die Gewerkschaft ver.di den für Donnerstag und Freitag angekündigten Warnstreik an der Freiburger Uniklinik abgesagt. Eine Einigung im Tarifkonflikt an den baden-württembergischen Unikliniken um Personal-Mindestbesetzungen und ein Konsequenzenmanagement sei auf dem Weg. Am Freitag den 23. März fand statt Warnstreik trotzdem noch eine Demonstration für “Entlastung jetzt” statt. Diese zog mit etwa 120 TeilnehmerInnen von der Klinik in die Innenstadt und zurück. An der Uniklinik stellte sich dann auch der Vorstand und der Aufsichtsrat der Uniklinik dem Protest. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Clemens Benz und Pflegedirektor Helmut Schiffer sprachen zu den Protestierenden und vermieden es explizit sich dafür zu entschuldigen, dass sie den Beschäftigten aufgrund des vormals angekündigten Warnstreik vorgeworfen hatten, mit der Gesundheit der Patienten zu spielen. Dass die sogenannten Arbeitgeber mit dem sich anbahnenden Tarifvertrag auf Probe trotzdem einen Vertrauensvorschuss erhalten, gefällt nicht allen Beschäftigten am Uniklinikum. Das wurde bei der Demonstration am Freitag deutlich. Radio Dreyeckland sammelte Reden und sprach mit Irene Gölz, der ver.di Verhandlungsführerin im Tarifkonflikt, einem Mitglied der Tarifkommission und einem Physiotherapeut aus der Freiburger Uniklinik.” Feature samt Interview vom 26. März 2018 bei Radio Dreyeckland externer Link Audio Datei (Audiolänge: 17:26 Min.)
    • [Audio] Verdi-update: Ingo Busch über 6 Monate Tarifvertrag auf Bewährung – Streik ausgesetzt: Uniklinik wehrt sich gegen Darstellung des Vorstands.
      “Nach den zähen Tarifverhandlungen an den Unikliniken in Ba-Wü kam es am Dienstag zu einer vorersten Einigung zwischen Klinikleitung und der Tarifkommission von Verdi. (…) Die sichtbare Streikbereitschaft der Uniklinik-Belegschaft in Freiburg habe die Kapitalseite nochmal soweit unter Druck gesetzt, dass sie in einigen zentralen Punkten Zugeständnisse gemacht hätten, so Ingo Busch, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Allerdings bleibe abzuwarten, inwiefern die Klinikleitungen ihrem Angebot in den nächsten sechs Monaten Taten folgen lassen. Nach diesem Zeitraum würde das dreimonatige Sonderkündigungsrecht der Gewerkschaft greifen. Es könne passieren, dass man in neun Monaten (6+3) erneut verhandeln müsse. Bevor der Angebotskatalog überhaupt angenommen werden kann, müssten die KrankenhausarbeiterInnen dem Vertrag bis zum 11. April zustimmen. Am Dienstag (20.03) hatte die Klinikleitung eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie Verdi dazu aufforderte die angesetzten Streiktage um eine Woche zu verschieben. Als Begründung diente der Klinikleitung das im Gesundheitsbereich oft bemühte Argument des “gefährdeten Patientenwohls”. Weiter heißt es in der Erklärung: “Auch vor dem Hintergrund, dass diese Gespräche weit fortgeschritten sind, ist ein erneuter Aufruf zum Streik überflüssig und kontraproduktiv.” Die Reaktionen der KrankenhausarbeiterInnen, ließen nicht lange auf sich warten. In einer Pressemitteilung der Teamdelegiertenversammlung stellten sich diese geschlossen hinter den geplanten Streik und wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. In der Gegendarstellung heißt es dazu: “Wir sehen mittlerweile nicht nur unsere eigene Gesundheit gefährdet, sondern zunehmens auch die der Patienten, auch der gerne medienwirksam in den Vordergrund gestellten „onkologischen Patienten und Kinder“. So ist beispielsweise eine Person in der Medizinischen Klinik nachts alleine für etwa 20 hochkomplexe Patienten zuständig, dieser Umstand zieht sich durch alle Abteilungen. Pflegerische und medizinische Maßnahmen oder auch das rechtzeitige Erkennen von kritischen Situationen sind so nicht möglich – dies gefährdet die Patienten!”… ” Interview mit Ingo Busch vom 22. März 2018 bei Radio Dreyeckland externer Link Audio Datei
