Am 29. & 30.11.25: in Gießen: Neugründung der AfD-Jugendorganisation verhindern – »Nie wieder HJ!« (Höckejugend)
Dossier
„Am 29. und 30. November plant die AfD in Gießen die Gründung einer neuen Jugendorganisation mit abgewandeltem Reichsadler und Namen wie „Junge Patrioten“ oder „Patriotische Jugend“. Die „Junge Alternative“ wurde im Januar aufgelöst. Warum das so bleiben muss: Sie steht weiterhin für eine neue Generation, die für ihr undemokratisches und spaltendes Weltbild zu gewinnen bereit ist: Unveränderte Mitglieder, Strukturen und Werte. Eine solche Jugendorganisation steht nicht für demokratische Teilhabe, sondern für ein Sammelbecken für Faschist*innen, Burschenschaftler und Hooligans. Mit engen Verbindungen zu Neonazis wie der Identitären Bewegung. Mit den sogenannten „Jungen Patrioten“ will die AfD eine neue Generation für Hass, Gewalt und Spaltung gewinnen…“ Aufruf von Aufstehen gegen Rassismus
, u.a. für Anreise nach Gießen, Ortsgruppen etc. siehe auch Aktionsbündnis widersetzen
und hier Grundinfos und weitere Aufrufe sowie Aktuelles auch zu Versammlungsfreiheit:
- Eine gut laufende Kampagne ist nicht genug: Widersetzen mobilisiert viele Menschen, doch für eine handlungsfähige antifaschistische Bewegung braucht es noch mehr
„Die IL Antifa AG hat in ihrem Artikel »Widersetzen: Mehr als Brandmauer« für eine antifaschistische Bewegung plädiert, die versucht, über die AfD empörte Menschen zu aktivieren. Die Autor*innen fokussieren sich in ihrer Analyse von Widersetzen auf den Aufbau von Gegenmacht und darauf, wie wir Menschen erreichen können, für die der Bruch der Brandmauer ein erster Schritt zur tiefer greifenden Politisierung war. Wir als Demos-neu-denken-Initiative unterstützen dieses Ziel vollkommen. Allerdings zeigt sich unserer Ansicht nach, dass eine Kampagne wie Widersetzen gewisse Grenzen hat, um dieses Ziel zu erreichen. (…)
Mit den Nie-wieder-ist-Jetzt- und Brandmauer-Protesten gab es zwei große Protestwellen in Deutschland, bei denen es nicht gelungen ist, eine antifaschistische Bewegung aufzubauen, und wir als organisierte Linke kaum Einfluss nehmen konnten. Wir glauben, dass das Scheitern dieser Proteste vor allem an unserer Denk- und Organisationsweise bei Demos liegt. Es gibt kaum einen Unterschied zwischen einer linksradikalen Demo und einer bürgerlichen »Geht-Wählen«-Demo – abgesehen von den Redner*innen und den Sprechchören. Beide sind sie hoch-asymmetrische und passive Räume, die Zuhörende und Sprechende, Organisierende und Teilnehmende strukturell trennen. Einige wenige produzieren die Demo als Event, während die anderen sie konsumieren. (…)
Bewegungsmomente können nicht herbeiorganisiert werden, aber wir können sie gestalten, wenn sie auftreten – und sie werden kommen. Der Faschismus wird nicht an die staatliche Macht gelangen, ohne dass es zu großen Protestwellen kommt. Als organisierte Strukturen müssen wir uns daher die Frage stellen, welche Vorbereitungen wir für solche Protestmomente treffen müssen. Erstens: Wie müssen Demos gestaltet sein, damit von ihnen aus Organisierung möglich ist? Zweitens: Welche Perspektive wollen wir als organisierte Linke in die Bewegungsräume der Demos einbringen? Drittens: Wie müssen unsere Strukturen gestaltet sein, damit sie möglichst viele Menschen ansprechen und deren Politisierung fördern – ohne dass sie durch Szene- oder andere Sozialdynamiken unzugänglich werden? Selbst ohne Protestmomente können wir viel gewinnen, wenn wir Demos anders gestalten. Denn wie viele Menschen sehen wir alle Vierteljahre mal auf einer Demo, die aber sonst kaum aktiv sind? Wie viele von uns gehen nur aus Pflichtgefühl zu Demos und verbinden sie nur noch mit lustlosen Shouts und langweiligen Reden?“ Debattenbeitrag von „Demos neu denken“ in ak 721 vom 16. Dezember 2025
- Dieser Beitrag bezieht sich auf einen Beitrag der Antifa AG der Interventionistischen Linken in ak 720 vom 18. November 2025
, der sich wiederum auf Raul Zeliks Warnung in ak 716 vom 17. Juni 2025
bezieht, den Kampf gegen Faschistisierung zu sehr auf die AfD zu beschränken.
