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Trumps Angriffe auf die Pressefreiheit und unabhängige Medien als „Feinde des Volkes“

Dossier

USA: We must defend public media from Trump (Protect My Public Media)… Von dem Moment an, als Trump ins Amt zurückkehrte, hat seine zweite Regierungsmannschaft einer Reihe von rechtsextremen Einflussnehmern und Nachrichtenagenturen Zugang und Status verschafft, darunter auch Persönlichkeiten mit zweifelhafter Vergangenheit und dünnen oder nicht vorhandenen journalistischen Referenzen. Auf diese Weise hat die Regierung einen Schwall schmeichelhafter Medienberichterstattung geschaffen, eine hauchdünne Blase um jede ihrer Entscheidungen, egal wie destruktiv oder inkohärent sie auch sein mag. Diese neuen staatlichen Medien zeigen bedingungslose Loyalität, und ihre Propaganda-Pipeline ist schneller als je zuvor und stellt sicher, dass jede Durchführungsverordnung oder jeder neue Schritt des Ministeriums für Regierungseffizienz in dem Moment, in dem er bekannt gegeben wird, mit begeisterter Pseudo-Berichterstattung begrüßt wird…“ Aus dem engl. Artikel von Anna Merlan vom 25. Februar 2025 in Mother Jones externer Link – siehe mehr Informationen, auch zum Widerstand:

  • TV-Landschaft der USA: Von Trumps Gnaden New
    Der US-Satiriker Stephen Colbert darf ein Interview nicht ausstrahlen, während die CBS-News-Redaktion kaum noch frei von politischem Druck arbeiten kann. Was ist da los in der US-Fernsehlandschaft? Über 7 Millionen Mal wurde inzwischen ein Interview angesehen, das nicht ausgestrahlt werden durfte. Statt wie geplant am Montag im US-Fernsehen zu laufen, ist es nun auf dem YouTube-Kanal des Satirikers Stephen Colbert zu finden. Einmal mehr hat der Streisand-Effekt zugeschlagen: Schuld an den ungewöhnlich hohen Zugriffszahlen, auch abseits von YouTube, ist weniger das Interview mit einem texanischen Politiker, sondern das politisch motivierte Sendeverbot (…) US-Medien zufolge ist es das erste Mal, dass eine Talkshow derart zensiert wurde. Schlimmer noch, offenkundig war vorauseilender Gehorsam im Spiel. CBS wollte vermeiden, noch stärker ins Visier des ultrakonservativen FCC-Chefs Brendan Carr zu gelangen. (…) Das treibt nicht nur Trump, der Colbert als „erbärmlichen Versager“ bezeichnete und ihn am liebsten „einschläfern“ würde, auf die Palme. Selbst wenn Republikaner alle wichtigen US-Institutionen im Griff haben, fühlen sie sich benachteiligt. Im Sommer klagte etwa das konservative Media Research Center darüber, wie linkslastig die Talkshow-Landschaft doch wäre. Regelmäßig droht Trump TV-Sendern damit, ihre Sendelizenz zu entziehen, wenn sie sich kritisch über ihn oder seine Mitstreiter:innen äußern. Immer wieder zeigt dies Wirkung, ganz ohne offizielle Anweisung. (…)
    Unabhängiges journalistisches Arbeiten sei bei CBS kaum noch möglich, kritisierte die Produzentin Alicia Hastey in einem Abschiedsschreiben: „Geschichten werden nicht nach ihrem journalistischen Wert, sondern danach beurteilt, ob sie bestimmten ideologischen Erwartungen entsprechen – eine Dynamik, die Produzenten und Reporter unter Druck setzt, sich selbst zu zensieren oder herausfordernde Narrative zu vermeiden, die Gegenreaktionen oder unangenehme Schlagzeilen auslösen könnten
    .“…“ Beitrag von Tomas Rudl vom 20.02.2026 in Netzpolitik externer Link mit vielen Beispielen und Links

  • Verhaftung von Georgia Fort und Don Lemon u.a.: Wenn Protest gegen ICE zum Terrorismus erklärt wird, geraten auch unabhängige Medien und JournalistInnen ins Visier
    • Don Lemon nach Berichterstattung über Protest vor Kirche in Minnesota festgenommen
      Generalstaatsanwältin Pam Bondi erklärte am Freitag, dass Lemon und drei weitere Personen im Zusammenhang mit dem Protest festgenommen worden seien, den sie als „koordinierten Angriff auf die Cities Church in St. Paul” bezeichnete. Der ehemalige CNN-Moderator Don Lemon wurde am Freitag verhaftet und wegen Verstoßes gegen das Bundesbürgerrechtsgesetz im Zusammenhang mit seiner Berichterstattung über eine Protestaktion in einer Kirche in Minnesota Anfang dieses Monats angeklagt. (…)
      „Ich habe meine gesamte Karriere damit verbracht, über das Zeitgeschehen zu berichten“, sagte er. „Ich werde jetzt nicht aufhören. Es gibt keinen wichtigeren Zeitpunkt als jetzt, genau in diesem Moment, für freie und unabhängige Medien, die die Wahrheit ans Licht bringen und die Machthaber zur Rechenschaft ziehen.“
      Die Verhaftung eines der bekanntesten Journalisten des Landes ist die jüngste Entwicklung im Rahmen der Einwanderungskontrollen der Bundesregierung in Minneapolis, bei denen zwei US-Bürger erschossen wurden. (…)
      „Vier Journalisten wurden verhaftet. Dies beweist erneut, dass diese Regierung weder einen „Kurswechsel“ vollzieht noch „die Temperatur drosselt“. Indem sie unabhängige Journalisten ins Visier nimmt, anstatt die Mörder von Pretti und Good zu verfolgen, verschärft sie die Lage. Sie entschärft sie nicht.“…“ engl. Beitrag von Ryan J. Reilly, Matt Lavietes, Chloe Melas and Dennis Romero vom 30.1.26 auf NBC externer Link (maschinenübersetzt)
    • Erklärung der SAG-AFTRA zur Festnahme der Journalisten Don Lemon und Georgia Fort
      SAG-AFTRA verurteilt die Verhaftung seines Mitglieds Don Lemon sowie der unabhängigen Journalistin Georgia Fort durch Bundesbeamte im Zusammenhang mit ihrer Berichterstattung über Ereignisse in Minnesota.
      SAG-AFTRA vertritt Rundfunkjournalisten im ganzen Land, die die wichtige Aufgabe erfüllen, aktuelle Ereignisse zu dokumentieren und darüber zu berichten. Die erste Verfassungsänderung schützt diese wichtige Arbeit, und jeder Versuch, den verfassungsmäßig geschützten Journalismus zu kriminalisieren, bedroht nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch das grundlegende demokratische Prinzip der Pressefreiheit. Wir werden diesen Fall aufmerksam verfolgen.“ engl. Statement vom 30.1.2026 bei SAG-AFTRA externer Link (maschinenübersetzt)
    • Erklärung der Movement Media Alliance zur gezielten Verfolgung der Journalisten Georgia Fort und Don Lemon
      Die Movement Media Alliance (MMA) ist empört über die Verhaftungen der Journalisten Georgia Fort und Don Lemon. Diese Verhaftungen sind ein Angriff auf das First Amendment und auf den Journalismus selbst. Die MMA fordert, dass alle Anklagen fallen gelassen werden und dass die Bundesregierung aufhört, Journalisten ins Visier zu nehmen, und wir verurteilen die anhaltende Unterdrückung des Journalismus und der freien Meinungsäußerung.
      Es ist nicht illegal, Dinge aufzuzeichnen und darüber zu berichten, die Menschen in Machtpositionen lieber verbergen würden. Und über rechtliche Erwägungen hinaus haben Journalisten eine ethische und von Gerechtigkeit geprägte Verpflichtung, die Wahrheit zu berichten. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was in unseren Gemeinden geschieht, insbesondere wenn Menschen für Gerechtigkeit eintreten und vom Staat Rechenschaft verlangen. Wir betrachten diese deutliche Eskalation gegen schwarze Journalisten als einen weiteren Schritt im anhaltenden Angriff der Trump-Regierung auf öffentliche und unabhängige Medien, der, wie wir wissen, eine zentrale Taktik des autoritären Spielbuchs ist.
      Wenn Regierungsbehörden Journalisten wegen der Ausübung ihrer Arbeit ins Visier nehmen und verhaften, ist dies mit der Absicht verbunden, die Berichterstattung und den Informationsaustausch zu unterdrücken und zu ersticken. Damit wird Reportern und der Öffentlichkeit signalisiert, dass die Dokumentation staatlicher Macht einen Preis hat. Auf diese Weise wächst Autoritarismus. Auf diese Weise verbreitet sich Angst. Und auf diese Weise wird die Öffentlichkeit von der Wahrheit abgeschnitten.
      Unabhängiger Journalismus ist kein Luxus. Er ist ein öffentliches Gut. Er schützt Bewegungen vor Fehlinformationen, Vergeltungsmaßnahmen und Manipulationen. Er ermöglicht es Gemeinschaften, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, wenn die Unternehmensmedien dies nicht tun.
