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Besetzungswelle an Griechenlands Schulen: Gegen die Wiederaufnahme des Präsenz-Unterrichts trotz wachsender Gefahr

Dossier

Besetze Schule in Griechenland September 2020„… Aus Protest gegen die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts unter unsicheren Bedingungen haben letzte Woche Schüler in ganz Griechenland damit begonnen, ihre Schulen zu besetzen. (…) bis Dienstag waren im ganzen Land mehr als 100 Schulen besetzt. In Griechenland steigen die Corona-Fälle seit dem Sommer rasant an, verschärft durch die gefährliche Entscheidung, die Tourismussaison stattfinden zu lassen. Trotz des Wiederanstiegs hat Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis von der rechten Nea Dimokratia Schüler und Lehrer am 14. September wieder in die Klassenzimmer zurückgeschickt. Rund 558.000 Oberschüler und 64.000 festangestellte Sekundarschullehrer – ein großer Teil der zehn Millionen Einwohner Griechenland – sind in unmittelbarer Gefahr. Die Gewerkschaften und die wichtigste Oppositionspartei Syriza (Koalition der Radikalen Linken – Progressive Allianz) haben nichts gegen die Schulöffnungen gemacht. (…) Diese Woche besetzten Schüler in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands, mehr als 40 Schulen…“ – aus dem Überblick „Schulbesetzungen in Griechenland gegen unsichere Schulöffnungen“ von Robert Stevens am 24. September 2020 bei wsws externer Link zu den aktuellen Schulprotesten in Griechenland. Siehe neu dazu:

