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Luxemburg bekommt kostenlosen Nahverkehr

Dossier

Schwarzfahr-Kampahgne Plakat 2017Luxemburgs öffentlicher Personennahverkehr wird ab dem kommenden Sommer auf ein völlig kostenfreies Modell umgestellt. Wenn in Deutschland noch darüber diskutiert wird, ob die Möglichkeit überhaupt besteht kostenlosen Nahverkehr in Modellstädten zuzulassen, nimmt Luxemburg eine Vorreiterrolle ein. Auf Grund einer neuen Regierungskoalition, bestehend aus Linken, Grünen und einer Zentrumspartei, werden ab dem Sommer 2019 keine Ticketpreise mehr auf Züge, Tram und Busse erhoben…“ Beitrag vom 7. Dezember 2018 von und bei Perspektive Online externer Link, siehe dazu:

  • Luxemburg bleibt Weltmeister im kostenlosen Transport: Vor fünf Jahren führte das Großherzogtum die kostenlose Nutzung von Bussen, Zügen und Straßenbahnen ein New
    „… Der kostenlose öffentliche Nahverkehr wurde im Januar 2019 von François Bausch, dem damaligen grünen Minister für Verteidigung, Mobilität und innere Sicherheit des Großherzogtums, versprochen und trat am 1. März 2020 in Kraft, zwei Wochen vor der Gesundheitskrise, die den öffentlichen Nahverkehr lahmgelegt hat. (…) Das öffentliche Verkehrsnetz zu verbessern hat sich ausgezahlt: Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Fahrgäste der Straßenbahn verfünffacht und ist zwischen 2019 und 2024 von 6,2 Millionen auf 31,7 Millionen gestiegen. Im selben Zeitraum stiegen die Fahrgastzahlen im Schienennetz von 25 auf 31,3 Millionen, während die Busse um 20.000 Fahrgäste pro Tag auf 145.000 tägliche Pendler zulegten. (…) Die am 11. März vom luxemburgischen Statistikamt Statec veröffentlichte Studie „Die Abhängigkeit vom Auto bleibt für den Arbeitsweg bestehen“ liefert konkrete Zahlen. Zwischen 2011 und 2021 ist die Nutzung des Autos nur um 3 % zurückgegangen. Trotz der kostenlosen Beförderung nutzen 67 % der Luxemburger weiterhin ihr Auto, um zur Arbeit zu fahren. In der Hauptstadt ging dieser Anteil um 17 % zurück, wo der Autoverkehr auf 38 % zurückging, was in etwa dem Wert von Paris entspricht. Ab einer Entfernung von fünf Kilometern setzen sich jedoch 50 % der Luxemburger wieder ans Steuer, ab zehn Kilometern sind es 80 %. (…) Der kostenlose öffentliche Nahverkehr wird diesen neuen Schwung begleiten. Luxemburg ist in diesem Bereich führend. In Frankreich haben Dünkirchen, Aubagne und Niort kostenlose Busse eingeführt. Estland und Malta beschränken die kostenlose Nutzung auf ihre Einwohner. Luxemburg ist jedoch das einzige Land, das alle öffentlichen Verkehrsmittel für alle Fahrgäste kostenlos anbietet.“ Artikel von Pascale Braun vom 20. März 2026 bei Voisins-Nachbarn externer Link
  • Luxemburg: Kostenloser ÖPNV ab 1.3.2020 ist erst der Anfang
    Als erstes Land der Welt hat Luxemburg den kostenlosen Nahverkehr eingeführt. Die Kosten: 41 Millionen Euro pro Jahr. Doch das Großherzogtum plant eine weitaus umfassendere Verkehrswende. (…) Schaffner und Kontrolleure werden umgeschult, sollen im Service und der Information eingesetzt werden. 41 Millionen Euro pro Jahr zahlt der Staat dafür. Damit ist Luxemburg das erste Land der Welt, das den kostenlosen Nahverkehr einführen kann. Die Kosten für die Gratisfahrten finanziert das reiche Großherzogtum aus Steuermitteln. Eine verhältnismäßig kleine Summe für ein soziales Projekt mit positiven Auswirkungen für die Umwelt und außerdem ein Imagegewinn für sein Land, freut sich Regierungschef Xavier Bettel. (…)Es gehe nicht nur darum, den Nahverkehr kostenlos zu gestalten. Es geht um eine groß angelegte Verkehrswende, einen Richtungswechsel. Den braucht Luxemburg auch dringend: Kein Land in Europa wächst so schnell wie das kleine Großherzogtum. Zu den 620.000 Einwohnern kommen werktäglich noch einmal weitere 200.000 Berufspendler aus Deutschland, Frankreich und Belgien. Die Stadt versinkt im Stauchaos. Auch deshalb soll die Lage entzerrt werden – durch kostenlosen Nahverkehr und bessere Verbindungen. 600 Euro pro Kopf will Luxemburg künftig pro Jahr in den Schienen- und Netzausbau investieren. Verkehrsminister Bausch verweist stolz darauf, dass das in etwa die doppelte Summe dessen sei, was die Schweiz in ihre Züge investiere. In Deutschland sind es weniger als 70 Euro pro Kopf…“ Beitrag von Gudrun Engel vom 29.02.2020 bei tagesschau.de externer Link, siehe auch:

    • Luxemburg: Hier kann jeder gratis mitfahren
      Luxemburg erstickt im Stau, von heute an sind sämtliche Eisenbahnen, Trams und Busse kostenlos. Kann das Modell ein Vorbild sein, um die Verkehrsprobleme in deutschen Städten zu lösen? (…) Von diesem Samstag an ist der öffentliche Verkehr in Luxemburg kostenlos, und zwar nicht nur der Nahverkehr: Egal ob Eisenbahn, Bus oder Straßenbahn – Einheimische wie Touristen müssen künftig keine Fahrscheine mehr lösen. Nur das Taxi und die erste Klasse kosten dann noch Geld. Die Ankündigung sorgte vor einem Jahr auch deswegen für so viel Aufsehen, weil sie so gut in unsere Zeit zu passen scheint: Auf der ganzen Welt diskutieren Eltern mit ihren schulstreikenden Kindern und Politiker mit Umweltverbänden darüber, wie der CO-Ausstoß gesenkt werden kann. (…) Umso erstaunlicher ist, dass Luxemburgs Verkehrsminister François Bausch gar nicht damit rechnet, dass die Leute ihr Auto nun stehen lassen, um gratis mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. „Wir glauben nicht, dass die Maßnahme eine große Mentalitätsänderung bewirken wird“, sagt seine Sprecherin Dany Frank. Dementsprechend ist auch das Echo auf die Reform in den nationalen Medien: Wenn der öffentliche Verkehr nun kostenlos werde, sei das „die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat“, hieß es beispielsweise vor einigen Tagen in einem Leitartikel in der Zeitung Luxemburger Wort. Was aber ist dann die richtige Frage? „Wenn die Leute die Möglichkeit hätten, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, dann würden sie es längst tun“, sagt Jean-Claude Juchem. Er ist der Direktor des Luxemburger Automobilklubs (ACL), der sich aber ausdrücklich nicht nur als ein Klub für Autofahrer versteht, sondern seit einem Jahr auch Pannenhilfe für Fahrräder anbietet – auch hier ist der Wandel also angekommen. Juchem fragt: „Warum werden nicht erst die Strukturen verbessert?“ Die Züge seien viel zu voll und oft verspätet, außerdem fehlten wichtige Querverbindungen. „Der Verkehrskollaps ist jeden Tag da“, sagt er. Und daran werde sich erst einmal nichts ändern, nur weil der auch bisher schon relativ günstige öffentliche Verkehr von März an gar nichts mehr koste. Interessanterweise sieht man die Lage im Verkehrsministerium ähnlich. „Der Umstieg vom privaten auf den öffentlichen Verkehr wird nur gelingen, wenn das öffentliche Angebot auch qualitativ einen Quantensprung macht“, sagt Frank. Genau dieser Quantensprung soll nun kommen: Durch die Verlängerung des Tramnetzes etwa oder durch eine neue Trasse für den Eisenbahnverkehr. Auch die Autobahn A3 im Süden des Landes wird ausgebaut – auf der neuen dritten Spur sollen künftig in Spitzenzeiten nur Busse und Fahrgemeinschaften fahren dürfen…“ Artikel von Karoline Meta Beisel und Marco Völklein vom 29. Februar 2020 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Freie Fahrt in Luxemburg 
    „Egal ob Bus, Bahn oder Tram: Luxemburgs Bürger sollen vom 1. März 2020 an kostenlos unterwegs sein. Fahrgäste müssen nur noch Tickets kaufen, wenn sie ins Ausland fahren wollen. Was Luxemburg da vorhat, ist weltweit bisher tatsächlich in dieser Form einmalig. Es gibt zwar Städte, in denen ist der öffentliche Personennahverkehr vergleichsweise günstig, in einigen ist er an bestimmten Wochentagen sogar kostenlos. Aber sieben Tage freie Fahrt in Bussen und Bahnen für alle: Das ist etwas Neues. Keine lästigen Fahrkarten mehr, kein bezahlen mit Handy oder Dauerticket und: kein Schwarzfahren mehr. Bei den meisten Menschen in Luxemburg kommt das gut an: „Ich denke, wenn alle zu jederzeit kostenlos Bus und Bahn fahren können, dann ist das etwas, woran andere sich ein Beispiel nehmen sollten. Das trägt zur Weiterentwicklung der Mobilität in diesem Land bei. Aber man muss auch weiter investieren, damit das so bleibt. Das ist sehr wichtig.“…“ Beitrag von Holger Beckmann vom 21. Januar 2019 bei tagesschau.de externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=141209
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