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Tod eines Roma nach Festnahme: Polizeieinsatz in Tschechien erinnert an George Floyd

Massive Proteste quer durch die USA nach dem Polizeimord an George Floyd„… Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat das „menschenverachtende Vorgehen“ der tschechischen Polizei in Teplice kritisiert, bei dem ein junger Rom starb. Der Fall erinnere an den Tod des US-Amerikaners George Floyd, erklärte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose am Mittwoch und forderte eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. In einem Internetvideo ist zu sehen, dass zeitweise drei Polizisten auf dem jungen Mann knieten, einer sogar sechs Minuten auf Nacken und Hals. Dieses Vorgehen sei „in seiner Abscheulichkeit und Brutalität nicht zu fassen ist“, erklärte Rose. Es dürfe nicht sein, dass ein Jahr nach dem Tod von George Floyd Minderheitenangehörige noch immer polizeilicher Willkür schutzlos ausgeliefert seien. (…) Zudem will der Zentralrat direkt beim tschechischen Innenminister Jan Hamacek intervenieren, der sich hinter die beteiligten Polizisten gestellt hatte. Eine vorläufige Obduktion habe keinen Zusammenhang seines Todes mit dem Polizeieinsatz nachgewiesen, vielmehr habe man eine krankhafte Veränderung der Herzkranzgefäße festgestellt, hieß es offiziell…“ Meldung vom 24. Juni 2021 von und bei MiGAZIN externer Link, siehe auch:

  • In Gedenken an Stanislav Tomáš. Wir fordern Aufklärung nach tödlicher Polizeigewalt in Tschechien New
    Das Grundrechtekomitee ist entsetzt über den gewaltsamen Tod von Stanislav Tomáš – einem Angehörigen der Roma – als Folge eines Polizeieinsatzes am Samstag den 19. Juni in der tschechischen Stadt Teplice. Drei Polizisten hielten das Opfer am Boden fest, einer kniete 6 Minuten auf seinem Nacken, dann verlor Stanislav Tomáš das Bewusstsein und starb noch im Krankenwagen.
    Für die tschechische Polizei steht bereits fest, dass Stanislav Tomáš aufgrund von Drogenkonsum gestorben ist. Ohne ein endgültiges Untersuchungsergebnis abzuwarten, stellten sich Tschechiens Innenminister Jan Hamáček sowie der Premierminister Andrej Babiš hinter die Polizisten und den Polizeieinsatz. Den darauf folgenden Protesten in Tschechien gegen rassistische Polizeigewalt schlossen sich Roma aus Europa und darüber hinaus an. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie das Europäische Netzwerk von Basisorganisationen der Roma (ERGO) fordern die unabhängige Untersuchung zur Klärung der Todesumstände und des Polizeieinsatzes. Guillermo Ruiz, Vorstandsmitglied des Grundrechtekomitees, erklärt zu diesem furchtbaren Vorfall: „Die antiziganistischen gewaltsamen Angriffe auf Roma haben auch in Tschechien Kontinuität. Auch wir schließen uns der Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung zur Aufklärung des Todes von Stanislav Tomáš an.“ Bereits 2016 starb ein Roma als Folge eines gewaltsamen Polizeieinsatzes in Tschechien…“ Pressemitteilung des Grundrechtekomitees vom 30.6.2021 externer Link
  • Tod eines Roma in Tschechien – keine Ermittlungen gegen Polizisten 
    Nach einem gewaltsamen Polizeieinsatz gegen einen Angehörigen der Roma-Minderheit in Tschechien kommt es vorerst nicht zu Ermittlungen gegen die Beamten. Der Mann war kurz nach seiner Festnahme am Samstag gestorben. Auf einem Video war zu sehen, wie ein Polizist ihn minutenlang mit seinem Knie am Genick auf dem Boden fixierte. Man sehe im Handeln der Beamten keine Straftat, teilte die Innenrevisionsbehörde GIBS am Donnerstag mit. (…) Unterstützung für die Polizisten kam nicht nur von Innenminister Jan Hamacek, sondern auch von Regierungschef Andrej Babis. „Wenn jemand Autos demoliert, aggressiv auftritt und sogar einen Polizisten beißt, dann kann er nicht erwarten, dass man ihn mit Samthandschuhen anfasst“, schrieb der 66-Jährige bei Facebook. Nach Darstellung der Polizei soll der Mann an den Folgen einer Überdosis Drogen in Verbindung mit einer Erkrankung am Herzen gestorben sein…“ Agenturmeldung vom 24.06.2021 in der Welt online externer Link
  • die Meldung „Tod eines Roma in Tschechien: Europarat fordert gründliche Untersuchung“ vom 23. Juni 2021 beim Deutschlandfunk externer Link
  • und die Soli-Erklärung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=191225
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