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[Ein Überblick] Änderungen in der Asyl- und Einwanderungspolitik der nordischen EU-Länder passen sich an aktuellen rechten Trend an

EU: No Entrance. Titelbild zum isw-report 104 - Auf der Flucht. Fluchtursachen. Festung Europa. Alternativen. (Festung Europa, Februar 2016)Ihre Flaggen mögen sich ähneln, ihre Einwanderungspolitik jedoch nicht: Die nordischen Länder Europas haben in den letzten Monaten verschiedene Änderungen in Bezug auf Asyl- und Einwanderungsfragen vorgenommen. Zu Beginn des Jahres 2025 werden Menschen, die in Nordeuropa Schutz suchen, in vielen Fällen neue Gesetze und Vorschriften beachten müssen…“ Ein (engl.) Überblick von Sertan Sanderson vom 13.1.2025 bei InfoMigrants externer Link („Nordic nations change immigration approaches to reflect current policy trends“) über Schweden, Finland, Norwegen, Dänemark und Island und dazu:

  • Moral, Willkür, Abschiebung: Schweden will Bleiberecht an „anständiges Leben“ knüpfen New
    Wer in Schweden lebt, soll nicht nur Gesetze befolgen, sondern auch „anständig“ leben. Daran will Schwedens Regierung das Bleiberecht koppeln. Menschenrechtler warnen, dass aus Rechtsdurchsetzung schnell Willkür, Druck und Selbstzensur werden könnten.
    Die schwedische Regierung will mit einem neuen Gesetz externer Link Migranten dazu verpflichten, ein „anständiges Leben“ zu führen und droht bei Verstößen mit der Abschiebung. Wenn jemand zum Beispiel seine Schulden nicht begleiche, Entscheidungen der schwedischen Behörden nicht befolge, das Sozialsystem betrüge oder sich eine schwedische Aufenthaltsgenehmigung erschleiche, dann habe dieser Mensch „kein Recht, hier zu sein“, sagte der schwedische Migrationsminister Johan Forssell am Dienstag vergangener Woche bei einer Pressekonferenz. Auch Einwanderer, die arbeiten, ohne Steuern zu zahlen oder Strafzettel nicht begleichen, müssen nach dem Willen der rechtsgerichteten Regierung damit rechnen, abgeschoben zu werden. Damit geht es nicht nur um Straftaten, sondern um einen dehnbaren Maßstab für „ehrliches“ oder „anständiges“ Verhalten. Der Sprecher für Migrationspolitik der rechtspopulistischen Schwedendemokraten, Ludvig Aspling, sagte Journalisten, dass allein „Aussagen“ von Migranten „nicht als ein Beweis für einen Mangel an Rechtschaffenheit gewertet“ würden. Sie könnten aber „beispielsweise auf Verbindungen zum gewalttätigen Extremismus hindeuten“, was wiederum ein Zeichen für einen „Mangel an Moral“ sein könne. (…)
    Die Menschenrechtsgruppe Civil Rights Defenders externer Link kritisierte den Gesetzesentwurf. Wenn für Ausländer ein zusätzlicher moralischer Maßstab gelte, entstehe faktisch ein anderes Recht. Das berge die Gefahr, den Grundsatz der Gleichbehandlung vor dem Gesetz zu untergraben, da er vage definiert sei. „Die Tatsache, dass auch nicht strafbare Äußerungen berücksichtigt werden könnten, (…) gibt Anlass zu besonders großer Sorge“, erklärte der Direktor der Rechtsabteilung der Organisation, John Stauffer. Eine solche Regelung könne eine „abschreckende Wirkung auf die Meinungsfreiheit“ haben und zu „verstärkter Selbstzensur“ führen, fügte er hinzu. (…)
    Bislang wurden bereits strengere Regeln eingeführt: in der Asylpolitik, bei Einbürgerungen und bei Abschiebungen. Dabei verzeichnete Schweden 2025 laut Regierung die niedrigste Zahl an Asylanträgen seit 1985. Bereits 2024 war die Zahl der Aufenthaltstitel für Asylsuchende und Angehörige auf ein Rekordtief gefallen.“
    Meldung vom 30. März 2026 im MiGAZIN externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=225513
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