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Erneut: Die Straßen Madrids von den Würdemärschen besetzt

Zahlreiche Gruppierungen bildeten den Kampfblock auf dem Madrider Würdemarsch am 27.5.2017

Die Dimensionen des historischen Würdemarsches von 2014, als eine Million Menschen die spanische Hauptstadt in den Zustand der Totalblockade versetzten, erreichten die diesjährigen Würdemärsche nicht – was auch niemand erwartet hatte. Aber erneut waren es weit über 100.000 Menschen – nach verschiedenen Angaben –, die für Brot und Arbeit, Wohnen und Würde demonstrierten, und dazu einmal mehr aus allen Regionen des Landes gekommen waren, wenn auch dieses Mal oft nur in Abordnungen der lokalen oder regionalen Märsche. Das alljährliche Ereignis ist zu einem festen Bestandteil der politischen Auseinandersetzung in Spanien geworden und hat bisher verschiedensten Übernahmeversuchen widerstanden, nicht zuletzt auch durch die Herausbildung verschiedener Blöcke, wie etwa dem klassenkämpferischen Block der Alternativgewerkschaften und kämpfender Belegschaften, die in diesem Jahr unter anderem Docker aus verschiedenen Häfen, Abordnungen der Wald-Feuerwehr und von Coca Cola umfassten. Mietervereinigungen, RentnerInnenorganisationen und Netzwerke aus dem Gesundheitswesen und dem Bildungswesen waren dabei ebenso vertreten, wie die organisierte Opposition im Gewerkschaftsbund CCOO. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge, inklusive einer Video-Dokumentation aus Madrid über Aktionen in der „Woche der Vorbereitung“:

  • „Marchas de la dignidad reúne en las calles de Madrid a decenas de miles de personas“von Lucia Gallo am 27. Mai 2017 bei Cuarto Poder externer Link  ist der erste zusammenfassende Bericht von diesem Tag, worin neben den Menschen, die ihre Gründe für die Teilnahme an diesem Protest begründen, auch Vertreter verschiedener Organisationen zu Wort kommen, und auch darüber informiert wird, was neben den sozusagen programmatischen Forderungen der Würdemärsche, wie sie seit 2014 vertreten werden, in diesem Jahr an aktuellen Forderungen und Stellungnahmen verbreitet wurde – von der Solidarität mit der griechischen Bevölkerung bis zur Forderung nach Freilassung der inhaftierten Sozialaktivisten in Spanien – wie etwa die auch im LabourNet Germany verschiedentlich berichteten „Fälle“ von Alfon und A. Bodalo – und der Rücknahme des berüchtigten Maulkorbgesetzes.
  • „El 27M volvemos a Madrid – Marchas de la Dignidad“ am 25. Mai 2017 bei GanemosCCOO externer Link war der Aufruf der organisierten Opposition im größten spanischen Gewerkschaftsbund, den CCOO, zur Teilnahme an den Würdemärschen – seitdem die beiden Verbände CCOO und UGT sich 2014 (in totaler Verkennung der Sachlage) sich rundweg weigerten, zur Teilnahme an dem aufzurufen, was die größte Demonstration sozialer Bewegungen in der Geschichte Spaniens werden sollte, schweigen sie dazu penetrant – schon 2014 hatten sich Hunderttausende Gewerkschaftsmitglieder um diese politische Bekundung ihrer Verbände nicht gekümmert, dies war auch in diesem Jahr deutlich zu sehen.
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=116802
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