  • Druck machen muss anders gehen! – Zum Stand der ver.di-Tarifkampagne Entlastung 
    “… Viele Gewerkschaftsmitglieder fürchten bereits zu Recht einen Verschiebebahnhof, auf dem keine einzige zusätzliche Stelle geschaffen wird, sondern diese aus der Normalpflege abgezogen werden. Aus den Gesprächen für eine neue Große Koalition sickerte zudem durch, dass die zukünftige Bundesregierung 8000 zusätzliche Pflegearbeitsplätze „schaffen“ will – bundesweit! Dies ist mal gerade ein Zehntel der in der Pflege und weniger als ein Zwanzigstel der insgesamt benötigten Jobs in Akutkrankenhäusern! (,,,) Statt allein auf die Mittel der bürgerlichen Demokratie (Volksbegehren, Länderparlament) zu bauen, sich im „alternativen“ Lobbyismus zu verfransen, hätte das Solidaritätsbündnis für mehr Personal im Krankenhaus im Charité-Streik dem Ausverkauf der ver.di-Spitze eine klassenkämpferische Alternative entgegensetzen und den Streikenden eine antibürokratische Kampfperspektive bieten sollen! So würden wir die Kampagne für den Volksentscheid damit verbinden, ver.di nicht vom Haken zu lassen, und unsere Perspektive Vollstreik einbringen sowie uns am Aufbau von Solidaritätskomitees beteiligen.Statt des Lobbyismus der Gewerkschaftsbürokratie und ihrer „linken“ BegleitmusikantInnen brauchen wir einen politischen Streik für ein Gesundheitsgesetz unter Einbezug aller Gewerkschaften für: Abschaffung der Fallpauschalen (DRG)! 162.000 neue Stellen! Ausreichende staatliche Bau- und Investitionsfinanzierung! Das ist die notwendige Entlastung für Beschäftigte und PatientInnen gleichermaßen!” Beitrag von Jürgen Roth, Gruppe ArbeiterInnenmacht, aus “Fight!” Revolutionäre Frauenzeitung No. 6 2018 externer Link
  • ver.di-Vernetzungstreffen von Krankenhausbeschäftigten am 3.2.2018 in Kassel: „Wir müssen jetzt unbedingt weitermachen, mit der ganzen Konsequenz“ 
    Es war eine Versammlung der geballten Fachkompetenz, als sich am Samstag, den 3. Februar 2018 in Kassel ca. 130 Aktive aus Krankenhäusern trafen, um zum  zweiten Mal auf einer eintägigen Konferenz über den Stand der Bewegung für mehr Personal im Krankenhaus zu beraten. Die Vorsitzende des Fachbereichs Sylvia  Bühler begann das Treffen mit einer Auswertung des gerade verabschiedeten Koalitionspapiers [Siehe ihre Pressemitteilung vom 03.02.2018 externer Link dazu]. Es sei ein großer Erfolg unserer Bewegung für mehr Personal im Krankenhaus, dass es  zukünftig Personaluntergrenzen für alle bettenführenden Stationen geben soll (nicht mehr nur für die sogenannten „pflegesensitiven Bereiche“), dass die Tarifsteigerungen refinanziert werden sollen und dass die Pflegepersonalkosten zukünftig aus den Fallpauschalen herausgerechnet und gesondert vergütet werden sollen. (…) In der anschließenden Fragerunde wurde von den Anwesenden deutliche Skepsis in Bezug auf das Koalitionspapier geäußert. So wurde ein konkreter Zeitplan vermisst. Es fehle eine Angabe, wieviel Geld zur Verfügung