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Tödliche Festnahme des Marokkaners Abderrahim Fakir in Bologna empört in Italien über Polizeigewalt und repressive Politik der Regierung Meloni

Italien: Die Gewerkschaft USB fordert Wahrheit und Gerechtigkeit für Abderrahim FakirIn Bologna kommt ein Marokkaner ums Leben, als zwei Polizisten ihn gewaltsam zu Boden drücken und fesseln. Jetzt soll geklärt werden, was genau geschah. (…) Gegen Mittag rufen einige Anwohner die Polizei, weil ein Mann auf der Straße schreit, wild um sich schlägt und dabei (aber das ist noch nicht klar) ein parkendes Auto beschädigt haben soll. Sofort kommen Polizei und Krankenwagen; die Beamten nähern sich dem Mann, versuchen ihm Handschellen anzulegen; der wehrt sich. Daraufhin werfen ihn die Polizisten zu Boden, knien sich auf seine Brust und versuchen, nach den Handgelenken auch seine Beine zu fesseln. Und sie spritzen ihm Pfefferspray in Mund und Nase. Abderrahim Fakir schreit um Hilfe und bricht dann zusammen. Die Ordnungskräfte drehen ihn um, fixieren auch seine Beine und stellen dann fest, dass der 42-Jährige, der als Packer arbeitet, offensichtlich tot ist…“  Artikel von Anna Maldini, Rom, vom 20.07.2026 in ND online externer Link („Minneapolis in Bologna“) und mehr darüber samt den Protesten:

  • Italien: »Lungen voll mit Blut«. Aufnahmen von Bodycams nach Tod bei Polizeieinsatz freigegeben. Obduktion deutete bereits auf Gewaltanwendung New
    Vier qualvolle Minuten. So lang soll der Teil des Videos sein, auf dem zu sehen ist, wie Abderrahim Fakir stirbt. Die Bodycam-Aufnahmen der letzten Augenblicke von Fakirs Leben sollen nun neue Erkenntnisse über seinen Tod bringen. Der 42jährige Marokkaner war am 19. Juli in Bologna gestorben, nachdem zwei Polizisten ihn zu Boden gedrückt und dort fixiert hatten. Sein Tod führte in Italien zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.
    Erste Obduktionsergebnisse teilte Fabio Anselmo, Anwalt der Familie Fakir, am 25. Juli in einem Interview mit dem Portal Morocco World News mit: Die Lunge sei »voll mit Blut« gewesen und es gebe Anzeichen von Erstickung. Der vollständige Autopsiebericht mit der genauen Todesursache werde allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.
    Beschuldigt sind sechs Personen: zwei Polizisten, die Fakir minutenlang am Boden fixierten, während er nach Hilfe schrie, und vier in den Einsatz involvierte Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die unbeteiligt am Rand des gewaltsamen Geschehens standen, ohne zu helfen. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen fahrlässiger Tötung. (…)
    Während Anselmo mit den Behörden ringt, kehrten die beschuldigten Polizisten am Montag an den Arbeitsplatz zurück. Die Zeitung Il Resto del Carlino schreibt, dass die Männer vorerst im Innendienst eingesetzt würden und mit Solidarität von ihren Kollegen empfangen worden sein sollen. Auch Regierungsvertreter hatten sich hinter die Beamten gestellt und insbesondere rechte Medien hatten Fakir die Schuld an seinem Tod gegeben. Gegenüber dem marokkanischen Nachrichtenportal Le360 verurteilte der Anwalt der Familie eine solche Darstellung. Er gab an, dass es sich um eine teils KI-generierte Falschinformationskampagne handele, »die technisch inszeniert und kein Zufall war«. (…)
    Fakir kam 1995 als sechsjähriger Junge nach Bologna. Kurz vor seinem Tod fürchtete er, zurück nach Marokko abgeschoben zu werden. Seine Migrationsanwältin Barbara Spinelli erklärte in einem Reuters-Interview, dass seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war und die Einwanderungsbehörde ihren Mandanten bei deren Erneuerung behinderte. Nun soll Fakir nach seinem Tod doch nach Marokko zurückkehren. Seine Angehörigen waren nach Angaben von Bologna Today bereits am vergangenen Wochenende von Italien nach Casablanca gereist, um dort eine Trauerfeier abzuhalten – vorerst allerdings ohne Fakirs Leichnam. Diese liegt noch bei den italienischen Behörden und ist nicht zur Überführung freigegeben
    .“ Artikel von Amelie E. Höcker in der jungen Welt vom 12.08.2026 externer Link
  • Wahrheit und Gerechtigkeit für Abderrahim Fakir
    USB bekundet den Angehörigen von Abderrahim Fakir, der gestern in Bologna in einem Wohnhaus im Stadtteil Pilastro während eines Polizeieinsatzes getötet wurde, seine uneingeschränkte Solidarität und Verbundenheit.
    Die Bilder, die derzeit im Umlauf sind, sowie die Aussagen der Angehörigen und Nachbarn, die sich gestern Abend im Stadtteil zusammen mit Hunderten von Solidaritätsbekundenden um die Familie geschart haben, zeigen einen am Boden liegenden, bewegungsunfähigen Mann, der um Hilfe fleht. Diese Tragödie hätte vermieden werden können und müssen: Sie ist das Ergebnis der sicherheitsorientierten und repressiven Politik der Regierung Meloni, der Sicherheitsverordnungen und der Militarisierung der Gebiete als einzige Antworten auf die Bedürfnisse von Bürgern und Arbeitnehmern, wie es in den letzten Monaten gegenüber denjenigen geschehen ist, die sich gegen die Zerstörung eines Parks im Stadtteil Pilastro gewehrt haben. Da es keine echten Antworten auf die Bedürfnisse der Bevölkerung gibt, wird der Einsatz von Gewalt zur einzigen Antwort – sei es bei „aufgeregten“ Personen, wie das Verhalten von Abderrahim von der Polizeidirektion beschrieben wurde, sei es bei Unzufriedenheit oder Konflikten, um Arbeitsplätze einzufordern, sich gegen niedrige Löhne und unerschwingliche Mieten zu wehren und Sicherheit am Arbeitsplatz einzufordern.
    Die USB fordert Wahrheit und Gerechtigkeit für Abderrahim Fakir und unterstützt die Familie sowie die Bewohner des Stadtteils Pilastro bei den Aktionen, die ab heute Abend um 19 Uhr auf der Piazza Nettuno stattfinden werden, um zu fordern, dass die Geschehnisse vollständig aufgeklärt werden.“ it. Pressemitteilung der USB Bologna vom 20.7.2026 externer Link (maschinenübersetzt)
  • Tausende fordern in Bologna „Gerechtigkeit und Wahrheit für Fakir“. Die Antwort darauf sind Tränengas und Wasserwerfer
    Bericht vom 21. Juli 2026 auf Contropiano externer Link ins Deutsche übersetzt von Bonustracks externer Link –  mit der Erklärung von „Potere al Popolo“ aus Bologna
  • „Genug, genug!“: Video setzt italienische Polizei unter Druck – gefesselt, fixiert, tot
    In Bologna kommt ein Marokkaner ums Leben, während ihn zwei Polizeibeamte am Boden halten. Viele Fragen zum Einsatz sind offen: Warum wurde der 42-Jährige weiter fixiert, obwohl er bereits gefesselt war? Der Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen. Jetzt soll geklärt werden, was genau geschah…“ Beitrag von Christoph Sator vom 20.07.2026 im Migazin externer Link
  • Proteste wegen tödlicher Festnahme: Nach verstörendem Video entlädt sich Wut in Italien
    „“Italien ist in Aufruhr: Ein Mann stirbt, während er von Polizisten am Boden fixiert wird. Bei dem Vorfall werden erste Vergleiche zum Fall George Floyd aus dem Jahr 2020 in den USA gezogen. Inzwischen kommt es bei Protesten zu Zusammenstößen zwischen Einsatzkräften und Demonstranten.“ …“ Meldung vom 21.07.2026 auf n-tv.de mit dem Video externer Link

Siehe auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=236730
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