      Wir rufen Nachrichtenorganisationen, Bürgerrechtsgruppen, gewählte Amtsträger und die Öffentlichkeit dazu auf, sich klar zu äußern und zu bekräftigen, dass Journalismus nicht kriminalisiert werden darf. Wenn die Regierung heute Journalisten wegen der Berichterstattung über eine Demonstration verhaften kann, kann sie morgen jede Bewegung zum Schweigen bringen
      .“ engl. Erklärung der Movement Media Alliance vom 31.1.2026 externer Link (maschinenübersetzt)
    • Georgia Fort, eine unabhängige Journalistin und Vizepräsidentin der NABJ-Sektion Minnesota, wurde heute Morgen ebenfalls von Bundesbeamten festgenommen.
      Mir wurde dieses Video von Beamten vor ihrer Haustür zugeschickt
      :“ engl. Post von Phil Lewis vom 30.1. auf bsky externer Link mit dem Video
    • Journalisten, die in den USA über Proteste berichten, riskieren Knast. Auch wenn sie prominent sind wie der ehemalige CNN-Anchor LemonPost von Gabriele Lange vom 30.01.2026 auf bsky externer Link
    • Menschenrechtsgruppen warnen, dass Trumps Justizministerium mit den Verhaftungen von Lemon und Fort versucht, Journalisten einzuschüchtern.
      „„Die heutige Festnahme von Don Lemon und Georgia Fort wegen ihrer Berichterstattung über eine Anti-ICE-Demonstration ist ein offensichtlicher Versuch, andere davon abzuschrecken, Kritik an der Regierung und ihrer Politik zu üben“, sagte ein Vertreter von Amnesty International. Die Festnahme zweier US-Journalisten am Freitag wegen ihrer Berichterstattung über eine Demonstration vor einer Kirche in Saint Paul Anfang dieses Monats hat bei Menschenrechtsorganisationen, die seit langem Reporter weltweit vor ähnlich offensichtlichen Angriffen auf die Pressefreiheit verteidigen, für Entsetzen gesorgt.
      „Die Trump-Regierung kann nicht einfach Bundesbeamte auf Reporter hetzen, nur weil ihr die Berichterstattung nicht gefällt“, sagte Clayton Weimers, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen Nordamerika.
      Der ehemalige CNN-Moderator Don Lemon, der jetzt als unabhängiger Journalist tätig ist, und Georgia Fort, eine unabhängige Reporterin aus Minnesota, berichteten über eine Protestaktion, die am 18. Januar von Anwohnern gegen einen Pastor einer Kirche organisiert wurde, der Berichten zufolge auch als Beamter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) tätig war, und filmten diese. Am Freitagmorgen nahmen Bundespolizeibeamte die beiden Journalisten in Gewahrsam und beschuldigten sie eines „koordinierten Angriffs auf die Cities Church“. Das Ministerium für Innere Sicherheit erklärte, Lemon werde wegen Verschwörung und Verletzung der Rechte der Gläubigen gemäß dem Ersten Verfassungszusatz angeklagt, und berief sich dabei auf das Gesetz über den freien Zugang zu Klinikeingängen (FACE Act) – ein Gesetz, das die Einschüchterung oder Gewaltanwendung gegen Personen verbietet, die reproduktive Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen wollen, aber auch Bestimmungen enthält, die Gotteshäuser betreffen. (…)
      Amnesty International USA betonte außerdem, dass die Verhaftungen nicht nur einen Angriff auf die Rechte von Lemon und Fort darstellten, sondern auch „eine ernsthafte Bedrohung für unsere Menschenrechte“. „Die US-Behörden müssen die Journalisten Don Lemon und Georgia Fort unverzüglich freilassen“, sagte Tarah Demant. „Journalismus ist kein Verbrechen. Über Proteste zu berichten ist kein Verbrechen. Journalisten wegen ihrer Berichterstattung zu verhaften, ist ein klares Beispiel für autoritäres Vorgehen.“ (…)
      „Immer wieder sehen wir, wie die Trump-Regierung die Meinungsfreiheit einschränkt, anstatt die Menschenrechte zu wahren“, sagte sie. „Schwarze und braune Journalisten sind besonders ins Visier geraten, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen.“
      Chip Gibbons, Policy Director bei Defending Rights and Dissent, stellte fest, dass „Journalisten eine wichtige Rolle bei der Berichterstattung über Proteste spielen“, wie sie derzeit in Minneapolis und im ganzen Land gegen Trumps Einsatz von Bundesbeamten zur Festnahme und Abschiebung von Einwanderern und US-Bürgern stattfinden, von denen die meisten keine kriminelle Vergangenheit haben, obwohl der Präsident behauptet, die Operation richte sich gegen „die Schlimmsten der Schlimmsten“
      …“ engl. Artikel von Julia Conley vom 30. Januar 2026 auf Common Dreams externer Link (maschinenübersetzt)
    • Proteste in Minnesota: Ex-CNN-Journalist Don Lemon festgenommen
      In einer Kirche in Minneapolis gab es einen Protest gegen einen Pfarrer, der für ICE arbeitet. Dabei war auch der Ex-CNN-Journalist Don Lemon, um das Geschehen zu filmen, wie er sagt. Die US-Regierung ließ ihn jetzt festnehmen…“ Meldung vom 30.01.2026 im Spiegel online externer Link
    • US-Bürgerrechtlerin: „Dann explodierte die MAGA-Basis von Donald Trump“
      Ein KI-Bild des Weißen Hauses, eine Inhaftierung, die weltweit Schlagzeilen macht – und eine Frau, die sich weigert, eingeschüchtert zu werden. Ein Interview mit der betroffenen Bürgerrechtsanwältin Nekima Levy Armstrong aus Minneapolis. Bastian Brauns berichtet aus Minneapolis…“ Interview von Bastian Brauns am 30.01.2026 auf t-online externer Link
    • Siehe zum Hintergrund das Dossier: Nach 2. Trump-Sieg in den USA „versprochen“: Massenabschiebungen und Internierungslager – siehe allerdings auch:
    • Du hattest eine Aufgabe. Die Medienfehlbarkeit, die Amerika in den Trumpismus stürzte.
      Politische Journalisten müssen aufhören, so zu tun, als wüssten sie nicht, was die Republikaner vorhaben.
      ir befinden uns nun im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Donald Trump, und in den politischen Medien geschieht etwas Seltsames. Viele Menschen, die jahrelang darauf bestanden haben, dass die sogenannten „Alarmisten“ hysterisch seien, beginnen nun vorsichtig zuzugeben, dass sie sich vielleicht geirrt haben.
      m April letzten Jahres veröffentlichte David Brooks einen langen Essay in The Atlantic mit dem Titel „I Should Have Seen This Coming“ (Ich hätte das kommen sehen müssen), in dem er einräumte, dass er unterschätzt hatte, wie sehr der Konservatismus zu einer rein antiliberalen Reaktion geworden war. Jon Stewart, der in den ersten Wochen der zweiten Amtszeit von Trump Liberale dafür kritisierte, dass sie zu schnell das Wort „Faschismus“ verwendeten, räumte schließlich in seiner Sendung… ein: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell so autoritär werden würden. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Es tut mir leid. Wer hätte das ahnen können? Wenn mich vielleicht jemand auf Bluesky deswegen angeschrien hätte, hätte ich es gewusst. Aber das hat niemand getan. Außer jeden Tag. In Großbuchstaben.“ (…)
      ie spricht laut aus, was viele Journalisten zu glauben scheinen: dass die organisierte Natur von Trumps Agenda irgendwie nicht erkennbar war, bis sie in Gang kam. Aber es war nicht unmöglich, dies zu wissen. Es ist buchstäblich die Aufgabe von politischen Journalisten, zu wissen, was Politiker vorhaben. Es ist ihre Aufgabe, politische Dokumente zu lesen, Personal zu verfolgen und zu bemerken, wenn ein Kandidat eine Organisation in einem Video lobt und dann behauptet, nichts darüber zu wissen. Das ist ihre Arbeit. Und doch, als Befürworter und Experten diese Arbeit leisteten und versuchten, die Menschen vor dem zu warnen, was kommen würde, wurden sie als parteiisch oder alarmistisch abgetan. Als Trump über seine Beteiligung am Projekt 2025 log, wurde diese Lüge als eine Tatsache behandelt, die sorgfältig abgewogen werden musste.
      Und nun, ein Jahr später, da mehr als zwei Drittel der Executive Orders von Trump in seiner ersten Woche eng mit den Vorschlägen von Project 2025 übereinstimmen, da der Mann, der Project 2025 leitete, nun das Office of Management and Budget leitet, da Trump selbst Russell Vought öffentlich als „berühmt durch Project 2025” bezeichnet, und nachdem er monatelang jegliche Verbindung geleugnet hat, zeigt uns die Presse nun ihr überraschtes Pikachu-Gesicht.
      Wir haben es nicht verstanden, sagen sie.
