isw-Report Nr. 142: Kapitalistische Konkurrenzwirtschaft: Von der Ideologie des optimalen Gleichgewichts zur Realität der sozialen und ökologischen Zerstörung
„Die kapitalistische Gesellschaft hat der Welt in historisch sehr kurzer Zeit massenhaft Reichtum und gleichzeitig auch massenhaft Überlebensprobleme beschert: die soziale und psychische Verelendung der Menschen durch Ungleichheit und Überforderung und auch die ökologische Degenerierung in vielen Dimensionen: Die Marktwirtschaftler vertreten die Ansicht, dass unsere „soziale Marktwirtschaft“ diejenige Gesellschaftsform ist, die der Menschennatur am allerbesten entspricht – quasi die natürliche Wirtschafts- und Gesellschaftsform. (…) Und dennoch werden die genannten Probleme, die ja erst in Zeiten der Marktwirtschaft entstanden sind, immer drängender (…) Der Report diskutiert, warum die Chancen dafür in einer Marktwirtschaft so schlecht sind. Die Basis legt die Theorie der Marktwirtschaft, die letztlich nichts anderes ist als eine einzige Rechtfertigung für rücksichtslos egoistisches Verhalten in der Wirtschaft, für Konkurrenz und Ausbeutung, gegen Zusammenarbeit.“ Infos und Bestellung bei isw
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- 3 Euro Schutzgebühr, 20 Seiten, Bestellung: isw_muenchen@t-online.de
- Konkurrenz und Verrohung: Eine ISW-Broschüre über Ideologie und Realität der »kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft«
„Im neuen Heft der Schriftenreihe des Münchner Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (ISW) beschäftigt sich Franz Garnreiter vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen mit Ideologie und Realität der »kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft«. Im Zentrum steht dabei das Menschenbild dieser Wirtschaftsweise. Die einzelnen Kapitel diskutieren unter anderem die Markttheorie als Vehikel der Verdummung, die reale Marktwirtschaft zwischen Eigennutz, Konkurrenz und Verrohung und die sogenannte Globalisierung mit forcierter Ausbeutung und Militarisierung im Gefolge. »Solidarisches, rücksichtsvolles Handeln und marktgemäßes Handeln haben nichts gemein, sind definitiv Gegensätze«, arbeitet der Autor unter anderem heraus. Garnreiter schreibt einleitend, der Prozess der kapitalistischen Ausbeutung sei seit dem 19. Jahrhundert »durch eine Vielzahl von Reformen (die alle nur durch heftige gesellschaftliche Kämpfe erreicht wurden) abgemildert« und »ideologisch veredelt« worden. Viele Menschen hätten verinnerlicht, dass die kapitalistische Marktwirtschaft »quasi die natürliche Wirtschafts- und Gesellschaftsform« sei – »anders als die ›Zwangswirtschaften‹ ohne freie Märkte«. Gleichzeitig würden alle Probleme, die erst mit der Marktwirtschaft entstanden seien, »immer drängender, die Notwendigkeit ihrer Lösung immer dringender«. Nach einem Abgleich der neueren theoretischen Postulate und der realen Funktionsweise der kapitalistischen Wirtschaft der Gegenwart stellt der Autor im ersten Kapitel fest: »Die mathematische Markttheorie mit ihren schönen Eigenschaften ist vollkommen irrelevant für die Erklärung realer Marktwirtschaften. Gemessen an diesen Vorstellungen stellt die reale kapitalistische Marktwirtschaft ein einziges und komplettes Marktversagen dar.« Warum, fragt er, könne sich dennoch »ein vormodernes, fast mittelalterliches Denken« halten, das »an die Allmacht eines mythischen Geheimnisses glaubt, dessen Wirken niemand beschreiben kann« bzw. »niemand beschreiben will«? Das habe etwas mit den »mächtigen Interessen« zu tun, denen diese Erzählung nützt.“ Leseempfehlung in der jungen Welt vom 29. September 2025