  • Hunderte Schulbesetzungen in Griechenland gegen die Durchseuchung: „Raus mit Covid aus den Schulen!“ New
    „Aus Protest gegen die unsicheren Schulöffnungen nach den Winterferien haben Schüler in Griechenland mehr als 250 Schulen besetzt, die meisten in der Hauptstadt Athen, der zweitgrößten Stadt Thessaloniki und auf der Insel Kreta. Im Laufe der ersten Schulwoche fanden auch lokale Protestkundgebungen von Lehrern statt. Am Freitag protestierten Schüler vor dem Bildungsministerium in Athen, und am selben Tag stieg die Zahl der Schulbesetzungen auf über 350, wie die Bildungswebsite esos.gr berichtet. Bereits im ersten Jahr der Pandemie hatten griechische Schüler mit 700 Besetzungen die Schließung ihrer Schulen erzwungen. Im Herbst letzten Jahres brachen erneut Schulbesetzungen sowie ein landesweiter Lehrerstreik aus. Jetzt entfaltet sich eine internationale Protestwelle gegen die gezielte Durchseuchungspolitik der kapitalistischen Regierungen. In mehreren US-Städten protestieren Schüler und Lehrer, in Frankreich traten am Donnerstag die Lehrer in den Streik und in Deutschland hat der mutige Protest einer Schülerin in Hagen große Solidarität ausgelöst. Obwohl die Infektionszahlen in Griechenland auf Rekordniveau liegen, begann am Montag vor einer Woche die Schule im vollen Präsenzbetrieb. Im Fernsehsender Skai schätzte Nikos Tzanakis, Professor für Pneumologie, dass es aktuell etwa bis zu 80.000 aktive Fälle in den Schulen gibt. Die Öffnung erfolgte „unter den schlimmsten Bedingungen, sowohl was Hygiene als auch Bildung betrifft“, erklärte Fani Christani, eine Schülervertreterin aus der nördlichen Region Ostthrakien, in einem Videointerview vor der Presse. Schon vor den Feiertagen seien 20 bis 30 Prozent aller Covid-Fälle Schüler gewesen. „Es ist mittlerweile eindeutig, dass die Hygienemaßnahmen lächerlich sind“, so Christani. „Das Überleben der Wirtschaft ist offenbar wichtiger als unsere Gesundheit und Sicherheit.“ Dass die Forderungen der Schüler nicht umgesetzt würden, sei eine „politische Entscheidung“. Die Regierung habe stattdessen jahrelang bei den Gesundheits- und Bildungsausgaben gekürzt. Knapp zwei Milliarden Euro wurden allein im Bildungsbereich in den letzten zehn Jahren eingespart. Das Koordinierungskomitee der Schüler Athens, das zu dem Protest vor dem Bildungsministerium aufgerufen hatte, fordert u.a. eine Verkleinerung der Klassen, die sofortige Einstellung von mehr Lehrpersonal, kostenlose und häufigere Schnelltests unter professioneller Durchführung des Gesundheitsministeriums, kostenlose Masken und mehr Reinigungspersonal. „Wir werden nicht zulassen, dass ihr mit unserer Gesundheit und unserem Leben spielt, als ob sie nicht zählen würden!“, heißt es in ihrem Statement…“ Beitrag von Katerina Selin vom 17. Januar 2022 bei wsws.org externer Link
  • Griechenland: Tausende Lehrer und Schüler streiken gegen Angriffe auf die öffentliche Bildung und fehlenden Coronaschutz 
    „Am Montag traten die Lehrer und Erzieher in ganz Griechenland in einen 24-stündigen Streik. Etwa 10.000 Lehrer, Schüler und Eltern gingen in Athen auf die Straße und protestierten gegen die jüngsten Angriffe auf das öffentliche Bildungssystem und die fehlenden Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen. Auch in anderen Städten beteiligten sich Tausende an den Kundgebungen und Streiks – den größten im griechischen Bildungsbereich seit einigen Jahren. Der Widerstand in Griechenland trifft zusammen mit wachsenden Protesten gegen die tödliche Coronapolitik der Regierungen weltweit wie dem globalen Schulstreik am 15. Oktober, der von Eltern in Großbritannien organisiert wird. Laut Angaben der griechischen Lehrerverbände folgten etwa 70 Prozent der Lehrer und Erzieher landesweit dem Streikaufruf. In der Region Attika, zu der die Hauptstadt gehört, legten auch die Angestellten des Öffentlichen Diensts für drei Stunden ihre Arbeit nieder. Bereits vor zwei Wochen fanden Schulbesetzungen von Jugendlichen in ganz Griechenland statt. Die Proteste richten sich insbesondere gegen neue Gesetze der Regierung unter der rechten Nea Dimokratia (ND), die zu einer weiteren Aushöhlung des öffentlichen Bildungswesens führen werden. Im Sommer verabschiedete das Parlament ein Gesetz für ein neues Evaluierungssystem an den Schulen, das auf massiven Widerstand der Lehrer stößt. Darauf reagiert die Regierung mit einem Frontalangriff auf das Streikrecht. Als die Lehrergewerkschaften vor zwei Wochen zu einem Streik gegen das Bewertungssystem aufriefen, reichte Bildungsministerin Niki Kerameos (ND) Klage ein, der in erster Instanz vom Gericht stattgegeben wurde. Der Streik wurde als illegal und missbräuchlich verboten, mit der Begründung, dass er sich gegen ein bereits verabschiedetes Gesetz richtet. Daraufhin legten die Gewerkschaften Berufung ein und kündigten einen neuen Streik an, gegen den Kerameos erneut gerichtlich ins Feld zog…“ Beitrag von Katerina Selin vom 13. Oktober 2021 bei wsws.org externer Link, siehe auch:

