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Tarifrunde im Handel 2026: Zusammen handeln. Für bessere Tarife!
Dossier
„Tarifrunde im Handel gestartet: ver.di fordert spürbare Lohnerhöhungen über der Inflation, mehr Vollzeitstellen und eine stärkere Tarifbindung. Für rund 5,2 Millionen Beschäftigte im Einzel-, Versand-, Groß- und Außenhandel beginnt ab April 2026 eine entscheidende Entgeltrunde…“ ver.di-Sonderseite
mit Nachrichten zur Tarifrunde im Handel 2026 auch aus den Ländern mit unterschiedlichen Forderumngen i.d.R.um 7 Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro… Siehe hier nur die bundesweiten Aktivitäten:
- Tarifeinigung im NRW-Einzelhandel mit 2stufiger Lohnerhöhung (2 und 3%), ab 1.5.2027 mind. 1 Euro über gesetzlichem Mindestlohn und Laufzeit von 25 Monaten
- Tarifabschluss für rund 700.000 Beschäftigte im NRW-Einzelhandel – Einigung nach fünf Verhandlungsrunden
„Nach fünf Verhandlungsrunden haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di in NRW) und die Arbeitgeberseite am heutigen Mittwoch (26. August 2026) auf einen Tarifabschluss für die rund 700.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen geeinigt. Die Beschäftigten erhalten damit ab 01. August 2026 drei Prozent und im Mai 2027 weitere zwei Prozent mehr Entgelt. Die Ausbildungsvergütungen steigen überproportional. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten. Für die Beschäftigten in den untersten Entgeltgruppen wird ein tariflicher Mindeststundenlohn von 14,20 Euro ab August 2026 und von 14,90 Euro ab Mai 2027 festgelegt…“ Pressemitteilung vom 26.8.2026 von ver.di NRW
- ver.di-Durchbruch im Einzelhandel: Beschäftigte erringen erste Tarifeinigung in NRW nach monatelangen Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern
„Der Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bewertet die Einigung im nordrhein-westfälischen Einzelhandel positiv. „Wir begrüßen es, dass nach dem Durchbruch im Groß- und Außenhandel jetzt auch die Sozialpartner im Einzelhandel nach monatelangen, harten Auseinandersetzungen erstmals zu einer tragfähigen Lösung gekommen sind“, so Silke Zimmer, das für den Handel zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Die erzielte Einigung sieht für die nordrhein-westfälischen Beschäftigten eine Erhöhung der Tarifentgelte um 5 Prozent vor: zum 1. August 2026 um 3 Prozent und zum 1. Mai 2027 um 2 Prozent. Ab dem 1. Mai 2027 wird ein Mindeststundenentgelt von 14,90 Euro erreicht. Die Auszubildendenvergütungen werden jeweils zum 1. September 2026 und 2027 um die gleichen Prozentsätze angehoben und anschließend nach oben auf die vollen zehn Euro gerundet. Die Laufzeit beträgt 25 Monate. (…) „Ich gehe davon aus, dass dieses Ergebnis die Grundlage für weitere Abschlüsse in den anderen bundesweit fünfzehn Tarifgebieten des Einzelhandels ist“, so Zimmer. „Denn angesichts der gestiegenen Benzin- und Lebensmittelpreise ist es nun dringend geboten, dass alle Beschäftigten im Handel zügig mehr Geld im Portemonnaie haben.“…“ Pressemitteilung vom 27.8.2026 bei ver.di Bund
– aber auch: - Kein Lohn unter 14,90 Euro – Handel in Berlin-Brandenburg streikt zwei Tage
„Die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel in Berlin-Brandenburg erhöhen mit einem zweitägigen Streik den Druck auf die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Tarifangebot vorzulegen. Hintergrund istdie seit Monaten andauernde Tarifauseinandersetzung und die Weigerung der Arbeitgeber, ein Angebot vorzulegen, das für alle Beschäftigtengruppen ein tarifliches Einkommen oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns sicherstellt. (…) Bereits bei vorherigen Abschlüssen hat sich gezeigt, dass die Arbeitgeber die Übertragung bereits erfolgter Abschlüsse auf andere Tarifgebiete blockieren. Darüber hinaus müssen regionale Besonderheiten in Berlin und Brandenburg berücksichtigt werden. Insbesondere muss ausgeschlossen werden, dass einzelne Beschäftigte aufgrund einer bestehenden Ausnahmeklausel unter ein Niveau von 14,90 Euro pro Stunde fallen. Zudem beginnen die Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg bis zu drei Monate später als im übrigen Bundesgebiet. Damit die Beschäftigten in der Region nicht strukturell benachteiligt werden, braucht es deshalb eine verkürzte Laufzeit des Tarifvertrags. In Berlin wurde bereits beim letzten Abschluss eine Verkürzung um einen Monat erreicht. Dieser Weg muss weiter gegangen werden. (…)
Der zweitägige Streik hat seinen Höhepunkt am Freitag, 28.08., auf dem Breitscheidplatz mit einer anschließenden Demonstration. Medienvertreter*innen sind um 11:30 Uhr eingeladen. In einzelnen Betrieben wird bereits am heutigen Donnerstag gestreikt. In der Mehrzahl der Betriebe wird der Streik am Samstag ohne zentrale Veranstaltung fortgesetzt...“ Pressemitteilung vom 27.8.2026 von ver.di Berlin-Brandenburg