gestellt werden soll und wie die Pläne finanziert werden sollen. Es wurde angemahnt, nicht nur die  Pflegeberufe, sondern auch die anderen Berufsgruppen einzubeziehen und Konsequenzen festzulegen, was bei Nichteinhaltung der Personaluntergrenzen  passiere. Die Verwendung des Begriffs Personaluntergrenzen sei ein Rückschritt im Vergleich zu der von ver.di geforderten Personalbemessung. (…) Es folgten eindrucksvolle Berichte von Aktiven aus den Krankenhäusern, wo schon erfolgreiche Aktionen durchgeführt wurden. (…) Es wäre sehr wünschenswert, diese Treffen regelmäßig durchzuführen, für alle Interessierten zu öffnen, um die Vernetzung untereinander stärker voran zu treiben und auf diesen Konferenzen auch verbindliche Vereinbarungen in Bezug auf das weitere Vorgehen zu treffen…” Bericht von Dorit Hollasky , Sprecherin der ver.di Betriebsgruppe am Städtischen Klinikum Dresden, von der Konferenz aktiver Gewerkschafter/innen aus Krankenhäusern – wir danken!

    • Darin auch der Hinweis: “Eine tolle Möglichkeit, diese Vorschläge zu diskutieren und zu planen, gibt es zu Ostern in Berlin. Dort finden im Rahmen der Sozialismustage am Samstag zwei spannende Veranstaltungen statt: „Aufstand der Pflege: Der Kampf für mehr Personal im Krankenhaus von Augsburg bis Berlin“ und ein „Vernetzungstreffen für Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen und Aktive aus der Krankenhaussolidarität“. Das Programm kann unter www.sozialismustage.de externer Link angesehen werden, auch die Anmeldung kann hier erfolgen.”
    • Siehe auch einen Bericht mit Bildern bei ver.di externer Link
  • [25.1.18] Warnstreiks von Pflegekräften in Baden-Württemberg: Beschäftigte an vier Unikliniken im Ausstand 
    Das Pflegepersonal an Unikliniken fordert Entlastung. An vier Standorten in Baden-Württemberg haben am frühen Donnerstagmorgen deshalb Warnstreiks begonnen. Ganztägige Aktionen sind geplant. Bei den Arbeitsniederlegungen in Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm rechnen die Organisatoren nach eigenen Angaben mit insgesamt bis zu 3.000 Teilnehmern. Wegen der Warnstreiks müssten zahlreiche Operationen verlegt werden, die Notfallversorgung sei aber gesichert, teilte die Gewerkschaft ver.di mit. Die Arbeitgeber kritisieren den Warnstreik…” Meldung vom 25.1.2018 beim SWR externer Link
  • Ultimatum für mehr Personal: Klinikbeschäftigte fordern bundesweit Entlastung 
    Mit Aktionen in Krankenhäusern zeigen die Klinikbeschäftigten auch zum Monatsende wieder, wie groß der Handlungsdruck ist und wie dringend zusätzliche Stellen in den Krankenhäusern geschaffen werden müssen, um das vorhandene Personal zu entlasten. In einer saarländischen Klinik stellten Pflegekräfte ein Ultimatum, mehr Personal einzustellen, um die Arbeit auf den Stationen bewältigen zu können. Anderenfalls drohten sie der Klinikleitung mit Dienst nach Vorschrift: Sie würden das kurzfristige Einspringen aus den freien Tagen verweigern, Über-stunden ablehnen und ihr Recht auf Pausen umsetzen. (…) In den vergangenen Wochen hatten Krankenhausbeschäftigte in immer mehr Kliniken selbstbewusst gezeigt, dass sie Grenzen setzen, wenn die Klinikleitungen ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Einige Arbeitgeber haben auf den Druck der Belegschaften reagiert und führen nun Gespräche mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, teilweise mit beachtlichen Ergebnissen. So konnte