Empfehlungen von KMK und HRK zur Bologna-Reform

Protest gegen die Bologna-ReformDie mit Spannung erwartete gemeinsame Erklärung von Kultusministerkonferenz (KMK) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur „Europäischen Studienreform“ hat am Ende wenig Neues gebracht. Es soll keine Reform der Bologna-Reformen geben, „Konsolidierung und Optimierung“ stünden vielmehr im Mittelpunkt, heißt es in der Präambel des Papiers, das am 15. Juli veröffentlicht wurde. Strukturelle Defizite der Bologna-Reformen, die die Bildungsgewerkschaft GEW und Studierendenvertretungen seit Jahren kritisieren, sind KMK und HRK in ihrer Erklärung nicht angegangen. Etwa die Hürden beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium. Es fehlen nicht nur in vielen Bereichen Masterstudienplätze, viele Hochschulen behalten sich ausdrücklich vor, die „Eignung“ von Bachelorabsolventinnen und -absolventen zu prüfen – die ländergemeinsamen Strukturvorgaben der KMK für Bachelor- und Masterstudiengängen bestätigen diese Option. Der freie Zugang zum Masterstudium – unter dem Eindruck der studentischen Bildungsproteste 2009 sogar von der damaligen Bundesbildungsministerin Annette Schavan gefordert: leider kein Thema in der aktuellen KMK/HRK-Erklärung…“ GEW-Pressemitteilung vom 18.07.2016 externer Link. Siehe dazu:

  • Einschränkung bei Hochschulzulassung, ansonsten viel Wind um nichts – Studierende nehmen Stellung zum vermeintlichen Reformpapier von KMK und HRK
    Der freie zusammenschluss von student*innenschaften kommentiert das von Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz am Freitag veröffentlichte Papier zur Bologna-Reform als enttäuschend. Kapazitätsrecht – HRK und KMK wollen Zugang zu Hochschulen weiter einschränken…“ Pressemitteilung des fzs vom 21.07.2016 externer Link

  • Wie weiter mit Bachelor und Master? Reform der Bologna-Reform
    „Weniger Noten, weniger Zeitdruck – mehr Freiheiten. Hochschulen und Kultusminister wollen die Bologna-Studienreform weiterentwickeln. Insbesondere die stressgeplagten Bachelor-Anwärter sollen es besser haben. Der präsentierte Reformkatalog ist allerdings nicht ohne Tücke: Gute Betreuung könnte es künftig nur für Auserlesene geben. (…) Sandro Philippi, Vorstandsmitglied im freien zusammenschluss von student*innenschaften befürchtet (…) :„Die angekündigte Flexibilisierung des Kapazitätsrechts könnte die Rechte von Studierenden einschränken und die Hochschulen weiter abschotten.“ Schon heute dürften Hochschulen mehr Studienplätze anbieten, als nach Kapazitätsrecht vorgegeben. Wenn die Hochschulen hier eine Änderung wollten, bedeute dies nur eines: „(es) sollen weniger Studienplätze und damit höhere Hürden geschaffen werden können als Kapazitäten da sind.“ Auch Keller von der GEW ist bange: „Exzellente Forschungsuniversitäten sollen sich die Masse an Studienberechtigten vom Hals halten und die Studierenden aussuchen können, die zu ihrem Profil passen.“ Beitrag vom 21. Juli 2016 bei Studis Online externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=101595
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