Fragwürdige Wissenschaft für die Festung Europa: Europäische Universitäten forschen mit Rüstungskonzernen zur Abschottung Europas

EU: No Entrance. Titelbild zum isw-report 104 - Auf der Flucht. Fluchtursachen. Festung Europa. Alternativen. (Festung Europa, Februar 2016)„Mehr als 200 Universitäten, Fachhochschulen und Akademien aus ganz Europa haben seit 2002 an 110 Forschungsprojekten zur Grenzsicherung und Migrationskontrolle teilgenommen. Sie erhielten dafür insgesamt mehr als 100 Millionen Euro aus den EU-Rahmenprogrammen zur Forschungsförderung. So hat es die kürzlich veröffentlichte Studie »Border Labs« externer Link des in Amsterdam ansässigen Transnational Institute (TNI) und der niederländischen Kampagnenorganisation Stop Wapenhandel herausgearbeitet. Verfasst hat sie Mark Akkerman, der seit Jahren für die beiden Organisationen die Rüstungs- und Sicherheitsindustrie im EU-Grenzbereich beobachtet. »Border Labs« ist vermutlich die bislang detaillierteste Untersuchung zum Beitrag europäischer Hochschulen zur »Festung Europa«…“ Artikel von Matthias Monroy vom 7. April 2026 in Neues Deutschland online externer Link und mehr daraus:

  • Weiter aus dem Artikel von Matthias Monroy vom 7. April 2026 in Neues Deutschland online externer Link: „… In fast allen Fällen sind die Universitäten laut »Border Labs« mit ihren Forschungen Teil von Konsortien, an denen auch Rüstungskonzerne wie Leonardo, Thales oder Airbus sowie staatliche Grenzbehörden beteiligt sind. Leonardo, nach Umsatz eines der weltgrößten Rüstungsunternehmen mit Sitz in Italien, und die deutschen Fraunhofer-Institute tauchen mit je 17 gemeinsamen Projekten am häufigsten als Partner auf. (…) Besonders kritisch bewertet die Studie die angeblichen ethischen Kontrollmechanismen der EU-Rahmenprogramme. (…) Die Frage, ob es grundsätzlich vertretbar sei, für Behörden zu forschen, die diese Ergebnisse zur Abwehr von Schutzsuchenden einsetzten, werde ausgeblendet. (…) »Solange die EU Grenzsicherheitsforschung finanziert, die schlimmstenfalls zu Leid, Entrechtung oder sogar zum Tod von Menschen beiträgt, dürfen Universitäten und Forschende die Folgen ihrer Arbeit nicht ausblenden«, sagt dazu Josephine Solanki vom TNI. Hochschulen und Wissenschaftler*innen sollten sich stattdessen »auf die richtige Seite der Geschichte stellen«. (…) Die beiden Auftraggeber der Studie »Border Labs« kritisieren derartige Forschungen grundsätzlich. »Man muss sich nur vor Augen führen, was 100 Millionen Euro bewirken könnten, wenn sie in Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Bildung oder in Projekte investiert würden, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken«, so die Forscherin Josephine Solanki zu »nd«.“

Siehe auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=234885
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