Rechter Mordversuch an FAU Gewerkschafter in Stuttgart – Aufruf zum Protest am 18. Juli 2026
„Ein Gewerkschafter der FAU Stuttgart wurde im April in Stuttgart Nord von Rechtsextremen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Das war kein Einzelfall und es war nicht „nur” ein Angriff auf einen Einzelnen. Gemeint waren wir alle: Alle, die nicht in das Weltbild der Faschisten passen. Rechte Gewalt wird sichtbarer und selbstbewusster – auch hier in Stuttgart. Dem stellen wir uns gemeinsam entgegen. Wir lassen niemanden allein. Kommt zur Demo! 18.07. 17 Uhr vor dem Museum am Löwentor…“ Aufruf der FAU Stuttgartz vom 29. Juni 2026
, mehr Infos und nun ein Bericht:
- „Schulter an Schulter gegen rechte Gewalt“: Dieser Angriff war kein Einzelfall und keine zufällige Gewalttat – über 200 Menschen protestieren in Stuttgart
„Vergangenen Samstag demonstrierten Mitglieder der Basisgewerkschaft Freie Arbeiter*innen Union (FAU) zusammen mit dem Bündnis Stuttgart gegen Rechts
mit über 200 Menschen gegen rechte Gewalt in Stuttgart-Nord. Es gab einen ernsten Anlass für diese Demonstration: Im April 2026 wurde unser Kollege, ein Gewerkschafter der FAU, hier in Stuttgart-Nord von Rechtsextremen mit einem Springmesser angegriffen und durch mehrere Stiche in den Brustkorb lebensgefährlich verletzt. Er schaffte es, den Notruf abzusetzen und überlebte Dank einer Notoperation. Redebeiträge lieferten die FAU Stuttgart, die Migrantifa
, ein zweiter Überlebender rechter Gewalt, das Kulturzentrum Prisma
und das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart
. Sie alle machten trotz ihrer unterschiedlichen Schwerpunkte klar: Rechte Gewalt ist eine reale Bedrohung für alle Menschen, die nicht in das Weltbild der Faschisten passen. Dieser Angriff war kein Einzelfall und keine zufällige Gewalttat. (…)
Die beiden, die zugestochen haben, sind 19 und 21 Jahre alt. Solche Leute fallen nicht vom Himmel. Sie wachsen mitten aus dieser Gesellschaft heraus. Aus einer Ellenbogengesellschaft, die uns jeden Tag beibringt, dass jeder sich selbst der Nächste ist. Die Abstiegsangst produziert wie am Fließband. Und wo Angst ist und keine Solidarität, da fangen Menschen an, nach unten zu treten statt nach oben zu kämpfen. Genau da fischen die Faschisten. Sie nehmen die Wut über echte Zustände – und lenken sie auf die Falschen: auf queere Menschen, auf migrantische Menschen, auf jüdische Menschen, auf alle, die beweisen, dass die Welt eben mehr ist als Volk, Scholle und Stammbaum – dass man auch ganz anders leben kann, und zwar gut. Wenn heute wieder offener gehetzt wird, in Parlamenten, in Talkshows, in den Kommentarspalten – dann werden da die Sätze vorformuliert, die nachts auf der Straße mit dem Messer zu Ende geschrieben werden. Wer das Klima sät, braucht sich über die Taten nicht zu wundern…“ Bericht vom 20. Juli 2026 der FAU Stuttgart
(„„Schulter an Schulter gegen rechte Gewalt““) - Angriff mit Springmesser in Stuttgart: Staatsschutz ermittelt: Tat soll rechtsextremen Hintergrund gehabt haben
„Ende April war ein 44-Jähriger in Stuttgart angegriffen und schwer verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen von einer politisch motivierten Tat aus.
Nach einem lebensgefährlichen Angriff auf einen 44 Jahre alten Mann in Stuttgart im April ermittelt nun der Staatsschutz. Wie die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Mittwoch mitteilten, gehört mindestens einer der beiden mutmaßlichen Täter der rechtsextremen Szene an.
Tatverdächtige sollen bewusst und gewollt auf Opfer eingestochen haben
Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen sollen die beiden jungen Männer ihr Opfer bei der Tat ausdrücklich als angebliches Mitglied der Antifa angesprochen haben. Die Staatsanwaltschaft vermute ein politisches, mutmaßlich rechtsextremes Motiv hinter der Tat. Die 19 und 21 Jahre alten Beschuldigten sitzen laut Staatsanwaltschaft weiter in Untersuchungshaft. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Männer sollen am Abend des 24. April im Bereich der Mönchhaldenstraße in Stuttgart-Nord bewusst und gewollt in die Brust des Opfers eingestochen haben. Bei der Tatwaffe handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um ein Springmesser. Der 44-Jährige überlebte nur knapp.
Staatsschutz ermittelt
Ob er tatsächlich der linken Szene zuzuordnen ist, ist nach Worten eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft noch unklar. „Er wurde von den beiden Beschuldigten jedenfalls als linksdenkend ausgemacht“, sagte er.“ Meldung vom 20.5.2026 im SWR
und dort Verweise auf weitere Beiträge