4-Stunden-Liga: “Wir fordern den 4-Stunden-Tag als… Tarifpolitische Forderung…”

Dossier

4-Stunden-LigaAls tarifpolitische Forderung der Gewerkschaften zielt der 4-Stunden-Tag auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen – auf mehr Zufriedenheit, mehr Gesundheit und mehr Beschäftigung bei weniger Arbeit für die Einzelnen. Die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich erlaubt mehr Gleichberechtigung für unterschiedliche Lebenslagen. Alleinerziehende, die häufig nur in Teilzeit arbeiten können, entgehen durch die ‚kurze Vollzeit‘ dem hohen Armutsrisiko, mit dem sich insbesondere Frauen konfrontiert sehen. Der hohe Beschäftigungsstand durch den vollen Personalausgleich führt zu einer massiven Stärkung der Beschäftigten und ermöglicht dadurch mehr Mitbestimmung und mehr Kontrolle von unten. Gesellschaftspolitisches Projekt: Als gesellschaftspolitisches Projekt ist der 4-Stunden-Tag eine zukunftsorientierte, solidarische und bedürfnisorientierte Forderung, die sich der bedrängten Lebenslage einer Vielzahl von Menschen annimmt. Gegen den Konkurrenz- und Leistungsdruck, gegen Armut und Schikanierung, ob im Betrieb, in der Ausbildung, in der Ausländerbehörde oder beim Jobcenter, fordern wir eine radikale Arbeitszeitverkürzung, die auf eine Umverteilung von Arbeit, Zeit und Reichtum zielt und allen die Möglichkeit eines erfüllteren Lebens gibt – mit Zeit für Freunde, Familie, Kultur und demokratische Teilhabe. Ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft erstarken die Geister der Vergangenheit, ob in rechten Parteien oder reaktionären Bewegungen. Metapher für das gute Leben (…) Sie löst sich darin zugleich von der Fixierung auf Lohnarbeit, die uns in den Dienst des Privateigentums stellt, zu ständiger Einsatzbereitschaft nötigt und zu Gehorsam verpflichtet…” Aufruf auf der Homepage der Kasseler Initiative “4-Stunden-Liga” externer Link, aktuelles leider v.a. bei Fratzebuch externer Link. Siehe auch dazu:

  • [Treffen der 4-Stunden-Liga am 14.2. in Berlin] Vorkämpfer für kürzere Arbeitszeit: Vier Stunden Arbeit bei vollem Lohnausgleich: Was wie eine Utopie klingt, ist die ernst gemeinte Forderung eines neuen Bündnisses New
    “… Zum allgemeinen Leidwesen ist das, was als Künstler mit Millionen auf dem Konto funktionieren mag, im durchschnittlichen Berufsleben noch recht schwer zu vermitteln. Um das zu ändern, hat sich in Berlin die 4-Stunden-Liga aufgestellt. Die Forderungen der im vergangenen Herbst gegründeten arbeitspolitischen Gruppe: ein vierstündiger Arbeitstag bei vollem Personal- und Lohnausgleich. Am 14. Februar lädt das Bündnis zum offenen Treff in den Blauen Salon in der Gneisenaustraße in Kreuzberg, um sich mit anderen Politgruppen, Aktiven und Neugierigen zu vernetzen. „Es ist uns klar, dass wir mit Bündnisarbeit und einer öffentlichen Kampagne nicht sofort die 40-Stunden-Woche abschaffen. Langfristig ist das natürlich schon unser Ziel“, sagt Jessica Kurz vom Bündnis. „Wir wollen zunächst ein Bewusstsein für das Problem schaffen: Der bestehende Arbeitsethos im Kapitalismus ist grundsätzlich infrage zu stellen – durch die technologische Entwicklung wäre es schon heute möglich, die Arbeitszeit drastisch zu reduzieren.“ (…) Tatsächlich gab es in Schweden immerhin zum 6-Stunden-Tag erfolgreiche Modellprojekte externer Link. Ein Uni-Krankenhaus in Göteborg fing das Experiment auch aus Personalnot an – und verbuchte unverhoffte Erfolge (…) Die erste 4-Stunden-Liga in Deutschland gründete sich 2018 in Kassel. Historisches Vorbild für die sich nun an mehreren Orten aufstellenden Bündnisse waren die Eight-Hour-Leagues im 19. Jahrhundert in England und den USA. „Wenn der 8-Stunden-Tag die Antwort der organisierten Arbeiter*innen-Bewegung auf die Industrielle Revolution war, so soll der 4-Stunden-Tag unsere Antwort auf die sogenannte digitale Revolution und Arbeit 4.0 sein“, steht auf der Kasseler Website externer Link (die Berliner haben noch keine)...” Artikel von Gareth Joswig vom 8.2.2020 in der taz online externer Link – Offenes Bündnistreffen der 4-Stunden-Liga: 14. Februar, 18.30 Uhr, Blauer Salon, Gneisenaustraße 2a in Berlin-Kreuzberg. Siehe auch:

    • Sektion Kassel
      Am Mittwoch, den 19.02.20 findet ab 17:00 Uhr das monatliche und offene Bündnistreffen im DGB-Jugendclub (Spohrstraße 6, 34117 Kassel) statt. Der Schwerpunkt wird bei diesem Treffen wird die Koordinierung und Planung von Events und Veranstaltungen in der ersten Jahreshälfte sein. Alle interessierten sind herzlich eingeladen.
    • Sektion Frankfurt
      In Frankfurt findet das nächste Bündnistreffen am Mittwoch, den 26.02.20 statt. Getroffen wird sich ab 19:00 Uhr im DGB Jugendclub U68 (Wilhelm-Leuschner-Straße 69, 60329 Frankfurt). Außerdem wird am Sonntag, den 01.03.30 ab 16:00 Uhr am gleichen Ort ein Filmabend stattfinden. Zu sehen gibt es einen dystopischen Science-Fiction-Film. Der Eintritt wird frei sein.
  • Linke fordern Arbeitstag mit vier Stunden. Gewerkschafter und Linksradikale befeuern mit einer Initiative die Debatte über Arbeitszeitverkürzungen 
    »Vier Stunden arbeiten, acht Stunden ausruhen, zwölf Stunden für was wir wollen.« Mit dieser Formel stellte sich die »Vier-Stunden-Liga« am vergangenen Samstag in einer Kneipe in Berlin-Friedrichshain vor. Die Forderung der Initiative aus Kassel ist simpel und weitreichend zugleich: »Vier Stunden Arbeitstag. Voller Lohnausgleich. Voller Personalausgleich.« Diese »trinitarische Formel« solle an bereits bestehende Debatten über Arbeitszeitverkürzung anknüpfen. Über die Finanzierung hat sich die Gruppe ebenfalls Gedanken gemacht: »Zahlen muss das Kapital«, hieß es. Die 2016 in Kassel gegründete Initiative wird getragen von einem Bündnis gewerkschaftlicher und linksradikaler Gruppen aus Nordhessen, darunter DGB- und ver.di-Jugend, Falken und Linksjugend sowie der Brigade August Spies. Letzterer diente den Aktivist*innen als Inspiration für die Forderung nach dem Vier-Stunden-Tag: Der in Hessen geborene Anarchist August Spies war Ende des 19. Jahrhunderts eine der Galionsfiguren der aufkommenden Arbeiterbewegung in Chicago. Bei Demonstrationen gingen die Gewerkschaften dort am 1. Mai 1886 für die Einführung des Acht-Stunden-Tags auf die Straße. »Wenn der Acht-Stunden-Tag die Antwort der organisierten Arbeiter*innen-Bewegung auf die Industrielle Revolution war, so soll der Vier-Stunden-Tag unsere Antwort auf die sogenannte Digitale Revolution und Arbeit 4.0 sein«, sagt Betriebsrat und ver.di-Mitglied Christopher Hilbert. Die Initiative schließe nicht nur an die tarifpolitische Forderung der Gewerkschaften nach Arbeitszeitverkürzung an, sondern eröffne zudem eine »kollektive und solidarische« Perspektive. In der Hauptstadt schlossen sich nun mehrere Einzelpersonen zu einer Sektion zusammen. Das nächste Ziel der Vier-Stunden-Liga: Die Gewerkschaften zu überzeugen, den Diskurs über radikale Arbeitszeitverkürzung aufzugreifen. Gelegenheit dazu bietet sich Ende September beim ver.di-Bundeskongress in Leipzig…” Artikel von Georg Sturm vom 15.09.2019 beim ND online externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=154523
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