Gegen den Krieg – gegen den sozialen Krieg: Internationales Treffen gegen den Krieg am 20. Juni 2026 in London

Gegen den Krieg – gegen den sozialen Krieg: Internationales Treffen gegen den Krieg am 20. Juni 2026 in London„… Das Gerede vom Krieg hat sich in ganz Europa zu aktiven Kriegsvorbereitungen entwickelt. Die arbeitende Bevölkerung sieht, wie das Geld, das für die Wiederherstellung ihres kaputten Gesundheitssystems, ihrer Verkehrsinfrastruktur, ihres Bildungswesens und ihres Wohnungsbaus ausgegeben werden sollte, in den Taschen ohne Boden der Rüstungskonzerne verschwindet, deren Gewinne schneller denn je steigen. Familien, die seit Generationen keine Wehrpflicht mehr kennen, hören nun mit Angst, wie Militärführer und Politiker warnen, dass ihre Söhne und Töchter bereit sein müssen, zu kämpfen und zu sterben. Das falsche Versprechen von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie ist eine Falle für die Arbeiterklasse. Diese Waffen schaffen die unproduktivsten Arbeitsplätze, aber die effektivsten, wenn es darum geht, Leben zu vernichten. (…) Wir sagen: Nehmt die Waffen runter, erhöht die Löhne, Wohlstand, kein Krieg! Arbeitsplätze, keine Kriegsdienstpflicht!...“ Aus dem Aufruf  auf der Aktionsseite externer Link, siehe mehr Informationen:

  • Sozialleistungen statt Krieg: Londoner Antikriegskonferenz betont den Zusammenhang von Austerität und Militarisierung, die gemeinsam (im Herbst) bekämpft werden müssen New
    • Erklärung der Londoner Antikriegskonferenz vom 19. Juni 2026: Nein zu Militarisierung und Wehrpflicht – Sozialleistungen statt Krieg
      Von dieser internationalen Antikriegskonferenz aus erheben wir gemeinsam unsere Stimmen: gegen Krieg und Völkermord, gegen die wachsende nukleare Bedrohung und für den Frieden. Wir sind zusammengekommen, um Alarm zu schlagen: um den Weg in den Krieg, sowie den Nationalismus und Rassismus, die er schürt, zu stoppen. Gemeinsam sagen wir Nein zu Aufrüstung und Kriegsdienstpflicht und Ja zu gut finanzierten Gesundheits-, Bildungs- und öffentlichen Dienstleistungen, menschenwürdigen Arbeitsplätzen und höheren Löhnen. (…)
      Wir lehnen den Verfall unserer Gesellschaften ab, der durch die Plünderung öffentlichen Reichtums aus unseren Gemeinden und öffentlichen Diensten zugunsten der Waffenhersteller verursacht wird. Wir lassen uns nicht von der falschen Darstellung täuschen, dass Ausgaben für Waffen unsere Industrien und Volkswirtschaften wiederbeleben würden. Wir werden den gewerkschaftlichen Widerstand gegen Militärausgaben unterstützen und fördern.
      Wir unterstützen echte Investitionen in unsere Gesellschaften, um den arbeitenden Menschen und unseren vielfältigen Gemeinschaften echte Sicherheit zu bieten: für unsere Gesundheitssysteme, für angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen, für Verkehr, Bildung und Wohnraum. Wir werden die Wehrpflicht und die Militarisierung des Bildungswesens nicht akzeptieren: Wir werden nicht zulassen, dass unsere Söhne und Töchter ausgesandt werden, um zu töten und getötet zu werden.
