- Afghanistan
- Afrika
- Ägypten
- Albanien
- Algerien
- Angola
- Antigua
- Äquatorialguinea
- Arabien - Arabische Welt
- Argentinien
- Armenien
- Aruba
- Aserbaidschan
- Asien
- Äthiopien
- Australien
- Bahamas
- Bahrain
- Bangladesch
- Barbados
- Belarus (Weißrussland)
- Belgien
- Belize
- Benin
- Bhutan
- Bolivien
- Bosnien-Herzegowina
- Botswana
- Brasilien
- Bulgarien
- Burkina Faso
- Burundi
- Chile
- China
- Costa Rica
- Dänemark
- Dominica
- Dominikanische Republik
- Dschibuti
- Ecuador
- El Salvador
- Elfenbeinküste
- Eritrea
- Estland
- Europa
- Fidschi
- Finnland
- Frankreich
- Gabun
- Gambia
- Georgien
- Germany
- Ghana
- Grenada
- Griechenland
- Großbritannien
- Guatemala
- Guinea
- Guinea-Bissau
- Guyana
- Haiti
- Honduras
- Indien
- Indonesien
- Irak
- Iran
- Irland
- Island
- Israel
- Italien
- Japan
- Jemen
- Jordanien
- Kambodscha
- Kamerun
- Kanada
- Kap Verde
- Kasachstan
- Katar
- Kenia
- Kirgisistan
- Kolumbien
- Kongo (Demokratische Republik)
- Kongo (Republik)
- Korea - Volksdemokratische Republik
- Kosovo
- Kroatien
- Kuba
- Kuwait
- Laos
- Latein- und Zentralamerika
- Lesotho
- Lettland
- Libanon
- Liberia
- Libyen
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Madagaskar
- Malaysia
- Malediven
- Mali
- Malta
- Marokko
- Mauretanien
- Mauritius
- Mexiko
- Moldawien / Republik Moldau
- Mongolei
- Montenegro
- Mosambik
- Myanmar
- Namibia
- Nauru
- Nepal
- Neuseeland
- Nicaragua
- Niederlande
- Niger
- Nigeria
- Nordmazedonien
- Norwegen
- Oman
- Österreich
- Pakistan
- Palästinensische Gebiete - Westbank und Gaza
- Palau
- Panama
- Papua-Neuguinea
- Paraguay
- Peru
- Philippinen
- Polen
- Portugal
- Ruanda
- Rumänien
- Russland
- Salomonen
- Sambia
- Sankt Lucia
- São Tomé und Principe
- Saudi-Arabien
- Schweden
- Schweiz
- Senegal
- Serbien
- Sierra Leone
- Simbabwe
- Singapur
- Slowakei
- Slowenien
- Somalia
- Spanien
- Sri Lanka
- Südafrika
- Sudan
- Südkorea
- Südsudan
- Suriname
- Swasiland/Eswatini
- Syrien
- Tadschikistan
- Taiwan
- Tansania
- Thailand
- Timor-Leste
- Togo
- Trinidad und Tobago
- Tschad
- Tschechien
- Tunesien
- Türkei
- Turkmenistan
- Uganda
- Ukraine
- Ungarn
- Uruguay
- Usbekistan
- Vanuatu
- Venezuela
- Vereinigte Arabische Emirate
- Vietnam
- Westsahara - Demokratische Arabische Republik Sahara
- Zentralafrikanische Republik
- Zypern
- Afghanistan
- Afrika
- Ägypten
- Albanien
- Algerien
- Angola
- Antigua
- Äquatorialguinea
- Arabien - Arabische Welt
- Argentinien
- Armenien
- Aruba
- Aserbaidschan
- Asien
- Äthiopien
- Australien
- Bahamas
- Bahrain
- Bangladesch
- Barbados
- Belarus (Weißrussland)
- Belgien
- Belize
- Benin
- Bhutan
- Bolivien
- Bosnien-Herzegowina
- Botswana
- Brasilien
- Bulgarien
- Burkina Faso
- Burundi
- Chile
- China
- Costa Rica
- Dänemark
- Dominica
- Dominikanische Republik
- Dschibuti
- Ecuador
- El Salvador
- Elfenbeinküste
- Eritrea
- Estland
- Europa
- Fidschi
- Finnland
- Frankreich
- Gabun
- Gambia
- Georgien
- Germany
- Ghana
- Grenada
- Griechenland
- Großbritannien
- Guatemala
- Guinea
- Guinea-Bissau
- Guyana
- Haiti
- Honduras
- Indien
- Indonesien
- Irak
- Iran
- Irland
- Island
- Israel
- Italien
- Japan
- Jemen
- Jordanien
- Kambodscha
- Kamerun
- Kanada
- Kap Verde
- Kasachstan
- Katar
- Kenia
- Kirgisistan
- Kolumbien
- Kongo (Demokratische Republik)
- Kongo (Republik)
- Korea - Volksdemokratische Republik
- Kosovo
- Kroatien
- Kuba
- Kuwait
- Laos
- Latein- und Zentralamerika
- Lesotho
- Lettland
- Libanon
- Liberia
- Libyen
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Madagaskar
- Malaysia
- Malediven
- Mali
- Malta
- Marokko
- Mauretanien
- Mauritius
- Mexiko