- Dieser Beitrag bezieht sich auf einen Beitrag der Antifa AG der Interventionistischen Linken in ak 720 vom 18. November 2025
- Pressefreiheit: Polizei behindert Presse bei Protesten in Gießen
„Bei den Protesten gegen die Gründung der AfD-Jugend in Gießen kam es mehrfach zu Vorfällen, bei denen die Pressefreiheit eingeschränkt wurde. Betroffen waren Reporter:innen der taz und von freien Radiosendern.
Bei den Protesten gegen die Gründung der AfD-Jugend in Gießen ist es an mehreren Stellen zu Einschränkungen der Pressefreiheit, Behinderung der Arbeit von Pressevertretern und einem Angriff auf einen Journalisten gekommen. Während der Fall des Springer-Reporters Paul Ronzheimer, den Demonstrierende aggressiv bedrängten und beschimpften, vielfach berichtet wurde, bleiben Einschränkungen der Pressefreiheit durch Polizeibeamte bislang eher unterberichtet.
So berichtete unter anderem die taz, dass ein Reporter der Zeitung von der Polizei aktiv bei der Arbeit behindert wurde. In einem Video auf Bluesky sieht man, wie sich ein Polizist immer wieder vor den filmenden Reporter stellt und diesem die Sicht versperren will. Auch darf der Reporter nicht näher an die Sitzblockade und die Polizeimaßnahme heran. Eigentlich muss die Polizei die Arbeit der Presse unterstützen und diese auch an Absperrungen vorbei lassen.
Auch der Bundesverband Freier Radios beklagt in einer Pressemitteilung Einschränkungen der Pressefreiheit…“ Beitrag von Markus Reuter vom 03.12.2025 bei Netzpolitik
- „Den Faschisten den Weg freigeprügelt“: Auch durch Polizeigewalt wurde die Gründung der »Generation Deutschland« durch Tausende Antifaschist:innen be-, aber nicht verhindert
- Riesiger Erfolg für das Bündnis widersetzen in Gießen +++ Über 50.000 Menschen kommen zur größten antifaschistischen Mobilisierung in der Geschichte der Bundesrepublik +++ Bündnis schockiert von heftiger Polizeigewalt
„Gießen. Das Bündnis widersetzen sieht einen riesigen Erfolg seiner Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen die Gründung der AfD-Jugend. 15.000 Menschen nahmen an Blockaden von widersetzen teil und versperrten die Zugänge zum Gründungskongress. Zehntausende weitere Personen demonstrierten in Gießen gegen die AfD. Damit geht der heutige Tag als größte antifaschistische Mobilisierung in die Geschichte der Bundesrepublik ein. Die Rechtsextremen mussten ihren Kongress mit 2,5 Stunden Verzögerung in einer halb leeren Halle beginnen. Trotz einer Verbotszone für Demonstrationen in der Gießener Weststadt und trotz massiver Polizeigewalt zeigten die Blockaden Wirkung. Rund 5000 Demonstrierende erreichten sogar die unmittelbare Nähe der AfD-Veranstaltung. (…)
Das Bündnis zeigt sich erschrocken über das Ausmaß an Polizeigewalt gegen die Protestierenden. Die Beamten verletzten zahlreiche Demonstrierende durch Faustschläge ins Gesicht sowie den massiven Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Auch als die Versammlungen sich schon auflösten und der AfD-Kongress bereits begonnen hatte, eskalierte die Polizei die Situation weiter durch brutale Attacken auf Antifaschist*innen. Außerdem setzte die Polizei bei eisigen Temperaturen Wasserwerfer ein. (…)
Bei den Protesten liefen Beschäftigte des Uniklinikums Gießen/Marburg neben dem Gießener „Migra Space“, Aktiven aus Gewerkschaften, jungen Aktivist*innen und den Omas gegen Rechts. In den Hessenhallen der AfD hingegen war laut Beobachter*innen eine Frauenquote von etwa 5% zu verbuchen und der Protokollführer der neuen Jugend-Organisation der Partei ist 57 Jahre alt. Das Bündnis widersetzen beansprucht daher für sich, im Gegensatz zur AfD die Breite der Gesellschaft abzubilden. Zur Stunde beendet das Bündnis den Tag mit einer Demonstration durch die Stadt Gießen…“ widersetzen-Presseteam am 29.11.25
, siehe auch - Fotos und Videos auf flickr

- AfD Jugend stoppen! // Pressekonferenz 30.11 // widersetzen Gießen