      Wir stehen vor enormen Schwierigkeiten und beispiellosen Herausforderungen. Heute erkennen wir, dass der einzige Weg, um gegen die mächtigen Kräfte, die sich gegen uns stellen, wirksam vorzugehen, darin besteht, uns international zu organisieren und strategisch im Interesse der Menschen zu arbeiten und zu handeln. Solidarität ist entscheidend, aber ebenso wichtig ist die internationale Koordination gemeinsam mit der Arbeiterbewegung, um die kriegstreiberische Regierungen und steigende Militärausgaben zurückzuschlagen. Wir werden zusammenarbeiten, einen Plan entwickeln, um das umzusetzen. (…)
      Wir rufen zur Teilnahme an folgenden Aktionen auf:
      – 10. Oktober für Palästina, um drei Jahre Völkermord und Jahrzehnte der Besatzung und Apartheid zu beenden,
      – Aktionswochenende gegen Militarisierung und Kriegsdienstpflicht: 21./22. November,
      –  Nehmt am Aktionstag der Hafenarbeiterinnen gegen den Krieg im Oktober teil (Termin wird noch bekannt gegeben)...“ Erklärung der Konferenz in dt. Fassung auf der Aktionsseite externer Link
    • Ein Mitschnitt der Konferenz findet sich auf youtube externer Link
    • »Frieden ist eine Klassenfrage«
      London: Auf einer internationalen Antikriegskonferenz wurde der Zusammenhang zwischen dem Widerstand gegen soziale Kürzungen und Militarisierung betont
      Der Präsident der britischen Bäcker- und Lebensmittelgewerkschaft brachte auf den Punkt, was die internationale Antikriegskonferenz, die am vergangenen Sonnabend in London stattfand, wie ein roter Faden durchzog. Austerität und Militarisierung seien »zwei Seiten derselben Medaille«, stellte Ian Hodson fest. Woran man das sehen könne? Der inzwischen scheidende Labour-Premierminister Keir Starmer habe etwa Rollstuhlfahrern das Geld gestrichen, auf das sie angewiesen seien, um eigenständig leben zu können – und das, um aufrüsten zu können, rief Hodson voller Empörung in Erinnerung: »Menschen mit Behinderung zahlen für den Krieg!« Das sei ein Skandal. Sowohl die Aufrüstung als auch die mit ihr verbundene Austerität müssten dringend gestoppt werden. »Wir bomben doch nicht unseren Weg zu einem besseren Leben frei!«, rief Hodson, erkennbar aufgebracht. Starker, zustimmender Beifall brandete auf. (…) Ziemlich stark vertreten waren Gewerkschaften aus ganz verschiedenen Ländern; viele unterstützten die Konferenz auch offiziell. Das Spektrum reichte von der mit 1,4 Millionen Mitgliedern größten Einzelgewerkschaft Großbritanniens, Unison, über die französischen Gewerkschaften CGT und Force Ouvrière bis zur italienischen CGIL.
      Es herrschte breiter Konsens darüber, dass die Militarisierung die Austerität mit dem Abriss der Sozialsysteme forciert, dass sich also der Protest gegen das eine nicht vom Protest gegen das andere trennen lässt. Das verband sich in London mit der klaren Erkenntnis, dass die zentralen Triebkräfte für die Kriegspolitik in den ökonomischen und politischen Interessen der Bourgeoisie zu finden sind. (…)
      Arbeiterwiderstand war immer wieder ein Thema auf der Konferenz. Eddie Demsey, Generalsekretär der kämpferischen britischen Eisenbahnergewerkschaft RMT, erinnerte daran, dass Eisenbahner und Seeleute, die heute in seiner Gewerkschaft organisiert sind, stark in den Internationalen Brigaden des Spanischen Krieges von 1936 bis 1939 vertreten waren. Zudem habe die RMT gegen sämtliche Kriege der jüngeren Vergangenheit protestiert, berichtete Dempsey, der die Kriege des Westens in Afghanistan, gegen den Irak, in Libyen, Syrien, der Ukraine, Gaza und Iran erwähnte. Neues über den gegenwärtigen Arbeiterwiderstand konnte man etwa bei Giorgos Gogos erfahren, dem Generalsekretär der Hafenarbeitergewerkschaft im Hafen von Piräus bei Athen. Das EU-Establishment transformiere »unsere Häfen in Militärhäfen für ihre Kriege, die unsere Söhne und Töchter umbringen werden«, rief Gogos: »Wir wollen das nicht!« Dafür gab es erneut lauten Beifall. Griechische Hafenarbeiter haben bereits diverse Waffenlieferungen für laufende Kriege – in der Ukraine, in Israel – erfolgreich blockiert.
      Klassenwiderstand hat Voraussetzungen. Rassismus etwa spalte die Arbeiterklasse, stellte Sean Vernell von der University and College Union (UCU) fest; es sei deshalb nicht nur sehr wünschenswert, sondern schon aus Eigeninteresse unverzichtbar, dagegen zu kämpfen. Hodson fügte im Namen seiner Bäckergewerkschaft – und wohl auch mit Blick auf die jüngsten Pogrome gegen Nichtweiße in Belfast – hinzu, wenn die Regierung Nationalismus und sogar Rassismus gegen Flüchtlinge schüre, dann sei »niemand im Land mehr sicher«. (…)
      Im Herbst soll es europaweit konkrete Aktionen geben – einen Aktionstag der Hafenarbeiter im Oktober, danach ein Aktionswochenende gegen Militarisierung und Wehrpflicht am 21./22. November. Die Aufgabe ist immens: »Wir müssen eine weltweite Mehrheit für Frieden schaffen«, stellte CND-Generalsekretärin Bolt fest.