      Aber es war immer möglich, dies zu verstehen. Die Informationen waren verfügbar. Die Frage ist, warum so viele Journalisten beschlossen, sie nicht zu nutzen
      …“ engl. Artikel von Parker Molloy vom 31. Januar 2026 in The New Republic externer Link (maschinenübersetzt)
  • Die Trump-Regierung hat ihre Staatsgelder für den öffentlichen Rundfunk gestrichen. Ist der jetzt am Ende?
    „Zu den vielen hässlichen Dingen, die man über die Trump-Regierung hört, gehörte neulich eine Meldung, die ungefähr wie folgt in Erinnerung geblieben ist: Trump-Regierung zerschlägt den öffentlichen Rundfunk in den USA. Für viele war es das erste Mal im Leben, dass sie von der Existenz eines solchen Rundfunks überhaupt gehört haben, und als deutscher Radiohörer war man halb geschockt, halb verblüfft. Es ergab sich der Eindruck vom Totalkahlschlag, und der Deutschlandfunk konstatierte: Die Zukunft sei ungewiss. Ungewiss ist ja immer alles, und wir sind weit davon entfernt, die Umtriebe des derzeitigen US-Präsidenten und seiner Leute gut zu finden. Dennoch lohnt es sich, das hektisch herausgehörte Katastrophenszenario zu inspizieren. Ist der öffentliche Rundfunk in den USA mit einem Federstrich ausgelöscht? (…)
    Als Deutsche sind wir es gewohnt, uns öffentlichen Rundfunk als Auftrag und Produkt einer staatlichen Behörde vorzustellen, so ist er ja bei uns von Anbeginn sehr eng am Staat geführt worden. (…) In den USA hingegen ist der Rundfunk typischerweise ein urkapitalistisches Unterfangen mit dem zentralen Auftrag: Geld zu generieren. Dennoch wurden auch dort immer Sendefrequenzen für den öffentlichen Rundfunk freigehalten, und im Jahr 1967 führte der Kongress eine Förderinstitution ein: Das war die Gesellschaft CPB, die jetzt unter Trump aufgelöst wurde. (…)
    Obwohl es gut in unsere Wahrnehmung passt, ist die Abschaffung der CPB dabei keine Erfindung der Trump-Regierung. Konservative Kräfte hatten diese alljährliche Staatsausgabe schon lange im Visier, zuletzt wurden die Attacken nur mit der zeittypischen Rhetorik aktualisiert: Die öffentlichen Sender seien linksradikal, produzierten nur woke Fakenews, die armen Kinder würden stündlich von Bildschirm-Dragqueens gequält, so ungefähr. (…) Zwar war die CPB-Finanzierung ein Politikum. Trotzdem ging es nur um 1,60 Dollar pro Einwohner*in pro Jahr. PBS und NPR sind nicht existenziell abhängig von der Staatsknete. Für PBS machten die Gelder nur etwa zehn Prozent der Finanzierung aus, für die NPR ungefähr sechs Prozent. Das Gros der Gelder kam und kommt aus anderen Quellen: Spenden, Stiftungen, Bildungsinstitutionen, Sponsoren. Das heißt nicht, dass das Ende der CPB völlig folgenlos bleiben wird. Besonders in strukturschwachen Regionen wird es schwer fallen, die Unterstützung zu ersetzen. Das könnte der Trump-Regierung gefallen, denn an Verdummung armer Gebiete finden rechte Autokraten ihr Gefallen. In seinem flexiblen Kern aber scheint das öffentliche Sendersystem in den USA nicht bedroht zu sein. Noch. Noch ist Anlass zur Hoffnung, dass all die kleinen Sender eines Tages vom Ende der Trump-Regierung berichten werden.“
    Artikel von Klaus Ungerer vom 19. Januar 2026 in Neues Deutschland online externer Link („Bibo in der Mülltonne“)
  • Das Weiße Haus stellt Journalist*innen auf seiner Website an den Pranger – „Hall of Shame“ als neuer Höhepunkt der Angriffe auf die US-Medien oder eine Ehrung?
    • „Hall of Shame“: Das Weiße Haus stellt Journalist*innen auf seiner Website an den Pranger
      „„Misleading. Biased. Exposed“ – Das Weiße Haus hat auf seiner Website einen Medien-Pranger gestartet (…) Die Regierung ordnet Medien, die angeblich immer wieder falsch berichten, in eine Rangliste ein (…) In einer „Hall of Shame“ listet das Weiße Haus außerdem eine Reihe von Medienberichten auf, die unwahr oder irreführend seien, ohne konkrete Belege für diese Anschuldigungen zu liefern. Jeder Artikel ist einer oder mehreren Kategorien zugeordnet: „Lüge“, „fehlender Kontext“ oder „linker Wahnsinn“ – Kategorien, die selbst kaum für die Seriosität dieser „Liste der Schande“ sprechen. „Mit dem öffentlichen Brandmarken von Journalist*innen und Medien macht das Weiße Haus einmal mehr seine Verachtung und Feindseligkeit gegenüber der unabhängigen Presse deutlich“, sagt Anja Osterhaus, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen (RSF). „Pressefreiheit heißt nicht, regierungsnahe Narrative zu stärken – sie heißt, unbequem und hinterfragend zu berichten. Medien und Journalist*innen an den Pranger zu stellen, ist ein Werkzeug autoritärer Regierungen und eine weitere Eskalation der Angriffe auf die US-Medien.“ (…) Beleidigungen und Diffamierungen von Journalist*innen sind nur ein Teil von Trumps Angriffen auf die Presse. Seine Regierung setzt gezielt staatliche Machtinstrumente ein, um unliebsamen Medien zu schaden – eine Strategie, wie man sie von autoritären Regimen kennt…“ RSF-Pressemitteilung vom 2. Dezember 2025 externer Link („„Hall of Shame“: Das Weiße Haus stellt Journalist*innen auf seiner Website an den Pranger“)
    • Pressefreiheit unter Trump: Man sollte es als Ehrung verstehen
      „…Eine gewisse Ironie ist Donald J. Trump ja nicht abzusprechen. Seit dem Wochenende gibt es die neue „Misleading. Biased. Exposed“-Website des Weißen Hauses, die den „Fake News Media“ die Leviten lesen soll. Sie listet ausgerechnet die Washington Post von Trumps Buddy und Amazon-Besitzer Jeff Bezos ganz vorn in ihrer Rubrik „Offender Hall of Shame“. (…) Die neue Website, die am Wochenende an den Start ging, funktioniert insgesamt wie ein Stürmer-Schaukasten fürs mediale Geschäft. Nach dem alten Motto „Haltet den Dieb“ werden da Ungeheuerlichkeiten unterstellt, um von den eigenen Machenschaften abzulenken. (…) In der Liste der bösen Journalist*innen findet sich auch „The BBC Staff“. So komplett im Ganzen werden nur wenige gedisst. Die BBC sollte sich das zur Ehre gereichen lassen. Doch sie sitzt verzagt in London und macht sich in die Hose. Gerade ruiniert sie die an ihren Gründer John Reith (1889–1971) erinnernden Reith-Lectures. Diese Vorträge über den Zustand von Gesellschaft und Medien, die seit 1948 im Auftrag der BBC von prominenten Denker*innen gehalten werden, liefert in diesem Jahr der holländische Historiker und Aktivist Rutger Bregman. Bregman, der fürs bedingungslose Grundeinkommen trommelt, hatte in der ersten Folge Trump als „den korruptesten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte“ bezeichnet. Und was macht die BBC? Streicht den Satz „auf juristisches Anraten“ vor der Ausstrahlung raus. Schon vor drei Jahren goss der Guardian dieses Verhalten in eine ikonografische Karikatur. Sie zeigt den BBC-Naturdoku-Gott David Attenborough vor einem vor Geiern wimmelnden BBC-Broadcasting House. Und Attenborough sagt mit bitterer Ironie „Fearful of becoming prey, it begins to devour itself“ – „Aus Angst, zur Beute zu werden, beginnt sie sich selbst zu verschlingen.“ „Ja, das unterscheidet sich vom Antrieb der Trump-Tiere. Die wollen Beute machen!“, meint die Mitbewohnerin.“ Kolumne von Steffen Grimberg vom 2. Dezember 2025 in der taz online externer Link
  • „This is beyond McCarthyism“: Nicht nur die US-Gewerkschaften WGA und ACLU verurteilen die neuesten Zensurmaßnahmen der Trump-Regierung als „Alarmstufe Rot“ für die Meinungsfreiheit
    • Die WGA steht hinter Jimmy Kimmel und seinen Autoren.
