ILO-Studie zu Ausbeutung und Zwangsarbeit: „Enorm profitabel, aber durch und durch verderblich“
„Offiziell ist die Sklaverei abgeschafft. Doch die Realität sieht anders aus: Wie der jüngste Bericht der UN-Arbeitsorganisation belegt, sind mehr als 20 Millionen Menschen Opfer von Zwangsarbeit. An der Spitze steht die sexuelle Ausbeutung…“ Artikel von Violetta Simon in der Süddeutschen online vom 20. Mai 2014
- Aus dem Text: „… Eine gewaltige Mehrheit der Opfer, etwa 90 Prozent, wird dem Bericht zufolge in diesem ökonomischen Bereich ausgebeutet. Die Betroffenen werden zur Prostitution gezwungen, arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen in Fabriken oder werden an private Haushalte vermittelt. Wer sich weigert, riskiert empfindliche Strafen, Schläge oder Nahrungsentzug, heißt es in dem ILO-Bericht. Bezahlt würden die Zwangsarbeiter höchstens völlig unzureichend oder überhaupt nicht. Umso lukrativer ist die Ausbeutung von Menschen für die Profiteure, also Menschenhändler und Auftraggeber: Die Zwangsarbeit von Männern, Frauen und Kindern in der Privatwirtschaft wirft nach Schätzung von UN-Experten weltweit Gewinne in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar (110 Milliarden Euro) pro Jahr ab. (…) Das größte Risiko, in die Zwangsarbeit abzurutschen, seien unvorhersehbare ökonomische Ereignisse wie der Wegfall des Einkommens, erläutern die Autoren des Berichts. Mangelnde soziale Absicherung und fehlende Alternativen hätten zur Folge, dass die Betroffenen sich auf skrupellose Menschenhändler einließen oder Schleppern in die Hände fielen, die deren Notlage ausnutzten…“