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Die vielgeschmähte „griechische Misswirtschaft“ hat Namen: Beispielsweise Siemens

Demo in Athen gegen Merkel 2014„… Heinrich von Pierer, von 1992 bis 2005 Vorstandsvorsitzender und von 2005 bis zum 25. April 2007 Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG, wurde zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Siemens Manager Thomas Ganswindt muss laut Urteil für dreizehn Jahre ins Gefängnis. Jörg-Michael Kutschenreuter soll ebenso wie Reinhard Siekaczek, Hanz Jankerman, Wolfgang Rudolph und Franz Richter für sieben Jahre hinter Gitter. Die Vertreter der griechischen Niederlassung von Siemens traf es noch härter. Der ehemalige CEO Michalis Christoforakos erhielt ebenso wie Christos Karabelas, Prodromos Mavridis und Giorgos Skarpelis fünfzehn Jahre Zuchthaus als Strafmaß. Der Banker Jean Claude Oswald aus der Schweiz muss für vierzehn Jahre büßen. Die übrigen Verurteilten erhielten Strafen zwischen vier und dreizehn Jahren. Kaum einer der Verurteilten läuft Gefahr, sofort seine Haftstrafe antreten zu müssen. Das Gericht wird noch in dieser Woche entscheiden, für wen der Angeklagten die erwarteten Revisionsanträge strafaufschiebende Wirkung haben. Zudem befindet sich ein Großteil der Verurteilten überhaupt nicht in Griechenland, sondern zum überwiegenden Teil in Deutschland...“ – aus dem Beitrag „Griechenland: Strafmaß im Siemens-Prozess verkündet“ von Wassilis Aswestopoulos am 02. Dezember 2019 bei telepolis externer Link – woraus eigentlich die Frage entsteht, was wohl bei einem Auslieferungsantrag an die Bananenrepublik passieren würde. Siehe auch einen weiteren Beitrag zu diesem Urteil – in dem unter anderem auch deutlich wird, wie die „bundesdeutsche Verteidigungslinie“ für die Siemensbande aussehen wird:

  • „Siemens und die Parteienfinanzierung in Griechenland“ von Jannis Papadimitriou am 03. Dezember 2019 bei der Deutschen Welle externer Link kommentiert die Sachlage unter anderem so – und macht dabei eine der „Verteidigungslinien“ sichtbar: „… Sieben der Verurteilten sind Deutsche, darunter der langjährige Vorstands- und Aufsichtsratschef von Siemens, Heinrich von Pierer. Das Gericht hält es für erwiesen, dass sie Schmiergelder an griechische Entscheidungsträger gezahlt haben, damit der Konzern mit Großaufträgen im Vorfeld der Olympischen Spiele 2004 zum Zuge kam. Aber von Pierer geht in Berufung und deswegen wird der Prozess nun in höheren Instanzen fortgeführt. Grundsätzlich sind Entscheidungen der griechischen Justiz zu respektieren. Richtig ist aber auch: Zum Schmieren gehören immer zwei – diejenigen, die Schmiergeld zahlen, und diejenigen, die es dankend annehmen. Während die Zahlenden juristisch festgestellt wurden, wissen wir über die Zahlungsempfänger immer noch zu wenig – die konkreten Empfänger blieben bis heute verborgen…“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=158595
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