- Moldawien / Republik Moldau
- Mongolei
- Montenegro
- Mosambik
- Myanmar
- Namibia
- Nauru
- Nepal
- Neuseeland
- Nicaragua
- Niederlande
- Niger
- Nigeria
- Nordmazedonien
- Norwegen
- Oman
- Österreich
- Pakistan
- Palästinensische Gebiete - Westbank und Gaza
- Palau
- Panama
- Papua-Neuguinea
- Paraguay
- Peru
- Philippinen
- Polen
- Portugal
- Ruanda
- Rumänien
- Russland
- Salomonen
- Sambia
- Sankt Lucia
- São Tomé und Principe
- Saudi-Arabien
- Schweden
- Schweiz
- Senegal
- Serbien
- Sierra Leone
- Simbabwe
- Singapur
- Slowakei
- Slowenien
- Somalia
- Spanien
- Sri Lanka
- Südafrika
- Sudan
- Südkorea
- Südsudan
- Suriname
- Swasiland/Eswatini
- Syrien
- Tadschikistan
- Taiwan
- Tansania
- Thailand
- Timor-Leste
- Togo
- Trinidad und Tobago
- Tschad
- Tschechien
- Tunesien
- Türkei
- Turkmenistan
- Uganda
- Ukraine
- Ungarn
- Uruguay
- Usbekistan
- Vanuatu
- Venezuela
- Vereinigte Arabische Emirate
- Vietnam
- Westsahara - Demokratische Arabische Republik Sahara
- Zentralafrikanische Republik
- Zypern
US-Entlassungen: Wenn Menschenverachtung zur Normalität wird – und zum Vorbild in Deutschland
Dossier
„US-Konzerne entledigen sich menschenverachtend ihrer Mitarbeiter – und zum Überdruss wünschen sich manche deutsche Chefs und Politiker glatt dasselbe. Big Tech schafft es im Augenblick bekanntlich kaum durch den Tag, ohne dass ein großes Unternehmen der Branche Massenentlassungen verkündet. (…) Ein Aspekt fällt dabei allerdings fast immer unter den Tisch: die völlig unerträgliche Art und Weise nämlich, wie Firmen diese Entlassungen vollziehen. (…) So berichteten Menschen, die beim Konzern seit 15 Jahren tätig waren, dass sie von den Massenentlassungen betroffen seien – und das zuerst dadurch erfahren hätten, dass ihre Anmeldung bei Firmendiensten nicht mehr funktionierte. Andere Mitarbeitende seien gerade dabei gewesen, im Meeting-Raum neue Google-Kollegen durch deren Onboarding zu schleusen, als sie plötzlich von der Security aus dem Raum geleitet wurden und bloß noch ihre persönlichen Gegenstände einsammeln durften…“ Kommentar von Martin Gerhard Loschwitz vom 11.2.2023 bei Heise online
und mehr daraus/dazu:
- Sie machen, was sie wollen: Manche Arbeitgeber enthalten Lohn vor, kündigen nach Lust und Laune, verbieten Betriebsräte. Und die Arbeitnehmer? Fühlen sich machtlos
„Sie kommen einfach damit durch, immer und immer wieder. Als schreckten keine Strafen, als gälten keine Regeln. (…) Wen kümmern schon Gesetze? Für manche Arbeitgeber haben sie regelmäßig den Charakter unverbindlicher Empfehlungen. 850.000 Menschen bekamen nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im vorigen Jahr weniger als den Mindestlohn. Und nicht nur beim Mindestlohn machen Chefs einfach, was sie wollen: Nach Hochrechnung des Deutschen Gewerkschaftsbundes leisteten Beschäftigte in Deutschland 2024 gut 638 Millionen Überstunden – ohne dafür bezahlt zu werden. Ähnlich straffrei kommen Chefs davon, die ihre Mitarbeiter daran hindern, einen Betriebsrat zu gründen, obwohl dann sogar Gefängnis droht. Auf 50 Ermittlungsverfahren, hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung vor einigen Jahren recherchiert, kommt gerade einmal ein Urteil. Und auf 50 Ermittlungsverfahren kommen wiederum unzählige Fälle, die nie angezeigt wurden. Wohin man auch schaut: In der Arbeitswelt wird das Gesetz regelmäßig gebrochen, so oft, so systematisch und so erschreckend folgenlos wie in wenigen anderen Bereichen der Gesellschaft. Selbst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben sich damit abgefunden, dass ihre verbrieften Ansprüche von den Chefs als lediglich optional betrachtet werden.