    • Lehrkräfte streiken gegen existenzbedrohende Beurteilungen an öffentlichen Schulen
      Tausende von Lehrern demonstrierten am Montag in der Athener Innenstadt und in anderen griechischen Großstädten, um gegen die vom Bildungsministerium geplante Bewertung zu protestieren, die nicht die Leistung der Lehrer als solche, sondern auch die der Schuleinheit beurteilt. Die Lehrer beklagen, dass die neue Beurteilungspolitik die Schulen in „Geschäftseinrichtungen“ verwandeln und sie in „gut“ und „schlecht“ einteilen wird, wodurch die Schüler von klein auf stigmatisiert werden. (…) „Mit den Verfahren der internen und externen Evaluierung zielt das Bildungsministerium auf die Auflösung der öffentlichen Schule ab“, erklärten die Verbände in einer Stellungnahme. Sie warfen dem Ministerium auch vor, den Dialog zu verweigern und die Lüge zu verbreiten, dass die Lehrer keine Vorschläge gemacht hätten. (…) „Schlechte“ Schuleinheiten, die die Kriterien des Ministeriums nicht erfüllen, zu denen auch die Beschaffung von Spenden und die Verbesserung der Infrastruktur aus eigenen Mitteln gehören, sollen mit anderen Schulen fusionieren, unabhängig davon, wie weit die neue Einheit vom Wohnort der Schüler entfernt sein wird. Die Zusammenlegung von Schulen fand auch unter der PASOK statt, nachdem das Land Verpflichtungen gegenüber den Kreditgebern für das Rettungspaket eingegangen war und 2010 die erste Vereinbarung zur Rettung des Landes geschlossen wurde.“ Beitrag vom 12. Oktober 2021 von georgbrzoska bei der griechenlandsolidarität externer Link
  • Griechenland: Welle von Schulbesetzungen
    Seit einigen Tagen kommt es in Griechenland landesweit zu einer Welle von Besetzungen bei weiterführenden Schulen, die sich vor allem gegen Corona-Pandemie-Vorgaben der Regierung richten. So wehren sich die Schülerinnen und Schüler gegen die Bestimmung, dass der Präsenzunterricht erst nach 50+1 Prozent Covid-19-Infektionen pro Schulklasse endet. Es geht auch um Reduzierung der Klassenstärken, Einstellung von mehr Lehrerinnen und Lehrern und Reinigungskräften. Für den 17. Oktober sind landesweit Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler geplant.“ Meldung vom 30.09.2021 bei den Rote-Fahne-News externer Link
  • Trotz massiver Repressionsversuche der griechischen Rechtsregierung: Die Schulbesetzungen gehen im ganzen Land weiter
    „… Am Dienstag waren über 700 Schulen in 35 Städten von Schülern besetzt. Nach den Protesten und Kundgebungen der letzten Woche werden die Proteste am heutigen Donnerstag in der Hauptstadt Athen, der zweitgrößten Stadt Thessaloniki und anderen Städten weitergehen. Auch auf den griechischen Inseln wie Kreta und Rhodos finden Demonstrationen statt. Die Schulbesetzungen dauern schon seit mehr als einer Woche an. Letzten Freitag überschritt die Zahl der besetzten Schulen die 200er-Marke. Alleine in Attika, der bevölkerungsreichsten Region Griechenlands, sind es jetzt 250. Mehr als ein Fünftel der 3.168 Oberschulen Griechenlands sind betroffen. (…) An den Schulen wurden nahezu keine Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um Infektionen von Schülern und Personal zu vermeiden. Bis zum 23. September – nur acht Tage nach Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts – wurden bereits 50 Schüler, 16 Lehrer und ein Schulangestellter positiv getestet. Die tatsächliche Zahl ist vermutlich noch deutlich höher. Die Besetzer fordern die Begrenzung der Klassengröße auf 15 Schüler, die Einstellung von zusätzlichen Lehrkräften und mehr Reinigungspersonal. Während des Sparkurses der letzten zehn Jahre wurden 20.000 Arbeitsplätze im Bildungswesen gestrichen und der Bildungsetat um 27 Prozent gekürzt. Die Schüler wollen außerdem verhindern, dass die Regierung unter dem Vorwand des E-Learning Kameras in den Schulen installiert...“ – aus dem Bericht „700 Schulen in Griechenland besetzt: „Schulen sind Zeitbomben für die öffentliche Gesundheit!““ von Robert Stevens und John Vassilopoulos am 01. Oktober 2020 bei wsws externer Link über die aktuelle Entwicklung der Besetzungsbewegung in Griechenland. Siehe dazu auch einen aktuellen Videobericht und eine weitere aktuelle Meldung:

    • „Against the unsafe reopening of schools, with 700 schools across 35 towns and cities under occupation as of yesterday“ am 01. Oktober 2020 im Twitter-Kanal von The 1&1 externer Link ist ein Videobericht von der Demonstration am gleichen Tag in Athen – die den üblichen Einsatz chemischer Kampfstoffe (Tränengas) mit Feuerwerkskörpern beantwortete…
    • „Von heute Mittag bis in den Abend hinein Zusammenstöße mit den Pigs in Athen!“ am 01. Oktober 2020 im Twitter-Kanal von Bratislav Metulski externer Link berichtet mit verschiedenen Links von den Auseinandersetzungen rund um die Demonstration in Athen – wo die Überfälle der Polizei nicht ohne Antwort blieben…
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=178591
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