      „Erklärung der WGA zur Entscheidung von ABC, „Jimmy Kimmel Live!“ aus dem Programm zu nehmen: Das Recht, unsere Meinung zu sagen und unterschiedlicher Meinung zu sein – sogar zu stören – ist der Kern dessen, was es bedeutet, ein freies Volk zu sein. Es darf nicht verweigert werden. Nicht durch Gewalt, nicht durch den Missbrauch staatlicher Macht und auch nicht durch feige Handlungen von Unternehmen. Als Gewerkschaft stehen wir geschlossen gegen jeden, der seine Macht und seinen Einfluss nutzt, um die Stimmen von Autoren oder Andersdenkenden zum Schweigen zu bringen. Wenn die Redefreiheit nur für Ideen gelten würde, die uns gefallen, hätten wir sie nicht in die Verfassung aufnehmen müssen. Was wir unterzeichnet haben – so schmerzhaft es manchmal auch sein mag – ist die befreiende Vereinbarung, unterschiedlicher Meinung zu sein.
      Schande über diejenigen in der Regierung, die diese grundlegende Wahrheit vergessen. Was unsere Arbeitgeber angeht, so haben unsere Worte Sie reich gemacht. Uns zum Schweigen zu bringen, macht die ganze Welt ärmer. Die WGA steht hinter Jimmy Kimmel und seinen Autoren.“ engl. Erklärung der Writers Guild of America West (WGAW) und der Writers Guild of America East (WGAE) vom 18.9.2025 externer Link (maschinenübersetzt)
    • ACLU reagiert auf Zensurmaßnahme der Trump-Regierung gegen Jimmy Kimmel
      FCC-Vorsitzender unter Trump droht ABC wegen Jimmy Kimmels Monolog; ABC gibt nach und zieht Kimmels Show „auf unbestimmte Zeit” aus dem Programm (…) Diese Maßnahme der Trump-Regierung erfolgt nur zwei Tage, nachdem Präsident Donald Trump die New York Times, den Buchverlag Penguin Random House und vier Reporter der New York Times wegen Nachrichtenberichten und Analysen verklagt hat, die dem Präsidenten missfallen haben. Sie folgt auch auf andere nationale Rundfunkanstalten, die ihre Programmgestaltung nach Druck seitens der Trump-Regierung geändert haben, und auf ein vor der FCC anhängiges Verfahren.
      Christopher Anders, Direktor der Abteilung für Demokratie und Technologie bei der American Civil Liberties Union, sagte: „Jimmy Kimmel ist das neueste Ziel des verfassungswidrigen Plans der Trump-Regierung, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen und zu kontrollieren, was das amerikanische Volk sieht und liest. ABC und der größte Eigentümer seiner Tochtergesellschaften haben sich den Drohungen gebeugt und dem FCC-Vorsitzenden Trump genau das gegeben, was er wollte, indem sie Kimmel auf unbestimmte Zeit suspendierten und die Show absetzten. „Das geht über McCarthyismus hinaus. Trump-Beamte missbrauchen wiederholt ihre Macht, um Ideen zu unterbinden, die ihnen nicht gefallen, und entscheiden, wer sprechen, schreiben und sogar scherzen darf. Die Maßnahmen der Trump-Regierung in Verbindung mit der Kapitulation von ABC stellen eine ernsthafte Bedrohung für unsere Freiheiten gemäß dem Ersten Verfassungszusatz dar.“ Aus der engl. Erklärung vom 17.9.2025 der ACLU externer Link (maschinenübersetzt)
    • „Alarmstufe Rot“ für die Meinungsfreiheit, da ABC vor Trumps FCC zurückweicht und Kimmel absagt
      Diese Unternehmen verwandeln die öffentlichen Rundfunkwellen in einen weiteren Propagandakanal des Trump-Regimes“, sagte ein Kritiker. Befürworter des Ersten Verfassungszusatzes forderten am Mittwochabend, dass Medienunternehmen „aufhören sollten, zu kapitulieren – und anfangen sollten, sich zu wehren” gegen Präsident Donald Trump und seine Regierung, nachdem FCC-Vorsitzender Brendan Carr erfolgreich Druck auf ABC ausgeübt hatte, die Talkshow des Komikers Jimmy Kimmel wegen seiner Kommentare zu den Folgen des Mordes an dem rechten Aktivisten Charlie Kirk auf unbestimmte Zeit aus dem Programm zu nehmen. ABC gab diese Entscheidung nur wenige Stunden nachdem Carr in einem Podcast erklärt hatte, dass der Sender, sein Eigentümer, die Walt Disney Company, und seine Tochtergesellschaften „Wege finden müssen, um das Verhalten zu ändern und Maßnahmen gegen Kimmel zu ergreifen“, bekannt. Carr kritisierte Äußerungen, die Kimmel in seiner Sendung am Montagabend gemacht hatte – Äußerungen, die eher mit Trumps rechtsextremer MAGA-Bewegung zu tun hatten als mit Kirk oder dem Verdächtigen in seinem Mordfall, Tyler Robinson, die aber laut rechten Aktivisten Robinson als Konservativen darstellten.
      „Wir haben am Wochenende einen neuen Tiefpunkt erreicht, als die MAGA-Gang verzweifelt versuchte, diesen Jungen, der Charlie Kirk ermordet hat, als alles andere als einen der ihren darzustellen, und alles in ihrer Macht Stehende tat, um daraus politischen Kapital zu schlagen“, sagte Kimmel. Carr sagte am Mittwoch: „Wir können das auf die einfache oder auf die harte Tour machen“, was darauf hindeutet, dass die FCC Maßnahmen ergreifen würde, um „Jimmy Kimmel Live!“ aus dem Programm zu nehmen, sofern ABC nicht selbst diese Entscheidung trifft. (…) „ABC gibt immer wieder nach, egal wie unbegründet die Behauptungen der Regierung sind – und wie sehr sie der Meinungsfreiheit in Amerika nachhaltig schaden“, sagte Aaron [CEO der First Amendment Advocacy Group Free Press]. „Diese Unternehmen verwandeln die öffentlichen Rundfunkwellen in einen weiteren Propagandakanal des Trump-Regimes.“
      „Donald Trump und Brendan Carr haben die FCC in eine Bundeszensurkommission verwandelt, indem sie die erste Verfassungsänderung ignorieren und die Rechtsstaatlichkeit durch die Launen rechter Blogger ersetzen“, fügte Aaron hinzu. „Sie missbrauchen ihre Macht, um Medienunternehmen mit ihren gefährlichen Forderungen nach unehrlicher Berichterstattung und orwellscher Einhaltung der Forderungen der Regierung unter Druck zu setzen. Das ist nichts anderes als Zensur und Erpressung.“ (…)
      Die plötzliche Absage von Kimmels Show als Reaktion auf seine Äußerungen folgt auf zahlreiche Angriffe der Trump-Regierung auf die Meinungsfreiheit. Im März gehörten der ehemalige Studentenorganisator der Columbia University, Mahmoud Khalil, und die Studentin der Tufts University, Rümeysa Öztürk, zu den ausländischen Studenten, die von maskierten Einwanderungsbeamten festgenommen und mit Abschiebung bedroht wurden, weil sie sich gegen die Unterstützung der USA für Israels Angriff auf den Gazastreifen ausgesprochen hatten. Beide wurden inzwischen freigelassen; am Mittwoch erklärten Khalil und sein Anwaltsteam, sie würden gegen die Entscheidung eines Einwanderungsrichters vorgehen, die den Weg für seine Abschiebung nach Algerien oder Syrien ebnen könnte.
      Trump kündigte außerdem eine Klage gegen The New York Times und den Buchverlag Penguin Random House wegen für ihn ungünstiger Berichterstattung und Nachrichtenanalyse an…“ engl. Artikel von Julia Conley vom 18.9.2025 in Common Dreams externer Link (maschinenübersetzt)
    • Es ist fünf vor zwölf. Was seit der Ermordung von Charlie Kirk medial und „politisch geschieht, ist heftig. Sehr heftig.
      Es wird verharmlost, falsch eingeordnet, empört, spekuliert, dann wieder zurückgenommen. Noch vergangenes Wochenende hat Ingrid Brodnig bei „Besser Online“ dafür plädiert, dass journalistische Allrounder, wenn sie über Aufregerthemen schreiben, dringend die Expertise von Menschen einholen sollten, die diese Themenkomplexe betreuen und sie bis ins Detail kennen. Sie forderte einordnenden Erklärjournalismus. Was jetzt passiert, ist das krasse Gegenteil. (…)  
      Dass der mutmaßliche Täter, der Kirk erschoss, nicht politisch links einzuordnen ist, passt auch vielen nicht, deshalb werden krudeste Geschichten erfunden, um ihn nicht vielleicht doch noch dorthin zu rücken. Währenddessen repostet Elon Musk auf X eine Namensliste von Menschen, die angeblich abscheuliche Dinge über die Ermordung Kirks gesagt haben, inklusive ihrer Arbeitgeber. Eine Live-Hetzjagd im Netz. Wenn wir jetzt nicht aufstehen, wird es schon bald zu spät sein. Für den Journalismus und die Demokratie
      .“ Kommentar von Ute Korinth vom 15.09.2025 im djv-Blog externer Link
    • TikTok-Übernahme vollendet die mediale Gleichschaltung der USA
      Ein Konsortium rund um die Tech-Oligarchen Larry Ellison (Oracle) und Marc Andreessen übernimmt 80% des US-Geschäftes von TikTok. Das berichtet das Wall Street Journal mit Verweis auf eine Einigung zwischen den Regierungen der USA und China. Seit dem Amtsantritt von Trump wurde dazu verhandelt. (…) Was bisher noch bekannt ist: US-Nutzer:innen von TikTok sollen eine neue US-App herunterladen und dann diese nutzen. Die Daten werden dann auf Oracle-Rechenzentren liegen und verarbeitet werden. Die TikTok-Algorithmen werden neu gebaut und von TikToks Mutterunternehmen Bytedance lizenziert. Das ist das Beste aus Pest und Cholera: Tech-Oligarchen bekommen die Daten und Kontrolle, aus China kommen die Algorithmen. (…) Die Möglichkeiten zur Gestaltung der Realität sind riesig: Rechtsradikale Inhalte werden bevorzugt durchgeleitet, LQBTQ-Inhalte bekommen Shadowbans. Willkommen im digitalen Faschismus. Die beiden Tech-Oligarchen Ellison und Andreessen mit rechtsradikalen politischen Ansichten hatten seinerzeit schon Elon Musk beim Aufkauf von Twitter finanziell unterstützt. Musk nutzt bei X genau diese Mechanismen, um rechtsradikale Inhalte zu stärken. Die Europäische Union schaut aus Angst vor Autozöllen nur zu und geht nicht mit den Werkzeugen des Digital Services Act konsequent dagegen vor.