- Tarifabschluss für rund 700.000 Beschäftigte im NRW-Einzelhandel – Einigung nach fünf Verhandlungsrunden
- Vor den Verhandlungen im Einzelhandel in Hessen und NRW fordert ver.di: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, verdient mehr als nur den Mindestlohn
„Mit dem Ende der Schulferien in mehreren Bundesländern, werden in der kommenden Woche die Tarifverhandlungen im Einzelhandel in Hessen und in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sendet daher ein klares Signal der Erwartung an die Arbeitgeber im Einzelhandel, die Tarifverhandlungen mit tabellenwirksamen Entgelterhöhungen nun endlich für alle Beschäftigtengruppen voranzubringen und bei den unteren Lohngruppen nicht beim gesetzlichen Mindestlohn zu verharren. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Arbeitgeber im Einzelhandel bislang einen Tarifabschluss mit einem rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro verweigern“, so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel. „Das ist nicht nur respektlos und ohne jede Wertschätzung – es ist inakzeptabel, da es bereits heute Arbeitgeber im Einzelhandel gibt, die Stundenlöhne deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn zahlen, wie z.B. Lidl und Aldi“, so Zimmer. (…) „Es ist ein Skandal, wenn Beschäftigte mit abgeschlossener Berufsausbildung als Verkäuferin bzw. Verkäufer in einigen Tarifbezirken nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn erhalten sollen“, so Zimmer. „Ein erfolgreicher Berufsabschluss im Einzelhandel verdient echte Wertschätzung“, so die Spitzengewerkschafterin. „Die Arbeitgeber verspielen die Zukunft und die Attraktivität der Branche, wenn sie gerade diesen Beschäftigten in der aktuellen Tarifauseinandersetzung keine überproportionale Tariferhöhung zukommen lassen wollen.“…“ Pressemitteilung vom 18.8.2026
(„ver.di fordert: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung im Einzelhandel hat, verdient mehr als nur den gesetzlichen Mindestlohn“) - Mit Hamburg hat der 5. verdi-Tarifbezirk den Pilotabschluss im bayerischen Groß- und Außenhandel übernommen, also weit weg von „mindestens 250 Euro im Monat“
- Tarifrunde Groß- und Außenhandel Hamburg: Tarifeinigung für 60.000 Beschäftigte erzielt
„Das Verhandlungsergebnis orientiert sich am zuvor bundesweit ersten Abschluss im bayerischen Groß- und Außenhandel und sieht eine Entgeltsteigerung von 2,9 Prozent ab 1. August 2026 sowie eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent ab 1. Mai 2027 vor. Die Ausbildungsvergütungen steigen um 40 Euro ab 1. August 2026 und um weitere 30 Euro ab 1. August 2027. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 24 Monate…“ Pressemitteilung vom 11.08.2026 bei ver.di Hamburg
- Tarifabschluss reißt Lohnuntergrenze
„In Hamburg hat der fünfte Verdi-Tarifbezirk den Pilotabschluss für den Groß- und Außenhandel übernommen. Das Ergebnis birgt einige Probleme für die Gewerkschaft
Klappe, die fünfte. Nach Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und NRW hat mit Hamburg nun der nächste Verdi-Bezirk im Fachbereich Handel einen Tarifabschluss im Groß- und Außenhandel erzielt. Vorlage der am Dienstag in der Hansestadt getroffenen Einigung ist wie schon in den Bezirken zuvor der Pilotabschluss in Bayern. »Die Verhandlungen waren schwierig«, erklärte Heike Lattekamp, die örtliche Verdi-Verhandlungsführerin für den Groß- und Außenhandel. Am Ende sei es doch »gelungen, eine Einigung zu erzielen«. Entscheidend dafür sei die Bereitschaft der Beschäftigten gewesen, »gemeinsam für ihre Forderungen einzustehen«, zitierte eine Mitteilung der Gewerkschaft. »Ohne den Druck aus den Betrieben wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen«, pflichtete ihr demnach auch Jan Görbitz aus der Tarifkommission bei. »Wir haben gemeinsam eine spürbare Verbesserung erreicht.«
Ob diese allerdings bei allen Kolleginnen und Kollegen wirklich spürbar wird, ist fraglich. Von den ursprünglich von Verdi geforderten sieben Prozent mehr Entgelt, mindestens aber 250 Euro im Monat, bleibt nicht mehr viel übrig. Die Laufzeit des Tarifvertrags wird doppelt so lang ausfallen wie ursprünglich gefordert und entspricht mit 24 Monaten jener aus dem Pilotabschluss in Bayern. Ebenfalls dementsprechend sollen die Löhne und Gehälter der rund 60.000 Beschäftigten im hamburgischen Großhandel ab August um 2,9 Prozent angehoben werden. Eine weitere Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,1 Prozent soll ab dem 1. Mai 2027 erfolgen. Azubis sollen der Regelung zufolge ab August 40 Euro mehr erhalten, weitere 30 Euro gibt es dann ab August 2027 monatlich obendrauf, teilte Verdi am Dienstag mit.
