Rechtsextremistischer Bombenanschlag an Essener Schule verhindert

Gegen Nazis - nicht nur in Wuppertal!Die Polizei in Essen hat offenbar noch rechtzeitig den Anschlag eines rechtsextremistisch gesinnten Jugendlichen auf seine Schule vereitelt. „Möglicherweise hat die NRW-Polizei heute einen Alptraum verhindert“, sagte Landesinnenministerin Herbert Reul (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf. Als tatverdächtig gilt ein 16-jähriger Schüler des katholischen Don-Bosco-Gymnasiums, in dessen Zimmer rechtsextremistisches Schriftgut gefunden wurde. Der Jugendliche wurde festgenommen (…) Bei der Durchsuchung wurden nach Angaben des Ministers unter anderem Waffen gefunden, darunter eine Armbrust mit Pfeilen, 16 „Rohrkörper“, die teilweise mit Uhren und Nägeln ausgestattet waren, Explosivstoffe und eine selbstgebaute Schusswaffe. Zudem entdeckte die Polizei rechtsextremistische, antisemitische und antimuslimische Schriftstücke sowie SS-Runen in dem Zimmer des Jugendlichen. (…) Überdies müsse geklärt werden, ob der Jugendliche eventuell unter psychischen Problemen litt, betonte der Minister. „Es liegen Hinweise darauf vor, dass der 16-Jährige massive psychische Probleme und Suizidgedanken hatte.“…“ Meldung vom 12.05.2022 beim Migazin externer Link, siehe dazu:

  • Vereitelter Amoklauf in Essen: Wenn nur Weiße psychische Probleme haben New
    „Rassistischer Terror wird von Politik und Medien in Deutschland eher als Produkt gequälter Seelen wahrgenommen als islamistisch motivierter Terror. (…) Man kennt mittlerweile das übliche Prozedere zahlreicher deutscher Talkshow-Sendungen öffentlich-rechtlicher Sender: Während man in den Nachrichten von einem Anschlag hört oder liest, wartet man erstmals ab, von wem die Tat begangen wurde. War es eine Person muslimischen Glaubens, so kann man sich sicher sein, dass dies in einer TV-Diskussionsrunde von Maischberger, Anne Will, Maybrit Illner oder Frank Plasberg aufgegriffen wird. Die Wahrscheinlichkeit sinkt jedoch stark, wenn der Täter ein nicht-muslimischer Deutscher war, so wie es vor Kurzem erst der Fall war. Keine:r der genannten Moderatorinnen und Moderatoren hat es für sinnvoll erachtet, radikalen rechtsextremistischen Terror zu thematisieren. Gewiss könnte man argumentieren, dass momentan vieles von dem illegalen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine überschattet wird. Doch sieht man sich die TV-Sendungen der vergangenen zehn Jahre bei Anne Will an, so fällt auf, dass „radikaler Islam“ im Zusammenhang mit Terrorismus weitaus häufiger thematisiert wurde als Rechtsextremismus. (…) Der rechtradikale Gymnasiast, der sich als Verteidiger der weißen Rasse sieht und sein Manifest mit einem Hitler-Zitat einleitete, wurde von zahlreichen Medien als ein Schüler mit psychischen Problemen betitelt. Bei jemandem, der dazu bereit ist, eine Schule in die Luft zu sprengen und so viele Menschen wie möglich zu töten, mag diese Beschreibung zwar zutreffen, aber nicht alles erklären – zumal die meisten Menschen mit psychischen Problemen keine solche Gewaltbereitschaft zeigen. In diesem konkreten Fall handelt es sich um einen jungen Menschen, bei dem man sich fragt, weshalb es zu solch einer Entwicklung kommen konnte. Die Frage wird hingegen oftmals nicht gestellt, wenn der Täter einen muslimischen Hintergrund hat. Hier ist es dann scheinbar ganz klar, dass „der Islam“ oder „die andere Kultur“ dafür verantwortlich sein muss, weshalb es zu diesem oder jenem Gewaltverbrechen kam. Gewiss spielt eine bestimmte Auslegung des Islam eine Rolle, wenn radikale Muslime sich für einen Gewaltakt entscheiden und sich dabei auf Gott beziehen. Ebenso hat man bei dem 16-jährigen Rechtsextremisten gesehen, dass ein radikales rassistisches Weltbild bei seinem Anschlagsplan zentral ist. Doch der Hintergrund allein erklärt nicht, weshalb es zur Gewaltbereitschaft und zur Mordlust kommen konnte. Es handelt sich hierbei nur um einen Faktor, womöglich auch um einen Begründungsversuch, um der Aggression freien Lauf zu lassen. Zu begrüßen wäre es, auf solche verstörenden Vorfälle einen differenzierten Blick zu werfen und nicht nur einfache Antworten zu präsentieren. Das soziale Lebensumfeld, die psychische Verfassung, biografische Schicksalsschläge und viele weitere Aspekte können bei Radikalisierungen eine Rolle spielen. Und das nicht nur wenn der Täter weiß ist.“ Beitrag von Elias Feroz vom 22. Mai 2022 bei Telepolis externer Link
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