      Zustände wie in Ungarn und Russland
      In den USA wird mit diesem Deal die mediale Gleichschaltung der digitalen Welt vollendet. Larry Ellison steckt parallel noch in Kaufverhandlungen, um u.a. CNN und CBS zu übernehmen. Ungarn und Russland lassen grüßen…“ Beitrag von Markus Beckedahl vom 17.9.2025 auf Digitalpolitik.de externer Link
    • US-Präsident will Antifa als Terrororganisation einstufen. Die Ankündigung des US-Präsidenten erfolgt wenige Tage nach dem Attentat auf den rechten Influencer Charlie Kirk
      „Sein Post richtet sich an die »vielen US-Patrioten«: Donald Trump hat auf Truth Social angekündigt, die linke Antifa-Bewegung als terroristische Organisation einzustufen. Es handle sich um eine »kranke, gefährliche, radikale Katastrophe«. Der US-Präsident begründete nicht weiter, wie er zu dieser Bewertung gelangt ist. Er sprach aber die Empfehlung aus, dass die Geldgeber der Antifa »im Einklang mit den höchsten rechtlichen Standards und Praktiken gründlich untersucht werden«. (…) Ein Regierungsvertreter sagte dem US-Sender: »Dies ist nur eine von vielen Maßnahmen, die der Präsident ergreifen wird, um gegen linke Organisationen vorzugehen, die politische Gewalt schüren.« (…) Der US-Präsident hatte in einer seiner ersten Reaktionen auf das Attentat von Kirk die »radikale Linke« für dessen Tod verantwortlich gemacht. (…) Trump hatte die Idee einer Einstufung der Antifa als Terrororganisation bereits 2020 ins Spiel gebracht. Damals hatte es nach dem Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt landesweite, teils gewalttätige Proteste gegeben. Rechtsexperten erklärten damals, eine Einstufung der Antifa-Bewegung als Terrororganisation entbehre einer gesetzlichen Grundlage, sei schwer umzusetzen und werfe Bedenken hinsichtlich der freien Meinungsäußerung auf.“ Meldung vom 18. September 2025 im Spiegel online externer Link
    • Angebliche Verleumdung: Trump will »New York Times« auf 15 Milliarden Dollar verklagen
      Dass Donald Trump die »New York Times« nicht ausstehen kann, ist bekannt. Nun will er sie offenbar juristisch attackieren und nennt sie ein »Sprachrohr« der Demokraten. (…) Trump hat in der Vergangenheit bereits Klagen gegen unterschiedliche Medien angestrengt, unter anderem gegen den Sender CBS und den Sender ABC. In beiden Fällen einigten sich die Seiten auf einen Vergleich in Millionenhöhe. Kritiker sehen in den Klagen einen Angriff auf die Pressefreiheit. Zudem zieht der US-Präsident gegen verschiedene weitere Medien ins Feld, deren Berichterstattung ihm zuwiderläuft. So war etwa die US-Nachrichtenagentur AP von der Mitreise im Regierungsflieger ausgeschlossen worden. Sie hatte sich geweigert, die von Trump verfügte Neubezeichnung für den Golf von Mexiko – »Golf von Amerika« – zu übernehmen.“ Agenturmeldung vom 16.09.2025 im Spiegel online externer Link
    • Interview mit ABC: Trump droht missliebigen Journalisten mit strafrechtlicher Verfolgung
      Die US-Justizministerin will Hatespeech strafrechtlich verfolgen. Aber wen genau? »Leute wie Sie«, sagt US-Präsident Donald Trump nun zu einem Journalisten: »Weil Sie mich unfair behandeln.« (…) Der ABC-Journalist fragte Trump, wie er dazu stehe, dass Justizministerin Pam Bondi gegen Hatespeech vorgehen wolle, obwohl viele Trump-Verbündete Hatespeech als freie Meinungsäußerung ansehen würden. »Sie wird wahrscheinlich Leute wie Sie verfolgen, weil Sie mich unfair behandeln. Das ist Hass. Sie tragen viel Hass in Ihrem Herzen. Vielleicht werden sie sich ABC vornehmen«, antwortete Trump. (…) Wenn Donald Trump über die Freiheit der Meinung spricht, dann meint er vor allem die eigene. Rigoros geht er gegen Kunst und Wissenschaft vor, die ihm nicht gefällt. Selbst die Wortwahl der öffentlichen Debatte will er vorgeben.“ Agenturmeldung vom 16.09.2025 im Spiegel online externer Link
    • Früherer US-Botschafter fordert Visaentzug für ZDF-Journalist Theveßen
      Richard Grenell, früherer US-Botschafter in Deutschland, verlangt, dass ZDF-Studioleiter Elmar Theveßen sein Visum für die USA verliert. Theveßen sei ein „Aufwiegler“…“ Meldung vom 14. September 2025 in der Zeit online externer Link und dagegen:

      • Brief an US-Botschafter : Kein Visumsentzug gegen Kritiker
        Der Deutsche Journalisten-Verband hat in einem Brief an den US-Geschäftsträger in Berlin Alan Meltzer gefordert, kritischen Journalistinnen und Journalisten nicht mit Visumsentzug zu drohen…“ djv-PM vom 15.09.2025 externer Link
      • US-Regierung sollte Protest ernst nehmen
        Der Deutsche Journalisten-Verband ruft die US-Regierung auf, den Protest von mehr als 100 internationalen Medien und Medienorganisationen gegen verkürzte Journalistenvisa ernst zu nehmen...“ djv-PM vom 12.09.2025 externer Link
      • Deutsche Sender bitten Merz bei US-Journalistenvisa um Unterstützung. Journalistenvisa für die USA sollen künftig nur für maximal 240 Tage ausgestellt werden, bisher waren es fünf Jahre
        „… Donald Trumps Visarestriktionen richten sich auch gegen Journalisten. Mehrere deutsche Medienhäuser haben die Bundesregierung nun aufgefordert, sich diplomatisch gegen die geplanten Einschränkungen für Journalistenvisa in den USA einzusetzen. ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1 und das Deutschlandradio baten Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) in einem gemeinsamen Schreiben um Unterstützung. Die Bundesregierung sei aufgefordert worden, »sich auf diplomatischem Wege bei der US-Administration gegen die geplante US-Visareform für ausländische Journalistinnen und Journalisten auszusprechen«, teilen die Sender mit. (…) Hintergrund ist eine Ankündigung der US-Regierung von Präsident Donald Trump, die Gültigkeit von Visa für ausländische Studierende und Journalisten zu begrenzen. Journalistenvisa sollen künftig nur für maximal 240 Tage ausgestellt werden, für Journalistinnen und Journalisten aus China sogar nur für 90 Tage. Bisher sind solche Visa bis zu fünf Jahre gültig. In der vergangenen Woche forderten bereits mehr als 100 Medienorganisationen aus aller Welt Trump auf, von den Absichten Abstand zu nehmen. Zu den Unterzeichnern des gemeinsamen Appells gehörten die Nachrichtenagentur AFP, außerdem die internationalen Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters, Rundfunksender wie ARD und ZDF, die britische BBC und Radio France…“ Meldung vom 16. September 2025 im Spiegel online externer Link
  • Sechs Monate Trump’s Krieg gegen die Presse: Import und Export autoritärer Tendenzen
    Sechs Monate nach Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ist seine Regierung zunehmend pressefeindlich eingestellt und ahmt autoritäre und quasi-autoritäre Regime in aller Welt nach oder inspiriert sie. Reporter ohne Grenzen (RSF) warnt vor den Gefahren einer länderübergreifenden Anti-Presse-Bewegung, die ihre Taktiken grenzüberschreitend austauscht und in dem amerikanischen Präsidenten einen ihrer bisher mächtigsten Verfechter gefunden hat.
