[Diskussionspapier] Was wir von der Arbeit der Zukunft erwarten können
„Droht der „Hyperarbeitsgesellschaft“ der Burnout? In seinem Diskussionspapier zur „Dynamik der Unverbindlichkeit“ vermisst Prof. Berthold Vogel, Soziologe und Mitglied der Kommission „Arbeit der Zukunft“, die aktuelle Arbeitswelt neu und fragt sich, wie das mit Erwerbsarbeit verbundene demokratische und emanzipative Versprechen wieder eingelöst werden kann.“ Hinweis der Hans-Böckler-Stiftung auf das Diskussionspapier aus der Kommission „Arbeit der Zukunft“ „Die Dynamik der Unverbindlichkeit“ von Berthold Vogel vom Mai 2016
- Dort mit der wichtigen Schlussfolgerung des Autors: „… Bei allen Überschattungen und Verschattungen der Arbeitswelt, von denen zu Recht – auch in diesem Aufsatz – die Rede ist, darf der Zusammenhang von Arbeit, persönlichen Entwicklungschancen und demokratischer Gesellschaftsgestaltung nicht verloren gehen. Dieser Zusammenhang taucht in der Sozialforschung auf, wenn wir Beschäftigte dazu auffordern, über ihre Erwerbsbiographie zu berichten und ihr Arbeitsleben zu bilanzieren. Er taucht auch auf, wenn die Reproduktionsbedürfnisse und –konflikte zur Sprache gebracht werden. In der Rede von Abstiegsangst, sozialer Exklusion und digitalisierter Unsicherheit geht dieser Zusammenhang aber sowohl analytisch wie empirisch verloren. Die offensive und auf Gesellschaftsgestaltung zielende Rede über Erwerbsarbeit droht zum Privileg der Apologeten des Marktes und der Effizienz zu werden. Aus der skeptischen Exklusions- und der angstvollen Abstiegsumklammerung unserer Arbeitsdebatten, aus diesem sehr spezifischen Schatten der Arbeitsgesellschaft, müssen wir heraus treten, ohne dabei die spaltende Kraft und die zerstörerische Energie vieler, sehr vieler Arbeitsverhältnisse heute zu übersehen. Gerade die präzise Analyse einer ebenso dynamischen wie unverbindlichen Arbeitswelt muss der Impuls für eine Sozialforschung sein, die das Verhältnis von Arbeit und Demokratie auf neue Weise anpackt.“