sich ver.di mit der Universitätsklinik Gießen/Marburg auf eine deutliche Entlastung für die Beschäftigten durch zusätzliche Stellen einigen. Stimmen die Mitglieder dem Verhandlungsergebnis zu, wäre dies der erste Tarifvertrag für Entlastung in einem privaten profitorientierten Klinikum. Bislang besteht ein solcher Tarifvertrag nur an der Berliner Charité. An anderen Kliniken zeigen sich die Arbeitgeber uneinsichtig, etwa am Helios-Klinikum in Dachau. Dort haben die Beschäftigten angesichts der fehlenden Bereitschaft der Klinikleitung, Maßnahmen zur Entlastung zu ergreifen, einen Erzwingungsstreik beschlossen…” ver.di- Pressemitteilung vom 29.11.2017 externer Link
  • Erneut Streiks und Aktionen in Krankenhäusern für mehr Personal und Entlastung
    Diese Woche streiken erneut Krankenhausbeschäftigte für einen Tarifvertrag Entlastung. Am Dienstag und Mittwoch streiken die Beschäftigten an der Uniklinik Düsseldorf, am Mittwoch im katholischen Marienhaus Ottweiler und am Mittwoch und Donnerstag im privaten HELIOS Amper-Klinikum Dachau…” ver.di-Meldung vom 24. Oktober 2017 externer Link
  • Billiger geht immer. In Düsseldorf streiken Beschäftigte gegen den Pflegenotstand 
    Beschäftigte des Düsseldorfer Universitätsklinikums streiken gegen große Lohnunterschiede und hohe Arbeitsbelastung. (…) Mit den Streikenden solidarisieren sich auch radikale Linke. Die Gruppe »I Furiosi« unterstützt das »Düsseldorfer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus«, weil »die Beschäftigten im Krankenhaus elementare gesellschaftliche Arbeit leisten, die in größtenteils privaten Unternehmen nach Profitkriterien organisiert wird«, wie sie der Jungle World erläutert. Das kapitalistische Konkurrenzdenken und das Ziel, die Kosten zu senken, sorgten für eine nachlassende Versorgungsqualität, da die Hauptsparmöglichkeit beim Personal gesehen werde. Die Gruppe plant daher, die Beschäftigten »bei der Selbstermächtigung zu unterstützen«. Ähnlich dem Slogan der kämpferischen Auszubildenden, »Mehr von uns ist und bleibt besser für alle«, will auch I Furisoi »ein gutes Leben, das mehr ist als ein ständiges Rennen im Hamsterrad«.” Artikel von Dennis Pesch in der Jungle World vom 19.10.2017 externer Link
  • Erneut Streiks in Kliniken für einen Tarifvertrag Entlastung – Bsirske fordert Sofortprogramm gegen den Pflegenotstand
    Klinikbeschäftigte in vier Bundesländern treten heute und morgen (Dienstag, den 10., und Mittwoch, den 11. Oktober 2017) in den Streik für einen Tarifvertrag Entlastung. Hintergrund sind die für die Beschäftigten psychisch und gesundheitlich untragbaren und belastenden Arbeitsbedingungen, die mit der akuten Personalnot einhergehen. “Die Arbeitgeber sind in der Verantwortung, die Arbeit so zu organisieren, dass die Beschäftigten nicht krank werden. Bitter, dass ein Streik nötig ist, damit im Krankenhaus das passiert, was in anderen Branchen eine Selbstverständlichkeit ist,” sagte das für die Gesundheitspolitik zuständige Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Sylvia Bühler. Sie wisse, wie viel Mut es bräuchte, die Arbeit gerade im Krankenhaus, niederzulegen und sich nicht mehr moralisch erpressen zu lassen, so Bühler. Erstmals schließen sich am Mittwoch Beschäftigte eines katholischen Krankenhauses den Streikenden an, Beschäftigte der katholischen Marienhausklinik Ottweiler (Saarland)...” ver.di-Meldung vom 10.10.2017 externer Link