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Petro erhöht Mindestlohn in Kolumbien um 23 Prozent per Dekret – höher als von Gewerkschaften und Unternehmerseite vorgeschlagen

Regierung in Kolumbien legt ambitionierte Arbeitsreform vor, sie soll Outsourcing und Informalität bekämpfen und kollektive Arbeitsrechte stärken„… Kolumbiens Präsident Gustavo Petro verfügt kurz vor Ende seiner Amtszeit per Dekret eine Erhöhung des Mindestlohns um 23 Prozent. Ab dem 1. Januar 2026 steigt der gesetzlich festgelegte Mindestlohn um 327.405 Pesos (rund 74 Euro) auf neu 1.750.905 Pesos (rund 396 Euro). Gemeinsam mit dem Fahrtkostenzuschuss von 249.095 Pesos, auf den alle Arbeitnehmer:innen Anspruch haben, die ein Einkommen bis zum Doppelten des Mindestlohns erhalten, ergibt sich damit ein monatliches Mindesteinkommen von 2.000.000 Pesos, was rund 543 Euro entspricht. Laut Regierung betrifft die Anpassung rund 2,4 Millionen Arbeiter:innen. (…) Petro erklärte, die Berechnung orientiere sich nicht ausschließlich an Indikatoren wie Inflation und Produktivität. Stattdessen seien internationale Standards für existenzsichernde Löhne einbezogen worden, die den Grundbedarf für Familien mit drei bis vier Personen berücksichtigen…“ Beitrag von Sina Johanna Reichl vom 3. Januar 2026 in amerika21 externer Link und mehr Informationen:

  • Regierung Petro beschließt historische Erhöhung des Mindestlohns
    „Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hat eine beispiellose Erhöhung des Mindestlohns für das Jahr 2026 beschlossen, wodurch das gesetzliche Mindesteinkommen auf etwa 1,75 Millionen Pesos (knapp 400 €) steigt, nicht eingerechnet die Transportbeihilfe, die sich für gut 2,4 Millionen Arbeitnehmer*innen auf insgesamt fast zwei Millionen Pesos (ca. 450 €) pro Monat beläuft. Mit nominal fast 23 Prozent und real 18,7 Prozent liegt die Anhebung weit über denen der letzten Jahre. (…) Während weite Teile der Arbeitnehmer*innen den Entschluss begrüßen, warnen Wirtschaftsanalyst*innen und Unternehmer*innen vor möglichen negativen Folgen wie Inflation, Stabilitätsschwankungen bei kleinen und mittleren Unternehmen und einer Zunahme informeller Beschäftigungen, da mit der Anhebung des Mindestlohns auch die Hürden für eine formelle Einstellung erhöht würden. Der Beschluss wurde in einem Kontext wirtschaftlicher Spannungen verabschiedet, mit hohen Inflationserwartungen und öffentlich diskutierten Zweifeln an der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen. (…) Petro versicherte, dass die Erhöhung nicht als Kostenfaktor für die Wirtschaft angesehen werden sollte, sondern als Wachstumsmotor, der die Binnennachfrage stärke und die Lebensqualität der Arbeitnehmer verbessere. Außerdem, so Petro, führe eine höhere Vergütung zu mehr wirtschaftlicher Aktivität und möglicherweise zu mehr Beschäftigung.“ Beitrag im Nachrichtenpool Lateinamerika am 3. Januar 2026 externer Link

Siehe dazu auch das Dossier: Regierung in Kolumbien plant Arbeitsreform, die Outsourcing und Informalität bekämpfen und kollektive Arbeitsrechte stärken soll

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=233092
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