Der Hamburger Politikwissenschaftler Nikolai Huke attestiert eine „Selbstjustiz der Arbeitgeber“, die in manchen Bereichen nahezu epidemisch ist – aber viel zu selten so klar benannt wird. Vielleicht auch, weil das Klischee von Deutschland als Land mit außerordentlich gutem Arbeitnehmerschutz so fest in den Köpfen sitzt. Dabei kann man zu diesem Schluss nur kommen, wenn man sich von den Paragrafen blenden und außer Acht lässt, wie wenig davon in der Arbeitswirklichkeit ankommt. Das Gesetz scheitert in der Praxis an eben jenem Machtgefälle zwischen Beschäftigten und Unternehmen, das es eigentlich ausgleichen will. Ihr Recht hat eine Arbeitnehmerin in aller Regel nämlich selbst einzufordern – obwohl der Chef sie faktisch in der Hand hat. Die Abhängigkeit im Arbeitsleben ist in die eine Richtung sehr viel größer als in die andere. (…)
Selbst im Extremfall verzichten überraschend viele Beschäftigte auf ihre Rechte, wenn ihnen beispielsweise eine Kündigung droht. Wobei diese Rechte Millionen Menschen von vornherein verwehrt sind, weil Kleinbetriebe mit maximal zehn Beschäftigten nicht unter das Kündigungsschutzgesetz fallen. Wer also in einem Handwerksbetrieb oder beim Bäcker arbeitet, ist schon jetzt im Arbeitnehmerparadies Deutschland unter Hire-and-Fire-Bedingungen angestellt. Diejenigen, die in größeren Betrieben tätig sind und den Schutz des Gesetzes genießen, nutzen ihn dagegen kaum. Verschwindende 12 Prozent klagen gegen ihre Kündigung, wie die Hans-Böckler-Stiftung erhoben hat. Es sind gar nicht mal die mangelnden Erfolgsaussichten, die Betroffene vom Gang zum Gericht abhalten. Die Chancen sind oft nämlich sehr gut. Es ist eher eine Art erlernter Hilflosigkeit, wie die Arbeitsrechtlerin Eva Kocher von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) einmal ausführte. Angestellte haben verinnerlicht, dass ihre Arbeitgeber mit allem durchkommen – und wehren sich selbst dann nicht, wenn deren Willkür und Skrupellosigkeit für sie existenziell wird. Das Machtgefälle ganz auszugleichen, dürfte schwer sein. Aber der Staat könnte den Beschäftigten zumindest ein wenig Mut machen, ihre Rechte wahrzunehmen, indem er selbst hart und entschlossen vorangeht, indem er seine Kontrolleure nicht durch die Hintertür schickt, sondern offensiv in den Betrieben aufmarschieren lässt. Er könnte delinquente Unternehmen viel drastischer anprangern und öffentlich bloßstellen. Vor allem müssten die Kontrolleure viel öfter vorbeischauen…“ Kommentar von Bernd Kramer vom 19. Februar 2026 in der taz online
, siehe auch: - Zeitenwende in der Arbeitswelt
„Für fast 810 Milliarden Euro wurden 2025 Güter aus Deutschland exportiert und der deutsche Exportüberschuss beträgt immer noch mehr als 150 Milliarden Euro. Allein die Autoindustrie ist daran mit einem Export von 237 Milliarden Euro und einem Exportüberschuss von 100 Milliarden Euro beteiligt. Derweil wächst der Reichtum in unserem Land: 256 Milliardär*innen leben heute mit zusammen rund 700 Milliarden Euro Vermögen in Deutschland – fast doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Das private Geldvermögen ist, sehr ungleich verteilt, auf insgesamt 10 Billionen Euro gestiegen. Gleichzeitig lebt jede fünfte Person in Armut. (…) Hunderte Menschen werden jeden Tag überflüssig auf den „Arbeitsmarkt“ geworfen, erwerbslos, nicht mehr gebraucht, abgestürzt, meist ohne jede Alternative. (…) Der DGB weist auf massive Kürzungen im Haushalt der EU hin; wobei es sich eigentlich um eine Umschichtung hin zu Rüstungsausgaben handelt. (…) Der Jammer der Arbeitgeber um