„Das Bündnis widersetzen sieht einen riesigen Erfolg seiner Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen die Gründung der AfD-Jugend. 15.000 Menschen nahmen an Blockaden von widersetzen teil und versperrten die Zugänge zum Gründungskongress. Zehntausende weitere Personen demonstrierten in Gießen gegen die AfD. Damit geht der heutige Tag als größte antifaschistische Mobilisierung in die Geschichte der Bundesrepublik ein. Die Rechtsextremen mussten ihren Kongress mit 2,5 Stunden Verzögerung in einer halb leeren Halle beginnen. Trotz einer Verbotszone für Demonstrationen in der Gießener Weststadt und trotz massiver Polizeigewalt zeigten die Blockaden Wirkung. Rund 5000 Demonstrierende erreichten sogar die unmittelbare Nähe der AfD-Veranstaltung.“ Video der Pressekonferenz 30.11.25 auf youtube

- [Wichtiges Video] „Das fasst den Tag ganz gut zusammen: Der Staat hat sich auf die Seite des Faschismus geschlagen.“ Video von Zentrum für Politische Schönheit vom 29.11.2025 auf bsky
- ENDSTATION RECHTS am 29.11. auf bsky
zum Video: „… Höcke, Weidel und Chrupalla werden in einem größeren Polizeikonvoi zur Halle gefahren, der an Staatsgäste erinnert. #Gießen #gi2911„ - 2025-11-29 – Gießen – AfD-Jugend widersetzen. 141 Bilder von Kinkalitzken auf flickr

- Blockaden, Wasserwerfer, stramme Scheitel: So lief die Gründung der »Generation Deutschland«
„Neuer Name, gleiches Personal, womöglich noch radikaler: Gegen den Kongress der neuen AfD-Jugend protestierten in Gießen Zehntausende. Während der rechtsextreme Vorsitzende behauptet, nicht rechtsextrem zu sein…“ Ein Ortsbesuch von Jannis Große und Mathis Schneider vom 30.11.2025 im Spiegel online
mit Video - Bündnis wirft Polizei Gewalt bei Demos gegen AfD-Jugend vor
„… Der Marburger Rechtsanwalt Jannik Rienhoff, der einige in Gewahrsam genommene Aktivisten des Bündnisses vertritt, erklärte, bereits im Vorfeld sei das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit «nicht besonders ernstgenommen worden». Es seien «erhebliche Horrorszenarien» aufgebaut und vor «Plünderungen» gewarnt worden, was dazu geführt habe, dass alle Versammlungen verboten worden seien, die in der Nähe des AfD-Gründungstreffens hätten stattfinden sollen. Über Gerichte sei versucht worden, Versammlungen durchzusetzen, doch sei dies nicht gelungen.
Zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten sagte Rienhoff, Polizisten seien teils gegen Leute angerannt und hätten «draufgeschlagen», was «offensichtlich rechtswidrig» sei...“ dpa-Meldung vom 30. November 2025 in der Zeit online
- „Den Faschisten den Weg freigeprügelt“: Bündnis macht Polizei Vorwürfe nach Gewalt in Gießen
„Nach den Protesten gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation in Gießen hat das Bündnis Widersetzen der Polizei massive Gewaltanwendung vorgeworfen. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) habe im Voraus betont, dass Gewalt niemals ein legitimes Mittel in der Demokratie sei – doch hätten in Gießen „Polizisten den Faschisten den Weg freigeprügelt“, sagte Laura Wolf, Sprecherin des Bündnisses. Poseck hatte seinerseits Teile der Demonstranten kritisiert…“ Artikel von Anna Kirschner vom 30.11.2025 in der FR online
- Großdemo Gießen #Gi2911
„Wir, die Demosanis Düsseldorf, waren gestern mit einer Gruppe von 12 Personen gemeinsam mit vielen Kolleg*innen aus ganz Deutschland und der Schweiz im Einsatz in Gießen, um die Proteste des Bündnisses widersetzen gegen die Neugründung der AfD-Jugend zu begleiten…“ Bericht und Spendenauruf vom 30. November 2025 der Demosanis Düsseldorf
- #gießen2911 – Druckvoller Antifaschismus und Risse in der Demokratie. Dossier im Portal Freier Radios

- Vom Staat verlassen
„Mit der Einschränkung der demokratischen Rechte in ganzen Stadtvierteln, tausenden von Bereitschaftspolizisten, Panzerfahrzeugen und Hubschraubern sichert der Staat die Gründung einer rechtsradikalen Jugendorganisation gegen Menschen, die in Sorge um die Demokratie sind. Ich darf Bejarano zitieren. „Solange der Staat Nazis beschützt, anstatt sie konsequent zu verfolgen, kannst du dich beim Kampf gegen Nazis nicht auf den Staat verlassen.“ Cartoon vom 29.11.2025 von und bei Guido Kühn
- Antifaschistischer Protest in Giessen: Alle zusammen gegen den Faschismus! Aber wie?