Die erzielte Erhöhung für die in Lehre befindlichen Kolleginnen und Kollegen entspricht ebenfalls knapp der Hälfte der von Verdi geforderten 150 Euro. Zudem liegt die Erhöhung nur knapp über der Ende Juli vom Statistischen Bundesamt ausgegebenen Schätzung von 2,8 Prozent Inflation. Angesichts zu erwartender Spätfolgen des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus ist aktuell nicht absehbar, ob eine gut zweiprozentige Erhöhung die Verbraucherpreisentwicklung im kommenden Jahr auffangen kann. Auch stehen für die Beschäftigten Nullmonate im Ergebnis – Mai, Juni und Juli. Für die Zeit der laufenden Tarifverhandlungen seit Ende April gehen die Beschäftigten leer aus – ein Umstand, den Verdi während der Gesprächsrunden als inakzeptabel zurückgewiesen hatte.
Und es gibt noch ein Problem in dem bayerischen Pilotabschluss. Denn sollte dieser in einigen Tarifgebieten übernommen werden, würden Lohngruppen ab Januar 2027 unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns von 14,90 Euro fallen. Im Tarifgebiet Berlin-Brandenburg gibt es Beschäftigte mit Berufsausbildung in mehreren Entgeltgruppen, die mit dem Abschluss nicht auf das stündliche Mindestsalär kommen. »Um Unternehmen und Mitarbeitenden dennoch so schnell wie möglich Rechtssicherheit durch einen gültigen Tarifabschluss bieten zu können, wurde im vorliegenden Abschluss die Lohngruppe L1 unter 18 Jahren nicht abschließend geregelt und statt dessen eine Verhandlungsverpflichtung aufgenommen«, zitierte die Lebensmittelzeitung vergangene Woche den Handelsverband in Baden-Württemberg…“ Artikel von David Maiwald in der jungen Welt vom 12.08.2026
- Tarifrunde Groß- und Außenhandel Hamburg: Tarifeinigung für 60.000 Beschäftigte erzielt
- Pilottarifabschluss im bayerischen Groß- und Außenhandel: Beschäftigte erkämpfen Tarifabschluss
„In der Nacht vom 21.7.2026 ist es in der vierten Verhandlungsrunde für die rund 240.000 Beschäftigten des bayerischen Groß- und Außenhandels zum Durchbruch in dem Tarifkonflikt gekommen.
Dank der unzähligen Streikaktionen der mutigen Kolleg*innen konnte ein sehr guter Tarifabschluss, der der erste im bundesweiten Handel ist vereinbart werden. Zum 1. August 2026 steigen die Entgelte um 2,9% und um weitere 2,1% zum 1. Mai 2027. Es wurde eine Laufzeit von 24 Monaten vereinbart.
„Dieser Tarifabschluss trägt deutlich die Handschrift der mutigen Kolleg*innen in den Betrieben. Ohne den großen Mut und der Entschlossenheit der Streikenden wäre ein solch guter Tarifabschluss niemals möglich gewesen. Die Streikenden haben wieder einmal bewiesen, dass Tarifabschlüsse auf der Straße und in den Betrieben und nicht am Verhandlungstisch entschieden und erkämpft werden. Mit dem Tarifabschluss bekommen die Kolleg*innen nun auch endlich bei der Bezahlung den notwendigen Respekt und Anerkennung. (…)
Das Tarifergebnis unterliegt einer Erklärungsfrist bis zum 4. August 2026“ Pressemitteilung vom 21.7.2026 von ver.di Landesbezirk Bayern, Fachbereich Handel
– genauer im Tarifinfo 6/2026
: Mut und Entschlossenheit zahlen sich aus!
