Digitalzwang auf jobcenter.digital bringt erhebliche Probleme für Bürgergeld-Bezieher

Aktion von Digitalcourage: Digitalzwang meldenViele Bezieher von Bürgergeld nutzen das Portal jobcenter.digital um einfacher und schneller mit ihrem Jobcenter zu kommunizieren und um vorab über Einladungen, Bescheide usw. informiert zu sein, ohne auf deren postalische Zusendung zu verzichten, da die Postzustellung erfahrungsgemäß nicht immer zuverlässig und pünktlich ist. Wer jobcenter.digital nutzen will, muss jedoch seit dem 18.11.2024 erklären, dass er auf die postalische Zustellung von sämtlichen Schriftstücken verzichtet. Ohne diese generelle Verzichtserklärung ist es nicht mehr möglich jobcenter.digital zu nutzen…“ Beitrag von Ottokar vom 14.03.2025 auf gegen-hartz.de externer Link mit Informationen zur Rechtslage und praktischen Problemen und dazu:

  • Analoge Zugangswege zu Jobcentern sollen erhalten bleiben New
    Die Bundesregierung spricht sich dafür aus, analoge Zugangswege zu den Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende dauerhaft zu erhalten. Leistungsberechtigten dürften keine rechtlichen Nachteile entstehen, wenn sie nicht die digitalen Angebote nutzen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (Drucksache 21/7276 externer Link ) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksache 21/6621 externer Link ) hervor. Zugleich räumt die Bundesregierung ein, dass es bei der Registrierung und Authentifizierung im Online-Portal der Bundesagentur für Arbeit (BA) wiederholt zu Schwierigkeiten gekommen ist. Insbesondere die nach einem Sicherheitsvorfall eingeführte verpflichtende Mehr-Faktor-Authentifizierung habe für zusätzliche Herausforderungen gesorgt. Um den Zugang zu erleichtern, hat die Bundesagentur für Arbeit nach eigenen Angaben den technischen Support ausgebaut und mit der „BA-Secure-App“ eine weitere Möglichkeit zur Anmeldung geschaffen.“  Aus dem Thomé Newsletter 28/2026 vom 23.08.2026 externer Link, siehe dazu auch:

    • Basta Erwerbsloseninitiative: „Warum wir davon abraten ausschließlich digital mit dem #Jobcenter zu kommunizieren:
      Der für uns zentrale Punkt, warum wir den digitalen Kontakt mit dem Jobcenter ablehen ist, daß die #Digitalisierung aller Lebensbereiche Menschen und menschliches Handeln überfüssig machen soll.
      Dagegen haben wir etwas. Dazu kommen noch einige praktische Probleme mit der digitalen Plattform der #Jobcenter: Die Benutzung von „Jobcenter digital“ setzt oft neue Endgeräte (Computer, Handys oder Laptops) voraus. Die sind teuer und können sich viele von uns nicht leisten. Und nehme ich teil an der digitaler Kommunikation mit dem #Jobcenter, dann muss ich mich bereit erklären, nur noch digital mit der Behörde zu kommunizieren. Das Ding ist weder mehrsprachig, noch barrierefrei. Eine Verschlüsselung klappt nicht, gibt es nicht. Das Hochladen von Unterlagen haut oft nicht hin,
      Die ganze Geschichte ist störanfällig. Der Stand des Antragsverfahren kann nicht vernünftig nachvollzogen werden und Unterlagen verschwinden trotzdem weiterhin, nur habe ich dann keine*n Zeug*in. Deshalb empfehlen wir euch weiter per Papier zu kommunizieren.“ Thread von bastaberlin vom 18.08.2026 auf bsky externer Link

Siehe auch unser Dossier Aktion von Digitalcourage: Digitalzwang (nicht nur bei der Bahn) melden! und die gesamte Rubrik Die Arbeitsagentur und ihre „Kundendaten“

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=237268
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