Artikel von Hans Christoph Stoodt vom 1. Dezember 2025 im Untergrund-Blättle
- Riesiger Erfolg für das Bündnis widersetzen in Gießen +++ Über 50.000 Menschen kommen zur größten antifaschistischen Mobilisierung in der Geschichte der Bundesrepublik +++ Bündnis schockiert von heftiger Polizeigewalt
- Hubschrauber, Wasserwerfer und Verbote: Polizei wappnet sich gegen Gegenproteste in Gießen – das letzte Wort zur Versammlungsfreiheit noch nicht gesprochen
- Ticker und Livestream
- Stadt Gießen will Demoverbotszone vor Gericht durchsetzen
„Der Streit um eine von der Stadt Gießen verfügte Demoverbotszone geht nun in die nächste Instanz, vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Die Stadt beharrt darauf, die Proteste weit weg von der AfD-Veranstaltung zu verlegen. (…) Nun legt die Stadt jedoch Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts ein. Damit ist wieder offen, ob die Versammlungen am angemeldeten Ort stattfinden können. Das Treffen der Rechtsradikalen findet in den Messehallen im Westteil Gießens statt. Gießen wird durch den Fluss Lahn in einen Ost- und Westteil getrennt. Die Stadt will Versammlungen gegen die Rechtsradikalen wegen Sicherheitsbedenken auf die Ostseite verlegen – so wäre allerdings ein Protest in Hör- und Sichtweite des AfD-Treffens nicht möglich.
Rechtsstreit geht weiter
Dagegen hatten sich die Anmelder:innen von elf Versammlungen vor dem Verwaltungsgericht in Gießen gewehrt. Das Gericht hatte am Mittwoch zwar die Verlegung der Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes bestätigt, heute aber gleich mehrere Kundgebungen, Mahnwachen und ein Protestcamp im Westen der Stadt wieder erlaubt. Der DGB und der Anmelder einer weiteren Versammlung ziehen wegen der von der Stadt verfügten Verlegung nun in die nächste Instanz, vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Eine Pressesprecherin der Stadt Gießen bestätigte am Donnerstagabend gegenüber netzpolitik.org, dass die Stadt gegen die heutigen Beschlüsse ebenfalls Beschwerde bei der nächsten Instanz einlegen wird.
Bei den dadurch umstrittenen Veranstaltungen handelt sich laut einer Sprecherin um folgende:
– Versammlung von der Partei Die Linke – 1.000 Teilnehmer:innen angemeldet – Rodheimer Str. Ecke / An der Hessenhalle
– Versammlung Protestcamp für 1.000 Teilnehmer:innen auf der „Hundewiese“ hinter Lidl
– Versammlung Attac 1 / Kundgebung in der Hardtallee, 20-50 Teilnehmer:innen
– Versammlung Attac 2 / Kundgebung Krofdorfer Str/ Ecke Kropbacher Weg, 20-50 Teilnehmer:innen
– Versammlung Attac 3 Lehmweg, 20-50 Teilnehmer:innen…“ Beitrag von Markus Reuter vom 27.11.2025 in Netzpolitik
, siehe kurz zuvor:
- Antifaschistischer Protest in Gießen wird nicht unterbunden. Linke siegt vor Gericht
„„Es ist gut und richtig, dass der antifaschistische Protest gegen die AfD und die angemeldete Kundgebung der Linken vor der Hessenhalle in Gießen stattfinden kann,“ erklärt Desiree Becker, Landesvorsitzende der Partei Die Linke Hessen. „Das ist ein Sieg für die Versammlungsfreiheit und das antifaschistische Engagement. Der Protest gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation, die menschenfeindliche Ideologie in die junge Generation tragen möchte, muss in Sicht- und Hörweite stattfinden. Die komplette Abriegelung der Gießener Weststadt und die Untersagung von Kundgebungen war ein völlig unverhältnismäßiger Eingriff in fundamentale Grundrechte. Das Urteil ist eine Klatsche für die Stadt Gießen, aber auch für den Hessischen Innenminister Poseck, der den notwendigen Protest gegen die AfD kriminalisiert hat und Ängste bei der Bevölkerung geschürt hat. Wir werden als Linke den Protest aktiv unterstützen und rufen zur Teilnahme auf.““ Pressedienst von Die Linke Hessen vom 27. November 2025 (per e-mail) - Gericht bestätigt alle drei Attac-Mahnwachen in Gießen: Richter*innen geben allen Klagen von Attac statt / Versammlungen gegen AfD-Jugend dürfen in der Weststadt stattfinden
