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Warum die aktuellen Proteste in Moskau neue Entwicklungen sichtbar machen

Eine der über 1.000 Festnahmen bei der Moskauer Demonstration am 26.7.2019„… Das liegt auch daran, dass wir in einer schnelllebigen Zeit leben. Wirklich neu ist, dass die Jugend aktiv geworden ist. Ein Grund ist, dass die jungen Menschen heute in einer ganz anderen Subkultur und Informationswelt leben als die Macht­elite. Die Machthaber sprechen in ihrem kommunikativen Verhalten eher die ältere Generation an. So gesehen leben die Jugendlichen und die Macht­elite in zwei verschiedenen Welten. Hier erleben wir eine kulturelle Dissonanz. Die Jugend denkt global. Die Machthaber sind einem konservativen Denken und Verhalten verhaftet. Sehen Sie sich die Wahlkampfteams der neuen Kandidaten an, alles junge Leute. Auch die Kandidaten sind jung. Was auch neu ist: Die Generation der 30- und 40-Jährigen ist wieder auf Demonstrationen zu sehen. Wenn auch Menschen dieser Altersgruppe sich Protesten anschließen, wohl wissend um das Risiko, hat das hohe Bedeutung…“ aus dem Gespräch „„Die Jugend ist aktiv geworden“ am 02. August 2019 in der taz online externer Link, das Bernhard Clasen mit Alexander Kynew führte zur Frage, was bei den aktuellen Protestens anders sei als bisher gewohnt. Siehe dazu auch einen Beitrag über soziale Ursachen der aktuellen Proteste:

  • „Die instabile Stabilität“ von Felix Jaitner am 28. Juli 2019 in neues deutschland online externer Link kommentiert zu den Protesten: „… Nichts soll vor den Kommunalwahlen in der russischen Hauptstadt am 8. September daran erinnern, dass die pünktlich zum Anpfiff der Fußballweltmeisterschaft 2018 verabschiedete Erhöhung des Renteneintrittsalters die größte Protestbewegung seit Jahren auslöste. Dies könnte ja unliebsame Erinnerungen wecken. Denn mit der Weigerung der Moskauer Bevölkerung, den jüngst beschlossenen Wahlausschluss der 57 Oppositionskandidaten zu akzeptieren, steht plötzlich nicht nur das Schreckgespenst Protest wieder vor der Tür. Vor den Regionalwahlen, in denen, außer in Moskau, auch über 16 Gouverneure in der Provinz abgestimmt wird, droht die Politisierung einer weitgehend apolitischen Gesellschaft. Die Furcht der Staatsmacht ist berechtigt: Von 2014 bis 2018 sanken die real verfügbaren Einkommen der Bevölkerung. Das Durchschnittseinkommen in Russland betrug 2017 ganze 600 Euro, dafür haben die 98 russischen Milliardäre ein größeres Vermögen als die gesamten Ersparnisse der Bevölkerung…“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=152588
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