Videokonferenztool Zoom: Bürgerrechtsaktivisten warnen vor Emotions-Scanner

„… Hört die Kollegin noch richtig zu? Finden die Studenten den Vortrag langweilig? Ist dem Kunden der Preis zu hoch? Bürgerrechtler zeigen sich entsetzt von den Plänen des US-Unternehmens Zoom, einen Emotionsmesser für Online-Videokonferenzen zu entwickeln. Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) will der Anbieter des Videotelefonie-Tools offenbar die Körpersprache von Konferenzteilnehmern analysieren und daran deren Stimmung ablesen. Das Magazin »Protocol« hatte vor einigen Wochen über die Pläne von Zoom berichtet. In einem offenen Brief an Zoom externer Link sprechen sich nun knapp 30 Organisationen wie das Electronic Privacy Information Center (Epic) und die American Civil Liberties Union (ACLU) gegen die Pläne aus, in Videokonferenzen Emotionen zu analysieren. Stimmungen auslesen zu wollen, basiere auf der Fehleinschätzung, dass KI menschliche Emotionen erfassen kann, heißt es in dem Schreiben. Dieser Schritt verletzte Privatsphäre und Menschenrechte. »Zoom muss die Pläne stoppen, diese Funktion weiterzuentwickeln.« (…) Die Bürgerrechtler kritisieren, dass Gesichtserkennung nachgewiesenermaßen »irreführend, fehlerhaft und rassistisch« sei. (…)  Der Software sei mit dieser Grundannahme quasi einprogrammiert, bestimmte Ethnien und Menschen mit Behinderung zu diskriminieren. (…) Außerdem kritisieren die Menschenrechtsorganisationen, dass die Software missbräuchlich verwendet werden könnte. Unternehmen oder Universitäten könnten Arbeitnehmer oder Studenten womöglich für »falsche Gefühle bestrafen«, heißt es in dem Brief…“ Artikel von Jörg Breithut vom 13. Mai 2022 beim Spiegel online externer Link

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