„Alle drei Mahnwachen, die Attac im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Neugründung der AfD-Jugend für Samstag in der Gießener Weststadt angemeldet hat, können dort stattfinden. Das hat das Verwaltungsgericht Gießen entschieden. Der erste Eilbeschluss erging am gestrigen Mittwochabend. Die beiden weiteren Beschlüsse folgten am heutigen Donnerstagnachmittag. Damit haben die Richter*innen allen Klagen des Netzwerks für globale Gerechtigkeit gegen die von der Stadt erlassene Beschränkungsverfügung weitestgehend stattgegeben.“ Pressemitteilung von Attac Deutschland vom 27. November 2025 (per e-mail)
- Antifaschistischer Protest in Gießen wird nicht unterbunden. Linke siegt vor Gericht
- Hubschrauber, Reiterstaffel und Wasserwerfer: Polizei wappnet sich für massive Gegenproteste bei AfD-Treffen in Gießen
„Vor dem Gründungstreffen der neuen AfD-Jugendorganisation spricht die Polizei von einer nie dagewesenen Mobilisierung von Veranstaltungsgegnern, die das Treffen blockieren wollen. Innenminister Poseck kündigte ein striktes Durchgreifen an. (…)
Rund 90.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählt die Stadt Gießen. Rund um das Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation am Wochenende rechnen die Behörden derzeit mit mehr als 50.000 Gegendemonstranten. Insgesamt sind bislang 23 Veranstaltungen angemeldet, darunter eine mit rund 30.000 Teilnehmenden. Bis zu 6.000 Polizisten sollen am Samstag im Einsatz sein.
Bundesweite Mobilisierung
Laut Einsatzleiter Jürgen Fehler handelt es sich um die „mithin größte Mobilisierung“ von Veranstaltunsgegnern für Blockademaßnahmen in der Bundesrepublik. „Das hat es so noch nicht gegeben“, so Fehler. Ein Bündnis namens „Widersetzen“ ruft bundesweit dazu auf, Zufahrtswege zum Veranstaltungsgelände zu blockieren mit dem Ziel, das Gründungstreffen zu verhindern. Das Bündnis hat nach eigenen Angaben mehr als 200 Busse aus ganz Deutschland organisiert. (…)
Der Minister sagte außerdem, dass Gegendemonstrationen nicht darauf abzielen dürften, das AfD-Treffen zu verhindern, für das ebenfalls die Versammlungsfreiheit gelte. Entsprechende Blockaden werde die Polizei auflösen. (…)
Einsatzleiter Fehler begründete zudem die Entscheidung der Behörden, keine Gegenveranstaltungen im direkten Umfeld des Messegeländes zuzulassen. Laut Fehler will die Polizei nicht riskieren, dass Menschenmassen dort in eine Sackgasse laufen. (…)
VG Gießen lehnt Eilantrag des DGB ab
Die Stadt Gießen hatte am Wochenende angekündigt, dass sie das gesamte Viertel um den Veranstaltungsort wegen der polizeilichen Sicherheitsbedenken abriegeln lassen wolle. Die Anti-AfD-Proteste sollen auf die andere Seite der Lahn verlagert werden.
Ein Eilantrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der eine der Protestveranstaltungen im direkten Umfeld angemeldet hatte, wurde vom Gießener Verwaltungsgericht am Mittwoch größtenteils abgelehnt.
Gegen diese Entscheidung legte der DGB Beschwerde beim Hessischen Verwaltunggerichtshof in Kassel ein. „Für demokratische Gegenproteste ist die Möglichkeit, in Hör- und Sichtweite des Anlasses präsent zu sein, von zentraler Bedeutung“, sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Hessen Thüringen, laut einer Mitteilung vom späten Mittwochnachmittag.
