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DeepL-Chef als „Gründer des Jahres“: trotz oder wegen Stellenstreichungen? Gewerkschaften IG Metall und ver.di werfen nach Kündigungswelle auch Behinderung der BR-Wahl vor
„Nach der Ankündigung des KI-Unternehmens DeepL, rund 250 Stellen abzubauen, werfen die Gewerkschaften dem Unternehmen vor, die erstmalige Betriebsratswahl am deutschen Stammsitz in Köln gezielt zu behindern. Betroffen ist ein erheblicher Teil der rund 620 Beschäftigten in Deutschland. (…) Bereits am 03. März 2026 hatten Beschäftigte mit Unterstützung der IG Metall einen Wahlvorstand gewählt. Dieser organisiert die Betriebsratswahl. Nach Angaben der Gewerkschaften verzögerte das Unternehmen jedoch mehrfach die Herausgabe notwendiger Beschäftigtendaten und hielt Fristen nicht ein. Die Betriebsratswahl konnte deshalb bislang nicht stattfinden. Schon 2024 hatte es einen ersten Versuch gegeben, einen Betriebsrat bei DeepL zu gründen. Auch damals berichteten Beschäftigte von erheblichem Druck durch die Geschäftsführung…“ gemeinsame Presseerklärung vom 22. Mai 2026
der IG Metall Berlin und ver.di Köln-Bonn-Leverkusen („Nach Kündigungswelle bei DeepL: Gewerkschaften werfen Unternehmen Behinderung der BR-Wahl vor“), siehe mehr dazu:
- Den Atlantik übersetzen. Stellenabbau bei Deepl – BR-Wahlen behindert – neuer Standort in den USA geplant
„Mit künstlicher Intelligenz (KI) will das KI-Unternehmen DeepL in nächster Zeit rund 250 Stellen in Deutschland ersetzen. Das Management begründet diesen Einschnitt mit der ökonomischen Entwicklung und überhaupt den schwierigen Bedingungen hierzulande. Die Industriegewerkschaft Metall (IGM) geht hingegen davon aus, dass der Konzern auf diesem Weg auch die bevorstehende erste Betriebsratswahl seit seiner Gründung 2017 behindern will. (…) Insgesamt arbeiten für das Unternehmen mit Hauptsitz in Köln über 1.000 Beschäftigte, davon rund 620 in Deutschland. Längst habe das einstige Startup, das stets als Gegenmodell zu Google, Microsoft und Co. begriffen werden wollte, auch US-amerikanische Geldgeber im Boot, berichtete die Frankfurter Rundschau (FR) am 15. Mai. Nun plane es, seine Aktivitäten in den Staaten auszuweiten, etwa mit einer neun Niederlassung in San Diego, die zu Lasten deutscher Standorte gehen dürfte. Hier sei die Entwicklung aufgrund höherer Lohnkosten und strengerer KI-Regulierung schlicht unattraktiv, erklärte ein Insider gegenüber der FR.
Die IG Metall sieht beim angekündigten Stellenabbau einen klaren Zusammenhang zum neuerlichen Versuch von Beschäftigten, einen Betriebsrat zu wählen. 2024 sei die geplante Wahl wegen des erheblichen Drucks der Geschäftsleitung nicht zustande gekommen. Auch dieses Jahr behindert Deepl das Wahlverfahren nach Kräften. Ein Vorstand für die Betriebsratswahlen wurde schon am 3. März mit Unterstützung der Gewerkschaft gewählt. Doch habe die Geschäftsleitung sich mehrfach bei der Herausgabe erforderlicher Beschäftigtendaten quergestellt. Fristen wurden nicht eingehalten, so dass die eigentliche Betriebsratswahl bisher nicht stattfinden konnte. (…)
Der Geschäftsführer von Verdi Köln-Bonn-Leverkusen, Tjark Sauer, erinnerte an das gesetzlich geschützte Beschäftigtenrecht auf Mitbestimmung. »Wer gleichzeitig Hunderte Kündigungen ausspricht und die Betriebsratswahl verzögert, sendet ein eindeutiges Signal«, stellte er fest. Statt dessen benötigten die Kolleginnen und Kollegen gerade jetzt »Schutz, Transparenz und eine starke Interessenvertretung«. Die aktuelle Lage mit dem angekündigten Stellenabbau werde als stark belastend empfunden. Ein gewählter Betriebsrat wäre um so wichtiger, weil er die Interessen der Beschäftigten insgesamt vertreten könnte, betonten gewählte Mitglieder aus dem Wahlvorstand…“ Artikel von Gudrun Giese in der jungen Welt vom 28.05.2026
- Trotz Stellenabbau : Kölner „DeepL“-Chef bekommt Start-up-Preis
„Der Unternehmer ist „Gründer des Jahres“. Gewerkschaften werfen DeepL vor, einen Betriebsrat zu verhindern. (…) Konkret soll jeder vierte Job wegfallen, weil Aufgaben von einer KI übernommen werden. Um effektiv mit KI zu arbeiten, seien kleinere, wirkungsvollere Teams mit einem schärferen Fokus und klareren Zuständigkeiten erforderlich, so der Firmengründer.
Gewerkschaften werfen Unternehmen Behinderung der Betriebsratswahl vor
Vor diesem Hintergrund wirft die Gewerkschaft Verdi dem Unternehmen nun vor, die erstmalige Betriebsratswahl am deutschen Stammsitz in Köln gezielt zu behindern. Es sei ein erheblicher Teil der rund 620 Beschäftigten in Deutschland betroffen. Im März hatten Beschäftigte mit Unterstützung der IG Metall einen Wahlvorstand gewählt, der die Betriebsratswahl organiseren sollte. Nach Angaben der Gewerkschaften verzögerte das Unternehmen mehrfach die Herausgabe notwendiger Beschäftigtendaten und hielt Fristen nicht ein. Das sei Grund dafür, dass die Betriebsratswahl bislang nicht stattfinden konnte.
Druck auf die Mitarbeitenden
2024 hatte es laut Verdi einen ersten Versuch gegeben, einen Betriebsrat in dem Kölner Start-up zu gründen. Auch damals berichteten Beschäftigte von erheblichem Druck durch die Geschäftsführung…“ WDR-Meldung vom 22.05.2026