      ..“ Bericht von Jörg Kronauer, London, in der jungen Welt vom 24.06.2026 externer Link
    • Austerität und Militarisierung
      Stark frequentierte internationale Anti-Kriegs-Konferenz in London wendet sich gegen Hochrüstung in Europa und Abriss der Sozialsysteme. Proteste nehmen europaweit zu. (…) Unter Beteiligung von fast 3.000 Personen aus Europa, Nordamerika und dem Nahen und Mittleren Osten hat am Samstag in London die zweite internationale Anti-Kriegs-Konferenz in Europa innerhalb von nur neun Monaten stattgefunden. Schon am 5. Oktober 2025 waren mehr als 4.000 Aktivisten in Paris zusammengekommen, um auf einem internationalen Treffen gegen den Krieg gegen die beispiellose derzeitige Militarisierung in ganz Europa zu protestieren. Zu der Londoner Folgeveranstaltung waren außer individuellen Teilnehmern Delegationen von Aktivisten aus rund 20 Ländern angereist. Recht stark vertreten waren vor allem Gewerkschaften, darunter Unison, die mit über 1,4 Millionen Mitgliedern größte Einzelgewerkschaft Großbritanniens; die kämpferische britische Eisenbahnergewerkschaft RMT; aus Frankreich die großen Gewerkschaften CGT sowie Force ouvrière; aus Italien die CGIL sowie weitere Gewerkschaften aus den genannten wie auch anderen Ländern. Organisiert worden war die Konferenz von der Stop the War coalition, die Ende September 2001 zum Kampf gegen den damals bevorstehenden Krieg in Afghanistan gegründet worden und an der Organisation der Demonstration gegen den bevorstehenden Irakkrieg am 15. Februar 2003 beteiligt war; damals gingen eine Million Menschen, vielleicht gar deutlich mehr, in London gegen den Krieg auf die Straße.
      Zwei Seiten derselben Münze
      Konkret richteten sich die Beiträge auf der Konferenz zum einen gegen die gegenwärtigen Kriege, die mehrheitlich von den USA und zum Teil auch Israel geführt werden – die Kriege gegen Iran und den Libanon, im Gazastreifen; gegen den US-Überfall auf Venezuela und die Verschleppung von Präsident Nicolás Maduro und gegen die militärische US-Drohpolitik gegen Kuba, aber auch gegen die Kriege im Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sahel. Nicht weniger prangerten diverse Redner die Hochrüstung in der EU an, so etwa das 800 Milliarden Euro schwere EU-Programm Rearm Europe. „Wir wollen keinen US-Imperialismus, und wir wollen keinen europäischen Imperialismus“, äußerte etwa Lindsey German, Gründungs- und bis heute führendes Mitglied der Stop the War campaign. Viele Redner stellten den unlösbaren Zusammenhang der Militarisierung mit dem Komplettabriss der sozialen Sicherheitssysteme heraus, der zur Zeit in ganz Europa stattfindet; „Austerität und Militarisierung“ seien lediglich „zwei Seiten derselben Münze“, hielt etwa Ian Hodson, Präsident der Bakers, Food and Allied Workers‘ Union (BFAWU) fest und konstatierte mit Blick darauf, dass die Regierung des scheidenden Premierministers Keir Starmer unter anderem Geld für Rollstuhlfahrer gekürzt hatte, um die Rüstung zu finanzieren: „Menschen mit Behinderung zahlen für den Krieg!“…“ Bericht vom 22.6.2026 auf german-foreign-policy externer Link
  • Gewerkschaften gegen Krieg: Internationale Konferenz in London soll Arbeiterbewegung im Abwehrkampf stärken und Koordinierung jenseits nationaler Grenzen befördern
    Wir sagen nein zur Aufrüstung, nein zur Wehrpflicht und ja zu gut finanzierter Gesundheitsversorgung, Bildung und öffentlichen Dienstleistungen, zu guten Arbeitsplätzen und höheren Löhnen«: Für diesen Sonnabend ruft die britische Stop the War Coalition zu einer internationalen Antikriegskonferenz in London auf. Unterstützt wird die Konferenz, die sich gegen die in ganz Europa tobende Militarisierung und den zu ihrer Finanzierung europaweit gestarteten Abriss der Sozialsysteme richtet, von einer Vielzahl an Organisationen. Unter ihnen befinden sich viele Gewerkschaften, etwa Großbritanniens größte Gewerkschaft Unison und die französische CGT. Gut zwei Dutzend Redner sind angekündigt – Vertreter der Hafenarbeiter in Genua und Piräus, die sich mehrfach geweigert haben, Waffenlieferungen abzufertigen; Ex-Labour-Chef Jeremy Corbyn; Eddie Dempsey, Generalsekretär der kämpferischen britischen Eisenbahnergewerkschaft RMT; Peter Mertens, Generalsekretär der Partei der Arbeit Belgiens (PTB/PVDA); Ulrike Eifler, Antikriegsgewerkschafterin aus Würzburg. Der Konferenzsaal, die Central Hall Westminster im Machtzentrum der britischen Hauptstadt, ist mit fast 3.000 Teilnehmern aus ganz Europa und darüber hinaus voll ausgebucht…“ Artikel von Jörg Kronauer in der jungen Welt vom 18.06.2026 externer Link („Widerstand wächst“)

Grundinfos:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=236190
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