Mahnwache in der Weststadt erlaubt
Die Entscheidung des Gießener Verwaltungsgerichts bezieht sich lediglich auf den DGB und seine Veranstaltungen. Eine von einer Privatperson angemeldete Mahnwache mit rund 1.000 erwarteten Teilnehmenden wurde hingegen erlaubt.
Der Gießener Kreisverband der Linken hatte eine Versammlung mit ebenfalls etwa 1.000 Menschen im Bereich „Rodheimer Straße“ Ecke „An der Hessenhalle“ angemeldet. Diese war von der Stadt Gießen mit Verweis auf die Sicherheit untersagt worden, doch wie das Verwaltungsgericht Gießen am Donnerstag mitteilte, hatte die Linke mit einem Eilantrag gegen die Verlegung Erfolg. Die Versammlung darf damit auf der Westseite der Lahn stattfinden. Die Stadt Gießen kann gegen die Entscheidung noch Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen…“ Beitrag vom 26.11.25 auf hessenschau.de
mit Video - widersetzen fordert Polizei und Innenminister zu Verhältnismäßigkeit und Achtung demokratischer Grundrechte auf
„Gießen. Das Bündnis widersetzen zeigt sich schockiert von Äußerungen des hessischen Innenministers Roman Poseck und des Gießener Polizeipräsidenten Torsten Krückemeier. Poseck verunglimpfe demokratischen Protest und zivilen Ungehorsam als Gewalt. Die Ankündigung eines massiven Polizeiarsenals lasse befürchten, dass die Polizei nicht auf Deeskalation setze.
Das Bündnis unterstreicht seine Erwartung an die Behörden, den breiten demokratischen Protest gegen die faschistische und gewaltbereite AfD zu ermöglichen und das körperliche Wohl der Demonstrierenden zu schützen. Alle Gießenerinnen und Gießener seien außerdem eingeladen, die Proteste zu besuchen und sich selbst ein Bild der Lage zu machen…“ PM vom 27.11. per e-mail
- AfD-Jugend: Neue Kaderschmiede für die Mutterpartei?
„Am Wochenende will sich in Gießen die AfD-Jugend neu gründen. Nach allem, was man vorab erfahren hat, wird diese ähnlich radikal ausgerichtet sein wie die frühere „Junge Alternative“. AfD-Gegner planen, das Veranstaltungszentrum zu blockieren, während die Behörden darum bemüht sind, Gegenproteste mittels Auflagen räumlich abzudrängen.
Die neue Jugendorganisation soll wohl „Generation Deutschland“ (GD) heißen und will sich am 29. und 30. November in der mittelhessischen Stadt Gießen gründen. Hierzu wurden die Hessenhallen angemietet. Die frühere AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) war von den Verfassungsschutzämtern des Bundes und einiger Länder als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden…“ Überblick von Michael Klarmann vom 27. November 2025 bei Endstation Rechts.
- Verbotszone in Gießen: „Fatales Zeichen, wenn Protest verhindert werden soll“
„Die Stadt Gießen hat mehrere Gegendemos in der Nähe der Gründungsveranstaltung der rechtsradikalen AfD-Jugend verboten. Die Anmelder wehren sich dagegen vor dem Verwaltungsgericht und kritisieren massive Einschränkungen der Versammlungsfreiheit.…“ Beitrag von Markus Reuter vom 25.11.2025 in Netzpolitik
und dazu:
- Demoverbotszone in Gießen: Die Versammlungsfreiheit darf nicht der Polizeitaktik geopfert werden
„Am Wochenende trifft sich die AfD-Jugend in Gießen. Mit einer faktischen Verbotszone in der Nähe der AfD-Veranstaltung beschränken Polizei und Stadt nun massiv das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Doch Gegenproteste müssen in Hör- und Sichtweite stattfinden können…“ Kommentar von Markus Reuter vom 25.11.2025 in Netzpolitik
- Proteste gegen AfD-Jugend: Attac wehrt sich gegen Beschneidung des Versammlungsrechts
„Attac unterstützt Aktionen gegen „Höcke-Jugend“ / Widerspruch und notfalls Klage gegen Beschränkungsverfügungen der Stadt Gießen..“ Pressemitteilung von Attac Deutschland vom 25. November 2025 per e-mail
- Demoverbotszone in Gießen: Die Versammlungsfreiheit darf nicht der Polizeitaktik geopfert werden
- »Eine neue AfD-Jugendorganisation darf es nicht geben!«
„Das Bündnis Widersetzen mobilisiert gegen die Gründung der Patriotischen Jugend Ende November in Gießen.
