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Coca Cola: Topfavorit auf Weltmeistertitel. In Gewerkschaftsfeindlichkeit

Rote Karte für Coca-Cola. Europäischer Aktionstag bei Coca-Cola am 5. Mai 2014Viel Geld zur Imageverbesserung hat Coca Cola 2018 wieder ausgegeben, als einer der Hauptsponsoren der FIFA-WM (getreu dem Motto „Sport ist gesund“, dann brauchen es Getränke nicht auch noch zu sein): Wasserklau in Indien, überteuertes Trinkwasser in Flaschen – der Ruf kann in der Tat dringend eine Aufpolierung gebrauchen, seit langem, immer wieder und überall. Jetzt ist die Internationale Föderation der Nahrungsmittelgewerkschaften regelrecht gezwungen, eine globale Kampagne zu organisieren, denn das Unternehmen versucht gleich in fünf Ländern zur selben Zeit, gewerkschaftlichen Bestrebungen der Belegschaften mit Repression und Einschüchterung zu begegnen. Beschäftigte in den USA, Irland, auf Haiti und den Philippinen, sowie in Indonesien sehen sich diesem Angriff auf ihre einfachsten demokratischen Rechte ausgesetzt. Siehe dazu den Aufruf zu Solidaritätsaktionen, sowie Hintergrundinfos zu einzelnen der Werke in mehreren der  verschiedenen betroffenen Länder:

  • „Coca-Cola verstösst reihenweise gegen die Menschenrechte – in Haiti, Indonesien, Irland, den Philippinen und den Vereinigten Staaten“ ist, seit dem 13. Juni 2018 externer Link die zusammengefasste Solidaritätskampagne der IUF mit den verschiedenen Coca Cola-Belegschaften im Kampf um ihre gewerkschaftlichen Rechte. Darin heißt es: „Die Menschenrechtsverletzungen häufen sich bei der Coca-Cola Company. Damit wird Coca-Cola zu einem Serientäter, was die Missachtung der Menschenrechte der Beschäftigten und Massnahmen zur Abstellung von Missbräuchen angeht. Das Recht aller Arbeitnehmer/innen, eine Gewerkschaft zu bilden, ihr beizutreten und sich von ihr bei Kollektivverhandlungen vertreten zu lassen, ist ein international anerkanntes grundlegendes Menschenrecht. In Indonesien setzt der Coca-Cola-Abfüller Amatil seine lang andauernden Attacken auf die Rechte unabhängiger demokratischer Gewerkschaften fort. In Haiti verweigert sein Abfüller La Brasserie de la Couronne den Beschäftigten nach wie vor systematisch das Recht, eine Gewerkschaft zu bilden und sich von ihr vertreten zu lassen. In den Philippinen verstösst der Coca-Cola-Grossabfüller FEMSA mit der brutalen Vernichtung von Arbeitsplätzen gegen grundlegende Rechte. Massenentlassungen mit knapper Erklärung oder Rechtfertigung sind Hand in Hand gegangen mit der Weigerung, mit dem Bund der Coca-Cola-Gewerkschaften (FCCU), der die Mehrheit der Coca-Cola-Beschäftigten in diesem Land vertritt, sinnvolle Kollektivverhandlungen aufzunehmen. In den USA engagierte die Coca-Cola Bottling Company of Northern New England ein teures Beratungsunternehmen, das öffentlich erklärt hat: “Wir vertraten das Management auf Mitarbeiterversammlungen mit dem Ziel, eine bestimmte Gruppe von Beschäftigten der Coca-Cola Bottling Company of Northern New England in Greenfield, Massachusetts, dazu zu überreden, keiner Gewerkschaft beizutreten”. Die IUL hat die Coca-Cola Company zwar wiederholt auf diese anhaltenden Rechteverletzungen hingewiesen, der Konzern hat aber nichts Konkretes unternommen, um die Missbräuche abzustellen. Dadurch, dass Coca-Cola seiner menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht systematisch nicht nachkommt, macht es sich mitschuldig an diesen Missbräuchen und wird damit selbst zu einem Rechteverletzer. Die Missbräuche beschränken sich nicht auf das Abfüllsystem. In Irland hatte die Coca-Cola Company zuvor die unmittelbar in ihrem Besitz befindliche, stark gewerkschaftlich organisierte Konzentratfabrik (wo nach einem “Geheimrezept” der Syrup hergestellt wird) in Drogheda geschlossen, und sie hat kürzlich die Schliessung eines zweiten gewerkschaftlich organisierten Betriebs in Athy angekündigt, während sie sich weigert, mit der Gewerkschaft der verbleibenden Konzentratfabrik in Ballina zu verhandeln, wo ein Grossteil der Produktionsarbeiter/innen von der der IUL angeschlossenen SIPTU vertreten werden möchte…“ Die Protesterklärung, die darin verlinkt ist, haben bisher mehr als 10.000 Menschen unterzeichnet.
  • „Unabhängige Gewerkschaften wehren sich gegen das Null-Rechte-Regime bei Coca-Cola Amatil Indonesien“ am 20. Oktober 2017 bei der IUF externer Link war der Beginn der Proteste gegen die antigewerkschaftliche Repression des Abfüll-Unternehmens, worin es unter anderem hieß: „Fast zwanzig Jahre nachdem Indonesien sich von einer repressiven Militärdiktatur befreite, warten die Beschäftigten der indonesischen Betriebe des in Australien ansässigen Abfüllers Amatil (CCA) der Coca-Cola Company immer noch auf demokratische Rechte am Arbeitsplatz. Beschäftigte von Coca-Cola Amatil Indonesien organisieren sich, um unabhängige Gewerkschaften zu bilden. Das Unternehmen hat darauf mit systematischen Attacken auf ihre Mitglieder und gewählten Führer reagiert. CCA hat auf die Bildung unabhängiger Gewerkschaften an zwei Standorten des Unternehmens mit der Kündigung, Zwangsversetzung und Suspendierung der Gewerkschaftsführer Atra Narwanto und Lutfi Ariyanto reagiert, um sie an der Wahrnehmung ihrer Aufgaben als Gewerkschaftspräsidenten zu hindern. Mitglieder der neuen, unabhängigen Gewerkschaften werden systematisch schikaniert. Und als 150 Beschäftigte der Fabrik in Surabaya eine Petition unterzeichneten, in der sie ihr mangelndes Vertrauen in die Arbeitnehmerorganisation aus der Suharto-Ära zum Ausdruck brachten, die CCA unbedingt durchsetzen will, wurden sie vom Management gedrängt, ihre Unterschriften zurückzuziehen. Bei der Unterdrückung der Menschenrechte macht CCA gemeinsame Sache mit der SPSI-RTMM (Nationale Gewerkschaft der Tabak-, Lebensmittel- und Getränkebeschäftigten von Indonesien), eine Organisation, die von dem Mechanismus der Suharto-Militärdiktatur abstammt, der geschaffen wurde, um die Arbeitnehmer an der Organisierung zur Verteidigung ihrer Menschenrechte zu hindern. In Indonesien hält Coca-Cola Amatil an Kollektivvereinbarungen aus der Suharto-Ära fest, bei denen es sich in Wirklichkeit um Disziplinarordnungen handelt, um die Arbeiterschaft zu kontrollieren und zu steuern…
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=134999
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