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Wohnungskrise erreicht Mitte der Gesellschaft und Wohnen wird für immer mehr Menschen zum Armutsrisiko
„Deutschland bleibt das „Mieter:innenland Nummer 1“ in Europa. Im Jahr 2024 lebten mehr als 52,8 % der Bevölkerung zur Miete – das sind über 44 Millionen Menschen in mehr als 20 Millionen Haushalten. Die Zahl der Mieter:innen ist in den letzten fünf Jahren um fast drei Millionen gestiegen. Doch die Wohnungssituation hat sich für viele dramatisch verschärft. Der Mietenreport 2025 zeigt, dass nicht nur die einkommensschwächeren Mieter:innen betroffen sind, sondern auch die Mittelschicht zunehmend in Mietnot gerät. „Wohnen wird für immer mehr Menschen zum Armutsrisiko“, erklärt die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz. „Die Wohnungskrise betrifft nicht nur die Ärmsten, sondern auch die breite Mitte der Gesellschaft. Millionen Mieter:innen leben mit der Angst ihre Wohnung zu verlieren und wissen nicht, wie lange sie die steigenden Mieten noch tragen können.“…“ Pressemeldung vom 06.11.2025
(„Wohnungskrise erreicht Mitte der Gesellschaft: Deutscher Mieterbund präsentiert Mietenreport 2025“) zum Mietenreport 2025
und mehr dazu:
- [Sozialer Wohn-Monitor 2026] Rekordhoch beim Wohnungsdefizit: 1,4 Mio. Wohnungen fehlen
„Wohnungsdefizit erreicht Rekordhoch: Aktuell fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen – fast ausschließlich bezahlbare Wohnungen und vor allem auch Sozialwohnungen. Das geht aus dem „Sozialen Wohn-Monitor 2026“ hervor, den das Pestel-Institut zusammen mit dem Bündnis „Soziales Wohnen“ am heutigen Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Zu dem Bündnis gehören der Deutsche Mieterbund, die Industriegewerkschaft BAU, die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie zwei Akteure der Bauwirtschaft. „Um das Wohnungsdefizit bis 2030 abzubauen, müssten gut 400.000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut werden“, sagt der Studienleiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Einbrüche bei den Baugenehmigungen ließen allerdings schon jetzt erkennen, dass es in den kommenden Jahren lediglich rund 200.000 neu gebaute Wohnungen pro Jahr geben werde, warnt das Bündnis „Soziales Wohnen“. Wenn es aber schon nicht genug neue Wohnungen gebe, dann müssten die, die gebaut würden, wenigstens bezahlbar sein: „Deutschland braucht – vor allem in den Metropolregionen, Groß- und Unistädten – dringend mehr Sozialwohnungen“, so das Bündnis. (…) So haben nach Angaben der Wissenschaftler vom Pestel-Institut von den mehr als 23 Millionen Mieterhaushalten in Deutschland mit Blick auf deren Einkommen etwa die Hälfte einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Insgesamt gebe es bundesweit aber nur noch rund 1 Million Sozialwohnungen. Ziel müsse es sein, deren Zahl bundesweit mindestens zu verdoppeln – auf 2 Millionen, fordert das Sozialwohnungs-Bündnis. (…) Der „Soziale Wohn-Monitor 2026“ warnt: Die Härte der Wohnungsnot trifft vor allem Jüngere und Ältere. Sie seien die „Verlierer auf dem Wohnungsmarkt“. Menschen mit Behinderungen erlebten sogar eine Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. (…) Der Leiter des Pestel-Instituts spricht von „erzwungenen Umzügen durch Altersarmut“: „Das ist nichts anderes als die ‚Stadtvertreibung Älterer‘ durch Wohnungsnot.“ Ein Phänomen, das weit über Hamburg und München hinaus verbreitet sei und immer häufiger zum Problem von Seniorenhaushalten werde. Außerdem stellt der „Soziale Wohn-Monitor“ bei Menschen mit Behinderungen eine „Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt“ fest. Um gegenzusteuern, seien u.a. Quoten bei der Vergabe von Sozialwohnungen an Menschen mit körperlichen und psychischen Behinderungen notwendig. Vorübergehend sollten diese beim Auswahlverfahren sogar bevorzugt werden. „Auch anderen Menschen, die auf den meisten Wohnungsmärkten so gut wie chancenlos sind, würde das helfen – zum Beispiel Menschen mit Suchtproblemen“, fordert das Bündnis „Soziales Wohnen“. (…) Darüber hinaus sei es wichtig, einfacher zu bauen – und damit effektiver, auch um mehr Sozialwohnungen zu schaffen. In Schleswig-Holstein gebe es hierzu „Leuchtturmprojekte des Sozialwohnungsbaus“: Der im nördlichsten Bundesland genutzte Regelstandard „Erleichtertes Bauen“ erlaube den Neubau von Sozialwohnungen „in guter Qualität und mit niedrigen Instandhaltungskosten und das zu – im bundesweiten Vergleich – günstigen Baukosten“, so das Bündnis.“ Pressemeldung des Deutschen Mieterbunds vom 15. Januar 2026
zum Sozialen Wohn-Monitor 2026 - Mietmarkt mit Schimmelbefall. Mietenreport zeigt: Junge Menschen, Familien und Alleinerziehende geraten zunehmend in Wohnungsnot
„»Die Wohnungskrise hat die Mitte der Gesellschaft erreicht«, erklärt Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes (DMB), bei der Vorstellung des neuen »Mietenreports« in Berlin. Fast jede dritte Person, die zur Miete lebe, habe demnach Angst, sich den Wohnraum nicht mehr leisten zu können. Beinahe jede sechste fürchte den Verlust der eigenen Wohnung. Kriselt es am Mietmarkt, so betrifft das in Deutschland viele Menschen. »Deutschland bleibt das Mieter*innenland Nummer eins«, formuliert es Weber-Moritz. 52,8 Prozent der Menschen wohnen zur Miete – das sind 44,1 Millionen Menschen, drei Millionen mehr als vor fünf Jahren. Damit ist das Land mit Ausnahme der Schweiz europäischer Spitzenreiter. In Rumänien, dem Land mit dem höchsten Anteil an Wohneigentum, leben nur 5,7 Prozent der Bevölkerung zur Miete…“ Artikel von Sarah Yolanda Koss vom 06.11.2025 in ND online
- Teuer, klein und kaputt. Deutscher Mieterbund stellt Jahresbericht vor. Der Befund: Unerschwingliche Preise, überbelegte Wohnungen und gravierende Mängel
Artikel von Luca von Ludwig in der jungen Welt vom 07.11.2025
Siehe z.B. auch das Dossier: Miete und Armut: Fast die Hälfte der Haushalte in deutschen Großstädten zahlen mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens