[10.10.2026 in Mannheim] 13. Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier – Bossing, Mobbing & Co.“

Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier – Bossing, Mobbing & Co.“„Die diesjährigen Betriebsratswahlen haben eine weitere Radikalisierung der Bekämpfung von aktiven, gewerkschaftlichen Kolleg:innen gezeigt. Bereits im Vorfeld der BR-Wahlen häuften sich die Versuche, deren gesetzlich geregelte Durchführung zu be- oder sogar zu verhindern. Aktive Betriebsratsmitglieder wurden durch Geschäftsleitungen verleumdet, eingeschüchtert oder durch langanhaltendes Mobbing so zermürbt, dass sie entweder nicht mehr kandidierten oder das Unternehmen verließen. Andere wurden mit Verdachtskündigungen bekämpft. In Einzelfällen kam es sogar zur betrügerischen Insolvenz, um sich des Betriebsrats und der Tarifbindung zu entledigen. (…) Seitens der Bundesregierung wird dieser Skandal weiterhin ignoriert. Auch das empörende Nachwirken des faschistischen Arbeitsunrechts unter anderem durch die Verdachtskündigungen ist bis heute nicht beendet. (…) Mit unserer Konferenz wollen wir einen weiteren Beitrag zur Stärkung der bundesweiten Zusammenarbeit gegen BR-Mobbing und Gewerkschaftsbekämpfung leisten…“ Einladung, Programm und Anmeldung externer Link auf der Homepage des Komitees „Solidarität gegen BR-Mobbing!“ und nun ein Bericht:

  • Bundesweite Konferenz „Betriebsräte im Visier“ 2026 fordert: „Gerechtigkeit erkämpfen! Demokratische Rechte in der Arbeitswelt stärken!“ New
    „Die von der 13. Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier“ am 10. Oktober 2026 im Mannheimer Gewerkschaftshaus einstimmig angenommene Entschließung fordert: „Gerechtigkeit erkämpfen! Demokratische Rechte in der Arbeitswelt stärken!“.
    Zu dem besorgniserregenden Geschehen in Gesellschaft und Wirtschaft heißt es dort: „Die weltweiten autoritären Entwicklungen führen laut Internationalem Gewerkschaftsbund (IGB) zu immer unverhüllteren Aggressionen gegen arbeitende Menschen, ihre Rechte und ihre betrieblichen wie gewerkschaftlichen Interessenvertretungen. Nicht zuletzt deshalb spricht der IGB von einem Putsch der Milliardäre gegen Demokratie. Auch in Deutschland finden koordinierte Angriffe aus Politik und Wirtschaft in diesem Sinne statt. BDA-Präsident Dulger diffamiert Betriebsräte als ‚Standortrisiko.“
    Und weiter: „Bei den diesjährigen Betriebsratswahlen war eine weitere Radikalisierung des Bossings und Mobbings gegen Kandidierende festzustellen. Bereits im Vorfeld häuften sich die Versuche von Geschäftsleitungen, die gesetzlich geregelte Durchführung von BR-Wahlen zu be- oder zu verhindern.
    Mit Verleumdungen, systematischer Einschüchterung und Verdachtskündigungen, die auf faschistisches Arbeitsunrecht zurückgehen, gingen Manager und Unrechtsanwälte als hochbezahlte Handlanger gegen aktive BR- und Gewerkschaftsmitglieder vor.“
    Es ist bezeichnend, dass 2025 in der Privatwirtschaft nur noch 35 % der Beschäftigten von Betriebsräten vertreten wurden (in Firmen mit mehr als fünf Beschäftigten, Zahlen laut Statistischem Bundesamt).
    Die anwesenden Betriebsräte und gewerkschaftlich Aktiven kritisierten, dass diese „gefährlichen, unsere demokratischen Rechte zersetzenden Entwicklungen“ sowohl für die Bundesregierung und die Landesregierungen als auch für sehr große Teile der Öffentlichkeit kein Thema sind.
    Nur wirksamer Widerstand gegen die Missachtung von Grund- und Menschenrechten und eine „konsequente Stärkung demokratischer, gewerkschaftlicher Gegenmacht in der Arbeitswelt“ können, so die Entschließung der Konferenz, „die zunehmenden Attacken auf Arbeits- und Ausbildungsplätze, auf Betriebsräte, Gewerkschaften sowie auf tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen“ abwehren.
    Am 16. Oktober 2027 findet in Mannheim die 14. Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier“ statt.“ Pressemitteilung vom 11.10.2026 (per e-mail) zur Entschliessung der Konferenz externer Link

Siehe zuletzt: [11.10.2025 in Mannheim] 12. Bundeskonferenz „Betriebsräte im Visier – Bossing, Mobbing & Co.“ unter dem Motto „Arbeitsunrecht stoppen!“

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=237489
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