    Donald Trump hat sich zu einer Schlüsselfigur in einer globalen, gegen den Journalismus gerichteten politischen Bewegung entwickelt, die zum jüngsten Rückgangin der Pressefreiheit weltweit und ist derzeit in den Vereinigten Staaten nur sechs Monate nach Beginn seiner zweiten Amtszeit in vollem Umfang zu beobachten. Pressefeindliche Regime auf der ganzen Welt übernehmen häufig Taktiken voneinander, von der verbalen Belästigung von Journalisten bis hin zur Zerschlagung unabhängiger Medienunternehmen. Ob absichtlich oder nicht, sie haben ein gemeinsames Spielbuch, um unabhängige Medien zu kontrollieren, zu schikanieren und zu bestrafen.
    „Donald Trump mag Barrieren für den internationalen Handel errichten, aber wenn es darum geht, die Presse anzugreifen, fließen die Ideen ungehindert zwischen Ländern mit einer schlechten Bilanz bei der Pressefreiheit. Seit seinem Amtsantritt vor sechs Monaten hat Trump den jahrelangen verbalen Angriffen auf Journalisten neue, konkrete Maßnahmen zur Einschränkung der Pressefreiheit folgen lassen. Viele dieser Taktiken sind nicht neu – es handelt sich um dieselbe Vorgehensweise, die wir schon bei den Verfolgern der Pressefreiheit auf der ganzen Welt beobachten konnten. Aber es ist klar, dass Trump dieses Phänomen verstärkt hat und andere Staatsoberhäupter ermutigt und inspiriert hat, gegen ihre eigenen Medien vorzugehen. Das Ergebnis ist eine Katastrophe für die Pressefreiheit auf der ganzen Welt
    …“ engl. Artikel von Clayton Weimers vom 17.07.2025 bei RSF externer Link (maschinenübersetzt) – Weimers ist Geschäftsführender Direktor von RSF USA
  • Die Demontage der US-Auslandssender geht weiter: Nach Regierungsplänen sollen fast tausend Mitarbeitende die zuständige Behörde USAGM verlassen
    „Die Demontage der US-Auslandssender geht weiter: Nach Plänen der Trump-Regierung sollen fast tausend Mitarbeitende die zuständige Behörde USAGM verlassen. Nur 81 Angestellte sollen übrig bleiben. Die Washington Post hatte gestern darüber berichtet. Es ist ein weiterer drastischer und nach Ansicht von Reporter ohne Grenzen (RSF) illegaler Schritt, um die Auslandssender, darunter Voice of America (VOA) und Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RFL), zu zerschlagen. Aktuell laufen noch zahlreiche Gerichtsverfahren gegen die Abwicklung von USAGM, darunter eine Klage von RSF und den Angestellten von VOA. RSF verurteilt das Vorgehen der Regierung und prüft derzeit alle Möglichkeiten, um die Zerschlagung von USAGM zu stoppen. „Wir sind entsetzt über den Plan der US-Regierung, fast tausend Mitarbeitende von USAGM zu entlassen“, sagt RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus. „Die Regierung ignoriert mit ihrem pressefeindlichen Verhalten laufende Gerichtsverfahren, will also Fakten schaffen, bevor die Gerichte ihr Vorgehen final auf Rechtmäßigkeit prüfen konnten. Voice of America und die anderen US-Auslandssender sind für Millionen Menschen weltweit eine wichtige Informationsquelle – die weitgehende Zerstörung von USAGM würde auch ihr Aus bedeuten.“ (…) RSF hatte gemeinsam mit den Angestellten und Gewerkschaften von VOA Klage gegen USAGM, Kari Lake und den Geschäftsführer der Behörde, Victor Morales, eingereicht. Zunächst mit Erfolg: Ein Bundesrichter wies die Regierung am 22.4.2025 an, die Abwicklung mehrerer Auslandssender rückgängig zu machen und allen über 1.300 beurlaubten VOA-Mitarbeitenden ihre Rückkehr zur Arbeit zu erlauben. Ein Berufungsgericht lehnte diese Anordnung zum Teil wieder ab und ermöglichte es damit dem Weißen Haus, die Demontage von VOA fortzusetzen. Am 15. Mai wurden daraufhin über 500 Angestellte von VOA gekündigt. Die Mitarbeitenden, die im Besitz eines Arbeitsvisums sind, haben ab dem Datum ihrer Kündigung 30 Tage Zeit, um das Land zu verlassen oder eine alternative Lösung zu finden, zum Beispiel einen Asylantrag zu stellen oder eine andere Beschäftigung zu bekommen. Mehrere Journalistinnen und Journalisten von VOA und RFA stammen aus Ländern wie Kambodscha, China, Hongkong, Russland oder Vietnam und laufen nach Angaben der beiden Sender ernsthaft Gefahr, im Falle einer Abschiebung bei ihrer Ankunft sofort verhaftet zu werden…“ Pressemitteilung vom 5. Juni 2025 der Reporter ohne Grenzen externer Link („USA: RSF verurteilt geplante Massenentlassung“)
  • Nicht nur zum Tag der Pressefreiheit 2025 und nicht nur Reporter ohne Grenzen schlagen Alarm angesichts Trumps Absicht, die Presse „auf Linie zu bringen“
    • Reporter ohne Grenzen schlägt Alarm angesichts Trumps Absicht, die Presse „auf Linie zu bringen“
      Die Pressefreiheit in den Vereinigten Staaten ist auf den niedrigsten Stand gefallen, seit Reporter ohne Grenzen vor mehr als 20 Jahren mit der Veröffentlichung der jährlichen Rangliste begonnen hat, wobei die Rückkehr von Präsident Donald Trump an die Macht „die Situation erheblich verschlimmert“, so RSF am Freitag.
      Die USA sind auf dem Weltpressefreiheitsindex externer Link von RSF vom 55. auf den 57. Platz zurückgefallen, womit die Situation in dem Land, das die Pressefreiheit in seiner Verfassung an erster Stelle nennt, zum zweiten Mal in Folge als „problematisch“ eingestuft wurde. Der Bericht erscheint kurz vor dem Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai. Die USA sind auf dem RSF-Index seit 2013, als sie auf Platz 32 der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit lagen, tendenziell zurückgefallen. Ein Jahrzehnt später waren sie auf Platz 45 zurückgefallen, bevor sie im vergangenen Jahr aufgrund von Trumps Angriffen auf die Medien auf Platz 55 abstürzten. „Trump wurde nach einem Wahlkampf, in dem er die Presse täglich verunglimpfte und ausdrücklich damit drohte, die Bundesregierung gegen die Medien einzusetzen, für eine zweite Amtszeit gewählt“, heißt es in dem Bericht. „Seine frühzeitigen Maßnahmen in seiner zweiten Amtszeit, beispielsweise die Federal Communications Commission (FCC) zu politisieren, die Associated Press aus dem Weißen Haus zu verbannen oder die U.S. Agency for Global Media zu demontieren, haben die Nachrichtenagenturen des Landes gefährdet und deuten darauf hin, dass er beabsichtigt, seine Drohungen wahr zu machen und eine potenzielle Krise für den amerikanischen Journalismus heraufzubeschwören“, heißt es in der Publikation weiter, in der Trump beschuldigt wird, „falsche wirtschaftliche Vorwände“ zu verwenden, „um die Presse auf Linie zu bringen
      .“ engl. Artikel von Brett Wilkins vom 2. Mai 2025 in Common Dreams externer Link (maschinenübersetzt), siehe dazu:
    • Reporter ohne Grenzen: USA fällt in Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 57
      „… „In den USA (57) ist mit der Trump-Administration eine offen pressefeindliche Regierung an der Macht, die systematisch gegen kritische Berichterstattung und unliebsame Medien vorgeht externer Link. Den US-Auslandssendern Voice of America und Radio Free Europe/Radio Liberty hat die Trump-Regierung drastisch die Finanzierung gekürzt externer Link. Der Associated Press wurde der Zugang zum Weißen Haus verweigert externer Link, weil sie sich nicht nach der Wortwahl der Regierung richten will…“ Aus der Rangliste von Reporter ohne Grenzen Deutschland am 2. Mai 2025 externer Link
    • Kritische Fragen nur auf eigene Gefahr
      Für US-Präsident Donald Trump sind unabhängige Medien die „Feinde des Volkes“. In seiner zweiten Amtszeit schränkt er die freie Berichterstattung massiv ein. Auch die Machtverhältnisse im Briefing Room des Weißen Hauses haben sich radikal verändert.
      Den Mann mit der hohen Stirn und dem markanten stahlblauen Anzug kann man kaum übersehen. „Hi, Brian!“, rufen jüngere Kolleginnen und Regierungsmitarbeiter dem 55-Jährigen freundlich zu, wenn er den Briefing Room des Weißen Hauses betritt. Einen festen Sitzplatz hat Brian Glenn noch nicht. Aber die Aufmerksamkeit von Trumps Sprecherin Karoline Leavitt ist dem Washingtoner Korrespondenten des ultrarechten TV-Senders Real America’s Voice sicher.
      Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Glenn Ende Februar bekannt. Da rief ihn Donald Trump nach seinem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron im East Room des Weißen Hauses für die erste Frage auf. Doch der Rechtspropagandist wollte nichts über Frankreich oder die Ukraine wissen. Stattdessen referierte er, dass Trump in einer aktuellen Umfrage sehr gut abschneide: „Sie haben die Unterstützung des ganzen amerikanischen Volkes“, schwärmte Glenn. „Vielen Dank“, antwortete der so Gelobte: „Ich weiß das zu schätzen.“
      Ein paar Tage später stand Glenn, der mit der rechtsextremen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene liiert ist, im Briefing Room. Dieses Mal gab er sich kritisch – allerdings nicht gegenüber dem amerikanischen Präsidenten. „Ich würde gerne wissen, ob Sie keinen Anzug besitzen“, ging er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an, der wie üblich aus Solidarität mit seinen Soldaten einen dunklen Pullover trug: „Viele Amerikaner haben ein Problem damit, dass Sie das höchste Amt nicht respektieren.“
      Kein Wunder, dass Glenn als Lieblingsreporter des US-Präsidenten gilt. Der MAGA-Apologet ist zugleich ein Sinnbild für die prekäre Lage der Medien in den USA. (…)
      Kritische Fragen werden im Briefing Room von Leavitt regelmäßig abgebürstet oder mit unverschämten persönlichen Gegenangriffen gekontert. Vor allem hat die 27-jährige Trump-Vertraute gleich zu Beginn die Zusammensetzung des Auditoriums grundlegend geändert, indem sie den Raum mit rechten und rechtsextremen Bloggern, Podcastern und Influencern flutete. Im nächsten Schritt schloss sie die renommierte Nachrichtenagentur AP aus dem rotierenden zwölfköpfigen Presse-Pool aus, der den Präsidenten überallhin begleitet.
      Offiziell wurde die Bestrafung mit der „unehrlichen Berichterstattung“ der 1846 gegründeten Agentur begründet, die sich weigert, Trumps rechtlich haltlose Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“ mitzumachen. Doch tatsächlich ging es Leavitt nach Einschätzung von Beobachtern um die Einschüchterung aller Medienvertreter und die Übernahme der Kontrolle über die Regierungsberichterstattung. Seit Jahrzehnten regelt die Korrespondentenvereinigung White House Correspondents‘ Association (WHCA) den Zugang zum platzmäßig begrenzten Oval Office in Eigenregie. Das hat Leavitt einfach beendet
      …“ Artikel von Karl Doemens vom 3. Mai 2025 beim redaktionsnetzwerk deutschland  externer Link
    • 5 Gründe, warum Trumps Anordnung zur Abschaffung von NPR und PBS ein Angriff auf die amerikanische Demokratie ist
      Die ständigen Angriffe des Präsidenten auf die freie Presse sind Teil der konzertierten Bemühungen der Regierung, Journalismus, der ihm nicht gefällt, zu unterbinden. Am späten Donnerstagabend erließ Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung, die darauf abzielt, die Bundesmittel für NPR und PBS zu streichen. Als Begründung für diesen Schritt veröffentlichte das Weiße Haus auch ein sogenanntes „Faktenblatt“ externer Link, in dem es Beweise für „linke Propaganda“ aufführt. Selbst wenn das wahr wäre – und das ist es nicht -, ist jeder Versuch der Regierung, die Presse aufgrund ihres Standpunkts zum Schweigen zu bringen, schlichtweg verfassungswidrig. Es ist zu erwarten, dass diese jüngste Trump-Verfügung umfassend rechtlich angefochten wird, ähnlich wie andere erfolgreiche Bemühungen vor Gericht, illegale Maßnahmen der Regierung zu verhindern.
      Trumps anhaltende Angriffe auf die öffentlichen Medien sind Teil der konzertierten Bemühungen der Regierung, Journalismus, der dem Präsidenten missfällt, zu unterbinden. Allzu oft beugen sich kommerzielle Medien, auch solche, die von Konglomeraten wie Disney (ABC) und Paramount (CBS) kontrolliert werden, dem Druck der Behörden und stellen ihre Profite über ihre demokratischen Grundsätze. Aus diesem Grund ist ein unabhängiges, öffentlich finanziertes, nichtkommerzielles Mediensystem – eines, das die Macht zur Rechenschaft zieht – für gesunde Demokratien auf der ganzen Welt unerlässlich
      …“ engl. Artikel von Tim Karr vom 2.5.2025 in Common Dreams externer Link (maschinenübersetzt)
    • Tag der Pressefreiheit 2025: Wie Trumps Anti-Medien-Strategie Lokalzeitungen trifft
      US-Präsident Donald Trump legt sich nicht nur mit renommierten Medien wie AP an, sondern auch mit kleinen Zeitungen, die kritisch über ihn berichten.
      Den Des Moines Register gibt es seit 175 Jahren. Die Tageszeitung versorgt in Iowas Hauptstadt noch 27 000 Leser. Doch was die Lokalzeitung im letzten Dezember erlebte, gab es in ihrer Geschichte noch nicht: Der frisch gewählte Präsident Donald Trump verklagte den Register, dessen Mutterkonzern Gannett und die Meinungsforscherin J. Ann Selzer. Denn kurz vor der Wahl im November hatte der Register eine Umfrage veröffentlicht, in der Trump drei Prozentpunkte hinter seiner Konkurrentin Kamala Harris lag. Er gewann Iowa schließlich mit deutlichem Vorsprung. Doch dieser Sieg reichte dem neuen Präsidenten nicht. Seine Anwälte sprachen von einem „falschen Narrativ“ durch die Umfrage und Hilfe für die Demokraten. Trump klagte wegen eines Verstoßes gegen den Iowa Consumer Fraud Act. Der soll Verbrauchertäuschung unterbinden. Der Register wehrt sich gegen die Vorwürfe und hat die Datengrundlage der Umfrage veröffentlicht. Das Distriktgericht von Polk County hat noch nicht entschieden. Erstmals gerät eine Lokalzeitung in Trumps Visier. Laut der Chefredakteurin des Guardian US, Betsy Reed, gehören solche Klagen zu Trumps Strategie gegen kritische Medien. Weitere Schritte seien: Zugang einschränken, Redaktionen mit einer Ereignisflut überfordern, mit Regulierungen deren Wirtschaftsmodelle untergraben, Menschen gegen die Medien bis hin zu Gewalt aufhetzen und Journalistinnen und Journalisten die Visa entziehen. (…) Das Ziel dieser Klagen ist nicht unbedingt Schadenersatz. Es geht Trump darum, dass die Medien hohe Anwaltskosten haben und sich künftig vielleicht einmal mehr überlegen, an welche Geschichten sie sich herantrauen. Dass dieses Szenario viele Verleger beschäftigt, bestätigt Tim Franklin. Der Professor forscht an der Northwestern University in Illinois zu lokalen Medien. Allein die Drohung mit Klagen sorge schon wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage solcher Medien für Probleme, sagt er. (…)
      Seit Trump an der Macht ist, nähmen Verleumdungsklagen zu. „Wir geben einen signifikanten Betrag für Anwälte aus“, sagt Alvarez. Die Klagen kämen nicht aus der Politik, sondern aus der Wirtschaft. Trotzdem macht Alvarez den Präsidenten für den Trend verantwortlich. „Trumps Message ist: Wenn du mit Berichterstattung unzufrieden bist, selbst wenn sie stimmt, solltest du klagen“, sagt sie. Das binde neben Geld weitere Ressourcen – und beeinflusse die Arbeit der Redaktion, auch wenn die Klagen alle erfolglos blieben.  (…)
      „News Deserts“ wählen Trump
      Aber was hat Trump von alldem? Der habe rund 90 Prozent dieser News-Desert-Counties gewonnen, sagt Franklin. Außerdem wolle Trump, dass niemand den Medien glaubt, wenn sie ihn kritisieren. „Es geht um Macht“, ist sich Felix sicher. Medien wie CA bedrohten den Status Quo. Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssten sich lokale Medien besser vernetzen, fordert Alvarez. Denn neben den schon seit Jahren bekannten wirtschaftlichen Problemen kommt ein neues Problem hinzu: Eine Regierung, welche die Pressefreiheit lokaler Medien attackiert…“ Artikel von Felix Biermayer vom 3.5.2025 in der taz online externer Link
  •  Project 2025: Trumps Plan gegen kritische Medien. Was das für die US-Medienlandschaft bedeutet
