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Amerikanischer Kommunikationskapitalismus? Der Verizonstreik zeigt: Soviel Neues ist da nicht…

Verizon-Streikdemo in New York am 18.4.2016Gegen den Streik der Verizonbelegschaft wird vom Unternehmen (und seinen „Verbündeten“: Polizei, die Streikbrecher fährt, Profitmedien, die plötzlich die leidende Kundschaft beklagen, und Gerichte, die Aktionen verbieten) an Methoden alles aufgefahren, was keineswegs neu, sondern ganz traditionell kapitalistisch ist: Es begann schon mit der Weigerung, Krankenversicherung zu bezahlen. Dennoch: Auch nach über sechs Wochen Streik ist die Moral ungebrochen. Siehe dazu Beiträge zu aktuellen Aktionen, Erfolgen – und Problemen des Streiks:

  • „39,000 Verizon Workers Mark Six Weeks on Strike in Biggest U.S. Labor Action in Years“ am 25. Mai 2016 bei Democracy Now! externer Link ist das Manuskript einer Sendung über den Streik seit seinem Beginn am 13. April. Darin kommen nicht nur zwei Streikende ausführlich zu Wort, sondern es wird auch über die Unternehmensstrategie gesprochen – etwa über die Erfüllung des Vertrages mit der Stadt New York, den zwar das Unternehmen, nicht aber die Kunden als erfüllt betrachten. Thema ist aber auch und vor allem der Unterschied zwischen den hochorganisierten Festnetzbereichen und den kaum organisierten Bereichen wie Verizon wireless – bei denen es in den Streikwochen zwar durchaus beachtliche Fortschritte gab, was die gewerkschaftliche Mitgliederzahl betrifft, aber es ist immer noch eine Minderheit. Die Auslagerung der Call Center auf die Philippinen und nach Mexiko, die bereits seit längerer Zeit begonnen hatte, wird als eine Art Modellfall betrachtet, wie es das Unternehmen künftig haben möchte: Billig und weitgehend rechtlos…
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=98815
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