„Nach unzähligen Streiks und Aktionen in den Betrieben des bayerischen Groß- und Außenhandels kam es dank der mutigen und entschlossenen Streikenden am späten Abend des 21. Juli 2026, in der 4. Verhandlungsrunde zum Durchbruch. Dass es jetzt Respekt und Wertschätzung auch bei der Bezahlung gibt, war nur wegen der unglaublichen Entschlossenheit der Streikenden möglich. Konkret wurde im Tarifabschluss vereinbart:- Ab 1. August 2026 erhöhen sich die Entgelte um 2,9 %
- Ab 1. Mai 2027 erhöhen sich die Entgelte um 2,1 %
- Die Auszubildendenvergütungen erhöhen sichzum 1.9.2026 um 40 € und zum 1.9.2027 um 30 €
- Die Laufzeit beträgt 24 Monate…“ Und dazu:
- Zum Tarifabschluss im bayrischen Handel: Reallohnverlust tarifiert
„… Verdi feiert sich selbst, spricht von einem »sehr guten Tarifabschluss« und einer »klaren Signalwirkung«, wie es Silke Zimmer, im Verdi-Bundesvorstand für den Bereich Handel zuständig, formulierte. In Wahrheit zementiert die Gewerkschaft jedoch ein weiteres Mal Reallohnverluste in der Branche. Die vereinbarten Entgelterhöhungen liegen unter der Inflationsrate. Im Juni lag die für die gesamte Bundesrepublik bei 2,3 Prozent, nur auf Bayern bezogen sogar bei 2,5 Prozent. Zudem bleibt man weit hinter den Zielen zurück, die man sich zu Verhandlungsbeginn im März gesteckt hatte: Da wollte man noch eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, eine Ausbildungsvergütungssteigerung von 150 Euro durchsetzen – und das bei einer Laufzeit von nur einem Jahr! Wenn das mal keine klaffende Lücke zwischen Anspruch und Ergebnis ist.
Und nicht einmal den deutlich schlechteren nun verkündeten Zahlen kann man uneingeschränkt trauen. Rechnen wir nach: Der alte Tarifvertrag lief Ende April dieses Jahres aus. Die erste vereinbarte Steigerung von 2,9 Prozent soll ab August greifen – für Mai, Juni und Juli gehen die Beschäftigten also leer aus. Damit enthält der neue Tarifabschluss de facto nur eine Steigerung für neun der zwölf ersten Monate seiner Laufzeit – legt man die Monate ohne Erhöhung auf das Jahr um, entspricht das einer tatsächlichen Entgelterhöhung von nur 2,175 Prozent. Im zweiten Tarifjahr sollen die Entgelte dann um 2,1 Prozent steigen. Im Ergebnis steigen die Entgelte für die 24 Monate der Laufzeit also um gerade 4,275 Prozent! Verdis offizielle öffentliche Verlautbarungen von fünf Prozent kommen somit nicht einmal mit Zinseszinsrechnung hin!…“ Gastkommentar von Orhan Akman in der jungen Welt vom 24.07.2026
- Zum Tarifabschluss im bayrischen Handel: Reallohnverlust tarifiert
- Tarifstreit im Einzelhandel eskaliert: Die Handelskonzerne machen Milliardengewinne und brechen Tarifgespräche in 4 Bundesländern ab – „STREIK wird Pflicht!“ (ver.di Bayern)
- Tarifstreit im Einzelhandel eskaliert
„In der laufenden Tarifrunde im Einzelhandel haben die Arbeitgeber die Verhandlungen in 4 Bundesländern vorerst ausgesetzt. Betroffen sind Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Berlin-Brandenburg. Der Handelsverband Bayern begründete die Absagen damit, dass der ver.di-Bundesvorstand eine bereits in Baden-Württemberg erzielte Einigung unterlaufen habe. ver.di hatte dem bereits in der „Lebensmittelzeitung“ widersprochen.
Arbeitgeber sehen keine Grundlage für Gespräche
Die bayerische HBE-Tarifgeschäftsführerin Melanie Eykmann kritisierte, dass vor Ort ausgehandelte Kompromisse am Verdi-Bundesvorstand scheiterten. Verbandssprecher Bernd Ohlmann erklärte, man sehe derzeit keine Grundlage für zielführende Verhandlungen in Bayern.
ver.di nennt Vorwürfe einen Skandal
Verdi wies die Vorwürfe zurück. Eine Sprecherin erklärte in Berlin, es habe keinen entsprechenden Beschluss des Bundesvorstandes gegeben. Die Tarifgebiete hätten den Sondierungsstand aus Baden-Württemberg gemeinsam als nicht ausreichend für einen Abschluss bewertet. Der bayerische Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck bezeichnete die Absagen als „Skandal“ und kündigte eine Ausweitung der Streiks an.
Warnstreiks sollen ausgeweitet werden
In den vergangenen Wochen gab es bundesweit zahlreiche Warnstreiks im Einzelhandel. Der bayerische ver.di-Landesbezirk kündigte an, die Arbeitsniederlegungen weiter auszuweiten…“ DGB-Meldung vom 14. Juli 2026
, siehe dazu: - Arbeitgeber im Einzelhandel Bayern sagen Tarifverhandlungen ab: Generalangriff auf die Existenzen der Beschäftigten
„Die Arbeitgeber im bayerischen Einzel- und Versandhandel haben die anstehenden Tarifverhandlungen am 20. Juli 2026 abgesagt. Dabei handelt es sich um eine von den Arbeitgebern bundesweit koordinierte verzweifelte Aktion. Hintergrund ist, dass die Arbeitgeber im Einzel- und Versandhandel Bayern, gemeinsam mit den Arbeitgebern aus den anderen Tarifgebieten, Druck auf die ver.di Tarifkommissionen aufbauen wollen, um einen Tarifabschluss zu erzielen, der nur die Profitinteressen der Handelskonzerne abbildet. Unter anderem wollen die Arbeitgeber für die untersten Entgeltgruppen unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns abschließen.
„Was für ein Skandal. Die Handelskonzerne, die ohnehin zu den Reichsten der Reichen gehören, wollen mit der Absage der Tarifverhandlungen vermeintlich Druck auf die ver.di Tarifkommissionen und die Beschäftigten aufbauen…“ Pressemitteilung vom 13.7.2026 bei ver.di Bayern
– als ein Beispiel – und als Vorbild die ver.di Tarifinfo 5/2026 Einzelhandel Bayern
:
Arbeitgeber lassen Tarifverhandlung am 20. Juli 2026 platzen: STREIK wird Pflicht!
„Die Arbeitgeber im bayerischen Einzel- und Versandhandel haben den vereinbarten Termin für die nächste Tarifverhandlung am 20. Juli 2026 abgesagt. Hintergrund ist, dass die Arbeitgeber letzte Woche in Baden-Württemberg ein derart schlechtes Angebot für einen Tarifabschluss gemacht haben, dass die ver.di Tarifkommission das nur als völlig unzureichend ablehnen konnte. Unter anderem wollen die Arbeitgeber folgendes mit aller Macht durchsetzen: Dramatische Reallohnverluste für 2026 und 2027; Für die unteren Einkommensgruppen einen Stundenlohn unter dem gesetzlichen Mindestlohn.
Die Reichsten der Reichen im Handel wollen mit der Brechstange Armut für die Beschäftigten durchsetzen
Die Handelskonzerne machen Milliardengewinne. Für noch mehr Gewinne sollen nun die Beschäftigten herhalten. Wer Gewinne auf Kosten der Beschäftigten machen will, dem fehlt jegliche moralische Integrität. Wir wissen, über wen wir auf der Arbeitgeberseite in Bayern sprechen. In Bayern haben unter anderem Vertreter*innen von folgenden Konzernen die Tarifverhandlungen abgesagt: Kaufland, EDEKA, Media-Markt, REWE, Penny, IKEA, Eurotrade (…) Es gibt für uns nur eine Antwort: Wir streiken weiter! Wir streiken mehr! Entscheidend für den weiteren Verlauf der Tarifverhandlungen wird sein, wie viele Menschen sich in unserer Gewerkschaft organisieren und gemeinsam mit ihren Kolleg*innen sich gegen das Arbeitgeberverhalten wehren…“ - Streik ist Pflicht: Handelsverbände brechen Tarifgespräche mit Verdi ab. Die Gewerkschaft braucht eine stärkere Tarifstruktur
„Es ist eine kalkulierte Attacke. Von einem »Skandal« sprach Verdi, »Streik wird Pflicht« titelte ein Flugblatt des Landesbezirks Bayern, das junge Welt am Dienstag vorlag. Doch vor allem ist es ein Tiefschlag für die Gewerkschaft: Die Handelsverbände haben die seit Monaten schleppend laufenden Tarifverhandlungen im Handel am Montag abgebrochen, wollen geplante Gespräche in vier Bezirken nicht fortsetzen. Zeit für eine kämpferische Antwort.
In Bayern, Berlin-Brandenburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werde nicht weiterverhandelt, teilte der Handelsverband Bayern mit. Der Verdi-Bundesvorstand habe bei einer zwischenzeitlichen Einigung in Baden-Württemberg vergangene Woche interveniert, so die Behauptung, nun gebe es »keine Grundlage« mehr. Verdi widersprach dem gegenüber jW am Dienstag. Das Angebot sei von den Tarifgebieten als unzureichend erachtet worden. Und sicher müssten diese sich koordinieren, schließlich würden Handelsverbände ihre Abschlüsse auch »mit Punkt und Komma« übertragen.
Das ist logisch, denn der Handel wird von wenigen, riesigen Konzernen beherrscht. Dass diese sich nun mit einer solchen Begründung zurückziehen können, zeigt, wie fragil die Tarifstruktur ist, mit welcher der Verdi-Fachbereich Handel seit mittlerweile vielen Jahren operiert. Mit insgesamt 16 Gebieten im Einzel- sowie 20 Tarifgebieten im Großhandel, zuzüglich individueller Firmenverträge, arbeitet die Gewerkschaft mit unterschiedlichen Laufzeiten, ergo verschiedenen Friedenspflichten.
So kann sie nur wenig Durchsetzungskraft entfalten. (…)
Der vom HDE geforderte »Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten« hieße doch, den Beschäftigten mehr Kosten für die Sozialversicherung aufzubürden? »Nicht zwangsläufig«, so die Antwort, »man könnte auch die Kosten bei den Sozialversicherungen senken«. Aber kürzt das nicht Versorgung und Vorsorge? »Das ist nicht unser Geschäft, wir vertreten als Handelsverband die Interessen unserer Mitglieder.« Kürzen und kürzen lassen: Der »Sozialpartner« ist ein skrupelloser Gegner…“ Artikel von David Maiwald in der jungen Welt vom 15.07.2026
- In den Nachrichten zur Tarifrunde im Handel 2026
von ver.di noch nichts darüber…
- Tarifstreit im Einzelhandel eskaliert
- In der Tarifrunde Handel ruft ver.di am Donnerstag, 25. Juni erneut bundesweit zu Warnstreiks auf – diesmal mit dem Schwerpunkt Kaufland (Schwarz-Gruppe)
„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in der Tarifrunde für den Handel am Donnerstag (25. Juni 2026) erneut Tausende Beschäftigte zu Warnstreiks auf – Schwerpunkt sind unter anderem Filialen des Handelskonzerns Kaufland, der zur Schwarz-Gruppe gehört. „Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland. Seine Beschäftigten haben sein Milliardenvermögen durch ihren Fleiß mit erarbeitet – aber ihr eigener Lohn reicht oftmals nicht bis zum Monatsende“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel. „Bei diesem Konzern wird das Missverhältnis zwischen hohen Gewinnen und niedrigen Löhnen besonders deutlich: Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb Kaufland seine Beschäftigten nicht mit fairen Entgeltsteigerungen am Erfolg beteiligt.“ (…)
Kaufland-Vertreter sitzen in vielen Landesbezirken mit an den Verhandlungstischen. „Damit hat Kaufland ein großes Gewicht in den Arbeitgeberkommissionen und ist für das bisherige inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Nullmonaten und Reallohnverlusten mitverantwortlich“, sagte Zimmer. Allein im Jahr 2024 habe Dieter Schwarz sein Vermögen um rund 4,2 Milliarden Euro vergrößern können – eine Summe, mehr als doppelt so hoch wie die gesamten Personalkosten bei Kaufland in Deutschland, für mehr als 90.000 Beschäftigte.
Die nächsten Verhandlungstermine sind für Freitag (26. Juni 2026) angesetzt: für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg.“ ver.di-Pressemitteilung vom 24.6.2026
(„ver.di-Warnstreiks im Handel: Tausende Kaufland-Beschäftigte treten am Donnerstag bundesweit in den Streik“) - In der Tarifrunde Handel ruft ver.di am Freitag, 19. Juni erneut bundesweit zu Warnstreiks auf – mit dem Schwerpunkt Ikea – und in Berlin wird dabei erneut mit Bernadette La Hengst gesungen!