    „… WSLR 96.5 LP FM ist kein Moralapostel. Doch jedes Mal, wenn einer der ehrenamtlichen DJs des Community-Radios in Sarasota Rage Against the Machine oder Ugly God spielt, gerät Senderchef Jesse Coleman in Panik – wegen der F-Bomben. (…) Das F-Wort und Blasphemie stehen ganz oben auf Colemans No-Go-Liste, denn die Existenz des beliebten und rasant wachsenden Graswurzel-Radiosenders an Floridas Golfküste steht auf dem Spiel. Unabhängige, nicht-kommerzielle Medien in den USA – insbesondere ihre Nachrichtenabteilungen – stehen derzeit unter erheblichem politischen Druck. Im Januar ernannte Donald Trump Brendan Carr zum Vorsitzenden der Behörde, die WSLR und weitere 144 Low-Power-UKW-Stationen in den USA beaufsichtigt. Eine der ersten Maßnahmen des neuen Chefs der Federal Communications Commission (FCC): Druck auf Pacifica Radio, das progressive Netzwerk von mehr als 200 Sendern, zu dem auch WSLR gehört. Der erzkonservative Anwalt ist Mitverfasser von Project 2025, der politischen Roadmap für die zweite Trump-Regierung. Das von Carr verfasste Kapitel zur Kommunikationspolitik beginnt mit den Worten: „Die FCC soll die Meinungsfreiheit fördern.“ Doch das Brookings Institute sieht das Gegenteil: ein zunehmendes Mikromanagement von Medienorganisationen. „Die im Project 2025 versprochenen ‘marktfreundlichen Regulierungen’ haben sich in ein Mikromanagement von Unternehmensentscheidungen verwandelt“, schreibt Tom Wheeler, Analyst des liberalen Think Tanks in Washington. „Diese Eingriffe untergraben nun in besorgniserregendem Maße Entscheidungen, die eigentlich durch den First Amendment – das Grundrecht auf Meinungsfreiheit – geschützt sein sollten.“ (…) Das Pacifica-Netzwerk, das gemäßigtere Radiosyndikat NPR mit rund 800 Mitgliedssendern sowie das TV-Syndikat PBS mit 350 Stationen stehen alle im Visier von Carr. Im Fokus stehen zunächst die staatlichen Subventionen: Carr bezeichnet die öffentlichen Gelder für diese drei gemeinnützigen Organisationen als „eine halbe Milliarde Dollar pro Jahr, verschwendet für linke Meinungen“. Sein erklärtes Ziel: die Abschaffung der Corporation for Public Broadcasting, die Steuergelder an hunderte öffentliche Radio- und Fernsehsender verteilt. (…) Das Project 2025 sieht auch vor, den Status der Öffentlichen als „non-commercial educational“ Sender abzuschaffen. Das hätte gravierende Konsequenzen: Carr könnte nicht nur die Streichung von Steuergeldern rechtfertigen, sondern auch den gemeinnützigen Status der Sender selbst in Frage stellen. (…) Craig Aaron, CEO von Free Press, einer Organisation, die sich für Medienvielfalt und Demokratie einsetzt, erklärt dazu: „Carr mag öffentliche Medien nicht. Das überrascht nicht – er ist kein Fan von Journalismus, der Politiker und Milliardäre zur Verantwortung zieht. Damit entfernt sich Chairman Carr weit von den Bedürfnissen der amerikanischen Öffentlichkeit. Das ganze Land verlässt sich auf lokale öffentliche Radio- und Fernsehsender für verlässliche Nachrichten und Meinungsvielfalt. In jeder Umfrage macht die Bevölkerung deutlich: Sie will mehr Unterstützung für öffentliche und Community-Medien – nicht weniger.“ Gastbeitrag von Johannes Werner vom 7. April 2025 in Telepolis externer Link
  • Drohungen gegen Journalisten: Die Chat-Panne ist zum Lachen, Trumps Reaktion zum Fürchten
    „… Der Umgang mit dem Auffliegen der Affäre lässt tief blicken, wie immun sich Trump und seine Vasallen inzwischen gegen jede Kritik aus Medien, Opposition und Justiz wähnen. Der einstige Reality-Show-Star Trump und der vormalige Fox-News-Moderator Hegseth streiten die Vorwürfe einfach ab und diskreditieren stattdessen Goldberg und „The Atlantic“. Das Magazin genießt anders als etwa Fox News hohes Ansehen für seine journalistische Integrität, gilt den Trump-Leuten aber als links. Chefredakteur Goldberg war schon in der Vergangenheit von Trump persönlich attackiert worden, weil dem Präsidenten die Berichterstattung seiner Zeitschrift nicht gefiel…“ Kommentar von Sebastian Huld vom 25.03.2025 in n-tv externer Link
  • Wie die zweite Trump-Administration Verschwörungstheoretikern, Propagandisten und rechtsextremen Einflussnehmern Zugang und Status gewährt
    In diesem Bericht ordnet die Journalistin Anna Merlan die verschiedenen rechten Akteur*innen der „Neuen Medien“ (z.B. Jack Posobiec, Matt Boyle, Chris Pavlovsky), ihre jewiligen Plattformen und ihre Beziehung zu Trumps Presse-Sprecherin Karoline Leavitt ein: „… Von dem Moment an, als Trump ins Amt zurückkehrte, hat seine zweite Regierungsmannschaft einer Reihe von rechtsextremen Einflussnehmern und Nachrichtenagenturen Zugang und Status verschafft, darunter auch Persönlichkeiten mit zweifelhafter Vergangenheit und dünnen oder nicht vorhandenen journalistischen Referenzen. Auf diese Weise hat die Regierung einen Schwall schmeichelhafter Medienberichterstattung geschaffen, eine hauchdünne Blase um jede ihrer Entscheidungen, egal wie destruktiv oder inkohärent sie auch sein mag. Diese neuen staatlichen Medien zeigen bedingungslose Loyalität, und ihre Propaganda-Pipeline ist schneller als je zuvor und stellt sicher, dass jede Durchführungsverordnung oder jeder neue Schritt des Ministeriums für Regierungseffizienz in dem Moment, in dem er bekannt gegeben wird, mit begeisterter Pseudo-Berichterstattung begrüßt wird…“ engl. Artikel von Anna Merlan vom 25. Februar 2025 in  Mother Jones externer Link

Siehe auch/Grundinfos:

  • Fast tägliche Beobachtung gibt es auf Media Matters externer Link
  • Don’t Let Trump and Musk Destroy Public Media
    An den Kongress: Gemeinden im ganzen Land verlassen sich auf ihre lokalen öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender, wenn es darum geht, vertrauenswürdige Nachrichten und eine Vielfalt von Meinungen zu liefern. Eine Umfrage nach der anderen hat ergeben, dass die amerikanische Öffentlichkeit mehr Unterstützung für öffentliche und kommunale Medien wünscht, nicht weniger. Die Forderung von Präsident Trump, die Bundesmittel für die Corporation for Public Broadcasting zu kürzen, würde den Journalismus und die Kinderprogramme gefährden, die Ihre Wähler schätzen. Weisen Sie alle Bemühungen zurück, die öffentlichen Medien zu streichen…“ engl. Petition von und bei Free Press externer Link – siehe auch die NGO Free Press auf bsky externer Link
  • Act now. Tell Congress to reject the rescissions package and stop the dismantling of public media – Fordern Sie den Kongress auf: Rettet die öffentlichen Medien
    Die öffentlichen Medien sind in mehrfacher Hinsicht ernsthaft bedroht. Das Weiße Haus schlug in seinem jährlichen Haushaltsantrag die Streichung von Bundesmitteln vor, erließ eine Durchführungsverordnung, um die Unterstützung für PBS und NPR zu blockieren, und plant, vom Kongress bewilligte Mittel zurückzufordern…“ engl. e-mail-Kampagne auf der Aktionsseite Protect My Public Media externer Link
  • [Petition] DJV startet “Protect the media!”
    Der Deutsche Journalisten-Verband sammelt auf der Petitionsplattform innn.it Unterschriften, um sich gegen die Aushöhlung der Pressefreiheit in den USA zu wehren. So hat die US-Regierung in den vergangenen Wochen Journalistinnen und Journalisten mehrfach als „Feinde des Volkes“ diffamiert. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster: „Journalistinnen und Journalisten dürfen nicht eingeschüchtert, ausgeschlossen oder kriminalisiert werden – weder durch politische Rhetorik noch durch staatliche Maßnahmen. Die Trump-Regierung muss rechtliche Rahmenbedingungen für freie Medien wieder verbessern und den Schutz von Medienschaffenden – sowohl im Inland als auch international – aktiv gewährleisten. Nur so kann ein freier Informationsfluss gesichert und das Vertrauen in demokratische Institutionen erhalten bleiben. Daher fordern wir Donald Trump auf: Make journalism safe again!“…“ DJV-Pressemitteilung vom 08.04.2025 externer Link zur Petition externer Link
  • Zu Trumps Angriff auf die Pressefreiheit siehe auch den Beitrag „Medien im Visier: Trumps Angriff auf die Pressefreiheit“ externer Link von Jan Schmitt, Julius Baumeister und Luc Oeppert beim ARD-Magazin Monitor am 27. März 2025 (Videodauer: 9:20 Min.)
  • CBS berichtet über den Eingriff in den handverlesenen Press Pool durch die Trump Administration auch via instagram externer Link am 28. Februar 2025

Siehe auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=227855
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