Neuer Skandal bei der Bundeswehr: Frauenhass, Rechtsextremismus und einiges mehr in Fallschirmjägerregiment im rheinland-pfälzischen Zweibrücken

Gegen Nazis - nicht nur in Wuppertal!Erstaunlich lange war es ruhig in Sachen rechtsradikaler Vorfälle, Gewaltrituale und Frauenfeindlichkeit in der Bundeswehr. Kurz vor Jahresende dringt nun doch wieder ein neuer Skandal an die Öffentlichkeit: Nach mutmaßlichen Fällen von Rechtsextremismus, sexualisiertem Fehlverhalten und Drogenmissbrauch im Fallschirmjägerregiment 26 hat die Truppe nach eigenen Angaben inzwischen mehrere Soldaten entlassen und weitere Konsequenzen angekündigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 19 Armeeangehörige im rheinland-pfälzischen Zweibrücken. Der auf Luftlandeoperationen hinter feindlichen Linien spezialisierten Eliteeinheit gehören 1700 Soldatinnen und Soldaten an...“ Artikel von Jana Frielinghaus vom 30.12.2025 in ND online externer Link („Skandal bei der Bundeswehr: Hitlergrüße, Mobbing gegen Frauen“) und mehr dazu.

  • Bundeswehrskandal in Zweibrücken: „Nein heißt Ja, und Ja heißt anal“
    Frauenhass, Rechtsextremismus und einiges mehr: Gegen 55 Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 wird ermittelt. 3 wurden inzwischen entlassen.
    Nazitümelei, Antisemitismus, Gewaltrituale, Drogenmissbrauch und sexuelle Übergriffe – die Liste der Vorwürfe gegen das Fallschirmjägerregiment 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken ist lang. Gegen insgesamt 55 Soldaten wird ermittelt. „Bei 19 Beschuldigten wurde die Entlassung eingeleitet. In 3 Fällen ist diese bereits erfolgt“, teilte eine Sprecherin des Heeres der taz mit. Bislang seien 16 Fälle an die Staatsanwaltschaft abgegeben und in ebenfalls 16 Fällen Disziplinarmaßnahmen ausgesprochen worden. In 20 Fällen habe die Wehrdisziplinaranwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen. (…)
    Auslöser der Ermittlungen waren mehrere Eingaben von Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments 26, die sich im Juni 2025 beim Amt des Wehrbeauftragten des Bundestages gemeldet hatten. (…)
    Die FAZ, die Teile davon einsehen konnte, berichtet externer Link von „Judensau“-Beschimpfungen, Hitlergrüßen und einer angeblichen Nazi-Party. Von einer „rechtsextremen, offen antisemitischen Clique“ und einer „Frauenhasserkompanie“ ist die Rede. Neben den bei der Bundeswehr nicht unüblichen Saufgelagen bis zum Erbrechen sei auch der Missbrauch von Kokain „gut dokumentiert“.
    Die wenigen Frauen in der Truppe – ihr Anteil im Regiment liegt bei etwa 5 Prozent – hätten Exhibitionismus ihrer „Kameraden“ erlebt und sich Vergewaltigungsfantasien anhören müssen. „Wenn eine sich nicht anbaggern ließ, so wird es berichtet, wurde sie möglichst weggemobbt“, so die FAZ.
    Sexistische Sprüche von Vorgesetzten hätten zum Alltag gehört. Gereicht hätten sie „von sexueller Belästigung bis zu Eselsbrücken, um sich Parolen aus dem Nato-Alphabet wie ‚Alpha-Foxtrott‘ oder ‚Victor-Hotel‘ zu merken, die dann laut Ermittlungsakten als ‚Arschfick‘ und ‚Vergewaltigung von hinten‘ übersetzt wurden“.
    Bei einer „Wochenendbelehrung“, bei der Sol­da­t:in­nen darauf hingewiesen werden sollen, wie sie sich außerhalb der Kaserne richtig verhalten, habe ein stellvertretender Zugführer erklärt: „Es wird nur gefickt, was gefickt werden will. Und denken Sie daran: Nein heißt Ja, und Ja heißt anal.“ (…)
    Es ist nicht das erste Mal, dass das Regiment für negative Schlagzeilen sorgt. So wurden im April 2023 zwei zu diesem Zeitpunkt bereits ehemalige Fallschirmjäger vom Landgericht Zweibrücken zu Haftstrafen von viereinhalb beziehungsweise zweieinhalb Jahren verurteilt. Auf dem Rückweg von einer Kneipentour hatten sie 2018 eine damals 18-jährige Zeitsoldatin vergewaltigt – einer der beiden sogar zum zweiten Mal. Im November 2025 sendete das ZDF eine Reportage externer Link über die betroffene Frau, die immer noch unter den Folgen leidet
    …“ Artikel von Pascal Beucker vom 30.12.2025 in der taz online externer Link
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