- Neue Warnstreiks im Handel: Ikea-Beschäftigte zahlreicher Filialen legen am Freitag die Arbeit nieder
„In der Tarifrunde für den Handel ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Freitag (19. Juni 2026) erneut bundesweit Beschäftigte zu Warnstreiks auf. Schwerpunkt ist das Unternehmen Ikea: In mehr als der Hälfte der Ikea-Einrichtungshäuser in Deutschland werden Beschäftigte in den Arbeitskampf treten. „Im Handel werden täglich Milliardenumsätze gemacht, aber bei den Beschäftigten kommt so gut wie nichts davon an – gerade auch bei Ikea“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel, am Donnerstag. „Daher erhöhen wir gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Einzel-, Groß- und Außenhandel den Druck für faire Entgeltsteigerungen noch einmal deutlich.“
Das Einrichtungshaus Ikea stehe wirtschaftlich sehr gut da, erklärte die Gewerkschafterin. Im Jahr 2024 markierten 6,1 Milliarden Gesamtumsatz allein in Deutschland das zweitstärkste Jahr (nach 2023) seit Bestehen des Unternehmens. „Wer so stark aufgestellt ist, kann auch angemessene Entgeltsteigerungen finanzieren“, sagte Zimmer. Stattdessen plane Ikea einen Personalabbau – der auf großes Unverständnis bei den Beschäftigten stoße: So würden 2026 erstmals betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Im Kundenservicecenter Rostock verlieren 280 Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz. Zudem schließe Ikea die IT-Abteilung in Dortmund, um sie auszulagern. Auch in der Zentrale in Wallau ist geplant, Stellen abzubauen. „Der Umgang des Unternehmens mit seinen Beschäftigten zeugt kaum von sozialer Verantwortung“, sagte Gewerkschafterin Zimmer. Statt faire Löhne zu zahlen, werde trotz Rekordumsätzen ein radikaler Sparkurs gefahren. Ikea spiele auf der Arbeitgeberseite im Rahmen der Tarifrunde eine einflussreiche Rolle, erklärte Zimmer. Das Unternehmen sei an Arbeitgeberkommissionen beteiligt und stelle im Saarland die Verhandlungsführung. „Damit ist Ikea mitverantwortlich dafür, dass unseren Tarifkommissionen seit Mai das immer gleiche unverschämte Arbeitgeberangebot mit Nullmonaten und Reallohnverlust vorgelegt wird“, kritisierte die Gewerkschafterin. Angeblich wollten die Arbeitgeber einen raschen Abschluss – doch die Ikea-Verhandlungsführerin im Saarland habe gerade erst einen bereits fest vereinbarten Termin abgesagt. Silke Zimmer: „Hier wird offenbar auf Zeit gespielt. Das lassen wir uns nicht bieten.“…“ ver.di-Pressemitteilung vom 18.6.2026
- 19.06. Preise explodieren, Löhne stagnieren. Beschäftigte im Handel wehren sich gegen den Griff in ihre Geldbeutel
„ver.di ruft am 19. Juni zu Warnstreiks im Berliner Einzelhandel sowie im Großhandel Berlin-Brandenburg auf – Kundgebung mit musikalischer Protestaktion am Wittenbergplatz.
Die Beschäftigten des Einzelhandels Berlin streiken erneut, um am 23. Juni ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu bekommen. Bsher liegen Angebote von Handelskonzernen, wie z.B. Edeka, Kaufland und Rewe, für den Einzel- und Großhandel vor, die für die Beschäftigten einen deutlichen Verlust an Kaufkraft bedeuten. Deshalb ruft ver.di die Beschäftigten des Berliner Einzelhandels und des Großhandels in Berlin und Brandenburg am Freitag, den 19. Juni 2026, zu einem zweitägigen Warnstreik auf. Der Großhandel befindet sich bereits seit dem 18. Juni im Streik. Da die Friedenspflicht im Brandenburger Einzelhandel erst am 30. Juni 2026 endet, sind dort ausschließlich die Beschäftigten des Großhandels zum Streik aufgerufen. Höhepunkt des Streiktages ist eine zentrale Kundgebung um 11:00 Uhr am Wittenbergplatz in Berlin. Dort performen die Streikenden gemeinsam mit der Berliner Liedermacherin Bernadette La Hengst den Songs „Dance your Demands“, den die Künstlerin zusammen mit den Streikenden entwickelt hat…“ Pressemitteilung vom 18.06.2026 Landesbezirk Berlin-Brandenburg
– gesungen wurde aber auch bereits am 5. Juni 2026… - Siehe zu Ikea das Dossier: Ikea macht auf Amazon – Kolleg*innen in Deutschland fürchten um Arbeitsplatz und Datenschutz und wollen den „Tarifvertrag Zukunft“
- Neue Warnstreiks im Handel: Ikea-Beschäftigte zahlreicher Filialen legen am Freitag die Arbeit nieder