[Bündnisse gegen rechts hat es in den letzten Jahren viele gegeben. »Widersetzen« hat jetzt aber trotzdem eine Welle gemacht
– Sie haben 80 Ortsgruppen und 14 000 Follower auf Telegram. Was ist das Neue an Ihrem Bündnis?]
Widersetzen entstand im letzten Sommer mit dem Ziel, den Bundesparteitag der AfD zu blockieren. Mehr als 10 000 Menschen kamen damals nach Essen, im Januar in Riesa waren es bereits 15 000. Unser nächstes Ziel ist es, die Gründung der faschistischen AfD-Jugend am 29./30. November in Gießen zu verhindern. Inzwischen unterstützen mehr als 80 Organisationen das Bündnis und rufen mit uns zu zivilem Ungehorsam gegen die AfD und die Faschisierung in der Gesellschaft auf. Die Mobilisierung nach Gießen ist so wichtig, weil dieser neue Jugendverband wirklich eine Bedrohung für uns alle ist…“ Interview von Raul Zelik vom 23.09.2025 in ND online
- Protest gegen die Neugründung der AfD-Jugend in Gießen: Hessenweit aktive Organisationen rufen zur Teilnahme am 29. November auf
„Die AfD greift unsere Grundsätze, Ziele und Überzeugungen an und stellt die Werte in Frage, für die wir stehen. Deshalb rufen wir unsere Mitglieder, Unterstützer*innen und Mitarbeiter*innen auf zur Teilnahme am Protest gegen die geplante Neugründung der AfD-Jugend am Samstag, 29. November 2025, in Gießen. Als zivilgesellschaftliche Organisationen treten wir in unterschiedlichen Bereichen für eine demokratische, soziale, nachhaltige und den Menschenrechten verpflichtete Gesellschaft ein. In der AfD, die der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch einstuft, sehen wir eine große Bedrohung für die Demokratie. Dass die AfD in Hessen, dem Bundesland in dem wir aktiv sind, ihre Jugendorganisation neu aufstellen will, lassen wir nicht unwidersprochen.(…)
Für Samstag, 29. November 2025 sind in Gießen zahlreiche Aktionen geplant. Um 8 Uhr ist Start der zentralen Kundgebung in der Weststadt (An den Hessenhallen, dem vorgesehenen Treffpunkt der AfD-Jugend). Auf zwei Bühnen gibt es Redebeiträge, Musik und weitere Aktionen. Veranstalter sind der DGB gemeinsam mit dem Bündnis „Gießen bleibt bunt!“ sowie weiteren Gruppen…“ Gemeinsame Pressemitteilung vom 21. November 2025 bei der GEW Hessen
und: - Planungsstand des DGB Bezirk Hessen – Thüringen – Region Mittelhessen
Ein Tag, viele Formate – das ist der aktuelle Planungsstand:- 05:00 Uhr – Begrüßung & Info-Point am Bahnhof Gießen: Die Vereine „Kein Bock auf Nazis“ und „Omas gegen Rechts Gießen“ heißen die Anreisenden willkommen.
- 06:30 Uhr – Jugend-Demo zur Kundgebung: Die DGB-Jugend Mittelhessen ruft zu einer „Zubringerdemo“ zum DGB-Kundgebungsort auf. Start ist im Bereich Friedrichstraße/Frankfurter Straße – je nach Teilnehmendenzahl.
- 07:30 Uhr – Jugend-Demo zur Kundgebung: Die Jusos und Grüne Jugend rufen ebenfalls zu einer „Zubringerdemo“ zum DGB-Kundgebungsort auf. Start ist am Berliner Platz.
- 08:00 Uhr – Offizieler Start der DGB-Kundgebung in der Weststadt (An den Hessenhallen): Auf zwei Bühnen gibt es Redebeiträge, Musik und weitere Aktionen. Veranstalter sind der DGB gemeinsam mit dem Bündnis „Gießen bleibt bunt!“ sowie weiteren Gruppen.