angeblichen Fachkräftemangel ist Scharlatanerie, weil sie und der Staat tatsächlich zu wenig ausbilden, die Arbeitsbedingungen zu belastend sind und oft sehr schlecht bezahlt. (…) Derweil schließt ein Mittelbetrieb nach dem anderen und die großen Konzerne verkünden ihre Ziele und Personalabbauzahlen aus der Stammbelegschaft (…) Das Gesicht der Autoindustrie in Deutschland wird sich in den nächsten 10 Jahren total verändern. Es beginnt mit diesen massiven Angriffen auf die sozialen Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter, der Demütigung und Schwächung der Gewerkschaften. Was macht der Staat, an den die Gewerkschaften appellieren? Er subventioniert auf vielfältige Art und Weise die Industrie, die immer noch gute Gewinne macht, gleichzeitig aber Standorte schließt und Erwerbslosigkeit produziert, Boni an die Manager zahlt und Dividenden an die Aktionäre ausschüttet. (…) Appelle an die Arbeitgeber oder den Staat helfen nicht. Die verfolgen eine gänzlich andere Politik, in der es um Konkurrenz auf allen Märkten, um maximale Profite und um Kriegstüchtigkeit geht. Dem Klassenkampf von oben muss ein Klassenkampf von unten entgegensetzt werden. Immer noch richtig ist die Erfahrung der Arbeiter*innenbewegung: Millionen sind stärker als Millionäre und Milliardäre – wenn die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter zusammenhalten: Solidarität! (…) Es braucht Beteiligung, Mitbestimmung, Arbeitszeitverkürzung und Demokratie in der Wirtschaft, um die materiellen und sozialen Bedürfnisse mit den begrenzten Ressourcen in Übereinstimmung zu bringen. Deutlich wird, dass Kämpfe nur erfolgreich sein können, wenn sie betriebsübergreifend geführt werden und wenn die Grenzen der Profitwirtschaft, des kapitalistischen Systems, überschritten werden. Um den Klassenkampf von oben wirksam etwas entgegenzusetzen, müssen Vereinzelungen und Spaltungen überwunden und gemeinsame Kämpfe organisiert werden. Dazu können und müssen soziale Bewegungen, Klimaaktivistinnen und andere gesellschaftliche Gruppen einbezogen werden. Das Fundament dafür ist gewachsen in den gemeinsamen Kämpfen von Verdi und Fridays for Future für einen guten Nahverkehr, in den Bündnissen von Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden sowie den Kirchen. All das muss jetzt in den Betrieben, in gewerkschaftlich politischer Bildungsarbeit, in Seminaren und Kampagnen umgesetzt werden – primär in den industriellen Zentren; mit demokratischen Transformationsräten in den Regionen, wie Bernd Riexinger vorschlägt, mit Transformations-Allianzen, wie es Hans-Jürgen Urban nennt oder, betrieblich konkreter, mit „transformativen Zellen“, wie Ulrich Brand und Markus Wissen vorschlagen. Eine Herkulesaufgabe, die Gewerkschaften aber angehen müssen, wenn sie im Ergebnis unternehmerischer und politischer Entscheidungen, im Strudel von Personalabbau, Betriebsschließungen, Verlagerungen und Rechtsverschiebungen nicht untergehen wollen.“ Beitrag von Stephan Krull vom19. Februar 2026 bei isw München
- Durch Agenda 2030 „nach Lust und Laune rausschmeißen“: Reiches „Rezepte aus der neoliberalen Mottenkiste“
- Durch Agenda 2030 „nach Lust und Laune rausschmeißen“: Reiche-Ideen erntet Empörung
„… „Wir sollten auch darüber reden, ob wir mit der Lohnfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag nicht die falschen Anreize setzen“, sagte sie am Montag. Gewerkschaften reagieren verärgert – und empfehlen der Ministerin, mal ein Praktikum zu machen. (…) „Konkret will ich fragen, ob wir den gleichen Kündigungsschutz brauchen für hoch bezahlte Führungskräfte oder für die Pflegekraft.“ Lockere man den Kündigungsschutz, erhöhe das die Flexibilität im Arbeitsmarkt, argumentierte sie: Ein häufiger Arbeitsplatzwechsel führe meist zu „höheren Löhnen und wirtschaftlicher Dynamik“…“ Artikel von Lisa Gilz vom 12.11.2025 in der FR online
