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Jeden Tag neue Proteste gegen Wahlbetrug in Honduras: Auch die von den USA ausgebildeten Spezialkräfte können den Widerstand nicht unterdrücken

Honduras-Proteste gegen Wahlbetrug, Tag 16 am 12.12.2017Manuel Zelaya, Ex-Präsident (2006 – 2009) und Koordinator der Allianz der Opposition, wirft der OAS dagegen vor, auf Nasralla Druck auszuüben: Dem Kandidaten sei nahe gelegt worden, sich von ihm, Zelaya, vollständig zu distanzieren, da er “Chavist” sei ‒ also ein Anhänger des 2013 verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ‒ und den demokratischen Sozialismus ausrufen wolle. Zelaya war im Jahr 2009 in einem zivil-militärischen, von den USA befürworteten Putsch gestürzt worden. Seit den Wahlen gehen Tausende trotz verhängtem Ausnahmezustand auf die Straße und protestieren gegen den Wahlbetrug. Nach Aussage der honduranischen Organisation C-libre sind bisher 14 Tote, zahlreiche Verletzte und hunderte Inhaftierungen zu beklagen. In den letzten beiden Tagen wurden erneut im gesamten Land Straßen und Brücken blockiert. In der Stadt Choluteca wurden zwei Protestierende von der Militärpolizei verschleppt, danach eröffnete sie das Feuer auf die Demonstranten. Dabei wurde ein Mann erschossen. Für Menschenrechtsaktivisten stellen der Ausnahmezustand, das Klima der Gewalt, Straflosigkeit und Chaos ein großes Risiko dar. Am Freitag drangen schwerbewaffnete Einheiten des Militärs und der Polizei in ein Bildungs- und Versammlungszentrum der Organisation Movimiento Amplio (Breite Bewegung) auf der Suche nach Waffen und dem Koordinator Martin Fernández ein. Die Organisation unterstützt seit mehreren Jahren Gemeinden gegen den Bau der Wasserkraft- und Minenprojekte im Norden des Landes, die durch die Wirtschaftspolitik der Regierung der Nationalen Partei massiv vorangetrieben werden. Mehrfach wurde Fernández mit dem Tode bedroht, im August wurde er tätlich angegriffen und schwer verletzt“ so Daniela Dreißig in ihrem Beitrag „Schwere politische Krise in Honduras nach Wahlen“ am 13. Dezember 2017 bei amerika21.de externer Link zur aktuellen Entwicklung in Honduras. Zur Entwicklung von Protest und Repression in Honduras zwei weitere aktuelle Beiträge sowie der Link zur (Video)Plattform sozialer Bewegungen in Honduras:

  • „Raus, Hernández“ von Kathrin Zeiske am 07. Dezember 2017 in der jungle world externer Link ist ein Kommentar, in dem auch nochmals der bisherige Präsident – eigentlich qua Verfassung, die keine Wiederwahl vorsieht, aus dem Rennen – vorgestellt wird, samt seinen Freundschaften zu Berlin (Staudamm-Geschäfte) und Washington (alle Geschäfte und Killer-Ausbildung) und seinem Einkommen: „Seit dem Putsch in Honduras im Jahre 2009 kann kaum noch überraschen, was in dem mittelamerika­nischen Land passiert: dass Staatsland an internationale Unternehmen verscherbelt wird, um sogenannte Modellstädte ohne demokratische Teilhabe zu errichten; dass eine der beeindruckendsten Frauen der Region, Berta Cáceres, die ihr Leben lang gegen Rassismus, Machismus, Ungerechtigkeit und gesellschaftlichen Ausschluss gekämpft hat, nach all den Drohungen gegen sie tatsächlich ermordet wird; dass LGBTI-Aktivistinnen erschossen werden; dass Kinder und Jugendliche vom Staat paramilitärisch ausgebildet werden; dass Gelder für das öffentliche Gesundheitssystem auf Konten des Präsidenten landen; dass nicht nur bei der ersten Präsidentschafts­wahl nach dem Putsch, sondern nun offenbar bereits zum zweiten Mal Wahl­betrug begangen wird. Was kann einen da noch erschüttern?
  • PMSPHexterner Link  ist der Twitterkanal der Plataforma del Movimiento social y popular en Honduras, auf dem zahlreiche Videos von Einsätzen der Repressionskräfte im Dienste der Hernandez-Gang dokumentiert werden – und dadurch erst recht auffällt, dass trotz deren Wüten die Proteste nicht enden…
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=125321
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