- [Debatte] Widersetzen: Mehr als Brandmauerpolitik
„Raul Zelik kritisierte in ak
eine zu starke Konzentration auf AfD und extreme Rechte – doch genau dieser Fokus ist derzeit die wichtigste Motivation für antifaschistische Organisierung…“ Artikel von Antifa AG der Interventionistischen Linken im ak 720 vom 18. November 2025 
Grundinfos und weitere Aufrufe:
- Siehe auch Aktionsbündnis widersetzen auf bsky
und auf mastodon 
- Der Aktionsticker ist auf verschiedenen Plattformen verfügbar:
- Web: https://widersetzen.aktionsticker.org

- Telegram: https://t.me/widersetzen_ticker

- Mastodon: https://mastodon.de/@widersetzen_ticker

- Web: https://widersetzen.aktionsticker.org
- #noafd #noafdjugend
- Am 29.11. widersetzen wir uns der Neugründung der AfD-Jugend in Gießen. Mobi-Video auf youtube

- Alle, die nächsten Samstag nicht zum Protest gg. die Gründung der faschistoid. AfD-Jugend nach Gießen fahren, laden die Omas gg. Rechts zur Demo in Wuppertal ein: LEBENDIG, LAUT UND BUNT, JUNG & ALT – GEMEINSAM GEGEN FASCHISMUS! Sa. 29.11.’25, 14:30 Uhr, Döppersberg/Hbf.
- Auch keine Alternative für die Jugend – Gegen den Gründungskongress in Gießen!
Aufruf von NIKA NRW veröffentlicht am 25. November 2025 von Autonome Antifa 170
- Ein neuer Verband mit den selben alten Faschist*innen – nicht mit uns!
„Am 29. und 30. November will die AfD in Gießen eine neue Jugendorganisation gründen – mit abgewandeltem Reichsadler und Namen wie „Junge Patrioten“ oder „Patriotische Jugend“. Die AfD möchte eine neue Generation gewaltbereiter Faschist*innen heranziehen. Wir stellen uns der Normalisierung der AfD und der Neugründung ihrer Jugendorganisation in Gießen in den Weg! Wir veranstalten ein Fest der Vielfalt und Solidarität und machen so die Gründung der AfD-Jugend unmöglich…“ Aufruf bei https://widersetzen.com/
- „Widersetzen“ kündigt Blockaden an: Ungehorsam gegen die AfD-Jugend
„Das Bündnis „Widersetzen“ will die Gründung der neuen AfD-Jugend verhindern. Das jüngste Urteil des Verfassungsgerichtes ändert daran nichts.
Es könnte die größte Aktion des zivilen Ungehorsams seit langem werden: Ende November will sich in Gießen die neue Jugendorganisation der AfD gründen, das Aktionsbündnis „widersetzen“ will das verhindern. Über 200 Busse aus dem gesamten Bundesgebiet werden in Gießen erwartet, die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Rieka Becker, Bündnissprecherin von „widersetzen“ sagt der taz, das selbsterklärte Ziel einer Verhinderung meine man „definitiv ernst“. Die Neugründung einer AfD-Jugendorganisation dürfe es „auf gar keinen Fall“ geben.
Doch nun hat am Donnerstag das Bundesverfassungsgericht ein Urteil veröffentlicht, das auch die Pläne von „widersetzen“ betreffen dürfte. Das Gericht hatte eine Verfassungsbeschwerde abgelehnt, die ein Antifaschist aus Freiburg eingereicht hatte. Er bekam 2015 ein Strafverfahren, nachdem er an einer gewaltfreien Sitzblockade teilgenommen hatte, die einer angemeldeten Anti-Abtreibungs-Kundgebung der christlich-fundamentalistischen Piusbruderschaft den Weg versperrte. Um vom Demonstrationsrecht gedeckt zu werden, müsse eine Sitzblockade „ein eigenständiges Element der Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung“ aufweisen, heißt es im Urteil. Ist sie jedoch aktiv darauf ausgelegt, eine andere Partei in ihrer politischen Betätigung einzuschränken, sind die Sicherheitsbehörden dazu verpflichtet, die Blockade aufzuheben. Kommen die Sitzenden der Aufforderung nicht nach, machen sie sich strafbar. Genau dazu dürfte es aller Voraussicht nach am letzten Novemberwochenende in Gießen kommen. In der hessischen Stadt ist eine Neugründung des AfD-Jugendverbandes angesetzt, stattfinden soll das Ganze in den privat vermieteten Hessenhallen. Im Vorfeld sind bereits Hotel und Caterer des anreisenden Parteinachwuchses abgesprungen… “ Artikel von Pia Wieners vom 15.11.2025 in der taz online