- Reiche plädiert für Kündigungsschutz-Lockerung: Expertinnen warnen vor „Hire an Fire“ – „Schürt Ängste“
- „… Die Debatte um eine Lockerung des Kündigungsschutzes in Deutschland nimmt Fahrt auf. Während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine Lockerung des Kündigungsschutzes fordert
, formiert sich Widerstand von Sozialverbänden und Gewerkschaften. Expertinnen warnen vor dramatischen Folgen für Millionen von Beschäftigten. (…) Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), lehnt jegliche Lockerungen kategorisch ab. Gegenüber dem Münchner Merkur von Ippen.Media erklärt sie: „Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit braucht es Sicherheit im Arbeitsleben. Ein geschwächter Kündigungsschutz würde vor allem Menschen in prekären Beschäftigungen treffen und damit soziale Ungleichheit verschärfen.“ Bislang ist eine Kündigung in vielen Fällen gar nicht erlaubt
.
Lockerung des Kündigungsschutzes: Expertin warnt vor „Hire an Fire“
Die SoVD-Chefin kritisiert scharf, dass wirtschaftliche Probleme einseitig auf dem Rücken der Arbeitnehmer gelöst werden sollen: „Es kann nicht sein, dass eine stagnierende Wirtschaft auf dem Rücken der Beschäftigten angeregt werden soll. Hier sind vielmehr jene in der Pflicht, die in der Vergangenheit hohe Gewinne eingefahren haben.“
Noch deutlicher wird Anja Piel, Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes. Sie sieht in den Lockerungsplänen einen gefährlichen Kurs, wie sie gegenüber unserer Redaktion erklärt: „Wer in der Diskussion um Fachkräftemangel einerseits und Stellenabbau andererseits ernsthaft den Kündigungsschutz lockert, der spielt mit der Angst der Beschäftigten und will im Grunde mehr ‚Hire and Fire‘.“ Die Gewerkschafterin warnt eindringlich: „Den Kündigungsschutz zu rasieren sorgt nicht für Wachstum, sondern schürt Ängste.“ (…)
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, unterstützt hingegen Reiches Forderung nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes…“ Artikel von Carmen Mörwald und Bjarne Kommnick vom 22. November 2025 in HNA online
- Rente später, Kündigungsschutz schwächer: Kritik an Reiches „Rezepten aus der neoliberalen Mottenkiste“
„Katherina Reiche (CDU) hat ihre „Agenda 2030“ präsentiert und dabei die Lockerung des Kündigungsschutzes, den Stopp der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag sowie eine spätere Rente angeregt. Widerstand regt sich nun von Gewerkschaftsseite. Anja Piel, Vorständin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) warnte vor massiven Einschnitten in Arbeitnehmerrechte und soziale Sicherungssysteme. Die Vorschläge der Bundeswirtschaftsministerin sehen unter anderem eine spätere Rente, Lockerungen beim Kündigungsschutz und Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vor. „Weder begeistert man mit Rezepten aus der neoliberalen Mottenkiste Wähler, noch bringen sie das Land wirtschaftspolitisch nach vorn“, erklärte Piel der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Sie betonte, dass die Vorschläge zur einseitigen Belastung von Beschäftigten das Vertrauen in die Politik beschädigen würden, anstatt die notwendigen Schritte für eine zukunftsfähige Wirtschaft einzuleiten. (…)