- ver.di weitet Streiks im Handel aus: Erneute bundesweite Streiks im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel am Donnerstag, 4. Juni und am Freitag, 5. Juni
„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in dieser Woche erneut bundesweit zu Streiks im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel auf. Betroffen sind am Donnerstag und am Freitag Betriebe und Unternehmen der gesamten Handelsbranche in allen Bundesländern. Erwartet werden Tausende Teilnehmende: Neben zahlreichen dezentralen Aktionen und Arbeitskampfmaßnahmen finden große Streikkundgebungen in Kiel, Erfurt, Berlin, Bochum und Saarbrücken statt. ver.di-Vorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel, wird am Donnerstag, 4. Juni 2026, in Kiel zu den Streikenden sprechen – und am Freitag, 5. Juni 2026, in Erfurt. (…)
Die Gewerkschaft fordert, unterschiedlich akzentuiert in den bundesweit 16 Tarifgebieten des Einzelhandels und den 20 Tarifgebieten im Groß- und Außenhandel, eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 225 Euro monatlich mehr, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber schlugen im Groß- und Außenhandel eine Entgelterhöhung beginnend ab dem Monat nach Tarifabschluss von insgesamt 3,4 Prozent vor, allerdings mit einer doppelt so langen Laufzeit – was den Zuwachs halbiert. Im Einzelhandel sieht das Angebot der Arbeitgeber erst nach sechs Monaten ohne jede Steigerung eine Entgelterhöhung von zwei Prozent vor (im ersten Jahr also faktisch nur ein Prozent), dann noch einmal nach weiteren drei Monaten ohne Steigerung 1,5 Prozent, ebenfalls bei 24 Monaten Laufzeit…“ Pressemitteilung vom 3.6.2026
- ver.di-Warnstreik im Handel: Bundesweit beteiligen sich über 5.000 Beschäftigte
„Am heutigen Freitag, den 15. Mai 2026 sind mehr als 5.000 Handelsbeschäftigte dem ersten Warnstreikaufruf in der Tarifauseinandersetzung zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und den Arbeitgebern im Handel gefolgt und nahmen an zentralen Streikkundgebungen in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und Dortmund teil. (…) Gestreikt wurde in Berlin-Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg mit zentralen Kundgebungen in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und Dortmund. Bestreikt wurden über 200 Betriebe, darunter Filialen von Edeka, REWE, KAUFLAND, Marktkauf, Penny, Douglas, Primark, Zara, H&M, Metro, IKEA.“ Pressemitteilung vom 15.5.2026
- Tarifrunde Handel: Arbeitgeber machen vergiftetes Angebot – ver.di startet am 15. Mai erste bundesweite Streiks im Handel
„Wochenlang gab es in den ersten Verhandlungsrunden für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel keine Angebote von den Arbeitgeberverbänden. Nun haben sie erste Angebote für den Einzelhandel in Hamburg und seit heute auch in Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Dazu Silke Zimmer, ver.di-Bundesvorstandsmitglied, zuständig für den Handel: „Das sind vergiftete Angebote, die die Arbeitgeber uns da gerade machen: 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten! Das gleicht noch nicht einmal die Inflation aus und hilft bei den akuten Preissteigerungen nicht! Diese Unverschämtheiten lassen wir uns nicht bieten. Deshalb treten am Freitag die Beschäftigten bundesweit in Aktion und bestreiken erste Betriebe“, kündigt Zimmer an. Streikkundgebungen finden in Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund statt. In der Ruhrgebietsstadt spricht Silke Zimmer zu den Streikenden.
ver.di weist das Angebot des Handelsverbands Deutschland (HDE) für die Einzelhandels-Tarifgebiete in Hamburg und Nordrhein-Westfalen entschieden ab. Diese bieten neben einer langen Laufzeit, eine sechsmonatige Nullrunde und eine Entgelterhöhung ab dem 1. November 2026 von nur 2 Prozent und eine zweite Erhöhung von 1,5 Prozent ab dem 1. August 2027 an. „Erst eine lange Nullrunde und dann ein niedriges Angebot – das bedeutet für die Beschäftigten eine Lohnsteigerung von de facto einem Prozent und damit einen weiteren Reallohnverlust…“ Pressemitteilung vom 13.5.2026
Siehe zuletzt das Dossier: Handel-Tarifbewegung 2023: „Ohne uns kein Geschäft!“