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Das österreichische Pensionssystem mit 86,8 Prozent Nettoersatzrate – darf Deutschlands Fehler in der Pensionspolitik nicht kopieren
„… Ein Blick nach Deutschland zeigt deutlich, welche Folgen eine rein budgetorientierte Rentenpolitik haben kann: sinkendes Vertrauen in die staatliche Pension, wachsender Druck zu privater Vorsorge und zunehmende Altersarmut. (…) Im Gegensatz zu Deutschland setzt Österreich konsequent auf die Stärke der gesetzlichen Pension. Und der Erfolg lässt sich schwarz auf weiß ablesen. Betrachtet man die Nettoersatzrate für Durchschnittsverdienende im rein gesetzlichen System, sichert Österreichs Pensionssystem den Menschen 86,8 Prozent ihres Nettoeinkommens – und das bei einem regulären Antrittsalter von 65 Jahren…“ ÖGB-Beitrag von Toumaj Faragheh vom Juli 2026
(„Österreich darf Deutschlands Fehler in der Pensionspolitik nicht kopieren“) und mehr daraus zu den Angriffen auf unser bisheriges Renten-Vorbild:
- Ruhelos weiterhackeln. Österreich: Konservativer Seniorenbund diskutiert Erhöhung des Pensionsantrittsalters. Arbeiterkammer kritisiert Altersdiskriminierung in Arbeitswelt
„Es ist ein alter PR-Trick: Forderungen regelmäßig wiederholen – und sie als neue Debatte verkaufen. Genau das tut Ingrid Korosec. Die Chefin des konservativen Österreichischen Seniorenbundes zeigte sich am Sonnabend offen für eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters. Zumindest für jene, die später ins Erwerbsleben einsteigen, wie sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA sagte. Denn: »Wenn wir immer älter werden, dann muss sich klarerweise auch etwas verändern«, meint Korosec. Das Antrittsalter dürfe aber nicht vom biologischen Alter abhängen, sondern von den Berufsjahren – ob das 40, 42 oder 45 Jahre sind, darüber müsse man sich einigen. Derzeit beträgt das Regelpensionsalter für Männer 65 Jahre. Seit 2024 wird das Pensionsantrittsalter von Frauen stufenweise von 60 Jahren auf 65 Jahre angehoben. Eine Koppelung des Pensionsantrittssystems an die Lebenserwartung kann sich Korosec gleichfalls vorstellen, etwa indem das Antrittsalter alle fünf Jahre oder auch alle zwei Jahre um ein, zwei Monate angehoben wird. (…) Unterstützung erhält Korosec von der »Krabbelgruppe« der neoliberalen Neos – den Junos. Deren Bundesvorsitzende Sophie Wotschke legte am Sonntag nach. »Wenn wir immer länger leben, müssen wir im Durchschnitt auch länger arbeiten«, erklärte sie. Das sei »ökonomisch notwendig« und »generationengerecht«. (…)»Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters wäre für viele Beschäftigte nichts anderes als eine Pensionskürzung«, wurde Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der Arbeiterkammer Österreich (AKÖ), am Sonntag in einer Mitteilung zitiert. Statt dessen seien faire Chancen am Arbeitsmarkt und altersgerechte Arbeitsbedingungen nötig. Stilling zufolge würde fast ein Drittel der Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten niemanden anstellen, der oder die älter als 60 Jahre sei. »Nicht das gesetzliche Pensionsalter ist das Problem, sondern die mangelnden Chancen älterer Menschen am Arbeitsmarkt.« Anders gesagt: Altersdiskriminierung an der Werkbank, auf der Baustelle, im Büro. Zudem ist die Erzählung falsch, das Pensionsantrittsalter stagniere, während die Lebenserwartung steigt. Richtig ist hingegen: Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter ist laut AKÖ seit 2000 bei den Männern von 58,5 auf 62,5 Jahre, also um vier Jahre, und bei den Frauen von 56,8 auf 60,9, also um 4,1 Jahre, gestiegen…“ Artikel von Oliver Rast in der jungen Welt vom 28. Juli 2026
- Österreich darf Deutschlands Fehler in der Pensionspolitik nicht kopieren
Weiter aus dem ÖGB-Beitrag von Toumaj Faragheh vom Juli 2026
: „… In Deutschland liegt dieser Wert bei mageren 53,3 Prozent, obwohl die Menschen dort zwei Jahre länger, nämlich bis 67, arbeiten müssen. Selbst wenn man in Deutschland alle drei Säulen (inklusive privater und betrieblicher Vorsorge) zusammenrechnet, steigt die Gesamt-Nettoersatzrate lediglich auf 68 Prozent an. Sie bleibt damit noch immer weit hinter dem österreichischen Wert zurück, der gänzlich ohne private Zusatzkosten rein über die gesetzliche Pension erreicht wird. Dieser massive Unterschied schlägt sich direkt im Lebensstandard der Pensionist:innen nieder. Während im Jahr 2024 die durchschnittliche Alterspension in Österreich für Frauen bei 1.563 Euro und für Männer bei 2.620 Euro lag, stellt sich die Situation in Deutschland (Datenbasis 2022) dramatisch dar: Deutsche Rentnerinnen erhielten im Schnitt lediglich 863 Euro, Männer kamen auf gerade einmal 1.295 Euro Altersrente. (…) Fakt ist: Das österreichische Pensionssystem ist kein Sanierungsfall, sondern ein zukunftsfähiges Erfolgsmodell, das für alle Menschen da ist. Während Deutschland sein Rentensystem kaputtgespart, privatisiert und das Rentenniveau systematisch abgesenkt hat, zeigt Österreich, dass starke gesetzliche Pensionen die beste Garantie für ein würdevolles Leben im Alter sind.“