Besonders kritisch äußerte sich die Gewerkschafterin zur geplanten Lockerung des Kündigungsschutzes. Dieser „entfesselt kein Wachstum, sondern würde bloß die Rechte der Arbeitnehmer:innen massiv schwächen“, erklärte Piel. Der „Kündigungsschutz ist nämlich keine Wirtschaftsbremse, sondern Grundlage für faire Arbeitsverhältnisse und soziale Sicherheit“, betonte Piel. Sie warnte davor, dass eine Aufweichung des Kündigungsschutzes Unsicherheit statt Wachstum schaffen würde…“ Artikel von Max Schäfer vom 12.11.2025 in der FR online
- Durch Agenda 2030 „nach Lust und Laune rausschmeißen“: Reiche-Ideen erntet Empörung
- US-Entlassungen: Wenn Menschenverachtung zur Normalität wird
Weiter aus dem Kommentar von Martin Gerhard Loschwitz vom 11.2.2023 bei Heise online
: „… Bei allem Verständnis für die hinlänglich erforschten Unterschiede zwischen dem Hire and Fire der US-Arbeitswelt und hiesigen Gepflogenheiten: Die Missachtung einfachster zwischenmenschlicher Regeln, die Google, Amazon & Co. in den vergangenen Wochen beinahe demonstrativ zur Schau gestellt haben, weist auf ein größeres und tiefer liegendes Problem hin. Denn selbstverständlich verfügen all diese Unternehmen über die nötigen Mittel und Ressourcen, um Entlassungen mit dem gebührenden Maß an Respekt und geordnet über die Bühne zu bringen. Dass sie das nicht (mehr) tun, lässt nur einen Rückschluss zu: Es ist ihnen egal. US-Corporate entlarvt sich hier gnadenlos selbst, längst ist die oder der einzelne Mitarbeitende im System des Shareholder-Value als Individuum irrelevant geworden – und nun lässt man die Menschen das auch spüren. (…)
Praktisch postuliert das US-Business hier für alle offensichtlich, dass es weit hinter die sittlich-moralischen Standards der Aufklärung zurückgefallen ist. Da helfen auch die gern und oft zitierten Abfindungspakete nichts, die man den Menschen gnadenhalber zukommen lässt und die in vielen Fällen nur vertraglich regeln, was anderswo eine Selbstverständlichkeit wäre – beispielsweise die Krankenversicherung, die nicht von heute auf morgen einfach wegfällt.
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den USA muss das ein Weckruf sein, sich gegen derartige Umtriebe entschlossen zur Wehr zu setzen. Effektiv geht das nur durch organisiertes Arbeitnehmertun. Die im Kontext von New Work oft als überflüssig geschmähten und von vielen Unternehmen wohlweislich bis aufs Blut bekämpften Betriebsräte und Gewerkschaften etwa können effiziente Werkzeuge sein, um freidrehende Unternehmen zum Einhalten zu bewegen.
Auch hierzulande sollten die Umtriebe von US-Corporate die Menschen nicht kaltlassen. Längst ist es ein offenes Geheimnis, dass manche Chefs ebenso wie manche Verantwortliche aus der Politik in ihren feuchten Träumen von ähnlichen Zuständen in der hiesigen Arbeitswelt
fantasieren. Einzelne Unternehmen versuchen bisweilen sogar, in Europa mit ihrer Belegschaft wie in den USA zu verfahren. (…)
Ein schrilles Alarmsignal sollte obendrein sein, dass die Angriffe auf die hiesigen Standards zum Schutz der Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf vielen Ebenen und oft im Verborgenen längst laufen. Seit einiger Zeit ist in der hippen Start-up-Szene Berlins etwa eine Kategorie von Mitarbeitenden heiß begehrt: Jene nämlich, die Erfahrung in US-Großkonzernen sammeln konnten und eingestellt werden, um die dort erlernte Unternehmenskultur in die hiesigen Firmen zu importieren. Dass dabei keine Situation entstehen kann, in der Unternehmen und ihr Personal respektvoll und auf Augenhöhe miteinander umgehen, ist nach den Vorkommnissen der letzten Wochen selbstevident…“